Basket-& Handball

Basketball ProA POHF4: Nürnberg Falcons BC – MLP Academics Heidelberg 85:79

Nach Bundesliga-Aufstieg geht's nun gegen Hamburg um den Titel

Erster Heimsieg der Serie = NBC-Aufstieg in die Bundesliga!

Das war nichts für schwache Nerven:

5-Shyron Ely (HD) gegen 34-Jackson Ross Kent (N)
5-Shyron Ely (HD) gegen 31-Robert Oehle (N)

 

 

 

 

 

 

 

 

Spieler wie Offizielle und Anhänger des Nürnberg Falcons Basketball-Club feierten nach dem 85:79-Sieg trotz Halbzeit-Rückstand von 36:42 gegen die MLP Academics Heidelberg den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga!
Damit schaffte die Mannschaft von Trainer Ralph Junge, der zudem als Geschäftsführer die Geschicke der NBC Falcons lenkt (in Doppel-Funktion wie mit Doppel-Belastung …), genau zum richtigen Zeitpunkt den Ausstieg aus der Serie von ausschließlich Auswärtssiegen beim Aufeinandertreffen beider Mannschaften. Schon in der Hauptrunde der “BARMER 2. Basketball-Bundesliga Pro A”, die Heidelberg auf Platz 2 abgeschlossen hatte (also einen Rang besser als die überraschend gut platzierten Nürnberger), gelang keiner der beiden Teams ein Heimsieg – was sich in den folgenden drei Begegnungen der Halbfinal-Playoffs beider Klubs fortsetzte; bis zum Montag, dem 29. Mai 2019, an dem nach 40 Minuten reiner Spielzeit, die sich auf einen Zeitraum von 107 Mi-nuten Gesamtzeit erstreckten, um 21:17 Uhr der Jubel keine Grenzen mehr kannte und feststand, dass Nürn-bergs Sport künftig einen neuen Bundesligisten in seiner Stadt beherbergt (der ein weiterer wäre, wenn die Fußballer des 1. FCN doch noch den Klassenerhalt schaffen sollten …).

2-Niklas Würzner (HD) neben 4-Moritz Sanders (N)
5-Shyron Ely (HD) gegen 31-Robert Oehle (N)

 

 

 

 

 

 

 

 

Davor allerdings gingen die Falcons-Anhänger durch ein Wechselbad der Gefühle.

Trotz Ballgewinn zu Spielbeginn setzte es zunächst einen 0:4-Rückstand, der jedoch wettgemacht und in Füh-rungen von 7:6 und 9:7 verwandelt werden konnte. Dann aber folgte ein 9:0-Lauf der MLP Academics und der NBC kämpfte sich über das 6:19 wieder auf 16:17 heran, um nach einem Heidelberger 8:0-Lauf dann nach dem ersten Viertel doch mit einem 16:25-Rückstand in die erste Zwei-Minuten-Pause zu gehen.

Und das Wechselspiel fand seine Fortsetzung: Über 19:25 setzte es bis zur Halbzeit mehrmals 10-Punkte-Rückstände (24:34, 26:36, 30:40, 32:42), bevor der Abstand immerhin wieder verkürzt werden konnte auf 36:42.

Nürnbergs Trainer/Gf. Ralph Junge ist am Ziel

Die Ansprache von Coach Junge in der 15minütigen Pause zeitigte dafür ihre erhoffte Wirkung: Nach dem 40:42 schien der Ausgleich greifbar nah und trotz neuerlichen 9-Punkte-Rückstands (45:54) kam der NBC über 51:54 bis zum Ende des 3. Viertels wieder auf 58:59 heran.

Was dann folgte, werden Basketball-Anhänger, die dabei waren, wohl noch lange ihren Kindern und/oder Enkeln erzählen: Den erneuten 5-Punkte-Rückstand (58:63) glichen die Junge-Schützlinge zum 66:66 aus und gingen durch Sebastian Schröder, der seinen trotz Foulspiels erzielten Korb mit einem zusätzlichen erfolgreichen Freiwurf krönte, erstmals wieder in Füh-rung (69:66) und gerieten in der Folge nie mehr in Rückstand. Nachdem nun auch Heidelberg Nerven zeigte und sich Trainer Ignjatovic zu einer Auszeit gezwungen sah (die effektive Spielzeit zeigte 35:55 Minuten an), bauten die Falcons ihre Führung sogar auf 72:66 aus, um dann doch noch ein Mal den Ausgleich (72:72) hinnehmen zu müssen.

