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Fußball

2. Liga: 1. FC Nürnberg – FC Schalke 04 1:2

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FCN-Anhänger feierten mit S04-Fans deren Aufstieg!

Was für ein Fußball-Fest im „Max-Morlock-Stadion“: 50 000 Besucher im ausverkauften Achteck, für dessen Entwurf der hauptverantwortliche Planer Adolf Hensel 1928 anlässlich der Olympischen Spiele in Amsterdam eine Goldmedaille beim Kunstwettbewerb Architektur/Städtebau erhielt, feierten das Finale der Saison 2021/22 – darunter ein großer Teil der Anhänger des FC Schalke 04, die dank des 2:1 (1:0)-Sieges neben dem bereits vorher feststehenden Aufstieg auch noch die Meisterschaft der 2. Fußball-Bundesliga vor dem Mitaufsteiger SV Werder Bremen bejubeln konnten!

Die Fanfreundschaft vom 1. FCN und Schalke ist beispielhaft

Für den 1. Nürnberg war das Thema Rückkehr in die Bundesliga zum Leidwesen der eigenen Unterstützer da längst ausgeträumt. Nach dem 1:1 (0:0) beim FC St. Pauli in Hamburg, wo Taylan Duman mit seinem dritten Saison-Treffer in der Nachspielzeit dank Schäffler-Vorarbeit einen Punkt gerettet hatte, und dem anschließenden (ein Mal mehr) eher ernüchternden 0:3 (0:2) bei der „gleichaltrigen“ Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 bedeutete die abschließende Heim-Niederlage gegen die Schalker „Knappen“ dann allerdings auch noch einen Absturz in der End-Tabelle von Platz 6 auf Rang 8 – was sich bei künftigen Gelder-Verteilungen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) an die Vereine nachteilig auswirken wird.

Dabei konnte den Schützlingen des an der Seitenlinie ebenfalls hoch engagierten FCN-Cheftrainers niemand vorwerfen, sich den Gästen kampflos ergeben zu haben. Während Robert Klauß für seine (insbesondere verbalen) Aktivitäten in der Schlußphase (76. Spielminute) sogar die Gelbe Karte erhielt, belohnte sich dessen Mannschaft zehn Minuten später mit dem viel umjubelten Ausgleich durch Lukas Schleimer, dem damit ebenfalls sein drittes Saison-Tor gelang. Doch es dauerte keine zwei Minuten, da führte Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde die Schalker mit seinem 30. erfolgreichen Abschluss der nunmehr beendeten Spielzeit zu drei Punkten auch in der Noris.

Nürnbergs Torwart 31-Carl Klaus wurde überlistet – 10-Rodrigo Zalazar Martinez (nicht im Bild) hat aus der eigenen Hälfte das Tor zur 1:0-Führung für Schalke gemacht

Abschiede und gegenseitiger Respekt der Fans

Nachdem Nürnbergs Verantwortliche zuvor teils langjährige FCN-Akteure wie Torhüter Patric Klandt, Dennis Borkowski, Nikola Dovedan, Noel Knothe, Tom Krauß und Konstantin Rausch in außergewöhnlichem Rahmen offiziell verabschiedet hatten (wobei das keineswegs das Ende der Fahnenstange an personellen Veränderungen sein muss), sorgten das Schalke-Lied „Blau und Weiß, wie lieb‘ ich Dich …“ sowie die „CLUB“-Hymne „Die Legende lebt!“ für ausgelassene Stimmung. S04-Anhänger wie Fans der Gastgeber reckten ihre Schals in die Höge und sangen mit – was die Frage aufwerfen könnte, warum das nicht immer so sein kann?!?

10-Rodrigo Zalazar Martinez mit 7-Darko Churlinov nach seinem Tor aus der eigenen Hälfte zur 1:0-Führung für Schalke

Und das alles in einem nahezu vollbesetzten Stadion (bis auf einige Restplätze war es proppenvoll) – vor allem dank der „Königs-blauen Freunde“ aus dem Ruhrpott, von denen viele zusammen mit gleichgesinnten „Club“-Anhängern eine Fan-Freundschaft pflegen, die Beispiel-gebend sein könnte. Bevor beide Mannschaften das Spielfeld betraten – die Schalker diesmal in weißen statt traditionell („Königs“-)blauen Trikots, hellblauen statt weißen Hosen und weißen statt blauen Stutzen mit blauem Rand + der FCN in seinen Traditions-Farben (Dunkel)Rot-Schwarz-Rot – schwenkten Abordnungen beider Vereine 14 teils riesige Fahnen auf dem Rasen.

