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Basket-& Handball

Handball: HC Erlangen – Handball Sport Verein Hamburg 35:29

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HC Erlangen bleibt auch im fünften Heimspiel unbesiegt

Was hatte Raul Alonso gewarnt, wie hatte er ihnen ins Gewissen geredet, es laut probiert und voller Leidenschaft, dann wieder ganz sachlich, analytisch und leise. Trotz allem: So oft hatte es nicht geholfen. Seine Spieler, so schien es, betraten das Spielfeld immer wieder im Halbschlaf und wachten erst auf, als es fast schon zu spät war. Aufholjagden waren nötig geworden, große Kraftanstrengungen und eine gehörige Portion Moral. Immer wieder war es tatsächlich noch einmal gut gegangen, mit eindrucksvollem Kampf und feinem Handball hatte sich der HC Erlangen doch noch wichtige Punkte gesichert.

44-Christoph Steinert (ER) gegen 1-Johannes Bitter
Foto: ISPFD

Einzig gegen den TSV Hannover-Burgdorf war das zuletzt auswärts nicht mehr gut gegangen. Also warnte Raul Alonso auch vor diesem Donnerstagabend wieder, er redete ins Gewissen, probierte es laut und voller Leidenschaft, dann wieder ganz sachlich, analytisch und leise. Ja, es war dem Cheftrainer fast schon zuwider geworden, zum unzähligsten Male die unbedingte Konzentration gleich zur Anfangsphase einer Parte einzufordern. „Die Leute“, sagte Alonso und meinte das großartige Publikum, „können das doch schon gar nicht mehr hören.“

Nun also, als der einst übergroße und nun immerhin wieder zu einer stattlichen Bundesliga-Größe gewachsene HSV Hamburg zu Gast in die Arena kam, funktionierte es endlich: Keine Schlafphase, keine vergebenen Großchancen, keine Sorgenfalten auf der Stirn der Trainer, kein ungläubiges Kopfschütteln auf den Rängen. 3:1 führte der HC Erlangen früh, wirkte hellwach und bereit. Doch dass Hamburg nicht nur aufgrund des gerade einmal einen Rang schlechteren Tabellenstandes ernst zu nehmen ist, zeigte sich postwendend, als der HSV wieder ausglich (6.).

21-Christopher Bissel (ER) vor 9-Jacob Arenth Lassen

Es war allerdings nur eine sehr kurze Freude – zu konzentriert, zu ernst bei der Sache waren die Gastgeber diesmal. Ein starkes Jeppsson-Anspiel an den Kreis, ein Steinert-Siebenmeter und ein Wurf ins leere Gästetor durch Christopher Bissel später hatte Erlangen den Abstand wieder hergestellt. Weil Hamburg nur schwer ins Spiel fand und sich in der Härte vergriff, mussten die Gäste von den ersten zwölf Minuten vier in Unterzahl agieren. Das half dem HCE zusätzlich durch die Startphase, es stand plötzlich 9:3 – und nicht nur Raul Alonso rieb sich vermutlich freudig-verwundert kurz die Augen.

„Wir haben riesengroßen Respekt vor Hamburg“, hatte der Cheftrainer unter der Woche noch verraten. Warum man diesen besser hat, zeigte Casper Mortensen, der mit dem quirligen Spielmacher Dani Baijens Treffer um Treffer beisteuerte, bis es nur noch 6:9 stand (17.). Beide Torhüter fanden nun besser in die Partie, so dass es für den HCE erst gefährlich wurde, als man kurzzeitig den Eindruck bekam, der Sandmann hatte sich mit seinem Schlafsalz für die Augen wohl nur in der Anwurfzeit geirrt:

Vor Torwart 22-Klemen Ferlin (ER): 13-Niklas Weller gegen 18-Sebastian Firnhaber (ER) und 20-Nico Büdel (ER)

Ein paar Leichtsinnsfehler später sowie fünf Minuten ohne Erlanger Tor war Hamburg wieder bedrohlich nah auf Tuchfühlung (12:13, 27.). Weil Mortensens Siebenmeter kurz vor der Sirene nur an den Pfosten klatschte, ging es mit 15:13 in die Kabine, wo Raul Alonso die Konzentration der Startphase der zweiten Hälfte nun beschwören durfte.

