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Fußball

2. Liga: SpVgg. Greuther Fürth – SV Sandhausen 3:2

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Riesenfreude beim “Kleeblatt” – Sandhausen mit viel Pech

Das war ein hartes, aber auch umso wichtigeres Stück Arbeit für die Spielvereinigung Greuther Fürth im Rennen um den Bundesliga-Aufstieg: Der mit zuvor drei Erfolgen hintereinander angereiste Sport-Verein (SV) Sandhausen 1916, der sich damit vom vorletzten (= direkten) Abstiegsrang auf Tabellenplatz 15 (= letzter Klassenerhalts- + einer vor dem Relegations-Rang) hochgearbeitet hatte, verlangte dem “Kleeblatt” nahezu alles ab, hätte beim 3:2 (1:1) -Sieg der Leitl-Truppe um ein Haar nicht nur einen, sondern sogar drei Punkte aus dem “Sportpark Ronhof | Thomas Sommer” entführt.

14-Hans Nunoo Sarpei (FÜ) schickt den Ball zur 1:0-Führung auf den Weg

Bei den Gastgebern durfte sich Hans Nunoo Sarpei sowohl über seinen 50. Zweitliga-Einsatz freuen wie über sein erstes Tor in Liga 2, als er nach starkem Sandhäuser Start mit einem verdeckten Fernschuß früh (6. Spielminute) die nach der Entwicklung der allerersten Phase der Begegnung doch überraschende Führung erzielte. Die Gäste aus dem nordwestlichen Baden-Württemberg ließen sich von diesem Rückstand jedoch ebenso wenig beirren, wie sie bereits davor mutig nach vorne agiert hatten. Der Lohn war die zwischenzeitliche Wende mit dem Ausgleich (36.) eine halbe Stunde später und damit noch vor der Pause ausgerechnet durch den früheren Fürther Daniel Keita-Ruel, der seine Torjäger-Qualitäten kurz nach dem Seitenwechsel beim 1:2 (52.) erneut unter Beweis stellte.

Da war Fürths Chef-Trainer Leitl bereits tätig geworden und hatte zur zweiten Halbzeit mit Sebastian Ernst eine sonstige Stammkraft als offensiven und torgefährlichen Ankurbler eingewechselt, den er zunächst geschont hatte. Nach dem 1:2-Rückstand sorgte Stefan Leitl in der Folge mit weiteren neuen Kräften (58. Dickson Abiama für die Spitze + 68. Timothy Tillman fürs offensive Mittelfeld) für Belebung, was sich auszahlen sollte. Wobei den Greuthern dabei das nötige Glück durchaus hold war: Beim 2:2-Ausgleich lenkte der Sandhäuser Aleksandr Zhirov Håvard “Howie” Nielsens Kopfball (77.) per misslungenem Rettungsversuch ins eigene Netz und dem beeindruckenden Glücks-Abschluß von SpVgg-Kapitän Branimir Hrgota zum 3:2 (86.) fast ins Dreieck ging im Laufduell zuvor ein durchaus kräftiger Arm-/Handeinsatz des Torschützen voraus, der auch schon mal abgepfiffen wird von manchem Unparteiischen.

14-Hans Nunoo Sarpei (FÜ) gegen 10-Julius Biada

Hans Nunoo Sarpei mit Premieren-Tor im Jubiläums-Spiel

Verbunden mit seiner personellen Entscheidung, Sebastian Ernst zunächst eine Pause zu gönnen und der Notwendigkeit, den wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrten Anton Stach im defensiven Mittelfeld zu ersetzen, stellte SpVgg-Coach Leitl die eigene Taktik von Vierer- auf Dreier-Abwehrkette um. Vor Paul Jaeckel, Maximilian Bauer und den für seine zuletzt guten Leistungen mit einem Startelf-Einsatz belohnten Gian-Luca Itter (links hinten) kam neben Paul Seguin auch Hans Nunoo Sarpei vor der defensiven Reihe wieder mal zu einer Partie von Beginn an und nutzte dies mit seinem Premieren-Tor im Jubiläumsspiel zu seinem ganz persönlichen Erfolgserlebnis im grün-weißen Trikot.

Gegen Torwart 30-Sascha Burchert (FÜ) und 18-Marco Meyerhöfer (FÜ) bringt 9-Daniel Keita-Ruel den Ball nicht unter Kontrolle für einen erfolgreichen Torabschluss

Nicht nur das verstärkte Mittelfeld (links David Raum, rechts Marco Mayerhöfer) hatte zunächst jedoch jede Menge zu tun mit den von Anfang an selbstbewusst und Angriffs-lustig auftretenden Gästen und hatte so seine Probleme mit der eigenen Aufbauarbeit. Neben mehreren Metall-Treffern auf beiden Seiten beklagten die Sandhäuser ihre unglückliche Beteiligung an zwei der drei Fürther Einschläge im eigenen Kasten. Umgekehrt sahen sich die Gastgeber beim 1:1-Ausgleich durch den früheren SpVgg-Torjäger Daniel Keita-Ruel aus ihrer Sicht wegen gleich zweier Regelverstöße (Foul- und Handspiel) benachteiligt; was jedoch das Schiedsrichter-Gespann wie der “Video-Assistent-Referee” weder gegen Ende der ersten Halbzeit so sahen noch zum Ende der Partie, als sich SpVgg-Siegtorschütze Branimir Hrgota dann doch einigermaßen robust durchsetzte.

