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Sonstiges

Architekturpreis der Stadt Nürnberg: wbg wurde dreimal „Lobend erwähnt“

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Drei Projekte der wbg Unternehmensgruppe wurden im Rahmen des Architekturpreises der Stadt Nürnberg lobend erwähnt.

Unter der Überschrift „Modernes Wohnen St. Johannis“ hat sich das Unternehmen mit dem Neubau an der Straßenbahnendhaltestelle Westfriedhof beworben. Entstanden sind dort 74 Mietwohnungen, zum Teil gefördert, zum Teil freifinanziert, ein SIGENA-Nachbarschafts-treff, eine Gewerbeeinheit und eine zweigruppige Kindertagesstätte. Die Planungen stammen aus dem Büro BLAUWERK Architekten GmbH, München, und dem Büro grabner huber lipp Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, Freising. Der Neubau wurde bereits mit dem Bayerischen Wohnungsbaupreis 2019 ausgezeichnet.

Johannisstraße / Wilhelm-Marxstraße
Foto: Wolfgang Schmitt

Wertung der Jury: Prägnante Großform mit intelligenter Nutzungsmischung – sensibel in den Stadtraum eingefügt

„Ein neuer Stadtbaustein markiert den wichtigen Eingang in das Quartier St. Johannis. Das mit grau changierenden Klinker-Riemchen verkleidete Wohngebäude begleitet als langgestreckte Zeile die belebte Johannisstraße, auch an den Schmalseiten des Baufelds fasst es den Straßenraum. Nach Süden jedoch, zum ruhigen Inneren der Siedlung, öffnet es sich mit einer bewegten Kammstruktur. Durch die intensive Ausnutzung des Grundstücks konnte dieser wohltuende städtebauliche Akzent mit hoher Gestaltungs- und Nutzungsqualität und doch kostengünstig realisiert werden. In der Sockelzone finden sich soziale Nutzungen wie Kinderkrippe und Nachbarschaftstreff, aber auch Gewerbeflächen und das Kundenzentrum. Der Wohnungsmix enthält geförderte und frei finanzierte Wohneinheiten, die in der Ausgestaltung gleichwertig behandelt wurden. Hervorzuheben sind die Freiräume: Trotz der baulichen Dichte, großer Höhenunterschiede und der Unterbauung durch eine Garage ist das Wohnumfeld sehr differenziert gestaltet. Mithilfe der Kammstruktur gelang es, nach Süden kleine Höfe anzuordnen, die sich im Gelände nach oben staffeln. So entsteht ein lebendig gegliederter Stadtraum mit prägnanten Freiräumen, der in seiner Anmutung fast an südeuropäische Städte erinnert. Eine praktische öffentliche Wegverbindung für das Quartier bietet die neue Freitreppe von der Gottliebstraße hinauf zum Westfriedhof.“

Die WBG KOMMUNAL GmbH hat im Auftrag der Stadt Nürnberg die Erweiterung der denkmalgeschützten Bauernfeindschule um den Neubau eines Kinderhortgebäudes realisiert. Entstanden sind Räume für eine 5-gruppige Hortbetreuung und eine 2-gruppige Mittagsbetreuung. Für die Planung zeichneten Bär Stadelmann Stöcker Architekten, Nürnberg, verantwortlich.

Kinderhort Bauernfeindstraße
Foto: Felix Meyer

Wertung der Jury: Ein Neubau in der Rangierbahnhofsiedlung, der beides zugleich ist: Eigenständig und doch perfekt eingepasst

„Die Aufgabe klingt zunächst ganz einfach: auf drei Geschossen einen freistehenden Neubau für einen Kinderhort zu planen. Im Kontext der intakten Rangierbahnhofsiedlung und in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem denkmalgeschützten Schulhaus wurde dies allerdings zu einer Herausforderung. Dem Projekt gelingt es auf beeindruckende Art, zwischen den an der Bauernfeindstraße aufgereihten Wohnhäusern und der etwas zurückgesetzten Schule räumlich zu vermitteln, so dass sich sowohl straßen- als auch hofseitig klare und kontinuierliche Raumkanten ergeben. Durch den Neubau erfährt der Ort eine überraschende städtebauliche Klärung, was heutzutage alles andere als selbstverständlich ist. Verblüffend ist die geometrische Konstellation, mit der diese Aufgabe gelöst wird. Auf einem ungewöhnlichen sechseckigen Grundriss erhebt sich ein Baukörper, der – in sich regelmäßig und ganz eigenständig – so gut eingepasst ist, dass seine Objekthaftigkeit erst auf den zweiten Blick erkennbar wird. Dazu trägt die raffinierte Dachvolumetrie aus einem über die Diagonale halbierten Walm- und einem dazwischen gestellten Satteldach wesentlich bei. Die Grundrisse sind ringförmig um den zentralen Spielflur organisiert. Das Haus ist konventionell, aber sorgfältig konstruiert. Im obersten Geschoss entwickeln die Räume dank der Dachgeometrie eine interessante räumliche Expressivität.“

