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Fußball

2. Liga: 1. FC Nürnberg – SV Sandhausen 2:4

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Vier SVS-Eckbälle (zer)störten FCN-Aufstiegsträume

So (schnell) kann’s gehen: Beim Bundesliga-Absteiger und auf Rückkehr-Kurs befindlichem „Nordlicht“ SV Werder Bremen präsentierte sich die Mannschaft des 1. FC Nürnberg durchaus eindrucksvoll und holte nach Pausen-Führung (24. Spielminute, Nikola Dovedan per Elfmeter nach Foul an Lino Tempelmann) vor beachtlichen 42 358 Besuchern mit dem 1:1 (1:0) einen wichtigen Punkt im Kampf um einen der zwei Direkt-Aufstiegsplätze – respektive Relegations-Rang 3 – und scheiterte dann Zuhause vor ebenfalls eindrucksvollen 40 103 zahlenden Zuschauern in einer allerdings ebenfalls hoch attraktiven Begegnung an der folgenden Pflicht-Aufgabe gegen die zu diesem Zeitpunkt noch stark um den Klassenerhalt kämpfende Truppe aus den Sanddünen südlich von Heidelberg.

26-Janik Bachmann köpft gegen 4-Asger Soerensen (FCN) zum 1:-0-Führungstor für Sandhausen

Was wiederum so überraschend kaum kam zumindest für aufmerksame Beobachter der vorherigen 14 Auseinandersetzungen zwischen „CLUB“ und SV Sandhausen 1916: Neun FCN-Siegen standen immerhin vier Niederlagen gegenüber bei lediglich 19:11 Toren in 13 Zweitliga-Partien plus einem Ausscheiden in der 1. Runde des DFB-Pokal-Wettbewerbs der Saison 2013/14 am 4. August 2013 beim allerersten Aufeinandertreffen beider Vereine überhaupt. Trotz Nürnberger Pausen-Führung im „Stadion am Hardtwald“ zog der damalige Bundesligist nach Ausgleich und torloser Verlängerung im Elfmeterschießen mit 3:4 den Kürzeren beim Zweitliga-Verein aus dem Norden Baden-Württembergs, der als absoluter Neuling in der Spielzeit zuvor eigentlich als Vorletzter abgestiegen war und die Spielklasse lediglich dank des Lizenz-Entzugs für den MSV Duisburg und des Erfolgs von Dynamo Dresden in der Relegation gegen den Drittliga-Dritten VfL Osnabrück (nach 0:1 auswärts daheim 2:0) halten konnte!

Für den Verein von SVS-Chefcoach Schwartz, der bereits von 2013 bis 2016 erfolgreich am Hardtwald tätig war, schloss sich mit dem jüngsten 4:2-Erfolg in der Noris ebenso ein Kreis wie für Alois Schwartz selbst. Den hatte der 1. FC Nürnberg nämlich im Jahr 2016 aus dessen noch weitere zwei Jahre laufenden Vertrag vom zwischenzeitlichen Liga-Konkurrenten losgeeist und als Nachfolger von René Weller verpflichtet, bevor er ihn nach drei torlosen Niederlagen in Folge bereits nach neun Monaten am 7. März des Folge-Jahres vorzeitig von seinen Pflichten entband.

4-Asger Sörensen (FCN) und 16-Christopher Schindler (FCN) gegen 37-Pascal Testroet

Genugtuung für Schwartz, Diekmeier, Esswein, Seufert.

Dass der 4:2 (1:1)-Sieg in Nürnberg für den einstigen Bundesliga-Profi der Stuttgarter Kickers – dort von 1983 bis 1987 in der Jugend + bis 1993 mit Erstliga-Auf- und Abstieg wie Niedergang in die damals wieder eingeführte Regionalliga allen möglichen sportlichen Gefühls-Schwankungen ausgesetzt – eine besondere Genugtuung, wenn nicht gar ein innerer Vorbeimarsch gewesen sein mag/muss, liegt auf der Hand. Dass sich Alois Schwartz das keineswegs anmerken ließ, spricht für den ohnehin eher ruhigen Vertreter seiner Zunft.

