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Fußball

2. Liga: 1. FC Nürnberg – SV Darmstadt 98 2:3

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Bittere Ernüchterung in der Nachspielzeit . . .

Vor dem Spiel gedachte der 1. FCN an seinen am 16. August 2020 verstorbenen Meisterspieler und ehemaligem Manager – Georg Volkert

Felix Lohkemper mit Vorlage + Tor – doch das war zu wenig!

“Spitzenreiter! Spitzenreiter!” hallte es durchs diesmal mit immerhin knapp 7000 Zuschauern (wenngleich eher spärlich) besetzte, 50 000 Menschen fassende “Max-Morlock-Stadion”. Das war um 21:49 Uhr, als Felix Lohkemper seinem Vornamen alle Ehre und die Anhänger des 1. FC Nürnberg nach einer Stunde Spielzeit glücklich gemacht hatte mit dem neuerlichen Führungstreffer zum 2:1 gegen den SV Darmstadt 98 – die Gäste aus Hessen jedoch zeigten sich wenig gastfreundlich und schlugen eine Viertelstunde später nicht nur mit dem erneuten Ausgleich zurück, sondern setzten in der Nachspielzeit mit dem 2:3 noch eins drauf!

Damit sorgten die Südhessen, wie bereits in der Vorsaison am 23. Februar 2020 beim damaligen 2:1-Auswärtssieg in der Noris (nach FCN-Führung ebenfalls erst kurz vor Spielende in der 89. Spielminute) ein weiteres Mal für eine Wende und ließen ihre Gastgeber wiederum leer ausgehen. Damals war kurz vor der “Corona-Zwangspause” und es strömten noch 25 549 zahlende Zuschauer in die Heimstätte des 1. FCN – diesmal sorgten exakt 6772 (vermutlich ausschließlich Nürnberger) Besucher, die ein Ticket erwerben durften und gekauft hatten, lange Zeit für gute Stimmung, die angesichts der bitteren Wende zum Unguten am Ende indes zur Schockstarre geriet . . .

Wobei insbesondere angesichts der ja noch immer aktuellen (= akuten) Corona-Krise zu wünschen wäre, dass der Umgang mit Gästen freundlicher abläuft als das etwa auch am Montagabend im “Max-Morlock-Stadion” der Fall war: Was sollen Pfiffe beim Betreten des Spielfeldes durch Gäste-Akteure, ohne die die betreffende Begegnung ja gar nicht stattfinden könnte? Und wie passt das zum absolut positiven Anti-Rassismus-Bekenntnis, das der “Glubb” über die Anzeigetafel der Arena an sein Fußball-Volk sendet?

Nürnberger Jubel um den Torschützen zur 1:0-Führung – 17-Robin Hack

Rückschlag für den 1. FCN statt Platz an der Spitze

Für die sportlich Verantwortlichen des 1. FC Nürnberg sind das allerdings lediglich Randerscheinungen. Nach dem Punktgewinn beim SSV Jahn Regensburg (1:1) und dem Heimsieg gegen den SV Sandhausen (1:0) war die Mannschaft des neuen Cheftrainers Robert Klauß zwischenzeitlich auf dem besten Wege, einen gelungenen Saisonstart hinzulegen. Dass es anders kam, hat indes durchaus Gründe.

23-Nicolai Rapp gegen Nürnbergs 7-Felix Lohkemper

Anscheinend sind die Klauß-Schützlinge (noch?) nicht in der Lage, eine Führung mehr als nur zu verwalten respektive daraus jene Sicherheit zu gewinnen, die noch dazu eine so frühe Führung wie gegen Darmstadt geben kann. Darauf aufbauend sollte das Geschehen auf dem Spielfeld bestimmt und der Gegner entscheidend in seinen Möglichkeiten beschränkt werden (können) – zumal mit einem Rückhalt, wie ihn diesmal Torhüter Christian Mathenia darstellte. Bisweilen wirkt es jedoch so, als ob die junge FCN-Truppe exakt jener Mut, der sie eine Führung erringen läßt, exakt in dem Augenblick oder der Phase wieder verloren geht, wo dies gelungen ist.

