Connect with us

Basket-& Handball

Handball: HC Erlangen – THW Kiel 27:34

Published

on

Der Favorit fügt dem HCE erste Heimniederlage zu

5768 wilde Fans in der ARENA NÜRNBERGER Versicherung, eine so selbstbewusste Bundesliga-Mannschaft wie vermutlich noch nie zuvor in der Geschichte des Erlanger Handballs – und dann der übergroße THW Kiel zu Gast.

53-Nikola Bilyk gegen 18-Sebastian Firnhaber (ER)

Vieles sprach im Vorfeld dafür, dass nur drei Tage nach dem nervenaufreibenden, hauchdünnen 29:31 bei der SG Flensburg-Handewitt, auch das Aufeinandertreffen des HC Erlangen mit dem Rekordmeister einen ganz besonderen, einen großartigen Handballabend liefern würde. „Wir wollen unseren Fans ein genauso großartiges Spiel bieten, wie kurz zuvor den Flensburgern“, hatte Raul Alonso angekündigt – und sein Versprechen hielt zumindest eine Halbzeit lang.

Vom Anwurf weg wirkte Erlangen überraschend frisch in den Beinen, überraschend aufmerksam und begeisternd spielfreudig gegen den haushohen Favoriten. „Wir wussten nicht, wie viel Benzin wir noch im Tank haben“, verriet Alonso hinterher, noch schwieriger machte das Unterfangen mit dem Traum einer sportlichen Sensation das Fehlen von Hampus Olsson (Fußverletzung) und Antonio Metzner (Hand). Doch während Christoph Steinert, der am Ende zehn Tore warf, die Verantwortung auf Halbrechts bravourös übernahm, blieb die Rechtsaußenposition gänzlich glücklos. Allein in der Anfangsphase scheiterte der HCE drei Mal von dieser Position, dazu kamen vergebene freie Würfe am Kreis und im Gegenstoß.

23-Rune Dahmke und 53-Nikola Bilyk gegen 20-Nico Büdel (ER), 44-Christoph Steinert (ER) und 18-Sebastian Firnhaber (ER)

So durfte sich Kiel in Ruhe schütteln und gegenseitig wach zwicken, Coach Filip Jicha schaufelte auf der Trainerbank indessen massenhaft Kohlen nach, um sein Team irgendwie auf Betriebstemperatur zu bringen. Doch einzig Niklas Landin begann zu glühen: Zeitweise über 45 Prozent der Würfe auf sein Tor parierte der Keeper in gewohnter Weltklasse-Manier, wobei, wie Raul Alonso hinterher sagte, „ich auch mit der Wurfqualität meiner Mannschaft nicht wirklich zufrieden sein kann“.

Immer wieder erspielte sich Erlangen feingeistig, geduldig und teils spektakulär gegen die starke Gästedeckung allerbeste Tormöglichkeiten, einzig der Ball flog viel zu selten an den Füßen, den Händen und dem Bauch von Landin vorbei ins Gästenetz. Weil den HCE die vergebenen Großchancen aber niemals entmutigten, führte er trotzdem in der ersten Hälfte drei Mal mit drei Toren: 9:6, 13:10 und 16:13. Bis zur Minute 17 hatten für ein bis dahin hölzernes Kiel indessen nur Nikola Bilyk, Harald Reinkind und Domagoj Duvnjak überhaupt getroffen, bis zur Pause lag der THW kein einziges Mal in Nürnberg in Führung.

17-Patrick Wiencek gegen 96-Tim Zechel (ER)

Das peitschte das Publikum zusätzlich an

Jeder Ballgewinn der eifrigen Erlanger Defensive wurde bejubelt wie ein Treffer, jeder Treffer bejubelt wie ein Heimsieg. Die mit 5768 Zuschauern gefüllte Halle stand völlig Kopf, als erst Nico Büdel und kurz darauf sogar Torwart Klemen Ferlin den Ball aus der eigenen Hälfte ins verwaiste Kieler Tor warfen. Es schien, als hätte der HCE auf jede der Kieler Kartentricks – von offensiver Deckung bis zum Sieben-gegen-Sechs im Angriff – einen Trumpf in der Hand und musste ihn nur ausspielen. Doch diese Trumpfkarten, sie gingen mit zunehmender Spielzeit aus:

96-Tim Zechel (ER) gegen 23-Rune Dahmke

„Wir haben kurz vor der Halbzeit mit einem Drei-Tore-Lauf das Momentum an uns gerissen und diesen Lauf nach der Pause fortgesetzt“, freute sich Gästecoach Filip Jicha erleichtert. Das 17:16 durch den fast schon unverschämt treffsicheren Bilyk war die erste Führung seiner Mannschaft – und diese gab Kiel nun mit der wiedergewonnenen Souveränität bis zum Spielschluss auch nicht mehr aus der Hand. Das 17:20 konnte Erlangen zwar noch einmal mit einem Kraftakt auf 19:20 (39.) kontern, dann gelang bis zur 44. Minute aber gar kein Heimtor mehr.

