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Alpensteinböcke im Tiergarten: Mehrere Jungtiere und Zugänge aus Innsbruck

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Veränderungen bei den Alpensteinböcken im Tiergarten Nürnberg

Im Rahmen des Europäischen Zuchtprogramms EEP (EAZA Ex-situ Programm) hat der Tiergarten Mitte Juli 2022 zwei männliche Steinböcke aus dem Alpenzoo Innsbruck erhalten. Dafür hat er vergangene Woche einen Bock an die Wilhelma in Stuttgart abgeben. Der Erhalt genetisch vielfältiger und gesunder Populationen ist nicht nur eine gesetzliche Aufgabe von Zoos, sondern auch das Ziel der Europäischen Zuchtprogramme. Außerdem gab es Nachwuchs: Auf der Anlage sind aktuell sechs Zicklein zu sehen, drei Männchen und drei Weibchen. Zwei einjährige Steinböcke aus dem Tiergarten leben seit Ende Juni im Pongau in Österreich. Dort wurden sie bei einer gemeinsamen Aktion mit drei anderen Zoos ausgewildert.

Austausch sorgt für größere genetische Bandbreite

Die Veränderungen sind nötig, um die genetische Bandbreite der Steinbock-Population möglichst groß und die Inzuchtrate gering zu halten. Die beiden bisherigen Böcke haben im Tiergarten in den letzten neun Jahren zahlreiche Nachkommen gezeugt. Einer der beiden soll nun in Stuttgart weiter für Nachwuchs sorgen. Der zweite Bock kam aus gesundheitlichen Gründen für einen Transport und ein weiteres Zuchtvorhaben nicht mehr in Frage. Er wurde deshalb per Kugelschuss getötet und an die Raubtiere im Tiergarten verfüttert.

Erfolgsgeschichte der Erhaltungszucht

Der Tiergarten Nürnberg hält seit Mitte der 1960er Jahre Alpensteinböcke und beteiligt sich seit 1995 an Auswilderungsprojekten. „Der Alpensteinbock zeigt, was wir mit unserem Engagement im Natur- und Artenschutz erreichen können. Die Art war im 19.Jahrhundert beinahe ausgerottet und hat nur dank gezielter Zuchtprogramme sowie durch Schutz- und Wiederansiedlungsprojekte überlebt. Heute sind die Bestände wieder stabil und steigen sogar“, sagt Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens.

Bei der Auswilderungsaktion Ende Juni wurden insgesamt zehn Steinböcke aus vier verschiedenen Zoos ausgewildert. Ein Männchen und ein Weibchen stammten aus dem Tiergarten Nürnberg. Über Ohrmarken und GPS-Sender bleiben die Steinböcke in dem Auswilderungsgebiet weiter unter Beobachtung. Bislang hat der Tiergarten insgesamt rund 30 nachgezüchtete Alpensteinböcke in Österreich ausgewildert.

Nahezu alle Steinbockvorkommen im Alpenraum außerhalb des Gran Paradiso Nationalparks in Italien gehen auf erfolgreiche Auswilderungen zurück. Die Steinbockauswilderungen in den Alpen gehören somit zu den Erfolgsgeschichten der Erhaltungszucht durch Zoos und Wildparks. Lebten Anfang des 19.Jahrhunderts nur noch rund 100 Steinböcke im heutigen Gran Paradiso, sind es heute im gesamten Alpenraum laut Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature, IUCN) wieder rund 53 000 Tiere.

Anlage im Frühjahr umgebaut

Der Tiergarten hält aktuell 17 Alpensteinböcke. Ihre Anlage, die sich an einem Sandsteinfelsen unterhalb der Raubtierwiese befindet, wurde im Frühjahr umgebaut. Ein Team des Tiergartens wertete die Anlage optisch auf und machte sie zudem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser begehbar sowie leichter zu pflegen. Die Tiere blieben während des Umbaus auf der Anlage.

Text: Stadt Nürnberg / maj
Titelfoto: Ein Steinbock-Jungtier und eine Geiß auf der Anlage im Tiergarten. Bildnachweis: Tiergarten Nürnberg / Tom Burger

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