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Fußball

Liga 1: SpVgg. Greuther Fürth – Bor. Dortmund 1:3

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Heim-Abschied aus der Bundesliga im „Ronhof“

Es war der Tag der Abschiede, weil dem 1:1 vom 32. Spieltag nach neuerlicher Pausen-Führung (34. Spielminute durch Kapitän Branimir Hrgota) und wiederum relativ spätem Ausgleich (73.) beim 1. FC Union Berlin in Runde 33 der Saison 2021/22 das 34. und vorerst letzte Bundesliga-Heimspiel folgte im zweiten Jahr der Erstliga-Zugehörigkeit in der Geschichte der Spielvereinigung (SpVgg) Greuther Fürth.

20-Tobias Raschl (FÜ) gegen 19-Julian Brandt

Nach der Spielzeit 2012/13 war auch diesmal die Übergabe von Geschenken an mehrere vertraut gewordene Gesichter aus dem Profibetrieb beim „Kleeblatt“ angesagt, um Dank zu sagen vor der Trennung.

So wurde vor dem Gastspiel des designierten Vizemeisters BV 09 Borussia Dortmund, der seinen Gastgebern mit der 1:3 (0:1)-Niederlage zum einen die Hoffnung auf deren vierten Heimsieg im deutschen Fußball-Oberhaus nahm und zugleich den eigenen Tabellenplatz 2 sicherte, jenen der zustehende Respekt gezollt, die ab der kommenden Spielzeit nicht mehr auf der Greuther Gehaltsliste stehen werden:

Torwart 26-Andreas Linde (FÜ) wird diese Chance von 11-Marco Reus verhindern

Als da waren mit Maximilian Bauer (zum FC Augsburg), Paul Seguin (1. FC Union Berlin), Marius Funk, Abdourahmane Barry und überraschend Nick Viergever (Ziele unbekannt) insgesamt fünf Spieler sowie mit Stefan Leitl (der künftige Zweitliga-Konkurrent Hannover 96 will ihn verpflichten) der Trainer, der vor einem Jahr, als der zweite Bundesliga-Aufstieg der Fürther gefeiert werden konnte, ebensolche Anerkennung erfuhr wie jetzt bei seinem (oder treffender: trotz seines) vorzeitigen Ausstieg(s) aufgrund einer entsprechenden Vertrags-Klausel.

19-Julian Brandt überwindet Torwart 26-Andreas Linde (FÜ) zur 2:1-Führung

Da half es dann auch nichts mehr, dass die Verantwortlichen des Deutschen Meisters von 1914, 1926 und 1929 versucht hatten, ihrem Aufstiegs-Coach von 2021 mit einer langfristigen Verlängerung seines Vertrages doch noch ein Bleiben schmackhaft zu machen. Demgegenüber hatte Rachid Azzouzi, Geschäftsführer Sport der Spielvereinigung, allerdings bereits in den Wochen zuvor die Weichen gestellt, was den künftigen Kader der Mannschaft angeht.

3:1 für Dortmund: 30-Felix Passlack Torschuss wird von 24-Nick Viergever (FÜ) wird leicht abgefälscht und somit unhaltbar für seinen Torwart

Dem fügte der 51-jährige Manager kurz vor dem Dortmunder Gastspiel im „Ronhof“ noch die Vertragsverlängerung von Simon Asta (der in Fürth zum U21-Nationalspieler avancierte Rechtsverteidiger unterzeichnete bis 2024 plus Option) hinzu und bei Timothy Tillman wurde die mögliche Option gezogen; wobei noch zu führende Gespräche ergeben müssen, ob der 23-jährige offensive Mittelfeldspieler, der zuletzt auch defensiv immer stabiler agierte, seinen Vertrag womöglich sogar verlängert oder gegen eine entsprechende Ablöse eine neue Herausforderung sucht (wie das etwa auch im Fall von Jamie Leweling droht).

Vor seinem Torwart 26-Andreas Linde (FÜ) blockt 24-Nick Viergever (FÜ) den Torschuss von 22-Jude Bellingham ab

„Kleeblatt“-Fans ein Mal mehr „ERSCHDKLASSICH!“

Gegen die Dortmunder Borussen warfen sich die Fürther Profis indes erneut mutig ins Geschehen und ließen auch diesmal immer wieder ihre Fähigkeiten aufblitzen. Letztendlich jedoch reichte es im vorläufig letzten Bundesliga-Heimspiel ebenso wenig zu einem Punkt oder gar Sieg, wie sich das deutsche Fußball-Oberhaus auch im zweiten Anlauf nach der Spielzeit 2012/13 als zu anspruchsvoll erwies. Immerhin stehen nach 33 gespielten Runden angesichts 18 Punkten diesmal bereits zwei mehr auf der Habenseite als beim Abstieg vor neun Jahren.

