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Fußball

2. Liga: 1. FC Nürnberg – SV Darmstadt 98 3:1

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Erster Heimsieg gegen die „Lilien“ nach über 43 Jahren!

Nach der doch einigermaßen ernüchternden 1:3 (0:2)-Niederlage im Verfolger-Duell beim 1. FC Heidenheim 1846, wo Manuel Schäffler nach 0:3-Rückstand erst spät (88. Spielminute) lediglich der Anschlußtreffer gelang, bedeutete das Gastspiel des Sportvereins (SV) Darmstadt 98 in der Noris bereits eine entscheidende Weichenstellung:

Die Ultras waren wieder im Stadion und zeigten vor dem Spiel ihre Emotionen

Sechs Spieltage vor Ende der Saison 2021/22 war klar, dass dem 1. FC Nürnberg (46 Punkte) bei fünf Zählern Rückstand sowohl auf den direkten Aufstiegsplatz 2 (Gegner Darmstadt) wie auf Relegations-Rang 3 (FC St. Pauli) eigentlich nur ein Sieg weiterhelfen konnte, um ernsthaft im Rennen um die Plätze an der Sonne zu bleiben.

Da die Gäste aus Südhessen ihrerseits früh klarmachen wollten, wer besser in der Tabelle steht – was der Truppe von Torsten Lieberknecht auch durchaus eindrucksvoll gelang, entwickelte sich vor der Rekord-Kulisse von mehr als 30 000 Zuschauern (darunter zahlreiche „Lilien“-Fans) ein munteres Spielchen. Dem war bereits ein „feuriger“ Empfang beider Mannschaften vorausgegangen durch die „Ultras Nürnberg 94“, deren organisierte Gruppe erstmals nach rund zwei Jahren wieder dabei war und „Pyros“ abbrannte; abgesehen von entsprechenden Verboten und der wiederkehrenden Frage, warum es den „Brandstiftern“ stets aufs Neue gelingt, ihre verbotenen Utensilien ins Stadion zu schmuggeln und so Strafen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für „ihren“ Verein zu provozieren (!?!), ist das keineswegs jedermanns (oder jeder Frau) Sache.

22-Aaron Seydel bringt gegen 16-Christopher Schindler (FCN) den Ball nicht voll auf das Nürnberger Tor

Eine entsprechende Reaktion der eigenen Spieler läßt sich gewiss auch durch andere (erlaubte) Arten der Unterstützung wie etwa Anfeuerung und Sprechchöre erzielen. Wie dem auch sei, nach mit Glück und Geschick (sowohl von FCN-Torhüter Mathenia wie dessen Vorderleute) überstandener Anfangs-Offensive der Gäste fanden die Schützlinge von Robert Klauß Mittel und Wege, sich dem ersten Darmstädter Druck zu entziehen und ihrerseits gefährlich vor dem 98-Tor aufzukreuzen.

14-Tom Krauss (FCN), 2-Kilian Fischer (FCN) und 20-Pascal Köpke (FCN) gegen 27-Tim Skarke

Mit dem Ergebnis, dass Lino Tempelmann mit ebenso mutigem wie gekonntem Tackling im Vor-Checking den Ball eroberte und der mit in den Angriff gerückte Innenverteidiger Christopher Schindler die anschließende Flanke von Nikola Dovedan per Kopf an die Latte setzte (25.), sowie Dovedan ebenfalls per Kopfball (42.) nach Freistoß von Johannes Geis noch in der ersten Halbzeit für die lautstark umjubelte Nürnberger Führung sorgte.

Kopfballtor von 10-Nikola Dovedan (FCN) zur 1:0-Führung

Pascal Köpke in Torwart-Manier – wie sein Papa.

Alles andere als überraschend oder gar zu Unrecht kam der als Tabellenzweiter angereiste Gast nach einer knappen Stunde Spielzeit zum Ausgleich: In der höchst komplexen Spielsituation (siehe weiter unten unter „Tore“) machte im Übrigen Pascal Köpke seinem Vater Andreas, dem früheren FCN- + National-Torhüter sowie Bundes-Torwarttrainer, alle (wiewohl aus sportlicher Sicht zweifelhafte) Ehre und verhinderte mit einer außergewöhnlichen Parade das noch etwas frühere 1:1 durch den eingewechselten Phillip Tietz; wenngleich auf Kosten (letztlich nur) einer Gelben Karte. Denn wäre in der direkt folgenden Sequenz der Treffer von Luca Pfeiffer (58.) ausgeblieben, hätte der Unparteiische Timo Gerach auf Platzverweis für Pascal Köpke in Form von Rot plus zusätzlichem Elfmeter entschieden müssen.

