Basket-& Handball

Handballbundesliga: HC Erlangen – THW Kiel 21:30

Kiels Gastspiel in der Arena ein Spektakel!

Ausverkaufte ARENA NÜRNBERGER Versicherung und Nicolai Link verlängerte Vertrag.

Nico Büdel

Letztlich blieb der Handball-Club (HC) Erlangen im Heimspiel des 29. Spieltages der DKB Handball-Bundesliga ohne echte Siegchance und doch war das Gastspiel des Turnvereins Hassee-Winterbek (THW) Kiel, der nach kna-pper Halbzeit-Führung von 14:12 am Ende doch deutlich mit 30:21 siegte ein außergewöhnliches Ereignis für die Gastgeber – und da gleichermaßen für alle Mitarbeiter des Vereins wie für die Handball-Anhänger der Region: 8600 zahlende Besucher in der ARENA (darunter viele Anhänger der Gäste, die sich mit entsprechender äußerer Aufmachung als solche outeten) sorg-ten für unglaubliche (laute, aber wohlgemerkt: friedliche) Stimmung und ein ausverkauftes Haus, in dem allem Anschein nach auch wirklich alle Plätze belegt waren.

Der Spielverlauf (siehe auch “Torfolge” weiter unten) ist schnell ge-schildert:

Nach der vielumjubelten, allerdings einzigen Führung der Begegnung (4:3 nach einer Spielzeit von 5:23 Minuten), dreimaligem Zwei-Tore-Rückstand (5:7, 10:12 und 12:14), den der HCE zum 7:7 und 12:12 jeweils mit eigenen zwei Toren in Folge zweimal aus-gleichen konnte, kämpften sich die Gastgeber immer wieder beherzt zurück in die Partie. Dank ihres großen Einsatzes durften sich die Erlanger zur Halbzeit durchaus noch etwas ausrechnen und Hoffnungen haben auf mehr – ähnlich wie beim vorherigen Heimspiel gegen das Spitzenteam des SC Magdeburg, der nach 15:15-Gleichstand bei Seitenwechsel sogar mit 26:25 bezwungen werden konnte; denn ansonsten betrug der Ab-stand auf den Tabellenzweiten aus Kiel und Verfolger von Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt (der im Meisterschaftsrennen nach wie vor vier Punkte Vorsprung auf den schleswig-holsteinischen Konkurrenten verteidigt) stets nur einen Treffer.

Petter Overby

Warum also sollte der Anschluss nicht erneut gelingen?

Nach Erlanger Anwurf in Halbzeit 2 schaffte der gegen Kiel ein Mal mehr erfolgreichste Erlanger Torschütze Nico Büdel mit seinem fünften von ins-gesamt sechs Treffern tatsächlich auch den neuerlichen Anschluss zum 13:14. Danach aber legte der frischgebackene DHB-Pokalsieger 2019 (nach 24:22 gegen die Füchse Berlin im Halbfinale des Final-Four im Endspiel 28:24 gegen den SC Magdeburg) einen 5:0-Lauf hin und sorgte frühzeitig für einen Sechs-Tore-Vorsprung, der bereits so etwas wie eine Vorent-scheidung bedeutete.

Dass in diese Phase die erste Erlanger (und aus HCE-Sicht schwer zu akzep-tierende) Zeitstrafe für Petter Øverby fiel (Spielzeit 32:29) sowie der nach rund einer Viertelstunde Spielzeit für Niklas Landin Jacobsen eingewech-selte deutsche Nationaltorhüter Andreas Wolff Nico Büdels zweiten Sieben-meter parierte (34:50) und 64 Sekunden später dann auch noch Michael Haaß zwei Strafminuten wegen eines Regelverstoßes erhielt, sei keines-wegs verschwiegen. Jedenfalls erschienen die Kieler Zeitstrafen für die weit weniger zimperlichen Domagoj Duvnjak (4:21 + 42:32) sowie den Ex-Erlanger Steffen Weinhold (24:56 + 44:17), der zwei Treffer erzielte und sich im Gegensatz zu seinem früheren HCE-Mitspieler Ole Rahmel (lediglich in den letzten acht Minuten eingesetzt, aber immerhin ebenfalls einmal erfolgreich) beim THW durchgesetzt hat, weitaus berechtigter.