20-Tobias Raschl (FÜ) gegen 22-Jude Bellingham

Dabei gab es trotz Pausen-Rückstand durch Julian Brandt (26. Spielminute) abgesehen vom zwischenzeitlichen Ausgleich durch Jessic Ngankam (70.), dem der BVB fast postwendend erneut durch Brandt (72.) und dann Felix Passlack (77.) die schnelle Entscheidung folgen ließ, durchaus Fürther Möglichkeiten. Der Angriff zur vermeintlichen Führung der Gastgeber durch Branimir Hrgota (22.) war ebenso ansehnlich wie nach öffnendem Paß von Hrgota und Asta-Querpass der Abschluß von Tobias Raschl (41.), den BVB-Schlussmann Marwin Hitz jedoch ebenso glänzend parierte wie den Ngankam-Versuch nach Eckball des Fürther Linksfüßers Gian-Luca Itter von der rechten Fürther Angriffsseite (83.).

40-Jamie Leweling (FÜ) gegen 39-Marius Wolf

So kehrt das „Kleeblatt“ denn nun exakt 25 Jahre, nachdem es im Mai 1997 nach einer harten Zeit im Amateur-Bereich wieder in den bezahlten Fußball aufgestiegen war, zurück in die 2. Bundesliga; diesmal eben von oben. Und Mannschaft wie Umfeld werden dabei begleitet von Anhängern, die zu ihrem Verein stehen – was die Fans im ausverkauften „Ronhof“ bereits vor dem Anpfiff veranstalteten sowie über die insgesamt 93 Spielminuten (überraschenderweise keine Nachspielzeit in Halbzeit 1, dafür drei im zweiten Durchgang) und vor allem nach dem Abpfiff, das war absolut „ERSCHDKLASSICH!“ wie der (daran sei erinnert, ja eher etwas überraschende Direkt-)Aufstieg vor einem Jahr gefeiert worden war.

37-Julian Green (FÜ) gegen 19-Julian Brandt

Statistik zum Punktspiel der 33. Runde der Saison 2020/21 in der Fußball-Bundesliga

SpVgg Greuther Fürth – BV 09 Borussia Dortmund 1:3 (0:1)

