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Fußball

2. Liga: 1. FC Nürnberg – SC Paderborn 07 2:1

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Wichtige 3 Punkte für den „CLUB“ auf dem Weg zum Klassenerhalt

Warum einfach, wenn’s kompliziert (oder zumindest schwierig/er) auch möglich ist . . . – dieser Gedanke kam mir insbesondere nach dem verschossenen Elfmeter von FCN-Torjäger Manuel Schäffler beim Stand von 1:1 und dann nochmal, als der eingewechselte Nikola Dovedan zu Beginn der fünften und letzten Minute der Nachspielzeit bei 2:1-Führung allein auf den (leeren) Paderborner Kasten zulief und aus 35 Metern abschloß; doch der Fernschuß nahezu ohne akute Bedrängnis rollte mehr oder weniger diagonal am linken Pfosten (aus Sicht des Schützen) vorbei ins Aus.

9-Manuel Schäffler (FCN) vor 36-Chima Sean Okoroji

Nun kenn ich (fast) keinen Fußballer, der absichtlich ein Tor für seine Mannschaft verschenkt. Und gewiss hatten Schäffler wie Dovedan ebenfalls das Ziel, den Ball im Netz des Gäste-Gehäuses unterzubringen. Doch wer unter Druck steht (oder auch nur das entsprechende Gefühl hat), dem versagen halt schon mal die Nerven!

Da es am Ende gut ausging und „Der CLUB“ in seinem Kampf um den Klassenerhalt die so wichtigen drei Punkte letztendlich doch sicherstellen konnte, lässt sich über derlei Szenen leichter reden und dann auch hinwegsehen. Hätte allerdings Tom Krauß Schäfflers Führungstor (37. Spielminute) per Flug-Kopfball nach Flanke von Enrico Valentini und dem Ausgleich des Paderborners Christopher Antwi-Adjei (44.) die neuerliche Führung (75.) mit seinem ersten Profi-Treffer nicht folgen lassen (können), wären die Aussetzer von Schäffler und Dovedan wohl weniger leicht zu verschmerzen gewesen . . .

9-Manuel Schäffler (FCN) vor 16-Johannes Dörfler

Erleichterung bei FCN-Chefcoach Robert Klauß

Das Bemühen um Erfolg ist den Nürnberger Balltretern ja keineswegs abzusprechen, die Ergebnisse dieser Versuche ließen zuletzt dann aber doch immer wieder zu wünschen übrig. Was im Übrigen auch für Robert Klauß, den jungen Trainer der Mannschaft, oft genug alles andere als lustig gewesen sein dürfte – umso wichtiger die drei Zähler gegen einen Bundesliga-Absteiger, der noch nach der Form früherer erfolgreicherer Tage ist. Wiewohl die Nordrhein-Westfalen aus dem östlichen Teil des Bundeslandes bei ihrer ersten Fahrt dieser Spielzeit nach Mittelfranken Mitte Januar 2021 beim FCN-Nachbarn SpVgg Greuther Fürth (1:1) nicht nur erfolgreicher waren und einen Punkt entführten, sondern auch besser agierten.

9-Manuel Schäffler (FCN) zwischen 25-Marcel Correia und 16-Johannes Dörfler (rechts)

Wie der 36-jährige Klauß dennoch seine Aufgabe anpackt und sich gegebenenfalls auch vor seine (teils fast ebenso alten) Schützlinge stellt, nötigt durchaus Respekt ab angesichts vieler Rückschläge auf dem angepeilten Weg zurück zu Normalität und möglichst einer Platzierung, die Richtung Bundesliga-Rückkehr weist. Nach dem gerade mal achten Saisonsieg, dem vierten zuhause (in 27 bzw. 14 Begegnungen) sowie dem ersten im Jahr 2021, machte FCN-Chefcoach Klauß keine Mördergrube aus seinem Herzen: „Wir sind sehr froh. Auf der einen Seite über das Ergebnis, aber auch über die Art und Weise.“

9-Manuel Schäffler (FCN) scheitert beim Elfmeter gegen Torwart 17-Leopold Zingerle (PB)