Torwart 1-Patrick Drewes streckt sich vergeblich gegen den erfolgreichen Torschuss von 14-Tom Krauss (FCN) zum 1:1-Ausgleich

Das sah vor allem bei einem anderen Ex-„Glubberer“ schon etwas anders aus. SVS-Kapitän Diekmeier, immerhin 18 Monate und sehr erfolgreich tätig am Valznerweiher – mit Aufstieg 2009 beim 3:0 + 2:0 (!) in der Relegation gegen Bundesligist FC Energie Cottbus sowie Klassenerhalt 2010 dank 1:0 + 2:0 (!) beim „Nachsitzen“ mit dem FC Augsburg – und danach für acht Jahre zu „seinem“ Hamburger SV gewechselt, ehe er nach einem halben Jahr ohne Vertrag im Januar 2019 beim SVS anheuerte, agierte mehrmals hoch-emotional bis grenzwertig provozierend. Neben dem im niedersächsischen Thedinghausen geborenen, mittlerweile 32-jährigen Offensiv-Verteidiger stand mit dem ein Jahr jüngeren gebürtigen Wormser Alexander Esswein (2011–14 immerhin 58 Einsätze + 6 Tore für die Profis plus ein Spiel beim 1.FCN II) ein weiterer Ex-Nürnberger im Sandhäuser Aufgebot, der sich allerdings lediglich von der Bank aus freuen durfte über den Erfolg, den mit Nils Seufert (ausgeliehen von der SpVgg Greuther Fürth) ein dritter „Ex-Franke“ zumindest bis zu seiner späten Auswechslung in der Nachspielzeit ebenfalls auf dem Spielfeld erlebte.

4-Asger Sörensen (FCN) macht das Tor zur 2:1-Führung gegen Torwart 1-Patrick Drewes

Und der vermutlich ähnlich überrascht war über die vier eigenen Treffer nach Eckbällen wie der in München geborene sowie mit englischem Paß ausgestattete Chima Sean Okoroji, der als Eckball-Schütze (auch von der rechten Angriffsseite) maßgeblich an diesen Standards beteiligt war. „Ja, natürlich, wir üben immer Standards im Training“, bestätigte der Links-Verteidiger nach dem 4:2-Erfolg freimütig, räumte indes auch ehrlich ein, dass es keineswegs immer so gut klappt – was die Frage aufwirft, ob die Mannen von Trainer Robert Klauß („Vier Gegentore nach Eckbällen hab‘ ich noch nie erlebt!“) schlecht vorbereitet, unkonzentriert oder einfach nur zur Unzeit neben der Spur waren!?

22-Enrico Valentini (FCN) scheitert mit seinem Elfmeterschuss an Torwart 1-Patrick Drewes

Ob’s gegen den FC Schalke 04 noch um etwas geht?

Während der SV Sandhausen, der zumindest ein Unentschieden sehr wohl angepeilt hatte in Nürnberg und dies mit mutigem Spiel nach vorne auch nachdrücklich unter Beweis stellte, dank dieses überraschenden Erfolgs schon nicht mehr direkt absteigen kann und drei Spieltage vor Punktspiel-Ende als Tabellen-Vierzehnter (38 Zähler) bei acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz (Dynamo Dresden, 30) auch den Klassenerhalt fast schon sicher hat, verpasste der 1. FCN den Anschluß nach oben. Auf den Tabellen-Dritten Darmstadt 98 (54), der erst kürzlich unter großem Jubel der eigenen Anhänger mit 3:1 bezwungen werden konnte, sind’s nun wieder vier Punkte Rückstand und die anstehende Reise ins Hamburger „Millerntor-Stadion“ zum FC Sankt Pauli (53 Zähler) kann selbst im Falle eines Sieges allenfalls Punktgleichstand herbeiführen.

Torwart 1-Patrick Drewes boxt den Ball gegen 9-Manuel Schäffler (FCN) weg

Was dann – wenn denn die Klauß-Schützlinge wieder zurückfinden zu besserer Chancen-Verwertung und bei Standards den Gegner besser im Griff haben als gegen Sandhausen – womöglich ja doch nochmal die Möglichkeit eröffnet, in den Kampf wenigstens um den Relegations-Rang 3 einzugreifen und nach der Reise zu Holstein Kiel den Abschluß der Punkterunde nochmal mit einem Höhepunkt zu garnieren: Dann nämlich gastiert mit dem FC Schalke 04 jener Klub in der Noris, mit dessen Anhängern die „Glubberer“ eine Fan-Freundschaft verbindet – die dabei dann zwar auf eine harte Probe gestellt werden könnte, aber diese Prüfung dann hoffentlich (so es denn überhaupt die Chance dazu gibt) besteht.