16-Luca Pfeiffer hat zum 1:1-Ausgleich für Darmstadt getroffen

Wer weiß, ob das dann nicht anders (= schlechter?) ausgegangen wäre für den „Club“. Angesichts zahlreicher wiederkehrender Defizite der Gastgeber gegenüber den insgesamt deutlich „längeren“ Gegenspielern in Luft-Duellen verblüffte dann doch, was sich in der Folge wiederholte. Über eine weitere Standard-Situation kam der 1. FCN nach Eckball von „Joker“ Taylan Duman dank des beherzten Kopfballs nun auch von Lukas Schleimer (82.) zur noch lautstärker begleiteten 2:1-Führung und sah sich in den restlichen acht regulären Spielminuten plus angezeigten sechs als Nachspielzeit einer Abwehrschlacht ausgesetzt, die ein glückliches Ende fand für den 1. FCN: mit einem Entlastungsangriff bis zur Eckfahne vor der Kurve der größten Fans – gekrönt von Glück wie Mut der Protagonisten Tom Krauß, Lukas Schleimer und des zum Abschluß bereiten Tim Handwerker, dessen Torerfolg der Darmstädter Unglücksrabe André Leipold mit seiner Rettungsaktion ins eigene Gehäuse verhinderte.

24-Lasse Sobiech gegen 19-Florian Hübner (FCN) vor Torwart 26-Christian Mathenia (FCN)

Damit war’s dann auch genug, die Begegnung wurde gar nicht mehr neu angepfiffen und die Spieler konnten in der Fan-Ecke gleich mit ihren Supportern feiern. Der erste Club-Heimsieg gegen Darmstadt 98 seit sage und schreibe mehr als 43 Jahren (= 9.9.1978 in der Bundesliga mit 3:2, in der Vorsaison am 5.10.2020 zuhause 2:3) war perfekt und die Aufstiegsträume in Verein wie Umfeld hatten neue Nahrung!

Eigentor von 36-Andre Leipold zum 3:1-Sieg für Nürnberg

Nächstes Heimspiel für den 1. FC Nürnberg:

31. SPIELTAG – 24. APRIL 2022 (SONNTAG, 13:30 UHR): 1. FC NÜRNBERG – SV Sandhausen 1916 im „Max-Morlock-Stadion“ (Hinrunde der laufenden Spielzeit 2021/22 am 19.11.2021 in Sandhausen 2:1 = für den „Club“ – in der Vorsaison 1:0 + 0:2 = jeweils Heim-Siege)

Nürnberg feiert das Eigentor von 36-Andre Leipold (im Hintergrund) zum 3:1-Heimsieg und wird angeführt von 6-Lino Tempelmann (FCN) bis zu 36-Lukas Schleimer (FCN – rechts)

Statistik zum FCN-Heimspiel am 29. Spieltag der Saison 2021/22 der 2. Fußball-Bundesliga