9-Daniel Keita-Ruel schickt den Ball gegen 14-Hans Nunoo Sarpei (FÜ), Torwart 30-Sascha Burchert (FÜ) und 4-Maximilian Bauer (FÜ) zur 2:1-Führung für Sandhausen auf den Weg

Nach der 1:2 (0:1) -Niederlage beim FC St. Pauli (und damit der Umkehrung des exakt gleichen Greuther Siegs der Hinrunde am “Ronhof”) sind die Fürther also mit dem nötigen Glück gegen den SV Sandhausen schnell wieder eingebogen auf Kurs neuerlicher Bundesliga-Aufstieg. Am Hamburger Millerntor hatten frühe Gegentore zu Beginn beider Halbzeiten (10. + 50. Spielminute) die Weichen auf Sieg für die beste Rückrunden-Mannschaft der laufenden Spielzeit gestellt. Paul Seguins Anschlußtreffer in der Nachspielzeit (90+3.) nach Vorarbeit von Spielführer Branimir Hrgota kam zu spät, um noch wenigstens einen Punkt zu retten. Das Rückkehr-Tempo der Mittelfranken ins deutsche Fußball-Oberhaus war so erst mal gebremst, aber eben nur vorübergehend.

32-Abdourahmane Barry (FÜ) gegen 35-Alexander Esswein

Kiel weiter auf der Lauer, aber fünf Punkte vor dem HSV . . .

So groß die Freude war bei den Gastgebern nach dem 3:2-Führungstor, das schließlich auch den Siegtreffer bedeutete, wie nach dem Schlusspfiff, so sehr haderten die Gäste aus dem Rhein-Neckar-Kreis mit ihrem Schicksal. Letztlich rann ihnen nur durch mehrere unglückliche Abläufe mindestens ein mehr als verdienter Punkt so bitter durch die Hände, wie der Gemeinde die Landschaft der Sandhäuser Dünen (nur rund acht Kilometer südlich von Heidelberg) dem Zuhause des Zweitligisten aus dem “Ländle” den Namen gab.

2-Aleksandr Zhirov lenkt den von 16-Havard Nielsen (FÜ – nicht im Bild) geschossenen Ball zum 2:2-Ausgleich für Fürth in das eigene Tor von Torwart 1-Stefanos Kapino ab

Was wäre da wohl los gewesen im alt-ehrwürdigen “Ronhof”, wenn wenigstens teilweise Besucher im weiten Rund des Fürther Sportparks hätten Zugang finden dürfen. Vor ziemlich genau sieben Monaten, als der SV Sandhausen in der Nachbarstadt gastierte und beim 1. FC Nürnberg 0:1 (0:0) unterlag, waren Zuschauer zugelassen. Zwar nur rund 9700 (20 Prozent von knapp 50 000) und am Ende grade mal 6505 (zahlende) verteilten sich im weiten Rund des “Max-Morlock-Stadions”, das keinerlei Stehplätze aufwies (alle Blöcke waren mit Sitzplätzen ausgestattet) – aber immerhin . . .

10-Branimir Hrgota (FÜ) gegen 22-Gerrit Nauber und Torwart 1-Stefanos Kapino

Wie dem auch sei: Ob mit oder ohne Anhänger in den Arenen, das Ziel der SpVgg Greuther Fürth lautet drei Spieltage vor Saisonende mehr denn je Aufstieg und damit die Wiederholung des Coups von 2012. Das “Kleeblatt” fährt auch 2021 auf Kurs Bundesliga und hat es dabei weitgehend selbst in der Hand, weil Holstein Kiel alle seine drei Nachholspiele gewinnen müsste, um das “Kleeblatt” vom direkten Aufstiegsplatz 2 zu verdrängen, und der Vorsprung der Leitl-Truppe auf den Hamburger SV, der derzeit noch Relegations-Rang 3 belegt, satte fünf Punkte beträgt!

9-Daniel Keita-Ruel gegen 14-Hans Nunoo Sarpei (FÜ), 4-Maximilian Bauer (FÜ) und Torwart 30-Sascha Burchert (FÜ) ohne Erfolg

So geht’s weiter für die SpVgg Greuther Fürth . . .

Vor dem 32. und drittletzten Spieltag pausieren Bundesliga + 2. Bundesliga wegen des Halbfinales im DFB-Pokal mit SV Werder Bremen gegen RasenBallsport Leipzig (Freitag, 30. April / 20:30 Uhr) + BV 09 Borussia Dortmund versus Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 (Samstag, 1. Mai / 20:30 Uhr).