Nach seinem Tor zum 2:2-Ausgleich dreht 28-Tom Trybull (rechts) jubelnd ab und Torwart 26-Christian Mathenia (FCN) kann es nicht glauben

Auf dass dann am Ende womöglich sogar die Anhänger beider Mannschaften feiern und ihre Fahnen schwenken dürfen, wie das vor dem 2:4 gegen Sandhausen der Fall war: Ein „Fahnen-Meer“ vor allem auf dem Unterrang der Nord-Tribüne, wo die eingefleischtesten aller FCN-Fans auch nach der bitteren Niederlage gegen den SVS das Feld nicht so einfach räumen und die Hoffnung auf das schier Unmögliche keineswegs aufgeben wollten!

37-Pascal Testroet hat das Tor zum 4:2-Sieg für Sandhausen gemacht

Nächstes und letztes Heimspiel für den 1. FC Nürnberg in der 2. Fußballbundesliga, Saison 2021/22:

34. SPIELTAG – 15. MAI 2022 (SONNTAG, 15:30 UHR): 1. FC NÜRNBERG – FC Schalke 04 im „Max-Morlock-Stadion“ (Hinrunde der laufenden Spielzeit 2021/22 am 10.12.2021 in Gelsenkirchen 1:4 = für „S04“ – kein Aufeinandertreffen in der Vorsaison gegen den Bundesliga-Absteiger, letzte Begegnungen davor in der Bundesliga-Spielzeit 2018/19 zunächst „auf Schalke“ 2:5 = für die „Knappen“, danach in Nürnberg 1:1; der bislang letzte „Club“-Sieg datiert mit 3:0 aus der Rückrunde der Bundesliga-Saison 2012/13)

Statistik zum FCN-Heimspiel am 31. Spieltag der Saison 2021/22 der 2. Fußball-Bundesliga