6-Tim Handwerker (N) gegen 27-Tim Skarke (DA)

Ob das der Erfahrung respektive dessen Mangel im Club-Kader geschuldet sein kann, dürfte eine müßige Frage sein. Das Durchschnittsalter der Aufgebote von Jahn Regensburg (25,9 Jahre), SV Sandhausen (27,8) und Darmstadt 98 (25,3) im Vergleich zum 1. FCN (25,7) weist laut “transfermarkt.de” lediglich gegenüber dem SVS einen größeren Unterschied nach unten aus. Außerdem ist im Einzelfall wohl weitaus entscheidender, wer auf dem Platz steht und welche Erfahrung diese Aktiven in die Waagschale werfen (können) – frei nach dem Motto: “Es gibt keine alten oder jungen Spieler, sondern nur gute und weniger gute . . .”

23-Fabian Schleusener vor 17-Lars Lukas Mai (DA)

Gesucht: Denker und Lenker plus Chancen-Verwerter

Worauf es für den Club, der in einer über weite Strecken abwechslungsreichen und attraktiven Partie gegen Darmstadt keinen Neuzugang (mehr) in der Startelf hatte, nun ankommt: Die Länderspiel-Pause zu nutzen, um weiter zusammenzuwachsen!

Dabei kommt den “jungen Wilden” wie Tom Krauß, der nach seiner Einwechslung viele positive Akzente setzte, ebenso wie etwa Sarpreet Singh (er konnte in den Schlußminuten wenig bewirken), gleichermaßen große Bedeutung zu wie den älteren Spielern. Nur zusammen und über den eine geschlossene Mannschaftsleistung werden in dieser so ausgeglichenen 2. Bundesliga Erfolge möglich sein – die Darmstädter, die im Frühjahr nach dem “Corona-Wiederbeginn” eine Superserie hinlegten und auch nach durchwachsenem Saisonstart (zuvor nur ein Unentschieden) in Nürnberg lange nach Lücken in der gut organisierten FCN-Defensive suchen musste, sind dafür ein gutes Beispiel; was sie wollten, wussten die Gäste von Anfang an und bewiesen die nötige Ausdauer wie Geduld.

18-Hanno Behrens gegen Darmstadts 32-Fabian Holland

Was dem Club gut täte, wäre ein “alter Hase”, der auf dem Spielfeld Führung und Verantwortung übernimmt und die Maßgaben des Trainer-Teams in die richtigen Wege leitet; ebenso hilfreich und nötig ist natürlich die Unbekümmertheit aufstrebender, junger Talente.

An Letzterem mangelt es keineswegs beim “Glubb”, der erfahrene Denker und Lenker fehlt (noch) – und das ebenso wie ein abgezockter Chancenverwerter, der im derzeit noch immer verletzten Neuzugang Manuel Schäffler hoffentlich bald zur Verfügung steht!?!

18-Hanno Behrens (N)

Und so geht’s weiter für den 1. FC Nürnberg mit dem nächsten Heimspiel:

5. SPIELTAG – 23. OKTOBER 2020 (FREITAG, 18:30 UHR): 1. FC NÜRNBERG – Karlsruher SC (Vorsaison 1:1 + 1:0) . . . im “Max-Morlock-Stadion”

