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Fußball

Die Zweitliga-Relegation: 1. FC Nürnberg gegen FC Ingolstadt 04

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Wiedersehen für FCN-Interimscoach Wiesinger

Rettet sich “Der CLUB” beim Nachsitzen in der Saison-Verlängerung?

Damit die “Corona”-Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga keine völlig verkorkste Spielzeit wird für den 1. FC Nürnberg und das Damoklesschwert eines neuerlichen Abstiegs in die Drittklassigkeit (erstmals in seiner Vereinsgeschichte 1996 passiert …) abgewendet werden kann, bedarf es eines erfolgreichen Bestehens der Relegation gegen den (nominell) Dritten der 3. Liga.

Das wurde, nahezu erwartungsgemäß (wie es die Tabelle nämlich bereits vor dem Anpfiff der 38. und letzten Runde auswies), der FC Ingolstadt 2004 (= eine Fusion aus den Traditionsklubs ESV Ringsee und dem MTV 1881) – auch wenn die “Schanzer” das Schluß-Klassement nur als Vierten ausweist; was daran liegt, dass die 2. Mannschaft des FC Bayern München auch als Meister nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen darf und sich damit die beiden Aufstiegsplätze (Würzburger Kickers als 2. + Eintracht Braunschweig als 3.) sowie die Berechtigung zur Relegation um einen Platz nach untern verschoben!

Zwischendurch und über die regulären 90 Minuten hinaus tauschten die Ingolstädter mit den Würzburger Kickers sogar die Ränge und die Unterfranken wären fast zum Relegations-Gegner des “Glubb” geworden. Der verwandelte (wiewohl zweifelhafte) Handelfmeter von Kapitän Schuppan in der 3. Minute der Nachspielzeit sorgte schließlich für Würzburgs 2:2-Ausgleich und die Nordbayern vom Main stiegen direkt auf, schickten damit die Südbayern von der Donau in die Relegation. Bis dahin hatten die Oberbayern nach dem Abpfiff von München (mit 2:0-Sieg beim TSV 1860) minutenlang darauf hoffen dürfen, nach dem Abstieg vom Vorjahr (in der Relegation gegen den SV Wehen Wiesbaden nach 2:1-Auswärtssieg und folgender 2:3-Heimniederlage …) doch noch selbst direkt die sofortige Rückkehr in Liga 2 zu bewerkstelligen.

Das indes kann immer noch klappen, allerdings nur über den Umweg zweier Zusatz-Begegnungen. Und da kommt der 1. FCN wieder ins Spiel, der nach dem letzten Zweitliga-Auftritt bis zum ersten Aufeinandertreffen in Nürnberg am kommenden Dienstag, den 7. Juli 2020 (Anpfiff 18:15 Uhr), neun Tage Pause hat. Für den reisenden (Noch-?)Drittligisten aber bleiben lediglich drei Tage zwischen dem letzten Punktspiel und der Relegation . . .

Ob das ein Vorteil ist für den (Noch-)Zweitligisten, der sein Trainer-Duo Jens Keller/Thomas Stickroth nach dem 1:1 trotz Pausenführung bei Holstein Kiel am 34. und letzten Spieltag der Saison 2019/20 der 2. Bundesliga freigestellt hatte, bleibt abzuwarten. Einerseits trifft die nun von Michael Wiesinger (dem Leiter des FCN-Nachwuchsleistungszentrums) und Marek Mintal (Trainer der in der Regionalliga Bayern spielenden U21-Zweiten des FCN) betreute Nürnberger Profi-Truppe auf eine Mannschaft aus Ingolstadt, die im Rhytmus ist – andererseits haben die Schützlinge von Thomas Oral eine zusätzliche englische Woche (= die 37. Runde der 3. Liga) ohne Erholungsphase (wie die Franken) in den Knochen.

FCN bereits dreimal in der Relegation, zweimal erfolgreich . . .

Für den Club ist die Relegation im Übrigen noch weniger eine Unbekannte als für den FCI (wenngleich auf anderer Ebene …). Schon dreimal durften respektive mussten die Nürnberger Profis in diese zwei “Alles oder Nichts”-Begegnungen, allerdings zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga statt zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga . . . – dafür mit zwei Erfolgen bei (nur) einem Scheitern.

Nach dem Triumpf als DFB-Pokalsieger 2007 und dem bitteren Abstieg aus der Bundesliga 2008 sowie durchwachsenem Start in Liga 2 stand am Ende der Spielzeit 2008/09 Rang 3 und damit die wieder eingeführte Relegation. Beim FC Energie Cottbus gelang in Spiel 1 ein 3:0-Erfolg in der Lausitz (Isaac Boakye traf zweimal, das zweite Tor schoß Christian Eigler), zuhause folgte mit einem 2:0-Sieg (Christian Eigler + Marek Mintal erzielten die Treffer) der sofortige Wiederaufstieg ins deutsche Fußball-Oberhaus!