Kinderhort Bauernfeindstraße
Foto: Felix Meyer

Die denkmalgerechte und energetische Sanierung von 13 Mehrfamilienhäusern der wbg Nürnberg am Volckamer Platz in der Werderau wurde ebenfalls lobend erwähnt. Hier wurden 68 Wohnungen und 5 Gewerbeeinheiten inkl. Kindergarten nach historischem Vorbild überarbeitet. Für die intensiven Abstimmungen und Planungen zeichnete das Büro Fritsch Knodt Klug + Partner mbB Architekten, Nürnberg, verantwortlich.

Volckamer Platz in der Werderau
Foto: Oliver Heinl

Wertung der Jury: Vorbildliche Sanierung der ehemaligen Werkssiedlung – ein Wohnmodell auch heute

„Die kurz vor und nach dem 1. Weltkrieg entstandene Werkssiedlung der MAN ist ein wichtiges Zeugnis eines urbanen Siedlungsbaus, der – noch nicht der strengen Sachlichkeit des Neuen Bauens verpflichtet – die als Zweispänner organisierten Mehrfamilienhäuser zu einer schlossartigen Anlage verband und mit liebevoll gestalteten Details ausstattete. Dekorative Erker und Ecklösungen, Torsituationen und Hauseingänge ließen repräsentative öffentliche Räume entstehen, während im Blockinneren frei gestaltbare Mietergärten als geschützte Privatbereiche zu dem hohen praktischen Wohnwert beitragen. Auch diese beliebte und als Baudenkmal geschützte Anlage benötigte nach einem Jahrhundert eine Sanierung, vor allem unter energetischen Gesichtspunkten. Dass diese vorbildlich gelang, ist der klugen und sorgfältigen Planung der Architekten zu verdanken. Im Zusammenspiel mit den Fachleuten der Denkmalpflege vermieden sie die allenthalben anzutreffenden kurzlebigen Billiglösungen. Stattdessen wurden die Häuser nicht nur im Erscheinungsbild, sondern auch in ihrer baukonstruktiven Substanz solide und nachhaltig repariert und ertüchtigt. So erhielt die Siedlung ihre ursprüngliche, attraktive Gestalt zurück und bietet auch für die Zukunft ein Beispiel für attraktives, gut organisiertes städtisches Wohnen.“

Dekorative Erker und Ecklösungen in der Werderau
Fotograf: Oliver Heinl

„Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Unternehmensgruppe beim diesjährigen Architekturpreis der Stadt Nürnberg gleich für drei Projekte Lobende Erwähnungen erhalten hat. Zeigt dies doch, dass wir für qualitativ hochwertige Bauwerke und bezahlbares Wohnen stehen sowie auch mit historischer Bausubstanz fachgerecht umzugehen wissen“, freut sich Ralf Schekira, Geschäftsführer der wbg Unternehmensgruppe, anlässlich der Preisverleihung.

Hintergründe zum Architekturpreis

Beim diesjährigen Architekturpreis der Stadt Nürnberg wurden insgesamt 32 Arbeiten eingereicht. Der Preis 2020 geht an den Wiederaufbau der St. Martha Kirche. Die Jury, bestehend aus dem Baukunstbeirat der Stadt Nürnberg unter dem Vorsitz von Prof. Thomas Will, vergab einen Preis, eine Anerkennung und sechs Lobende Erwähnungen. Die wichtigsten Kriterien bei der Vergabe des Preises sind gestalterische Qualität, Nachhaltigkeit und Standortgerechtigkeit.

Ausstellung der eingereichten Arbeiten

Alle eingereichten Arbeiten sind in einer Ausstellung im Offenen Büro des Stadtplanungsamts, Lorenzer Straße 30, von Mittwoch, 2. Dezember, bis Freitag, 8. Januar 2021, zu sehen. Die Ausstellung kann – falls das Corona-Geschehen dies zulässt – montags, dienstags und donnerstags von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr und mittwochs und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr besichtigt werden. Ansonsten wird die Ausstellung von außen in den Schaufenstern des Offenen Büros zu sehen sein.

Text: wbg Nürnberg
Titelfoto: Johannisstraße / Wilhelm-Marxstraße, Foto: Wolfgang Schmitt

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