Nach 76:72-Führung geriet der NBC nur noch ein letztes Mal in Bedrängnis: Durch den vierten erfolgreichen 3-Punkte-Wurf des erfolgreichsten Heidel-bergers Niklas Würzner (insgesamt 21 Punkte, was auch den Spiel-Bestwert bedeutete). Dem 76:75 folgte dann allerdings ein 6:0-Lauf mit “Dreier” und immerhin einem Freiwurf-Punkt von Jackson Ross Kent plus Ballbesitz und Auszeit (50,7 Sekunden vor der Schluss-Sirene …) sowie fünftem Foul des Ex-Nürnbergers Dan Oppland (nach Philipp Heyden zu diesem Zeitpunkte bereits der zweite von am Ende insgesamt drei ausgeschlossenen Academics-Akteuren …) – Ishmail “Ish” Carcell Wainright sorgte mit zwei Freiwürfen schließlich für das 82:75 und die Vorentscheidung.

2-Niklas Würzner (HD) gegen 3-Marcell Pongo (N)
2-Niklas Würzner (HD) gegen 7-Nils Hassfurther (N)

 

 

 

 

 

 

 

 

Über 82:77 (mit dem zusätzlichen Freiwurf scheiterte Würzner, Heidelberg blieb jedoch in Ballbesitz …), Ball-eroberung wie Ballverlust ging es hin und her, bis Jaleen Smith als dritter MLP-Player sein fünftes Foul erhielt und dessen NBC-Pendant mit der Trikotnummer 3, Marcell Pongo, die beiden fälligen Freiwürfe unter großem Jubel des Falcons-Anhangs zum 84:77 verwandelte. Weiteren zwei Freiwürfen des Heidelbergers Shyron Ely ließ Nürnbergs Kent als Schlusspunkt zumindest einen erfolgreichen von zwei Freiwürfen zum Endstand von 85:79 und den frenetisch bejubelten Bundesliga-Aufstieg folgen.

4-Sebastian Schmitt (HD) gegen 31-Robert Oehle (N)
Trainer Branislav Ignjatovic (HD) versuchte alles, aber es hat nicht geklappt mit einem weiteren Sieg in Nürnberg

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Saison ist damit allerdings noch keineswegs beendet für die die Nürnberg Falcons:

Im Endspiel um die Meisterschaft der “BARMER 2. Basketball Bundesliga Pro A” heißt der Gegner überrasch-end Hamburg Towers. Die Hanseaten setzten sich im entscheidenden 5. Spiel beim Hauptrunden-Ersten Chemnitz Niners mit 78:72 durch und gewann so die Serie mit 3:2. Die Hamburg Towers qualifizieren sich damit erstmals in ihrer Vereins-Geschichte für die Basketball-Bundesliga.

Die erfolgreiche Aufstiegsmannschaft der Nürnberg Falcons BC um 21-Juwan Howard Parker, 7-Nils Hassfurther, 34-Jackson Ross Kent und 24-Ishmail Carzell Wainright

Die entscheidende 4. Playoff-Halbfinal-Begegnung des Nürnberg Falcons Basketball-Club (BC) in der Statistik:

Nürnberg Falcons BC – MLP Academics Heidelberg 85:79 (36:42 = 16:25, 20:17 – 22:17, 27:20)

Falcons: 3 Pongo (Einsatzzeit 29:26 Minuten / 15 Punkte), 4 Sanders (11:48 / 4), 6 Gahlert (ohne Einsatz), 7 Haßfurter (23:37 / 4), 11 Omuvwie (9:22 / 2), 13 Maier (ohne Spielzeit), 14 Schröder (20:08 / 8), 17 Bauer (ohne Einsatz), 21 Parker (6:41 / 1), 24 Wainright (33:47 / 19), 31 Oehle (31:51 / 16), 34 Kent (33:20 / 16). / Coach: Ralph Junge.
Key-Stats Nürnberg Falcons BC: Offensiv-Rebounds 13 (+/- 0), Defensiv-Rebounds 24 (+7), Assists 18 (+4), Steals 1 (-5), Turnover 14 (+3), Blocks 4 (+2), Fouls 22 (-11)
Heidelberg: 2 Würzner (Einsatzzeit 31:20 Minuten / 21 Punkte), 3 Smith (22:49 / 4), 4 Schmitt (5:42 / 2), 5 Ely (29:26 / 13), 6 Liyanage (15:34 / 2), 12 Palm (28:05 / 13), 16 Ney (22:18 / 5), 22 Heyden (17:42 / 4), 28 Aichele (ohne Einsatz), 42 Oppland (27:04 / 15). / Coach: Branislav Ignjatovic.

Schiedsrichter: Benjamin Barth (Referee) – Sven Frischmuth + Benedikt Loder (Umpires).

Verbandsbeauftragter: Jochen Böhmcker (Commissioner).

Zuschauer: 1500 (zahlende in der mit weiteren Sitzplätzen aufgerüsteten und damit absolut ausverkauften Halle am Airport Nürnberg Albrecht Dürer).

Die Playoff-Paarungen der 2. Runde = Halbfinale

NINERS Chemnitz vs. Hamburg Towers 72:78 (= Spiel 5 in Chemnitz – Serie = 2:3)
MLP Academics Heidelberg vs. Nürnberg Falcons BC 85:79 (= Spiel 4 – Serie = 1:3)

Autor: Klaus Meßenzehl
Fotos: ISPFD
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