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Tiergarten Nürnberg: Gorillas im neuen Außengehege

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Die Gorillas im Tiergarten können wieder die umgestaltete Außenanlage nutzen.

Erstmals haben die Besucherinnen und Besucher nun die Gelegenheit, die Gorillas – wenngleich mit größerem Abstand – bei passenden Witterungsverhältnissen ungestört von Zaun oder Scheiben zu beobachten.

Bei ihrem Erkundungsrundgang hat die gesamte Gruppe die Anlage souverän inspiziert und den zentralen Abschnitt zum Lieblingsplatz gewählt. Thomas – der Chef der Gruppe – hat fast den ganzen ersten Tag damit verbracht, die Paviane im Nachbargehege zu kontrollieren, um sich danach zu entspannen. Die Berberaffen auf der eigenen Anlage erregten seine Aufmerksamkeit weit weniger, vielleicht, weil er schon in Valencia mit anderen Affenarten vergesellschaftet war.

In Anbetracht der derzeit nötigen Abstandsregelung können nur wenige Besucher zeitgleich die Gorillas beobachten. Auch hier gilt es deshalb, Toleranz zu üben und den Platz nicht zu lange zu blockieren.

Gorillaweibchen Habibu mit Nachwuchs Kato auf der Außenanlage

Der Abstand von Zoogästen und Gorillas bietet auch den Tieren Sicherheit. Nach derzeitigem Kenntnisstand können alle Menschenaffen auch an Corona erkranken. Diese Gefahr droht auch den in der Natur lebenden Affen. Die Verluste im Freiland durch Ebola-Infektionen hatten ihren Ursprung nicht in Kontakten mit Menschen, sondern durch natürliche Kontakte mit an Ebola infizierten oder an Ebola gestorbenen Tieren, wie zum Beispiel Affen oder Duckern.

Es ist jedoch nachgewiesen, dass Affen auch Infektionen hatten, die die Atemwege schädigen, die eindeutig von Menschen mit Bakterien und Viren übertragen wurden. Im Falle eines auch indirekten Kontakts mit einem Menschen, der Coronaviren überträgt, auch ohne selbst erkrankt zu sein, wird es für Affen im Urwald lebensbedrohlich.

Aber nicht nur für die Menschenaffen, sondern für über 5 000 Säugetierarten besteht theoretisch diese Gefahr. Am 8. Mai 2020 publizierte eine internationale Forschungsgruppe unter Beteiligung des Epidemiologen Fabian H. Leendertz vom Robert-Koch-Institut einen entsprechenden Artikel unter dem Titel: „Risk of Human-to-Wildlife Transmission of SARS-CoV-2“.
Dieser Beitrag ist nachzulesen unter: https://www.preprints.org/manuscript/202005.0141/v1.

Schon im März 2020 formulierten Leendertz und sein amerikanischer Kollege Thomas R. Gillespie klare Verhaltensregeln für Forscher, Ranger und Touristen in einem Beitrag der weltweit renommierten Zeitschrift „Nature“ unter „COVID-19: protect great apes during human pandemics“ (nachzulesen hier: https://www.nature.com/articles/d41586-020-00859-y).

Text: Stadt Nürnberg / tom
Titelfoto: Gorillamännchen Thomas, das Jungtier Kato und dessen Mutter Habibu (v.l.n.r.) auf der neugestalteten Außenanlage.
Fotos: Tiergarten Nürnberg / Dr. Helmut Mägdefrau

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