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Fränkische Wässerwiesen sind bayerisches Kulturerbe

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Der Freistaat Bayern hat die traditionelle Wässerwiesennutzung an der Regnitz, Rednitz und Wiesent in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Diese seit dem Mittelalter belegte, überwiegend genossenschaftliche organisierte Form der Grünlandnutzung wird heute noch im Großraum Nürnberg/Schwabach, Erlangen und Forchheim betrieben.

Im Gebiet des Rednitztals bei Nürnberg sind es mit den stadtübergreifenden Flächen der Schwabach rund 170 Hektar, die von acht Verbänden mit jeweils drei bis 15 Landwirten bewirtschaftet werden. Bei dieser historischen Kulturtechnik wird Wasser aus den Flüssen, wie zum Beispiel der Rednitz in ein weit verzweigtes Netz an Gräben geleitet und durch die minimale Geländeneigung und mit Hilfe von kleinen Stauwehren über die Wiesen verteilt. Die sogenannten Wässerwiesen mit ihren zahlreichen Grabenstrukturen zeichnen sich neben ihrer hohen kulturhistorischen Bedeutung durch eine hohe Biodiversität aus und wirken sich gerade im Zeichen des Klimawandels sehr positiv auf das Stadtklima aus.

Wässerwiesen im Wiesengrund bei Reichelsdorf

Aufgrund des relativ großen personellen und finanziellen Arbeitsaufwands ist die Wässerwiesennutzung mit der Industrialisierung der Landwirtschaft ab Anfang des 20. Jahrhunderts deutschlandweit fast vollständig zum Erliegen gekommen. Nicht so jedoch in Franken.

Um diese nachhaltige Form der Grünlandnutzung weiterhin zu erhalten, haben das Referat für Umwelt und Gesundheit und das Umweltamt der Stadt Nürnberg schon seit vielen Jahren die Nürnberger Wässerverbände unterstützt und immer wieder auf diese kulturelle Besonderheit mitten im Stadtgebiet hingewiesen. Auch der Landschaftspflegeverband der Stadt Nürnberg e.V. unterstützt viele Landwirte bei der Pflege der Gräben.

Um die Bedeutung dieser alten Kulturtechnik noch stärker in das öffentliche Bewusstsein zu bringen, haben die Wässerverbände von Nürnberg/Schwabach und Forchheim, sowie die Wasserradgemeinschaft in Möhrendorf eine Interessensgemeinschaft gebildet, um sich gemeinsam für die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe zu bewerben. Koordiniert wurde die Antragstellung über das Umweltamt der Stadt Nürnberg mit Unterstützung des Landratsamts Forchheim, des Bürgermeisteramts in Möhrendorf und dem Amt für Denkmalpflege in Schloss Seehof.

Eine unabhängige bayerische Expertenkommission hat nun auf Grundlage der Kriterien des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes die eingereichten Bewerbungen positiv beurteilt. Mit der Aufnahme in das Bayerische Landesverzeichnis ist nun auch der Vorschlag für eine Nominierung für das bundesweite Verzeichnis verbunden.

Text: Stadt Nürnberg / let
Fotos: Stadt Nürnberg, Umweltamt

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