24-Mats Moeller Daehli (FCN) gegen 7-Darko Churlinov

Ohne Asger Sørensen, Fabian Nürnberger und Pascal Köpke sowie mit Carl Klaus statt Christian Mathenia im Gehäuse legte die Klauß-Truppe munter los und Lukas Schleimer verpasste nach nicht einmal drei Spielminuten in der Folge des öffnenden Passes von Kapitän Valentini über die rechte Seite mit seinem Abschluss nur haarscharf am langen Eck vorbei die frühe Führung. Die wegen zweier Notarzt-Einsätze zunächst schweigenden Fans beider Seiten kamen dann aber doch auf Touren und S04-Keeper Ralf Fährmann entschärfte per Faustabwehr einen Geis-Freistoß (14.) von der linken Nürnberger Angriffsseite.

Mit bester Stimmung sind die Fans von Schalke nach Nürnberg gekommen

Kurz darauf flankte Johannes Geis von rechts, per Kopfball-Abwehr landete der Ball bei Rodrigo Zalazar Martínez, der das Spielgerät nach Doppelpaß mit dem vom VfB Stuttgart ausgeliehenen Nordmazedonier Darko Čurlinov noch in der eigenen Spielhälfte zurückbekam und aus fast 60 Metern Entfernung zum FCN-Gehäuse abzog. Dorthin eilte der weit davor postierte Mathenia-Vertreter Klaus vergeblich zurück, weil sich das Spielgerät als „Traum-Tor“ unhaltbar zum 0:1 (15.) fast genau ins Dreieck senkte – kurz vor der Pause bewahrte FCN-Torhüter Carl Klaus seine Mannschaft dafür nach einem Čurlinov-Schuß aus halbrechter Position mit dem linken Fuß vor dem drohenden 0:2-Rückstand!

14-Tom Krauss (FCN) verabschiedet sich miz Tränen in den Augen

Auch nach Wiederbeginn bestimmte der Club das Geschehen und nach einer guten Stunde Spielzeit landete Valentinis abgefälschter Schuß auf der Latte des Gäste-Gehäuses; wonach der FCN-Spielführer signalisierte, dass es bei ihm nicht weiterging. Dovedans Kopfball vom langen Fünfer-Eck nach Geis-Ecke (70.) entschärfte Ralf Fährmann im Schalker Kasten ebenso wie den Kopfball von Florian Hübner und dann verabschiedete sich Leipzigs RB-Leihgabe Robert Klauß, dessen Schuß (53.) der S04-Schlußmann ebenfalls pariert hatte, von Mannschaft und Publikum in die Bundesliga (wohin auch immer, womöglich zum jüngsten Gegner).

19-Florian Huebner (FCN) gegen 16-Andreas Vindheim

FCN-Jubel über 1:1 folgte promt die Ernüchterung . . .

Nachdem FCN-Torwart Carl Klaus auch gegen Darko Čurlinov (93.) die Vorentscheidung verhinderte, jubelten die FCN-Anhänger über den Ausgleich von Lukas Schleimer (86.) und kurz darauf die S04-Fans auf den Rängen über Simon Teroddes 30. Saisontor (88.) zum letztendlichen 2:1-Sieg der Gäste. Was sich nach dem (weiteren unseligen) Platz-Sturm der Fans auf dem Rasen fortsetzte. und nicht nur dort: Denn ständige wiederholte Durchsagen des Stadionsprechers, die erkletterten Dächer der Spielerbänke aus Sicherheitsgründen wieder zu verlassen, bleiben lange ungehört (von den Schalkern noch mehr als von denen des 1. FCN).

Am vernünftigsten verhielten sich derweil die eingefleischten (= ULTRA-?) Fans von S04 im Unterrang, sie blieben auf ihren Plätzen der Südkurve des „Max-Morlock-Stadions“!

Wie dem auch sei und war: Der zweite Schalker Aufstieg (diesmal mit Schale) nach 1991 war perfekt und damit auch die „Reparatur“ des vierten Bundesliga-Abstiegs 2021 im Vorjahr; mit dem sofortigen Wiederaufstieg (zudem als Meister) – was für den 1. FC Nürnberg schon länger nicht mehr möglich ist bezogen auf eine prompte Bundesliga-Rückkehr; allerdings wär‘ die Freude über eine Rückkehr ins deutsche Fußball-Oberhaus für die „Glubb“-Anhänger in einem Jahr selbst ohne Meisterschaft ein Grund, genauso zu feiern wie diesmal die Freunde aus Gelsenkirchen.

9-Simon Terodde (Torjäger der 2. Liga) nutzt die Schlussminutenschwäche des 1. FC Nürnberg zum 2:1-Siegtor. 36-Lukas Schleimer (FCN) und Torwart 31-Carl Klaus (FCN) können es nicht verhindern.