Dort drohte allerdings im Folgejahr 2010 schon wieder der Abstieg, als Tabellen-16. ging’s für die Franken erneut in die Relegation. Im bayerischen Derby mit dem FC Augsburg blieb “Der CLUB” dabei jedoch weiter ohne Gegentor in der K.o.-Ausscheidung zwischen der Mannschaft einer höheren und einer niedrigeren Liga – diesmal gemäß Ansetzung zunächst zuhause gelang ein 1:0-Sieg (Torschütze Christian Eigler), dem beim FCA ein 2:0 (es trafen Ilkay Gündogan + Eric Maxim Choupo-Moting per Elfmeter) folgte und damit der Klassenerhalt.

Weniger erfolgreich verlief sechs Jahre später die Auseinandersetzung mit Eintracht Frankfurt. Als Dritter der Zweitliga-Saison 2015/16 kassierte der 1. FCN beim dritten Relegations-Versuch die ersten Gegentreffer – ohne eigenen Torschuß gingen die Franken in der Hessen-Metropole zwar in Führung (eine Freistoßflanke von Sebastian Kerk beförderte Russ ins eigene Gehäuse …), doch das blieb das bislang letzte Relegations-Tor für die Nürnberger. Denn nach Chandler-Flanke glich Gacinovic zum 1:1 aus und beim Rückspiel bediente Gacinovic, der Eintracht-Torschütze aus dem Hinspiel Seferovic, der mit seinem “goldenen Treffer” zum entscheidenden 1:0 den Klassenerhalt sicherte und einen neuerlichen Club-Aufstieg verhinderte.

Die selbe Aufgabe wie damals den Frankfurtern stellt sich dem 1. FC Nürnberg nun eine Etage tiefer gegen den FC Ingolstadt 04 – um nicht noch einmal (wie 1996 mit dem Abstieg in die damalige Regionalliga) drittklassig zu werden!

Wiesinger + Heinloth/Kotzke/Kutschke an Ex-Wirkungsstätte

Auch der Relegations-Gegner ist für kaum jemanden beim Club ein Unbekannter. Zu Saisonbeginn trafen beide Vereine im DFB-Pokal 2019/20 aufeinander und der 1. FCN überstand die 1. Runde dank eines späten Treffers von Nikola Dovedan (87. Spielminute) im Audi-Sportpark mit einem 1:0-Sieg.

Darüber hinaus gibt es ein weiteres Wiedersehen, mit früheren Club-Spielern. Michael Heinloth, Jonathan Kotzke und Stefan Kutschke liefen früher im FCN-Trikot auf.

Und der für die beiden Relegations-Partien zum FCN-Cheftrainer ernannte Interimscoach Michael Wiesinger stand umgekehrt bereits in Diensten der “Schanzer” – bei seiner ersten Station als Verantwortlicher im sportlichen Führungsteam (von 2008 bis 2010: FCI II, Interims- + Co-Trainer sowie Chefcoach). Die anstehende Aufgabe beurteilt er so: “Wir wissen, was wir bekommen, einen aggressiven Gegner. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit meinem ehemaligen Verein!”

Nachsitzen für den 1 . FC Nürnberg . . .

Informationen zur Relegation 2019/20 Bundesliga (16.) – 2. Bundesliga (3.)

Donnerstag, 2. Juli 2020 (20:30 Uhr) SV Werder Bremen – 1. FC Heidenheim 1846 0:0
Montag, 6. Juli 2020 (20:30 Uhr) (live bei DAZN + Amazon Prime Video) 1. FC Heidenheim 1846 – SV Werder Bremen

2. Bundesliga (16.) – 3. Liga (3. bzw. 4.)

Dienstag, 7. Juli 2020 (18:15 Uhr) (live im ZDF, bei DAZN + Amazon Prime Video)
1. FC Nürnberg – FC Ingolstadt 04
Samstag, 11. Juli 2020 (18:15 Uhr) (live im ZDF, bei DAZN + Amazon Prime Video)
FC Ingolstadt 04 – 1. FC Nürnberg

Modus der Relegation

Seit der in der Saison 2008/09 wieder eingeführten Relegation mit Hin- und Rückspiel treffen der Tabellen-16. der Bundesliga bzw. der 2. Bundesliga und der Dritte der 2. Bundesliga bzw. der 3. Liga (in diesem Jahr ausnahmsweise der 4., weil der FC Bayern München II nicht aufsteigen darf) aufeinander.

Der Gewinner dieses Duells erhält den 18. Startplatz für die kommende Saison in der Bundesliga bzw. in der 2. Bundesliga.

Im Falle eines Gleichstandes nach beiden Begegnungen (jeweils ein Sieg für jeden der beiden beteiligten Klubs oder zwei Unenteschieden) entscheidet die aus dem Europapokal bekannte Regelung, wonach auswärts erzielte Tore bei Gleichstand im Gesamtergebnis mehr zählen als zu Hause erzielte Treffer.

Gibt es nach Ende der regulären Spielzeit von jeweils zweimal 45 Minuten noch keine Entscheidung, folgen zweimal 15 Minuten Verlängerung. Steht auch danach noch kein Sieger fest, kommt es zu einem Elfmeterschießen.

Text: Klaus Meßenzehl
Fotomontage: ISPFD

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