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Tiergarten zeigt „neue Natur“ durch Klimawandel

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Im Tiergarten der Stadt Nürnberg wird wieder gebaut.

Im mittig gelegenen Teil des Tiergartens, der sogenannten Mittelspange, saniert der Tiergarten in den nächsten Jahren alle bestehenden Tieranlagen. Als tiergärtnerische Innovation wird versucht, alle sechs Gehege so untereinander zu verbinden, dass alle dort gehaltenen Tierarten in unterschiedlichsten Konstellationen alleine oder vergesellschaftet gehalten werden können. In einem ersten Schritt werden die vorhandenen Gehege der Rentiere, Wapitihirsche und Wisente zusammengefasst.

Animation der umgestalteten Mittelspange des Tiergartens (Bildnachweis/Konzeption: Martin Schuchert / Stadt Nürnberg)

Landschaftlich sind in den verschiedenen Gehegeabschnitten unterschiedliche Lebensraumtypen vorgesehen.

Mit dem Umbau hat der Tiergarten Nürnberg die Haltung der Rentiere und Wapitihirsche dauerhaft beendet. Für die Zusammensetzung des zukünftigen Tierbestands in der Mittelspange wurden noch nicht alle Entscheidungen getroffen. Sicher ist, dass es sich durchweg um überwiegend bedrohte asiatische Tierarten handeln wird. Bereits heute gesetzt sind die Schabrackentapire, Hirscheber und Prinz-Alfred-Hirsche.

Hinzukommen werden noch eine seltene Rinderart und mindestens eine Antilopen- beziehungsweise Gazellenart. Für die Schabrackentapire und Hirscheber koordiniert der Tiergarten Nürnberg das EEP, also das Erhaltungszuchtprogramm der Europäischen Zoos.

Bauarbeiten in der sogenannten Mittelspange des Tiergartens (Bildnachweis: Jörg Beckmann / Stadt Nürnberg)

Der Arbeitstitel des neuen Gehegeprojekts lautet: „Reichswald von morgen und Tiere von gestern“. Dahinter steht die Tatsache, dass sich die Vegetation im Reichswald durch die Klimaveränderung in Nürnberg so stark verändern wird, dass der Wald keine Ähnlichkeit mehr mit dem uns heute vertrauten Bild haben wird. „Diese Verfremdung wird in dem Projekt der Mittelspange überspitzt dargestellt durch eine exotisch anmutende asiatische Vegetation, die zwischen den heimischen Bäumen ins Auge fallen wird“, erläutert Tiergartendirektor Dr. Dag Encke. „So könnte jedoch zukünftig durchaus die Vegetation in Mitteleuropa aussehen, wenn sich sowohl die Pilzdurchseuchung der Böden wie auch die Erwärmung fortsetzen und die heimischen Pflanzen keine Resistenzen gegen asiatische Schädlinge und wärmere Temperaturen entwickeln.“

Das verfremdete Waldbild steht symbolisch für eine „neue Natur“, die das Bekannte ersetzen wird. Die Tiere repräsentieren im Gegensatz zu den Pflanzen zwar auch asiatische Lebensräume, verkörpern aber das Gegenteil: Sie werden in ihrer Heimat ausgestorben sein, wenn die Vegetation ihrer ehemaligen Lebensräume in Europa eine neue Heimat gefunden haben könnte.

Im neuen Gehege werden unter anderem Paulownia (Blauglockenbaum), Gingko, Hamamelis (Zaubernuss), Azalee, Rhododendron, Bambus, Parrotia (Eisenholzbaum) und asiatische Ahornarten gesetzt. Diese Pflanzen sind auch optisch ein Hingucker. So sorgen sie zu unterschiedlichen Jahreszeiten mit verschiedenen Farben für Aufsehen – von gelber Blüte im Januar bis Herbst bis zum flammenden Rot zum Jahresausklang.

Text: Stadt Nürnberg / tom
Titelfoto: Gehegeplan des Tiergartens. (Bildnachweis: Tiergarten / Stadt Nürnberg)

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