32. SPIELTAG – 8. MAI 2021 (SAMSTAG, 13 UHR): SpVgg GREUTHER FÜRTH – Karlsruher SC (Hinrunde 2:3) im “Sportpark Ronhof | Thomas Sommer”
33. SPIELTAG – 16. MAI 2021 (SONNTAG, 15:30 UHR): SC Paderborn 07 – SpVgg GREUTHER FÜRTH (Hinrunde 1:1)
34. SPIELTAG – 23. MAI 2021 (SONNTAG, 15:30 UHR): SpVgg GREUTHER FÜRTH – Fortuna Düsseldorf 1895 (Hinrunde 3:3) im “Sportpark Ronhof | Thomas Sommer”

Statistik zu Fürths Nachholspiel vom 28. Spieltag der Saison 2020/21 in der 2. Fußball-Bundesliga

SpVgg Greuther Fürth – SV 1916 Sandhausen 3:2 (1:1)

SpVgg: 30 Burchert – 4 Bauer, 10 Hrgota (C / 89. 32 Barry)), 14 Sarpei (68. 21 Tillman) 16 Nielsen, 18 Meyerhöfer, 22 Raum (46. 15 Ernst), 23 Jaeckel, 27 Itter, 33 Seguin, 37 Green (58. 19 Abiama) / ohne Einsatz auf der Bank: 1 Funk – 2 Asta, 8 Cavar, 29 Kratzer, 40 Leweling / Chef-Trainer: Stefan Leitl.
SVS: 1 Kapino – 2 Zhirov, 5 Bachmann (71. 6 Linsmayer), 9 Keita-Ruel, 10 Biada (99. 35 Esswein), 14 Kister (62. 23 Röseler), 16 K. Behrens, 18 Diekmeier (C), 19 Nartey, 20 E. Taffertshofer (62. 17 Zenga), 22 Nauber (77. 29 Paurevic) / ohne Einsatz auf der Bank: 15 Heerwagen – 3 Contento, 21 Pena Zauner, 24 Klingmann / Chef-Trainer: Gerhard Kleppinger.
Tore: 1:0 14 Sarpei (6. Spielminute – dem Zuspiel von 33 Seguin folgte ein ebenso unbedrängter wie zentraler, jedoch von Sandhausens 2 Zhirov verdeckter Schuß mit dem rechten Fuß aus fast 30 Metern Torentfernung auf die Mitte des Sandhäuser Gehäuses; SVS-Keeper 1 Kapino war zwar mit der rechten Hand am Ball, sah bei seinem Abwehrversuch allerdings höchst unglücklich aus), 1:1 9 Keita-Ruel (36. – Rechtsschuß aus sechs Metern Torentfernung nach Flanke von 16 Behrens und Kopfball aus 3-Meter-Nahdistanz an die Latte von 14 KIster, der das Spielgerät danach zurückpasste auf den Torschützen – was der VAR = “Video-Assistent-Referee” genau überprüfte und unbedenklich fand, blieb offen; eine Abseitsstellung lag wohl nicht vor, aus Fürther Sicht aber ein Foul an Torhüter 30 Burchert plus eine Ball-Berührung mit der Hand jeweils von 14 KIster …), 1:2 9 Keita-Ruel (52. – erst Kopfball vom linken Fünf-Meter-Eck, den SpVgg-Torhüter 30 Burchert mit dem Oberschenkel abwehren konnte, dann unhaltbarer Nachschuß aus rund drei Metern mit rechts nach Flanke von SVS-Spielführer 18 Diekmeier vom rechten Strafraum-Eck), 2:2 2 Zhirov (77. – Eigentor beim mißglückten Rettungsversuch nach Flanke von 18 Meyerhöfer von rechts und Kopfball von 16 Nielsen aus rund acht Metern, der das Sandhäuser Gehäuse vermutlich verfehlt hätte …), 3:2 10 Hrgota (86. – 14m-Linksschuß aus halblinker Position fast ins Dreieck nach Laufduell mit 23 Röseler und 17 Zenga, gegen den sich der Fürther Kapitän nach Zuspiel von 33 Seguin robust durchsetzte …).
Ecken: SpVgg 3 (davon 2 nach der Pause) – SVS 6 (je 3 vor und nach Seitenwechsel).
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart) – SR-Assistenten: Christian Leicher (Landshut) + Manuel Bergmann (Erbach) / 4. Offizieller: Martin Speckner (Schloßberg) / Video-Assistent: Benedikt Kempkes (Thür).
Gelbe Karten: Fürth 2 = 10 Hrgota (63., wegen Foulspiels), 33 Seguin (72., wegen Foulspiels) – SVS 2 = 10 Biada (45., wegen Foulspiels), 5 Bachmann (55., wegen Foulspiels).
Gelb-Rote Karten: keine.
Rote Karten: keine.
Zuschauer: 0 (zahlende) im “SPORTPARK RONHOF / THOMAS SOMMER” – gemäß “Corona-Maßgaben”.

Text: Klaus Meßenzehl
Fotos: Werner F. Schönberger / ISPFD
Titelfoto: Trainer Stefan Leitl freut sich mit seinen Spielern 21-Timothy Tillmann und 19-Dickson Abiama über den 3:2-Heimsieg
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