SpVgg: 26 Linde – 2 Asta (71. 4 Bauer), 10 Hrgota (C = Kapitän/Spielführer), 13 Christiansen (87. 28 Dudziak), 17 Ngankam (87. 11 Abiama), 20 Raschl (71. 37 Green), 21 Tillman (78. 33 Seguin), 22 Griesbeck, 24 Viergever, 27 Itter, 40 Leweling / ohne Einsatz auf der Bank: 1 Funk, 30 Burchert – 19 Fobassam Nawe (die Gastgeber verzichteten auch diesmal auf die Möglichkeit, im Spielberichtsbogen 20 Akteure aufzuführen – es waren, nach zuletzt zuhause lediglich 18 Namen, diesmal immerhin 19; darunter erneut zwei Torhüter) / Chef-Trainer: Stefan Leitl.
BVB 09: 35 Hitz – 5 Zagadou, 9 Haaland (86. 18 Moukoko), 11 Reus (C / 90+2. 44 Pherai), 13 Guerreiro (68. 14 Schulz), 16 Akanji, 19 Brandt, 22 Bellingham, 23 Can, 28 Witsel, 39 Wolf (68. 30 Passlack) / ohne Einsatz auf der Bank: 25 Unbehaun – 20 Reinier, 34 Pongracic, 47 Papadopoulos, 49 Njinmah / Chef-Trainer: Marco Rose.
Tore: 0:1 19 Brandt (26. Spielminute = „Abstauber“ aus relativ spitzem Winkel mit dem rechten Fuß aus rund drei Metern hoch ins kurze Eck; nach Doppelpaß von 39 Wolf mit dem späteren Torschützen und Seitenverlagerung im Zentrum vor dem Fürther Strafraum durch 9 Haaland sowie Schuß von 13 Guerreiro mit dem linken Fuß etwa drei Meter innerhalb der linken 16er-Ecke, den SpVgg-Keeper 26 Linde zwar parieren konnte, allerdings lediglich zum nachrückenden 19 Brandt, der damit seinen achten Saisontreffer erzielte),1:1 17 Ngankam (70. = Bundesliga-Premierentor mit dem rechten Fuß per raffiniertem „Lupfer“ aus neun Metern in Höhe des aus Schützensicht rechten Pfostens des BVB-Gehäuses allein vorm entgegenstürzenden, jedoch machtlosen BVB-Torhüter 36 Hitz; vorausgegangen war nach gestopptem Fürther Angriff eine frühe Balleroberung von 13 Christiansen noch in der gegnerischen Hälfte und ein ebenso kluges wie Paß-genaues Zuspiel von 10 Hrgota), 1:2 19 Brandt (72. = aus gut sieben Metern mit dem linken Fuß halbhoch und unhaltbar ins kurze Eck; eingeleitet wurde der erfolgreiche Dortmunder Angriff von 22 Bellingham aus zentraler Position nahe dem Mittelkreis mit öffnendem langem Paß auf die linke Seite, wo der eingewechselte Linksverteidiger 14 Schulz nach vorne stürmte und auf Höhe des Fürther Strafraums quer spielte auf den Anspiel-bereiten 9 Haaland – dem kam der mit Tempo nachrückende 19 Brandt allerdings ebenso zuvor wie Fürths vergeblich attackierendem Innenverteidiger 24 Viergever und der damit zweimalige Torschütze verwandelte sicher zu seinem neunten Saisontreffer, womit er seinen bisherigen Bundesliga-Rekord einstellte), 1:3 30 Passlack (77. = Flachschuss aus halbrechter Position und sieben Metern am Eck des Fünf-Meter-Raums, den Fürths 24 Viergever beim Rettungsversuch so unglücklich abfälscht, dass er unhaltbar für Torwart 26 Linde knapp neben dem Pfosten des Greuther Gehäuses einschlägt – Vorbereiter war erneut 22 Bellingham aus dem Mittelkreis heraus, von wo aus er 11 Reus bediente, der nach Doppelpaß mit 18 Brandt zum direkten Vorlagengeber wurde des eingewechselten Rechtsverteidigers, der ebenfalls sein allererster Bundesliga-Tor erzielte).
Besondere Vorkommnisse: In der 22. Spielminute gelang SpVgg-Spielführer 10 Hrgota mit einem Linksschuß nach herrlicher Vorarbeit von zunächst 20 Raschl über 17 Ngankam und dann 2 Asta aus sieben Meteren Torentfernung ein Treffer, dem das Schiedsrichter-Gespann korrekterweise die Anerkennung versagte, weil Simon Asta beim Abspiel von Jessic Ngankam (wenngleich nur knapp) in Abseitsposition durchstartete + in der 85. Spielminute traf 22 Bellingham nach langem Abwehrschlag von 23 Can aus der eigenen Dortmunder Hälfte, der zum Steilpaß wurde, mit seinem Linksschuß in den Fürther Kasten – auf Grund der Bilder bei der Video-Kontrolle entscheidet der Unparteiische allerdings (und das zurecht) auf Abseits von 9 Haaland, der zunächst passiv zu bleiben schien, dann aber den Laufweg von SpVgg-Innenverteidiger 22 Griesbeck aktiv blockierte!
Ecken: Fürth 5 (2 vor + 3 nach der Pause) – Dortmund 2 (beide nach Seitenwechsel).
Schiedsrichter: Christian Dingert (TSG Burglichtenberg = DFB-Landesverband Südwest) – SR-Assistenten: Benedikt Kempkes (DJK Alemannia 1921 Kruft/Kretz, Landkreis Mayen-Koblenz = DFB-LV Rheinland) + Mike Pickel (TuS Grün-Weiß Mendig = DFB-LV Rheinland) – 4. Offizieller: Michael Bacher (SV Amerang = DFB-LV Bayern) – Video-Assistent: Sascha Stegemann (1. FC Niederkassel = DFB-LV Mittelrhein).
Gelbe Karten: Fürth 1 = 21 Tillman (51., wegen Foulspiels) – Dortmund 1 = 16 Akanji (82., wegen Foulspiels).
Gelb-Rote Karte: keine.
Rote Karte: keine.
Zuschauer: 16 626 (zahlende = ausverkauft) im „Sportpark Ronhof | Thomas Sommer“ – auch zum letzten Heimspiel der Bundesliga-Saison 2021/22 wiederum eine fünfstellige Besucherzahl + diesmal sogar ein volles Haus!

Text: Klaus Meßenzehl / „Pressedienst Nürnberg“ (PDN)
Titelfoto: Nach dem Schlusspfiff zeigt ein Spruchband bei den Fans in der Nordtribüne ihre Unterstützung
Fotos: WFS / ISPFD
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