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Harpyie zurück im Tiergarten – Steinbockanlage ebenfalls umgestaltet

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Harpyie Domingo hat sein Winterquartier verlassen und ist zurück im Tiergarten der Stadt Nürnberg

Nachdem der Greifvogel die kalten Monate in einem beheizten Stall auf Gut Mittelbüg verbracht hat, der Außenstelle des Tiergartens in Schwaig, ist er wieder neben den anderen Greifvögeln im oberen Bereich des Tiergartens zu sehen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tiergartens haben die Harpyien-Voliere in den Wintermonaten erweitert und umgestaltet. Künftig kann der Greifvogel auch im Winter in seiner Anlage bleiben und das ganze Jahr über beobachtet werden. Auch die Steinbockanlage wurde in den letzten Wochen umgebaut.

Bei dem Umbau und der Erweiterung der Harpyien-Voliere haben Tiergarten-Mitarbeitende aus den Abteilungen Technik, Forst, Landschaftsgestaltung sowie Tierpflege eng zusammengearbeitet. Sie haben den hinteren Teil der Anlage um einen beheizbaren Stall erweitert. So kann die Harpyie auch bei frostigen Temperaturen in ihrer Voliere bleiben. Außerdem wurden neue Sitzbäume für den Greifvogel eingebracht und die Anlage neu bepflanzt. Die Bepflanzung erinnert nun mehr an den Lebensraum der Harpyie im immergrünen Regenwald Südamerikas. Zur Besucherseite hin ist der Maschendrahtzaun einem Edelstahlnetz gewichen. So haben Besucherinnen und Besucher einen besseren Blick auf das Tier. Der Umbau der Anlage hat insgesamt rund 25 000 Euro gekostet und wurde vom Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. bezahlt.

Tier und Gäste profitieren von umgebauter Anlage

„Die Harpyie gehört zu den tierischen Aushängeschildern des Tiergartens Nürnberg. In Europa halten derzeit nur drei Zoos Harpyien. In Deutschland hält neben dem Tiergarten nur der Tierpark Berlin diese Art“, sagt Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens. „Vom Umbau der Anlage profitieren alle Seiten: Sowohl die Harpyie, die nun ganzjährig in ihrer neugestalteten Anlage bleiben kann, als auch die Tiergartengäste, die diese faszinierende Art jetzt nicht nur das ganze Jahr über beobachten können, sondern die dank des filigranen schwarzen Edelstahlnetzes auch mehr Spaß am Fotografieren haben.“

Tiergarten weltweit einer der wichtigsten Zoos bei Harpyien-Zucht

Bei der Zucht von Harpyien kann der Tiergarten Nürnberg bereits einige Erfolge vorweisen. Anfang der 1980er Jahre begann die erfolgreiche Zucht mit dem Harpyien-Paar Esmeralda und Enrico. Das Paar zog elf Küken groß. Drei der Nachkommen leben heute im Tiergarten Nürnberg: Evita, Jorge und Domingo. Weitere Harpyien aus der Nürnberger Zucht befinden sich im Tierpark Berlin, aber auch in Ecuador, Peru und Brasilien. „Der Tiergarten konnte so schon einen Beitrag zur Zucht der gefährdeten Greifvögel sowohl in Deutschland als auch in deren Herkunftsländern leisten“, sagt Dr. Lorenzo von Fersen, Kurator für Forschung und Artenschutz beim Tiergarten Nürnberg. Aktuell ist der Tiergarten dabei, die Datengrundlage für ein internationales Zuchtprogramm für Harpyien zusammenzustellen. Neben Domingo hält der Tiergarten aktuell zwei Harpyien-Paare. Diese sind für Tiergartengäste allerdings nicht sichtbar, sondern werden in Volieren außerhalb des Besucherbereichs gehalten, wo sie zukünftig züchten sollen.

Um die Harpyie drehen sich im Tiergarten Nürnberg auch verschiedene Forschungsprojekte. Dabei geht es unter anderem um Verhaltensforschung, Präferenzstudien zu Vorlieben der Tiere und um Studien zur Fortpflanzung. „Mit unserem umfangreichen Fachwissen unterstützen wir als Tiergarten auch Schutzprojekte im Lebensraum der Harpyien in Brasilien“, sagt von Fersen. „Diese sogenannten In-situ-Schutzprojekte drehen sich beispielsweise um die Genetik der Tiere oder die assistierte Reproduktion. Mit dem ‚Projeto Harpia‘ wollen wir zudem durch ein langfristig angelegtes Monitoring der Nester die Harpyien vor Ort schützen. Bei allen Projekten arbeiten wir eng mit Partnern wie Universitäten, Forschungsinstituten und Zooverbänden zusammen.“

Einer der stärksten Greifvögel der Erde

Harpyien (Harpia harpyja) kommen in den Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas vor und gehören mit ihren kräftigen Schnäbeln und Füßen sowie den langen Krallen zu den stärksten Greifvögeln der Erde. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art als „gefährdet“ ein. Wilderei und vor allem der zunehmende Verlust des tropischen Regenwalds führen dazu, dass die Harpyien-Population weiter abnimmt. Harpyien sind auf den tropischen Regenwald angewiesen. Sie leben auf hohen Urwaldbäumen, auf denen sie ihre Horste für die Aufzucht der Jungen bauen. Außerdem finden sie dort ihre Beutetiere wie Affen und Faultiere. Neben den schwarz gestreiften „Federhosen“ zeichnet sich die Harpyie durch eine Federhaube am Hinterkopf aus, die sie aufstellen kann.

In den letzten Wochen wurde auch die Anlage der Alpensteinböcke umgebaut. Die Tiere blieben während des Umbaus auf der Anlage und beobachteten die Arbeiten von den Felsen aus. Bildnachweis: Raimund Di-Benedetto / Tiergarten Stadt Nürnberg

Auch Steinbockanlage wurde umgebaut

Neben der Harpyien-Voliere haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tiergartens in den letzten Wochen auch die Anlage der Alpensteinböcke umgebaut. Sie werteten die Anlage optisch auf und machten sie zudem für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser begehbar sowie leichter zu pflegen. Die Tiere blieben während des Umbaus auf der Anlage und beobachteten die Arbeiten von den Felsen aus.

Text: Stadt Nürnberg / qui
Titelfoto: Die Harpyie gehört zu den tierischen Aushängeschildern des Tiergartens Nürnberg. Nun ist Domingo wieder in seiner Voliere zu sehen. Bildnachweis: Jörg Beckmann / Tiergarten Stadt Nürnberg

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