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Perspektive für die Innenstädte: Nürnberg und Frankfurt a. M. ziehen an einem Strang

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Oberbürgermeister Marcus König hat sich mit seinem Frankfurter Kollegen Peter Feldmann zu einem Meinungsaustausch im Historischen Rathaus in Nürnberg getroffen.

Dabei ging es unter anderem um Perspektiven für die Innenstädte nach Corona und die Staffelübergabe für den Evangelischen Kirchentag 2023 in Nürnberg.

Zwei ehemalige freie Reichsstädte, eng verbunden durch Handelsrouten:

Historisch haben Frankfurt am Main und Nürnberg viel gemeinsam. Doch auch im hier und jetzt arbeiten die beiden Metropolen gut zusammen – und wollen in Zukunft noch enger zusammenrücken. „Im Mittelalter schlug das Herz der Frankfurter Messe im ‚Nürnberger Hof‘“, so Oberbürgermeister Peter Feldmann zum Auftakt des Gesprächs. „Die Namensgebung zeigt, wie viel Respekt die Frankfurter Nürnberg schon damals entgegenbrachten.“ Bis heute seien die beiden Städte Magnete mit Sogwirkung bis weit in den unterfränkischen Raum hinein.

„Wo uns historisch große Handelsrouten verbunden haben, verbinden uns heute eine ICE-Strecke und eine Autobahn. Beide Metropolen verbindet eine gewisse Bekanntheit im kulinarischen Bereich: Wo Nürnberg für Rostbratwürste und Lebkuchen steht, ist Frankfurt für Grüne Soße und Apfelwein bekannt. Wir sind also auch Genussregionen“, so Oberbürgermeister Marcus König.

Nicht die einzigen Gemeinsamkeiten: „Nürnberg und Frankfurt sind stark multikulturell geprägt“, sagten König und Feldmann. „Internationalität ist unser gemeinsames Markenzeichen. Das sieht man zum Beispiel an unseren Messen, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind.“

Derzeit blicke man mit Sorge auf diesen wichtigen Geschäftsbereich. Die Corona-Krise habe jedoch nicht nur dem Messe-Betrieb schwer zugesetzt. „Wer offenen Auges durch unsere Innenstädte geht, sieht schon jetzt viele ausgeräumte Schaufenster“, so die beiden Oberbürgermeister. „Hier tut Wiederbelebung not. Unsere Innenstädte brauchen Perspektive.“

OB König verwies auf seinen Vorstoß, einen „Marshall-Plan“ für die Innenstädte aufzulegen: „Einzelhandel und Gastronomie sind zusammen mit der Kultur wesentliche Attraktivitätsfaktoren für unsere Innenstädte“, sagt Oberbürgermeister Marcus König, zugleich Vorstandsmitglied im Bayerischen Städtetag. „Doch immer mehr — gerade auch inhabergeführten — Läden droht eine Insolvenz, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen. Das gilt auch für die Gastronomie und die Hotels.

Nürnberg lebt sehr stark vom Tourismus und von Messe- und Tagungsgästen. Die Folgen für die Innenstädte wären weitreichend und langfristig sehr negativ, wenn sich hier nicht bald etwas zum Besseren verändert“, mahnt der Nürnberger Oberbürgermeister.

„Dieser Vorstoß hat meine volle Unterstützung“, sagte Feldmann. „In Frankfurt denken wir in eine ähnliche Richtung. Anfang des Jahres habe ich deshalb meinen ‚Frankfurt-Plan‘ auf den Weg gebracht – ein umfangreiches Maßnahmenpaket, um unserer Innenstadt wieder auf die Sprünge zu helfen. Wenn wir im Rahmen eines ‚Marshall-Plans‘ Unterstützung von Bund und Land erhielten, würden sich ganz andere Möglichkeiten ergeben.“

OB Feldmann nutzte das Treffen der beiden Stadtoberhäupter, um die Staffelübergabe in Sachen Ökumenischer Kirchentag (ÖKT) vorzubereiten. Da es beim diesjährigen ÖKT in Frankfurt pandemiebedingt keine Anschlussveranstaltung geben wird, wurde die Zeremonie bei Feldmanns Besuch in Nürnberg aufgezeichnet. Nürnberg veranstaltet 2023 den Evangelischen Kirchentag. Auch Stuttgart als Ausrichter des Katholikentages 2022 war bei der vorgezogenen Staffelübergabe dabei – per virtueller Zuschaltung.

Feldmann: „Der Frankfurter Kirchentag geht mit seinem Hybrid-Konzept neue Wege. Von Frankfurt aus wird der Ökumenische Kirchentag zu den Menschen nach Hause kommen und gleichzeitig in Frankfurt sichtbar bleiben. Krisen bringen immer auch Chancen mit sich. Ich bin überzeugt, dass diese mutige Antwort auf die Herausforderungen durch Corona neue Formate und Beteiligungsformen etablieren wird, die auch den Katholikentag in Stuttgart und den nächsten Ökumenischen Kirchentag in Nürnberg bereichern.“

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König freut sich schon heute auf den Evangelischen Kirchentag 2023: „Vom Kirchentag gehen Impulse für gesellschaftliche und politische Debatten aus. Ein Kirchentag ist aber auch immer für die gastgebende Stadt Impulsgeber. Nürnberg freut sich auf die Veranstaltungen, auf Gottesdienste und auf Debatten – und vor allem auf die Menschen, die unsere Stadt besuchen. Die Vorfreude ist groß!“

Text: Stadt Nürnberg
Titelfoto: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (li.) hat im Nürnberger Rathaus schon einmal für eine Videoaufnahme den Stab für den Evangelischen Kirchentag 2023 an Oberbürgermeister Marcus König übergeben. Frankfurt a. M. richtet in diesem Jahr den Ökumenischen Kirchentag aus. Foto: Andreas Franke/Stadt Nürnberg

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