Die Saison 2022/23 der 2. Bundesliga ist für den 1. FC Nürnberg beendet

Statistik zum FCN-Heimspiel am 34. Spieltag der Saison 2021/22 der 2. Fußball-Bundesliga

1. FC Nürnberg – FC Schalke 04 1:2 (0:1)

1. FCN: 31 C. Klaus – 5 Geis, 6 Tempelmann (58. 10 Dovedan), 8 Duman (66. 2 Fischer), 14 Krauß (81. 9 Schäffler), 16 Schindler, 19 Hübner, 22 Valentini (C = Spielführer / 66. 17 Castrop), 24 Møller Dæhli, 29 Handwerker, 36 Schleimer / ohne Einsatz auf der Bank: 1 Klandt, 26 Mathenia – 11 Shuranov, 18 Borkowski, 33 Suver / Chef-Trainer: Robert Klauß.
S04: 1 Fährmann – 2 Ouwejan (75. 42 Çalhanoğlu), 3 Itakura (62. 4 Pálsson), 7 Čurlinov, 9 Terodde (C), 10 Zalazar Martinez (62. 36 Idrizi), 11 Bülter, 17 Flick, 33 Thiaw (75. 41 Matriciani), 35 Kamiński, 38 Aydin (84. 16 Vindheim) / ohne Einsatz auf der Bank: 30 Fraisl – 5 Lode, 21 Pieringer, 27 Ranftl / Chef-Trainer: Michael Büskens.
Tore: 0:1 10 Zalazar Martínez (15. Spielminute = sechstes Saison-Tor des 22-jährigen spanisch-uruguayischen U20-Nationalspielers, der international für Uruguay auflief und mit einem außergewöhnlich gut platzierten Fernschuß aus beinahe 60 Metern fast genau ins Dreieck den, Situations-bedingt durchaus nachvollziehbar, weit vor seinem Gehäuse postierten FCN-Keeper 31 Carl Klaus mit einem Traum-Tor überraschte), 1:1 36 Schleimer (86. = Liga-Treffer Nummer 3 des ebenfalls 22-jährigen Nürnbergers, dessen verdeckter Schuß mit dem rechten Fuß aus zentraler Position und 22 Metern Torentfernung S04-Keeper 1 Fährmann überraschte – der berührte den Ball zwar noch mit dem rechten Arm, konnte ihn aber nicht mehr aus der Gefahrenzone befördern), 1:2 9 Terodde (88. = elfter erfolgreicher Abschluss der 34-jährigen Top-Torjägers der 2. Bundesliga in den letzten sieben Partien der Saison zu seinem insgesamt 30. Treffer der Spielzeit 2021/22 mit dem linken Fuß aus 14 Metern und zentraler Position flach ins linke Eck knapp und bestens platziert neben den Pfosten – keine zwei Minuten nach Nürnbergs Ausgleich und einem Angriff über die linke Schalker Angriffsseite, wo 11 Bülter und der eingewechselte Deutsch-Kosovare 36 Idrizi in dieser Reihenfolge die direkten Vorbereiter waren).
Ecken: FCN 10 (3 vor + 7 nach der Pause) – S04 2 (je 1 vor + 4 nach Seitenwechsel).
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (1. FC Niederkassel = DFB-Landesverband: FV Mittelrhein) – SR-Assistenten: Mike Pickel (TuS Grün-Weiß Mendig = DFB-LV Rheinland) + Frederick Assmuth (Fortuna Bensberg = DFB-LV Rheinland) – 4. Offizieller: Mario Hildenbrand (SV Eintracht Nassig = DFB-LV Württemberg) – Video-Assistent: Sören Storks (VfL Ramsdorf 1936, Münsterland = DFB-LV Westfalen).
Gelbe Karten: FCN 2 = zunächst Trainer Robert Klauß (76., offensichtlich wegen zu heftiger Reklamationen, die den 4. Offiziellen auf den Plan riefen …), dann 19 Hübner (90., Grund unbekannt) – S04 1 = 35 Kamiński (83, anscheinend wegen Foulspiels).
Gelb-Rote Karten: keine.
Rote Karten: keine.
Zuschauer: 50 000 (zahlende = ausverkauft!) im „Max-Morlock-Stadion“, die bei herrlichem Wetter mit Sonnenschein einen am Ende für den Fußball an sich phänomenalen Sonntag-Nachmittag erlebten – der nur dann noch hätte getoppt werden können, wenn neben dem FC Schalke 04 auch der 1. FC Nürnberg zurückgekehrt wäre in die Fußball-Bundesliga . . .

Text: Klaus Meßenzehl = „Pressedienst Nürnberg“ (PDN)
Titelfoto: Das Meisterteam und Aufsteiger in die Liga 1 mit der Meisterschale
Fotos: WFS / ISPFD
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