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Nürnberg: Neues Konzept für den Erhalt wertvoller Blühwiesen

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Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) stellt in städtischen Grünflächen Hinweisschilder auf, die auf Blühwiesenflächen und Blumenzwiebelflächen hinweisen.

Diese eher naturbelassenen Wiesen werden nach festgelegten Regeln nur zweimal im Jahr gemäht und wechseln über das Jahr hinweg mehrfach ihren äußerlichen Charakter. Auch außerhalb der Blühperioden in den Monaten Juni, Juli und September stellen diese Flächen mit ihrer großen Artenvielfalt wichtige Biotope für Insekten und andere Tierarten dar. In Parkanlagen wie dem Cramer-Klett-Park im Stadtteil Gärten bei Wöhrd, dem Kontumazgarten in Kleinweidenmühle oder dem Norduferpark am Wöhrder See entstanden in den letzten Jahren Grünflächen, in denen auch großflächig insektenfreundliche Blühwiesen angesät wurden.

Barbara Kerner, Leiterin der Sör-Fachkoordination Grün, erläutert das Konzept: „Die von uns betreuten Wiesen, Parks, aber auch Flächen des Straßenbegleitgrüns werden nach einem differenzierten Mahd-Konzept gemäht. Bei Parkanlagen wie der Wöhrder Wiese oder dem Stadtpark haben wir eine starke Freizeitnutzung durch die Nürnberger Bevölkerung. Hier mähen wir bis zu sechs Mal im Sommerhalbjahr und halten den Rasen relativ kurz, sodass man auch eine Picknickdecke ausbreiten kann. Geringer genutzte Rasenflächen in Randlagen unserer Grünanlagen wollen wir zukünftig nicht mehr so häufig mähen und zu insektenfreundlichen Blühwiesen entwickeln. Diese Flächen werden nur zweimal im Jahr gemäht. Der Entwicklungsprozess zieht sich über mehrere Jahre hin. Damit wir eine stabile Pflanzengesellschaft aufbauen können, ist es wichtig, einige Blühwiesen auf ihrem Blühhöhepunkt im Juni und Juli zu mähen. Damit können für Insekten nahrungsgebende Blüten- und Kräuterpflanzen nachwachsen. Dieser zweite Blühzeitpunkt im Herbst wäre ohne die Mahd im Juni/Juli nicht möglich.“

Ein blühender Mittelstreifen in der Rothenburger Straße in Großreuth bei Schweinau.

Der Zeitpunkt und die Häufigkeit der Mahd ist mit Saatgutherstellern und Biologen abgestimmt und setzt auf eine Nachhaltigkeit, die sich nicht sofort, sondern erst im Lauf der Jahre einstellt. Ein Punkt, der häufig zu Missverständnissen führt, beruht auf der Tatsache, dass eine Wiesenfläche nur eine relativ kurze Zeitspanne im Jahr eine bunte und farbenfrohe Gestalt hat. Der erste Blühhöhepunkt findet im Juni und Juli statt. Danach kommt es nochmals im September zu einer nicht ganz so starken Blüte. Im Rest des Jahres sieht eine Blühwiese eher schlicht und unscheinbar aus.

„Vielfach werden wir gefragt, ob wir ein paar Wiesen vergessen haben zu mähen. Das ist jedoch nicht der Fall. Mit diesen ungemähten Flächen erhalten wir Lebensräume, die vor allem für Insekten von großer Bedeutung sind“, unterstreicht Barbara Kerner.

Damit die Nürnbergerinnen und Nürnberger diese Flächen leichter erkennen können, aber auch um den mit der Pflege beauftragten Garten- und Landschaftsbau-Firmen die Arbeit zu erleichtern, werden die Flächen in den ersten Jahren mit Schildern und farbigen Holzpflöcken markiert. Mit dieser Kennzeichnung sind Wiesen dann leichter von den konventionell gepflegten Flächen zu unterscheiden.

Text: Stadt Nürnberg / tom
Titelfoto: das neue Hinweisschild „Wertvolle Blühwiese“ im frisch sanierten Cramer-Klett-Park
Fotos: André Winkel / Stadt Nürnberg

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