1. FC Nürnberg – SV Darmstadt 98 3:1 (1:0)

1. FCN: 26 Mathenia (C = Spielführer) – 2 Fischer, 4 Sørensen, 5 Geis (78. 8 Duman), 6 Tempelmann, 10 Dovedan (86. 19 Hübner), 14 Krauß, 16 Schindler, 20 Köpke (66. 36 Schleimer), 24 Møller Dæhli, 29 Handwerker / ohne Einsatz auf der Bank: 31 C. Klaus (dem 28-jährigen gebürtigen Stuttgarter, der zu Beginn dieser Saison aus Darmstadt zum 1.FCN gekommen war, blieb auch gegen seinen vorherigen Ex-Verein nur der Platz auf der Bank der potentiellen Einwechselspieler) – 9 Schäffler, 17 Castrop, 18 Borkowski, 22 Valentini, 34 Rausch / Chef-Trainer: Robert Klauß.
Darmstadt: 1 Schuhen (66. M. Behrens) – 5 P. Pfeiffer, 6 Mehlem, 11 Kempe, 16 L. Pfeiffer, 22 Seydel (46. 9 Tietz), 24 Sobiech, 26 Bader, 27 Skarke (60. 18 Honsak = laut Anzeigetafel des 4. Offiziellen, Positions-bezogen allerdings tatsächlich 36 Leipold), 32 Holland (C), 33 Manu (60. 36 Leipold = laut Anzeigetafel des 4. Offiziellen, Positions-bezogen allerdings tatsächlich 18 Honsak) / ohne Einsatz auf der Bank: 13 Behrens – 3 Poppler Isherwood, 8 Schnellhardt, 17 Ronstadt, 20 J. Müller, 43 Celic / Trainer: Torsten Lieberknecht.
Tore: 1:0 10 Dovedan (42. Spielminute = der Österreicher erzielte seinen sechsten Saisontreffer per Kopfball-Aufsetzer aus zwölf Metern fast genau vom Elfmeterpunkt ins aus Schützensicht linke untere Ecke; so gut wie unhaltbar für 98-Keeper Schuhen, der den Ball zwar noch berührte, aber nicht mehr entscheidend erwischte – die Vorlage resultierte aus einem Freistoß, den 5 Geis vom rechten Halbfeld der Darmstädter Spielhälfte mit dem rechten Fuß in den Gäste-Strafraum zirkelte), 1:1 16 L. Pfeiffer (58. = die Flanke von 26 Bader, den weder 5 Geis noch 29 Handwerker bremsen konnten, fast von der 16m-Torauslinie der aus Darmstädter Sicht rechten Angriffsseite, konnte FCN-Torhüter 26 Mathenia nur kurz abwehren, und den Aufsetzer von 9 Tietz mit dem rechten Fuß aus sieben Metern 20 Köpke in Torwart-Manier nur mit der Hand aus dem bedrohten Eck befördern – worauf das Spielgerät beim Torschützen landete, der erst köpfte und den von der Brust von 4 Sørensen zurückprallenden Ball dann im zweiten Versuch per geschickter Kombination erst mit dem rechten, dann mit dem linken Fuß aus Nahdistanz vorbei an den kurz vor der Torlinie erneut, aber diesmal erfolglos blockenden FCN-Abwehrspieler 4 Sørensen und 16 Schindler vorbei vollstreckte), 2:1 36 Schleimer (82. = zweites Saisontor per Kopfball aus zentraler Position von der Fünf-Meter-Linie ins kurze rechte Eck des Darmstädter Kastens nach Eckball von der rechten Seite durch 8 Duman), 3:1 36 Leipold (90+6. = Eigentor des Darmstädters beim Rettungsversuch nach Querpaß von 36 Schleimer auf den mitgelaufenen 29 Handwerker, dem der Darmstädter somit einen Treffer „klaute“ – zuvor hatte 14 Krauß den Ball an der Eckfahne der rechten Nürnberger Angriffsseite gesichert und per Hacke zwischen zwei Gegenspielern zu 36 Schleimer befördert).
Ecken: FCN 4 (je 2 vor + nach der Pause) – Darmstadt 4 (3 vor + 1 nach Seitenwechsel).
Schiedsrichter: Timo Gerach (FV Queichheim 1920, Landau in der Pfalz = DFB-LV Südwest) – SR-Assistenten: Patrick Kessel (aus Norheim im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz) + Tobias Endriß (seit fünf Jahren wieder beim FTSV Bad Ditzenbach-Gosbach, dazwischen vier Jahre beim SC Geislingen = beide DFB-Landesverband Württemberg) – Video-Assistent: Guido Winkmann (SV 1927 Nütterden, Nordrhein-Westfalen / DFB-LV Niederrhein).
Gelbe Karten: FCN 3 = 14 Krauß (49., wegen Foulspiels), 20 Köpke (58., wegen Handspiels), 4 Sørensen (73., wegen Foulspiels) – Darmstadt keine.
Gelb-Rote Karten: keine.
Rote Karten: keine.
Zuschauer: 30 471 (zahlende) im „Max-Morlock-Stadion“ erlebten ein über weite Strecken begeisterndes, von beiden Mannschaft offensiv angelegtes Samstag-Abendspiel.

Text: Klaus Meßenzehl = „Pressedienst Nürnberg“ (PDN)
Titelfoto: Nürnberg feiert den Heimsieg und wird angeführt von 5-Johannes Geis (FCN – links) über 14-Tom Krauss (FCN) bis zu 36-Lukas Schleimer (FCN – rechts)
Fotos: WFS / ISPFD
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