Und Klauß zeigte sich glücklich über eigene Standhaftigkeit: „Wir haben uns auch nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen lassen.“ Diesem Rückblick fügte er seine Analyse zu den vorangegangenen 96 Spielminuten an: „Wir haben wieder eine hohe Intensität auf den Platz gebracht. Das war schon im Derby der Schlüssel, heute auch wieder. Wir haben uns viele Torchancen herausgespielt. Wir haben es geschafft, Paderborn weitestgehend von unserem Tor wegzuhalten. Es freut mich, dass wir mit der Art und Weise das Spiel gewonnen haben, auch wenn wir es gerne schon früher entschieden hätten.“

14-Tom Krauß (FCN) zwischen 11-Sven Michel und 13-Sebastian Schonlau (rechts)

Gelungener Einstand für neuen Sportdirektor Rebbe

Dass sein neuer Arbeitgeber dem 2:0-Erfolg der Hinrunde beim SC Paderborn 07 und dem 2:2 im Nachbar-Derby bei der SpVgg Greuther Fürth nach der Länderspiel-Pause mit diesem 2:1 weitere drei Punkte folgen ließ, dürfte auch Olaf Rebbe gefreut haben. Der vor gut drei Wochen für den 1. April als neuer Sportdirektor avisiert, trat erstmals öffentlich in dieser Funktion auf und brachte dem FCN offensichtlich das nötige Glück.

14-Tom Krauß (FCN) nach seinem Tor zur 2:1-Führung

Zusammen mit Dieter Hecking soll der Neuzugang vom griechischen Verein PAOK Thessaloniki (= Saloniki) nun die strukturellen Planungen im sportlichen Bereich des Club gestalten. Die Installation eines Sportdirektors unter dem Vorstand Sport stellt aus FCN-Sicht einen weiteren Baustein im zukunftsorientierten Puzzle einer besseren Zukunft dar.

Zusammen mit 6-Tim Handwerker (links – FCN) gratuliert 9-Manuel Schäffler (FCN), Torschütze zur 1:0-Führung, 14-Tom Krauß (FCN) nach dessem Tor zur 2:1-Führung

Der 42-jährige Manager des zuletzt für die Europa League qualifizierten griechischen Erstligisten, der aus familiären Gründen nach Deutschland zurück wollte, hat mit dem englischen Premier-League-Klub Huddersfield Town und dem deutschen Bundesligisten VfL Wolfsburg namhafte Vor-Stationen aufzuweisen. Für den 1. FC Nürnberg bat Olaf Rebbe in Saloniki um Auflösung seines Vertrages, um die Arbeit in der Noris zeitnah starten zu können und freut sich darauf: „Für den Club die Aufgabe als Sportdirektor zu übernehmen, ist reizvoll für mich, weil es einen klaren Plan und eine langfristige Perspektive gibt. Ich will meine Erfahrungen einbringen und dazu beitragen, das Potenzial des FCN in Zukunft auszuschöpfen und den vom Aufsichtsrat, von Dieter Hecking und von Niels Rossow eingeschlagenen Weg mitgestalten.“

Nach dem Spiel freuen sich die Sieger (28-Lukas Mühl, Torwart Christian Mathenia und 33-Georg Margreitter) neben den enttäuschten Paderbornern 25-Marcel Correia, 18-Dennis Srbeny und 36-Chima Sean Okoroji (am Boden)

So geht’s weiter für den 1. FC Nürnberg . . .

28. SPIELTAG – 11. APRIL (SONNTAG, 13:30 UHR): FC Würzburger Kickers – 1. FC NÜRNBERG (Hinrunde 1:2)
29. SPIELTAG – 17. APRIL 2021 (SAMSTAG, 13 UHR): 1. FC NÜRNBERG – Holstein Kiel (Hinrunde 0:1) im „Max-Morlock-Stadion“

Statistik zum FCN-Heimspiel vom 27. Spieltag der Saison 2020/21 in der 2. Fußball-Bundesliga