13-Steffen Fäth (ER) gegen 49-Karl Wallinius und 11-Petter Overby

Das 19:25 durch Duvnjak bedeutete so eine Vorentscheidung – zu stark hielt Niklas Landin im Kieler Tor nahezu alles, was auf ihn geflogen kam. „Irgendwann sagte Niko Link zu mir auf der Bank: Wir haben erst vier Tore geworfen – genau das war das Problem“, konstatierte Christoph Steinert, „es tut weh, weil wir es uns selbst zuzuschreiben haben mit keiner guten Wurfqualität. Es wäre mehr drin gewesen.“ Auch Jicha gab zu, gewusst zu haben, was sein Team in Nürnberg erwarten würde. Daher konnte man erstaunliche Erleichterung auf der Kieler Bank erkennen, als die Würfel gefallen waren: „Erlangen ist zu einer gefährlichen Mannschaft gereift“, begründete das der Kieler Coach, „ich bin froh, dass wir in der ersten Hälfte bei den Rückständen stets die Ruhe bewahrt haben.“

8-Manuel Zehnder (ER) gegen 11-Petter Overby

Raul Alonso hingegen fand, dass sich wie schon die Partie in Flensburg am Ende nicht wirklich wie eine Niederlage anfühlte. Zu gut hatte sich seine Mannschaft mit den ganz großen der Branche geschlagen, binnen vier Tagen erst Flensburg, dann Kiel einen wilden Schlagabtausch auf Augenhöhe geliefert. „Ich hoffe, am Samstag kommen noch ein paar Fans mehr, diese großartige Unterstützung wie heute brauchen die Jungs unbedingt in diesen harten Wochen – und die haben sie sich auch verdient.“

18-Sebastian Firnhaber (ER) gegen Torwart 1-Niklas Landin Jacobsen

Das Selbstvertrauen des HC Erlangen ist also weiter nicht verloren gegangen. Im Gegenteil: „Wir waren eine Halbzeit lang mindestens ebenbürtig“, freute sich Raul Alonso. „Wir können mit den großen mithalten, das ist, was wir aus diesem Spiel und auch aus Flensburg nun für den Samstag mitnehmen“, sagte Christoph Steinert. Am Samstag gibt es also die nächste Chance für eine riesengroße Überraschung.

42-Simon Jeppsson (ER) gegen 11-Petter Overby und 6-Harald Reinkind

Statistik

HC Erlangen:
Tor: Obling, Ferlin
Steinert 10/4, Bissel 3, Büdel 3, Heiny 3, Zehnder 3, Zechel 2, Ferlin 1, Jeppsson 1, Sellin 1, Seitz, Bialowas, Fäth, Firnhaber, Link, Kurch
THW Kiel:
Tor: Landin, Mrkva
Bilyk 9, Fraatz 7, Reinkind 4, Ekberg 3/2, Weinhold 3, Duvnjak 2, Zarabec 2, Dahmke 1, Pekeler 1, Wallinius 1, Overby 1, Johansson.

Text: HCE (ISPFD)
Titelfoto: 44-Christoph Steinert (ER) gegen 23-Rune Dahmke
Fotos: WFS / ISPFD
weitere Fotos in unserer Bilddatenbank

Advertisement
Advertisement
Advertisement

News

Basket-& Handball2 Stunden ago

Handball: HC Erlangen – Füchse Berlin 28:30

Niederlage vor beeindruckender Kulisse

Basket-& Handball24 Stunden ago

Vytautas Buzas nicht länger Head Coach der Nürnberg Falcons

Die Nürnberg Falcons und Chef-Trainer Vytautas Buzas gehen ab sofort getrennte Wege

Basket-& Handball2 Tagen ago

Handball: HC Erlangen – Rhein-Neckar Löwen 30:33

Zweite Heimniederlage für den HCE

Basket-& Handball2 Tagen ago

Basketball – BBL ProA: Nürnberg Falcons BC – RASTA Vechta 73:83

Da war mehr drin: Nürnberg Falcons verlieren gegen Vechta

Eishockey2 Tagen ago

DEL: Nürnberg Ice Tigers – EHC Red Bull München 1:4

Eine fast optimale Retro-Night, wenn da nicht …

Motorsport2 Tagen ago

Audi erweitert Kompetenz-Center Motorsport für sein Formel-1-Projekt

Rund 3.000 Quadratmeter großer Neubau am Standort Audi Neuburg

Sonstiges1 Woche ago

Weihnachtsbaum am Bahnhofsplatz leuchtet wieder

Christian Vogel, Bürgermeister und Erster Werkleiter von Sör, hat die Beleuchtung des Weihnachtsbaums am Bahnhofsplatz eingeschaltet

Sonstiges1 Woche ago

Kooperationsprojekt zwischen wbg und AWO in Nürnberg-Langwasser

Zum Zweck der Quartiersentwicklung und zur Qualitätssteigerung im Pflegebereich kooperieren die AWO und die wbg Nürnberg

Eishockey1 Woche ago

DEL: Nürnberg Ice Tigers – Bietigheim Steelers 4:1

Heimsieg am 1. Advent gegen schwache Steelers

Sonstiges1 Woche ago

Gelungener Faschingsauftakt bei den Eibanesen im Gesellschaftshaus Gartenstadt

Vier Stunden mit nur eigenen Nummern haben das Publikum begeistert

Interessante Beiträge