Nikola Katsigiannis

Und letztlich halfen selbst die Klasse-Paraden von Nikolas “Katze” Katsigi-annis im HCE-Gehäuse, die zwischen der 39. und 43. Spielminute zur fast vierminütigen Torflaute beitrugen, relativ wenig. Denn einerseits hielt eben auch THW-Keeper Wolff sein Tor mit hervorragenden Reaktionen sauber, und andererseits scheiterte Nico Büdel an der Latte des Kieler Kastens; was den 5-Tore-Lauf der Gäste im Erfolgsfall beim Stand von 13:17 hätte stop-pen können. So aber nahm das Geschehen seinen letztlich ja auch alles andere als unerwarteten Verlauf.

Erfreulich dabei war unter anderem, dass sich mit Nicolai Link ein ganz wichtiger Akteur nach seiner langen Verletzungspause auf dem Weg der Besserung befindet, Schritt für Schritt zurückfindet in die Mannschaft und ihr auch Orientierung geben kann. Das entlastet etwa Nico Büdel und vor allem macht es das HCE-Spiel unberechenbarer. Seinen drei Toren gegen den SC Magdeburg ließ der 29jährige Rückraum-Organisator, dem ver-ständlicherweise auch noch nicht alles gelang, auch gegen den THW zwei Treffer folgen in einer Phase, als das Erlanger Angriffsspiel (nicht zuletzt dank hervorragender Kieler Defensivarbeit) zu stocken drohte.

Nicolai Link hat verlängert

Nicolai Link verlängerte bis 2023

Und was angesichts des längst gesicherten Klassenerhalts von ziemlicher Bedeutung ist für den HC Erlangen: Der Verein macht weiter Nägel mit Köpfen, was die Zukunftsplanung angeht, und hat seinen Co-Kapitän über die ursprünglich aktuelle Laufzeit von dessen Vertrag bis Sommer 2020 vorzeitig um drei weitere Jahre an sich gebunden (also bis 2023 verlängert). Mit Nikolai Link, der im Januar 2012 vom TBV Lemgo kam, bleibt dem HCE eine Identifikationsfigur treu, die das Trikot des fränkischen Handball-Erst-ligisten seit nunmehr schon fast siebeneinhalb Jahren trägt. Dabei ist unbe-stritten, dass der Zwei-Meter-Riese im Erlanger Rückraum wesentlichen An-teil hat an der rasanten Entwicklung der Mannschaft. Für Trainer Aðal-steinn Eyjólfsson ist der gebürtige bayrische Schwabe aus Friedberg (Landkreis Aichach-Friedberg an der Ost-Grenze von Augsburg) eine eminent wichtige Säule im Team.

„Niko hat einen sehr wichtigen Stellenwert für unsere Mannschaft. Als Co-Kapitän geht er voran und übernimmt auf und neben dem Spielfeld viel Verantwortung”, freute sich auch Kevin Schmidt über die vorzeitige Vertragsverlängerung und belegte Nikolai Links Bedeutung etwa mit dessen Auftritt gegen den SC Magdeburg, wo er seine Qualitäten in der Abwehr und im Angriff unter Beweis stellte und “(…) uns gegen Ende des Spiels mit wichtigen Toren und einer starken Abwehrleistung den Weg zum Sieg ebnete!“

21-Christopher Bissel und 20-Nico Büdel

Der Sportliche Leiter begründete die vorzeitige Verlänger-ung zudem wie folgt: „Niko ist für unsere Fans eine absolute Identifikationsfigur und deshalb freut es uns umso mehr, dass er bis mindestens 2023 das Trikot des HC Erlangen tragen wird.“

Und Rechtshänder Link selbst, inzwischen übrigens dienst-ältester HCE-Akteur, der in seiner Erlanger Zeit zum Natio-nalspieler wurde, freut sich ebenfalls auf mindestens vier weitere Jahre beim mittelfränkischen Handball-Bundes-ligisten: „Ich fühle mich beim HC Erlangen einfach sehr wohl und bin stolz darauf, den Weg des Vereins weiterhin zu be-gleiten. Ich finde, in unserem Team steckt noch sehr viel Potenzial und deshalb freut es mich umso mehr, dazu beizutragen zu können, unsere gesteckten Ziele zu erreichen.“

Der Videowürfel zeigt den Torerfolg von Petter Overby an

Und so geht’s weiter für den HCE:

Am 9. Mai (Donnerstag, 19 Uhr) steht die Auswärts-Aufgabe bei FrischAuf Göppingen im Spielplan, ehe es weitergeht im Wochen-Rhythmus mit der Heim-Begegnung gegen SG BBM Bietigheim am 16. Mai (Donnerstag, 19 Uhr) und der Aus-wärts-Partie bei SC DHfK Leipzig am 23. Mai 2019 (Donners-tag, 19 Uhr).