1. FC Nürnberg – SV Sandhausen 1916 2:4 (1:1)

1. FCN: 26 Mathenia (C = Spielführer) – 2 Fischer (72., 22 Valentini), 4 Sørensen, 6 Tempelmann, 8 Duman, 10 Dovedan (66., 11 Shuranov), 14 Krauß (83., 15 Nürnberger), 16 Schindler, 24 Møller Dæhli, 29 Handwerker, 36 Schleimer (72., 9 Schäffler) / ohne Einsatz auf der Bank: 31 C. Klaus – 5 Geis, 18 Borkowski, 19 Hübner, 20 Köpke / Chef-Trainer: Robert Klauß.
SVS: 1 Drewes – 2 Zhirov, 3 Dumić, 7 Soukou (46., 19 Ajdini), 17 Zenga, 18 Diekmeier (C), 21 Seufert (90+4., 15 Höhn), 26 Bachmann, 28 Trybull, 36 Okoroji, 37 Testroet (90., 24 Deville) / ohne Einsatz auf der Bank: 16 Wiewald – 8 Kinsombi, 11 Berko, 22 Ritzmaier, 23 Kutucu, 30 Esswein / Chef-Trainer: Alois Schwartz.
Tore: 0:1 26 Bachmann (4. Spielminute = fünfter Saisontreffer des lang aufgeschossenen Sandhäuser Mittelfeld-Akteurs per platziertem Kopfball von der Fünf-Meter-Linie am kurzen Pfosten ins lange Eck des dort ungesicherten Nürnberger Gehäuses – vorausgegangen war der erste Eckball der Sandhäuser von deren rechter Angriffsseite durch Linksfuß 36 Okoroji), 1:1 14 Krauß (25. = drittes Saison per perfektem Schuß zum „Traum-Tor“ mit dem linken Fuß aus 18 Metern und leicht nach links versetzter zentraler Position hoch wie unhaltbar fast ins Dreieck des SVS-Kastens – zuvor hatte 24 Møller Dæhli den vom späteren Torschützen im Forechecking früh zurückeroberten und zugespielten Ball auf 10 Dovedan und/oder 36 Schleimer „durchzustechen“ versucht, was Gäste-Innenverteidiger 3 Dumić mit seiner „Vorlage“ zum Ausgleich durch den U21-Nationalspieler des FCN verhinderte), 2:1 4 Sørensen (54. = Saison-Premierentreffer aus knapp vier Metern mit langem linkem Fuß knapp neben dem linken Pfosten ins SVS-Netz – die Vorlage mit hohem „Schaufelball“ über die herausrückende Sandhäuser Abwehr kam von 2 Fischer, den das Spielgerät nach kurz gespielter Ecke von links durch 8 Duman über 24 Møller Dæhli in zentraler Position und fast 28 Metern Torentfernung am gegnerischen Strafraum erreicht hatte), 2:2 28 Trybull (59. = allererstes Zweitliga-Tor des 29-jährigen Berliners per Kopf aus vier Metern nach der vierten Sandhäuser Ecke von links durch 36 Okoroji), 2:3 28 Trybull (84. = zweiter Zweitliga-Treffer zum allerersten Doppelpack per Kopf, aus nur drei Metern und nach der fünften SVS-Ecke – diesmal von rechts, aber erneut durch 36 Okoroji vorbereitet), 2:4 37 Testroet (88. = direkter Drehschuß mit dem linken Fuß aus knapp sieben Metern nach erneuter Ecke von rechts durch 36 Okoroji, die erst 2 Zhirov mit dem Kopf am kurzen Pfosten verlängerte, dann 3 Dumić am langen Pfosten zurückbrachte in die Gefahrenzone – wobei der Ball, bevor ihn der Torschütze trotz vergeblichem Rettungsversuch von 26 Mathenia ins Nürnberger Netz beförderte, auch noch leicht von 26 Bachmann berührt wurde).
Besondere Vorkommnisse: 35. = wegen Handspiels keine Anerkennung für das vermeintliche 1:2, als 37 Testroet den 18m-Volleyschuß des Sandhäusers 28 Trybull mit dem Oberarm ins Nürnberger Netz abfälschte, was FCN-Keeper 26 Mathenia sofort reklamierte und die Video-Kontrolle des VAR offensichtlich auch eindeutig bestätigte + 75. = Nürnbergs sonstiger Kapitän 22 Valentini, erst kurz zuvor eingewechselt und neben dem noch auf der Ersatzbank befindlichen 5 Geis sonstiger, eigentlich sicherer Elfmeter-Schütze, scheiterte mit einem zwar keineswegs schlecht geschossenen Strafstoß nach Foul von 18 Diekmeier an 29 Handwerker (der Sandhäuser Kapitän traf den Nürnberger Linksverteidiger beim Kreuzen vermutlich ungewollt + unglücklich mit dem rechten Knie am linken Fuß – die schnelle Entscheidung des Unparteiischen Dr. Aarnink hielt auch der Video-Überprüfung stand) + der glänzend parierende SVS-Torhüter 1 Drewes verzeichnete seinen ersten gehaltenen Elfmeter in der 2. Bundesliga!
Ecken: FCN 12 (8 vor + 4 nach der Pause) – Sandhausen 6 (2 vor + 4 nach Seitenwechsel).
Schiedsrichter: Dr. Arne Aarnink (VfL Weiße Elf Nordhorn = DFB-Landesverband Niedersachsen) – SR-Assistenten: Eric Müller (FC Union 60 Bremen) + Daniel Riehl (TuS Schwachhausen Bremen = beide DFB-LV Bremen) – 4. Offizieller: Martin Speckner (SpVgg Windischbergerdorf/SG Schloßberg 09 = DFB-LV Bayern) – Video-Assistent: Michael Bacher (SV Amerang = DFB-LV Bayern).
Gelbe Karten: FCN keine – Sandhausen 4 = 28 Trybull (38, wegen Foulspiels), 3 Dumić (75., wegen Unsportlichkeit = Zertreten des Elfmeter-Punktes …), 17 Zenga (78. wegen angeblichen Foulspiels) + SVS-Sportdirektor Mikayil Kabaca (79., wegen Reklamierens; der 45-jährige in Bad Nauheim geborene Hesse war mit der vorherigen Verwarnung von 17 Zenga alles andere als einverstanden – wie er es uns nach der Medien/Presse-Konferenz erklärte, bei der unsere Frage nach seinem Namen auch seitens Alois Schwartz zunächst ungeklärt geblieben war, weil sich der ehemalige Nürnberger und jetzige Sandhäuser Chef-Trainer weiter ganz aufs Spielfeld konzentrierte + offensichtlich tatsächlich auch nach unserer Wahrnehmung dieses Geschehens nicht mitbekam, was sich derweil hinter seinem Rücken abspielte).
Gelb-Rote Karten: keine.
Rote Karten: keine.
Zuschauer: 40 103 (zahlende) im „Max-Morlock-Stadion“ erlebten ein am Ende ernüchterndes Spiel am frühen Sonntag-Nachmittag.

Text: Klaus Meßenzehl = „Pressedienst Nürnberg“ (PDN)
Titelfoto: Im Hintergrund jubelt Sandhausen nach dem Tor zum 4:2-Sieg und 24-Mats Möller Daehli (FCN) kanns nicht glauben
Fotos: WFS / ISPFD
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