20-Nico Büdel (ER) gegen 77-Dani Baijens

Auch das funktionierte: Sogar in Unterzahl markierte Lutz Heiny einen wichtigen Treffer – ohnehin war der Halblinke gegen die 5-1-Deckung der Gäste ein äußerst agiler Dreh- und Angelpunkt. „Ich freue mich für Lutz, der so viel hart arbeitet, dass wir heute so von ihm profitieren durften“, sagte Raul Alonso hinterher. „Es ist eine Qualität unserer Mannschaft, dass immer andere die Verantwortung übernehmen.“ Immer wieder riss der Neuzugang nun Löcher in die Hamburger Deckung wie die Elbe ins Dammtor zum Hochwasser. Oder aber er brach höchstselbst mit temporeichen Überziehern durch. Hätten Steinert und Sellin ihre Treffsicherheit vom Feld auch an die Siebenmeterlinie gegen Gästekeeper Ivan Budalic mitgenommen, man hätte nun weit weniger zittern müssen. So aber scheiterten beide je einmal von der Linie.

21-Frederik Bo Andersen gegen 22-Klemen Ferlin (ER)

Der Abstand schmolz also wieder. Es entwickelte sich ein spannendes, ein nervenaufreibendes Spiel, in dem der HCE stets vorlegte, Hamburg rasch nachzog. Vor allem gegen Jacob Lassen, der am Ende neun Mal traf, schien selbst in der sehr agilen, beweglichen HCE-Deckung kaum ein Kraut gewachsen. Also musste Klemen Ferlin gegen andere Werfer parieren, zum Beispiel gleich doppelt und hintereinander gegen Baijens und Weller (41.). Es war der Moment, der auch die Atmosphäre noch einmal deutlich erhitzte. Die Menschen, die gekommen waren, sie waren nun aus dem Häuschen. Doch noch gab sich der aufopferungsvoll kämpfende Gast nicht geschlagen. Wie ein angeschlagener Drache kroch der HSV immer wieder zurück, musste Lanzenstiche der starken Erlanger ertragen, floh aber nicht etwa zurück ins Dickicht, sondern spuckte seinerseits wütend Feuer in Form von Baijens-Krachern aus der Hüfte unter die Erlanger Latte. Es ging somit fast im Gleichschritt Richtung Ziellinie.

77-Dani Baijens gegen 20-Nico Büdel (ER) und 18-Sebastian Firnhaber (ER)

Doch zu stark, zu selbstbewusst und zu fehlerlos präsentierte sich Erlangen an diesem Donnerstagabend. Mit der Lockerheit von historischen fünf Minuspunkten und der uneingeschränkten Begeisterung der Fans im Rücken setzten Christopher Bissel und Johannes Sellin dem zunehmenden Hamburger Druck einen frechen Kempa-Trick entgegen (22:19). Weil auch Heiny die Nerven behielt und Budalic den Ball um die Füße ins Tor drehte, hielt die Drei-Tore-Führung noch, ehe sich der Drache noch ein allerletztes Mal gefährlich aufbäumte: Baijens traf zum überraschenden 23:23-Ausgleich, es war der erste Gleichstand seit dem 3:3 (45.).

5-Johannes Sellin (ER) und 18-Sebastian Firnhaber (ER) bejubeln den Sieg

Doch die Hamburger Freude hielt keine drei Sekunden, dann warf Bissel den Ball schon wieder ins HSV-Herz zur Heimführung. Erlangen schaltete noch einmal einen Gang höher und blieb nahezu fehlerlos, mehr noch: hinten hatte Ferlin nun den Zimmermannshammer herausgeholt und vernagelte sein Tor mit Brettern. Da half auch die letzte HSV-Auszeit nichts mehr (29:26, 54.): „Wir haben nun schnelle Tore gebraucht, die sind aber nicht gefallen“, resümierte Dani Baijens treffend. Beziehungsweise: Sie fielen eben auf der anderen Seite; Zechel nach der elften Ferlin-Parade zum 30:26, Jeppssons Rückraum-Kracher zum 32:27 nach der zwölften Ferlin-Parade und ein erneuter Kempa, diesmal von Bissel auf Steinert, sicherten den verdienten Sieg, den der starke Johannes Sellin fast mit der Schlusssekunde noch verzierte (35:29). „Es hat heute einfach mega Spaß gemacht“, freute sich Raul Alonso hinterher. Der HC Erlangen blieb auch im fünften Heimspiel in dieser Saison unbesiegt, baut die Arena weiter zu einer echten Festung im Bundesliga-Sturm aus.

Statistik:

HC Erlangen
Tor: Ferlin, Obling (n.E.)
Heiny 4, Sellin 6, Zehnder, Fäth 2, Firnhaber 1, Büdel 2, Bissel 3, Metzner 1, Link, Jeppsson 4, Steinert 7/3, Zechel 5.
HSV Hamburg
Tor: Bitter, Budalic
Schimmelbauer, Magaard, Mortensen 6/1, Lassen 9, Weller 1, Axmann 2, Andersen 4, Niemann, Bergemann, Theilinger, Valiullin, Baijens 7.

Text: HCE (ISPFD)
Titelfoto: 5-Johannes Sellin (ER) gegen 1-Johannes Bitter
Fotos: WFS / ISPFD
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