Nur sechs Tage danach am 29. Mai 2019 (Mittwoch, 20:30 Uhr), das ist der Abend vor dem Donnerstag-Feiertag Christi Himmelfahrt, gastiert der MT Melsungen in Nürnberg, bevor elf Tage nach dem letzten Heimspiel des HCE in der DKB Handball-Bundesliga der Saison 2018/19 am 9. Juni 2019 (Sonntag, 15 Uhr – zeitgleich für alle 18 Mannschaften) der 34. und damit letzte Spieltag anliegt, für den HC Erlangen bei TVB 1898 Stuttgart.

Nicolai Theilinger

Die jüngste Begegnung der DKB-Handball-Bundesliga in der Statistik:

HC Erlangen – THW Kiel 21:30 (12:14)

HCE: 29 Katsigiannis (50:03 Spielminuten), 12 Skof (9:57) – 3 Theilinger (2), 7 Poser, 9 Øverby (2), 13 Haaß, 17 Kellner (3), 20 Büdel (6, davon 1 von 2 Siebenmetern verwandelt), 21 Bissel (1), 22 Mappes, 24 Murawski, 25 Schäffer (1), 33 N. Link (2), 36 von Gruchalla (2/2 7m), 46 Thümmler, 71 Schrö-der (2). / Trainer: Adalsteinn Eyjolfsson – Co-Trainer: Stefan Mittag – Sportlicher Leiter: Kevin Schmidt – Physiotherapeu-tin: Uli Rienecker.
Kiel: 1 N. Landin Jacobsen (15:09 Spielminuten), 33 Wolff (44:51), – 4 Duvnjak (1), 6 Reinkind (2), 7 M. Landin Jacobsen (4), 9 Firnhaber, 13 Weinhold (2), 17 Wiencek (3), 18 Ekberg (6, 5/5), 22 Rahmel (1), 23 Dahmke, 24 Zarabec (2), 53 Bilyk (3), 61 Pekeler (1), 65 Nilsson (5). / Trainer: Alfred Gislason – Co-Trainer: Filip JIcha – Sportlicher Leiter: Viktor Szilágyi – Physiotherapeut: Stephan Lienau.
Torfolge: nach Anwurf Kiel 0:1, bis 3:3 folgte einer Gästeführung stets der Heimausgleich, 4:3, 4:5, 5:5,5:7, 7:7, bis 10:10 wieder abwechselnd jeweils ein Gäste- und ein Heimtor, 10:12, 12:12, 12:14 – nach Anwurf HCE 13:14, 13:19, 14:19, 14:21, bis zum 17:23 wieder jeweils ein Heim- und ein Gästetreffer, 17:25, erneut abwechselns Heim- und Gästetor bis 19:26, 19:28 sowie je ein Heim und ein Gästetreffer bis zum 21:30.
Schiedsrichter: Julian Köppl + Denis Regner.
Gelbe Karten/Verwarnungen: HCE 2 = 3 Theilinger (0:42), 9 Øverby (6:21) – Kiel 3 = 7 M. Landin Jacobsen (8:59), 53 Bilyk (11:52), 17 Wiencek (16:19).
Zeitstrafen: HCE 3 x 2 Minuten = 9 Øverby (32:29), 13 Haaß (35:54), 21 Bissel (43:18) – Kiel 4 x 2 Minuten = 4 Duvnjak (4:21 + 42:32), 13 Weinhold (24:56 + 44:17).
Disqualifikation/Rote Karte: HCE keine – Kiel keine.
Auszeiten: HCE 2 = 22:14 + 38:12 – Kiel 2 = 20:22 + 52:39 (jeweils laut offiziellem Spielberichtsbogen).
Zuschauer: 8600 (zahlende in der ausverkauften und vollbesetzten ARENA Nürnberger Versicherung, laut offizieller Mitteilung des HCE + Spielberichtsbogen).

Autor: Klaus Meßenzehl
Fotos: ISPFD
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