Statistik zum 3. Spieltag der 2. Bundesliga 2020/21

1. FC Nürnberg – SV Darmstadt 98 2:3 (1:0)

1. FCN: 26 Mathenia – 4 Sörensen, 5 Geis, 6 Handwerker, 7 Lohkemper (90. 8 Singh), 10 Dovedan (57. 14 Krauß), 15 Nürnberger (75. 18 H. Behrens), 17 Hack, 22 Valentini (C), 23 Schleusener (75. 11 Zrel’ák), 28 Mühl / ohne Einsatz auf der Bank: 29 Früchtl – 24 Misidjan, 25 Sorg, 33 Margreitter, 39 Celebi / Chef-Trainer: Robert Klauß.
Darmstadt: 1 Schuhen – 6 Mehlem, 11 Kempe, 17 Mai, 18 Honsak (72. 7 Platte), 19 Dursun (90+4. 14 Paik), 21 Höhn, 23 Rapp, 26 Bader (46. 37 Herrmann), 27 Skarke (82. 40 Berko), 32 Holland (C) / ohne Einsatz auf der Bank: 13 Klaus – 5 Pfeiffer, 8 Schnellhardt, 30 Stanilewicz, 33 Manu / Trainer: Markus Anfang.

Vor niedergeschlagenen Clubspielern freuen sich Darmstadts Spieler über den Auswärtssieg

Tore: 1:0 17 Hack (3. Spielminute – fulminanter Flugkopfball-Aufsetzer aus elf Metern von halblinks ins lange Eck nach Flanke von 7 Lohkemper fast von der rechten Nürnberger Seitenlinie), 1:1 19 Dursun (55. – Kopfball-Heber mit dem Hinterkopf aus rund fünf Metern nach Kopfball-Stafette von 32 Holland und 18 Honsak, der sich gegen Nürnbergs 4 Sörensen durchsetzte, nachdem 7 Lohkemper bedrängt von 27 Skarke eine Ecke ebenfalls mit dem Kopf statt aus der Gefahrenzone zurück in diese befördert hatte …), 2:1 7 Lohkemper (61. – Rechtsschuß aus 14 Metern von halblinks ins lange Ecke nach weitem Paß von 5 Geis, den der Torschütze gerade noch an der linken Seitenauslinie sichern konnte, um dann eine Einzelaktion im Laufduell mit 37 Herrmann zum Erfolg zu bringen), 2:2 6 Mehlem (76. – Rechtsschuß aus zwölf Metern und zentraler Position an den aus Sicht des Schützen linken Innenpfosten nach ungestörter Vorlage von 11 Kempe und unbedrängter Ballannahme plus Drehung ohne gegnerischen Druck), 2:3 23 Rapp (90+3. – Kopfball fast genau vom Elfmeterpunkt nach zweifelhaftem Freistoß von 11 Kempe aus dem Mittelfeld).
Schiedsrichter: Sören Storks – Robert Kempter + Jochen Gschwendtner / 4. Offizieller: Tom Bauer / Video-Assistent: Thorben Siewer.
Gelbe Karten: FCN 2 = 5 Geis (38., wegen Foulspiels), 22 Valentini (71., wegen gefährlichen Spiels = Fallrückzieher am Mann) – Darmstadt 2 = 26 Bader (13., wegen Foulspiels), 17 Mai (90+2., vermutlich wegen Reklamierens).
Gelb-Rote Karten: keine – weder FCN noch Darmstadt.
Rote Karten: keine – weder FCN noch Darmstadt.
Ecken: FCN 3 (vor dem Seitenwechsel 1) – Darmstadt 7 (davon 5 in Halbzeit 1).
Zuschauer: laut Stadionsprecher 6772 (zahlende + damit rund 250 mehr als beim 1:0 gegen den SV Sandhausen) – von rund 9700 möglichen im weiten Rund des “Max-Morlock-Stadions”, das erneut keinerlei Stehplätze aufwies; alle Blöcke waren mit Sitzplätzen ausgestattet. Gemäß aktualisierter “Corona-Regeln” dürfen derzeit 20 Prozent der Stadion-Kapazität bezüglich Sitzplätzen angeboten werden.

Text: Klaus Meßenzehl
Fotos: Thorsten G. Schönberger / ISPFD
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