1. FC Nürnberg – SC Paderborn 07 2:1 (1:1)

1. FCN: 26 Mathenia – 4 Sörensen, 5 Geis (85. 18 Behrens), 6 Handwerker, 9 Schäffler (85. 33 Margreitter), 14 Krauß, 15 Nürnberger (66. 10 Dovedan), 22 Valentini (C), 24 Møller Dæhli (85. 25 Sorg), 28 Mühl 44 Shuranov (72. 19 Borkowski) / ohne Einsatz auf der Bank: 29 Früchtl – 13 Krätschmer, 23 Schleusener, 43 Latteier. / Chef-Trainer: Robert Klauß.
Paderborn: 17 Zingerle – 3 Ananou (55. 16 Dörfler), 11 Michel (81. 10 Justvan), 13 Schonlau (C), 18 Srbeny, 22 Antwi-Adjei, 23 M. Thalhammer (55. 31 Ingelsson), 25 Correia, 27 Führich (64. 5 Akolo), 36 Okoroji, 39 Vasiliadis (81. 20 Terrazzino) / ohne Einsatz auf der Bank: 21 Huth – 6 Nkaka, 7 Owusu, 9 Pröger / Trainer: Steffen Baumgart.
Tore: 1:0 9 Schäffler (37. Spielminute – Flug-Kopfball aus ziemlich genau 5,50 Metern Torentfernung von halblinks kommend ins kurze Eck des SCP-Gehäuses, nachdem 22 Valentini fast von der rechten Seitenlinie der Nürnberger Angriffsseite diagonal und scharf in den Gäste-Strafraum geflankt hatte), 1:1 22 Antwi-Adjei (44. – nach Steilpass von 18 Srbeny über die linke Nürnberger Abwehrseite, wo Innenverteidiger 28 Mühl ein früheres Stören verpasste + damit womöglich auch Torhüter 26 Mathenia verunsicherte, der mit dem Herauslaufen aus seinem Kasten zögerte und schließlich „getunnelt“ wurde …), 2:1 14 Krauß (75. – Schuß mit dem rechten Fuß aus 23 Metern und etwas seitlich des kurzen Pfostens aus nahezu zentraler Position diagonal und so gut wie unhaltbar ins lange Eck nach Vorarbeit von 24 Møller Dæhli, der den Ball am eigenen Strafraum erhielt, über fast die gesamte linke Hälfte des Spielfeldes bis zum Paderborner 16-Meter-Raum sprintete und nach mehreren erfolgreichen Dribblings nach rechts abspielte, wobei ihn der Paderborner 39 Vasiliadis nicht entscheidend stören konnte und/oder wollte, womöglich weil er bereits Gelb-vorbelastet war …).
Besonderes Vorkommnis: 60. Paderborns Torhüter 17 Zingerle parierte den zwar scharf geschossenen, aber eher weniger gut platzierten Hand-Elfmeter von Nürnbergs 9 Schäffler, den 25 Correia verursacht und für das dieser die Gelbe Karte erhalten hatte (59.), als er einen Volleyschuß des Nürnberger Torjägers nach Flanke von 4 Sörensen blocken wollte.
Schiedsrichter: Alexander Sather – Assistenten: Oliver Lossius + Manuel Bergmann / 4. Offizieller: Mitja Stegemann / Video-Assistent: Christof Günsch.
Gelbe Karten: FCN 2 = 22 Valentini (12, wegen Foulspiels), 26 Mathenia (90+4., wegen Zeitspiel?) – Paderborn 4 = 39 Vasiliadis (24., wegen Trikothaltens/-ziehens), 13 Schonlau (58, wegen Foulspiels). 25 Correia (59. wegen Handspiels), 16 Dörfler (66. wegen Foulspiels).
Gelb-Rote Karten: keine.
Rote Karten: keine.
Ecken: FCN 6 (davon 4 vor der Pause) – Paderborn 4 (davon 3 nach dem Seitenwechsel).
Zuschauer: 0 (zahlende) im „Max-Morlock-Stadion“ – gemäß der aktuellen „Corona“-Einschränkungen/Lage.

Text: Klaus Meßenzehl
Fotos: Werner F. Schönberger / ISPFD
Titelfoto: 14-Tom Krauß (FCN) nach seinem Tor zur 2:1-Führung mit 10-Nikola Dovedan (FCN)
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