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Sonstiges

Nürnberg: Sanierung des Europaplatzes in St. Jobst

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Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) wird den Europaplatz im Stadtteil St. Jobst grundlegend sanieren.

Im Zeitraum von Montag, 25. Mai, bis voraussichtlich Freitag, 3. Juli 2020, werden die großen Pflanzflächen des Europaplatzes zunächst freigemacht, dann mit frischem Oberboden vorbereitet und anschließend neu bepflanzt.

Der verkehrsberuhigte Platz mit einer ringförmigen Wohnbebauung besteht aus einer baumgesäumten Promenade, in deren Mitte sich ein knapp 1 000 Quadratmeter großes Pflanzbeet befindet. Sein Name verweist auf die Europa-Idee, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden war.

Für die Randbepflanzung des Platzes bestehen seit mehreren Jahren Pflanzbeet-Patenschaften. Zudem engagiert sich der Bürgerverein Jobst-Erlenstegen e.V. seit Jahren für den Platz und hatte 2011 auch Infotafeln gestiftet, die auf die Hintergründe der Namensgebung verweisen. Bürgermeister Christian Vogel hatte sich zusammen mit dem Bürgerverein für eine Neukonzeption des Europaplatzes eingesetzt und hatte dieses der interessierten Bürgerschaft ursprünglich auf einer Bürgerinformationsveranstaltung im März 2020 in den Räumlichkeiten der Seniorenresidenz vorstellen wollen. Aufgrund der Corona-Krise war dies nicht möglich. Deshalb wird in diesen Tagen im Umgriff des Europaplatzes ein Informationsflyer in die Briefkästen der Anwohnerschaft verteilt, der umfassend über die Eckpunkte der Neugestaltung informiert.

Storchschnabel, Zierlauch und Lilien stehen für Länder in Nordeuropa

Die im Jahr 2011 entstandene Beetgestaltung hatte ein Farbkonzept umgesetzt, das sich an den jeweiligen Flaggenfarben der europäischen Länder orientierte hatte. Da zwischenzeitlich weitere Länder der EU beigetreten sind, mit Großbritannien ein Land die EU verlassen hat und die Anlage generell in die Jahre gekommen ist, hat Sör ein neues Konzept für die Pflanzbeet-Gestaltung entwickeln lassen, das ab Montag, 25. Mai 2020, behutsam umgesetzt wird.

Da Europa im Lauf der Zeit immer bunter geworden ist, werden die Leitfarben Lila und Rosa zu den Flaggenfarben hinzutreten. Damit von März bis November durchgängig blühende Stauden entdeckt werden können, wird es einen Farbablauf geben, der sich auch an den Standortbedingungen sonnig, halbschattig und schattig orientiert. Ein übergeordnetes Farbkonzept, das über die Flaggenfarben hinausgeht, verbindet die Flächen: Einzelne Gräser und Kleinsträucher wiederholen sich, ebenso manche Pflanzengruppen.

Um die Zusammengehörigkeit der Länder Europas auszudrücken und gleichzeitig den Pflanzungsrhythmus zu optimieren, werden je nach Ländergröße einem Land eine oder mehrere Pflanzen zugeordnet. Dabei wird jede Pflanzenart in unterschiedlichen Sorten mehrfach erscheinen. In einem zweiten Schritt wird die Pflanzenauswahl dem Farbkonzept untergeordnet und orientiert sich zusätzlich an gestalterischen Merkmalen wie Wuchsform, Blütenform und Blütezeit.

Bei sonnigen Standorten werden rosa und lila getönte Pflanzen gepflanzt, die variationsreich kombiniert werden können. Die strahlenden Farben Orange und Gelb und zusätzlich Blau ergänzen ideal die Gestaltung der sonnigen Standorte. Zur Pflanzung gelangen Bartblume (Caryopteris x clandonensis) für Polen, Salbei (Salvia nemorosa ‚Caradonna‘) für Frankreich, Reitgras (Calamagrostis x acutiflora) für Spanien sowie der Sonnenhut (Rudbeckia fulgida ‚Goldsturm‘) für Deutschland. Auch für den Schatten gibt es Stauden in Rosa und Lila in verschiedenen Wuchshöhen und -formen. Eingesetzt wird beispielsweise die Herbst-Anemone (Anemone japonica‚Königin Charlotte‘) für Russland, die Funkie (Hosta) in verschiedenen Sorten für die Länder Irland, Estland, Lettland und Litauen. Der lila blühende Storchenschnabel (Geranuim) in verschiedenen Sorten wird jeweils mit einer Sorte die Länder Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und Island repräsentieren.

Länglich schwingende Pflanzengruppen ziehen sich über den Europaplatz. Einige Arten werden dabei durchgängig erscheinen, wie zum Beispiel der gelbe Wiesensalbei. Den größeren Ländern werden sich öfter wiederholenden Pflanzen zugeordnet. Bei kleineren Ländern werden die Leitpflanzen nur gelegentlich oder in kleinen Grüppchen erscheinen. Hübsche Detailgruppen innerhalb der großen Anordnung zeigen sich quasi wie gepflanzte Blumensträuße. Nicht zu hoch werdende Gräser und kleine Sträucher sorgen für Rhythmisierung innerhalb der Beete und bilden einen durchgängigen Winteraspekt.

Für die kleinen EU-Staaten ist eine Vielzahl von Tagliliensorten vorgesehen.

So wie jedem Beet mindestens eine oder auch mehrere Stauden zugeordnet werden, so verhält es sich auch bei den Blumenzwiebeln. Nachhaltig funktionierende Zwiebeln wie Krokus, Lauch, einige Tulpenarten, die mehrjährig blühen sowie Narzissen und Hyazinthen sorgen schon vor dem Erblühen der Stauden im ersten Frühjahrsabschnitt für Farbe im Beet. Etliche Sorten blühen zeitgleich mit Stauden und ergänzen diese farbenreich.

Als Abrundung wird es Bienennährgehölze auf Anregung von Bürgermeister Christian Vogel geben. Er betont: „Der Europaplatz bietet mit seinen großen Pflanzflächen eine große Chance für eine biodiverse Ausrichtung der Pflanzenauswahl, die zugleich die ursprüngliche Europa-Idee abbildet: in Farben- und Ideen-Vielfalt gemeinsam die Zukunft gestalten.“

Sör bittet um Verständnis für etwaige Unannehmlichkeiten wie weitere Wege aufgrund von punktuellen Sperrungen der einzelnen Areale während der Bau- und Pflanzzeit.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 143 000 Euro. Darin inkludiert sind sämtliche Staudenpflanzungen, deren Lieferung und etwaige notwendige Anpassungen der Umrahmung des Pflanzbeets.

Für die Pflege werden zusätzliche Mittel in den Haushaltsplan eingestellt.

Weitere Details zu dem neuen Pflanzkonzept können unter der Homepage www.soer.nuernberg.de abgerufen werden.

Text: Stadt Nürnberg
Titelfoto: Ganz Europa in einem Beet: Katzenminze, Schafgarbe und Sonnenhut.
Fotos: Christine Orel/Landschaftsarchitekten Orel und Heidrich

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