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„Starke Stimmen“ beim 45. Bardentreffen

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In diesem Sommer erklingt es stimmgewaltig wieder im Herzen der historischen Nürnberger Altstadt

Deutschlands größtes Weltmusikfestival bei freiem Eintritt findet von Freitag bis Sonntag, 29. bis 31. Juli 2022, statt. Unter dem Motto „Starke Stimmen“ präsentiert die 45. Ausgabe des Traditionsfestivals internationale Musikgruppen, die durch ihre Vokalkunst bestechen oder in ihren Songs gesellschaftliche Missstände thematisieren. Ergänzt werden die rund 90 Konzerte auf acht Bühnen durch ein Rudelsing-Konzert, bei dem die Stimmen des Publikums gefragt sind, sowie ein Rahmenprogramm mit Tanzworkshops und Künstlergesprächen. Das veranstaltende Projektbüro im Geschäftsbereich Kultur der Bürgermeisterin rechnet mit erneut rund 200 000 Gästen an drei Festivaltagen.

„Dass die in der Pandemie vernachlässigte Kultur Stehvermögen beweist, zeigen die Erfahrungen in diesem Jahr: Kultur und Lebenslust sind offensichtlich Zwillinge: Jetzt darf die Kunst wieder ihre Stimme erheben, nachdem Singen zuletzt untersagt war. Grund genug, erstaunliche Mund-Werker und Goldkehlchen aus aller Welt beim Festival-Comeback in den Fokus zu rücken“, erläutert Andreas Radlmaier, Leiter des veranstaltenden Projektbüros. Und der künstlerische Leiter des Bardentreffens, Rainer Pirzkall, verweist dabei auf die therapeutische Wirkung des Singens als Maßnahme gegen Ängste und Stress, wie Studien bei Corona-Patienten zeigten.

Von links: Andreas Radlmaier (Leiter des Projektbüros im Geschäftsbereich Kultur), Kulturbürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner, Stefan Schindler (Vorstandsvorsitzender Sparda-Bank Nürnberg) und Rainer Pirzkall (Festivalleiter) vor dem Pfarrhaus St. Sebald

Beim Bardentreffen werden die vielschichtigen Varianten der Lauterzeugung mittels Stimmband aus über 20 Nationen vom Beatboxen bis zum Kehlkopfgesang gezeigt. Neben Latin-Grammy-prämierten Vokalgrößen wie Vocal Sampling aus Kuba, den Obertonexperten von Huun-Huur-Tu aus Tuwa, dem faszinierenden Frauenchor Sopa de Pedra aus Portugal, den Mariachi-Musikerinnen Flor de Toloache aus New York oder den Meistern des polyphonen korsischen Gesangs von L’Alba stehen auch Musikerinnen und Musiker „mit Haltung“ auf den Bühnen. Friedenaktivistin Yael Deckelbaum aus Israel zum Beispiel oder die Irin Wallis Bird, die sich für Gleichberechtigung stark macht. Mal Élevé, Ex-Frontsänger von Irie Revolte, kämpft in seinen Texten gegen Diskriminierung und Nomfusi prangert mit ihrer großen Stimme soziale Ungerechtigkeit in südafrikanischen Townships an.

Fans deutschsprachiger Liedermacher-Poesie dürfen sich auf bekannte Größen freuen: Erdmöbel stellt das in diesem Jahr erschienene neue Album „Guten Morgen, Ragazzi“ vor und Ton Steine Scherben feiert mit dem Nürnberger Liedermacher Gymmick das 50-jährige Bandjubiläum nach. Als vielversprechende Neuentdeckungen gelten der Hamburger Phil Siemers, die Singer-Songwritern Juli Gilde oder Ami Warning, die im März dieses Jahrs mit dem Deutschen Musikautorinnenpreis ausgezeichnet wurde.

Video: Ausschnitte aus der Pressekonferenz mit ersten Informationen

Die heimische Musikszene ist vertreten durch Countertenor und Kulturpreisträger Johannes Reichert im Duo mit Gitarrist Holger Stamm, Harfenistin Lilo Kraus und ihrem Weltmusiktrio sowie 16 Acts auf der Bühne der Musikzentrale am Lorenzer Platz, darunter unter anderem Elena Steri, A Tale of Golden Keys oder Leak.

Bardentreffen-Nachwuchsfans dürfen sich mit ihren Mamas und Papas auf Familienkonzerte an der Insel Schütt freuen. Geladen sind der Gorilla Club aus Köln, die Beatboxer der Razzzelbande, das Berliner Kinderliederduo Pauken und Planeten und „Volxmusikerneuerer“ David Saam mit seinem Boxgalopp aus Bamberg.

Das Bardentreffen ist seit je her für seine Teilhabe bekannt, es ermöglicht Hunderten von Straßenmusikerinnen und -musikern ihr Können darzubieten und so zum unverwechselbaren Flair des Festivals beizutragen. In diesem Jahr ist das Publikum zusätzlich zum Mitmusizieren aufgerufen: Ausdrücklich erwünscht ist die „Stimmabgabe“ bei einem großen Rudelsingkonzert am Festivalsamstag abends auf der Insel Schütt. Gemeinsam mit den Crowd-Singing-Experten der Live-Band Sing dela Sing wird das Publikum vor der Bühne Hits der Popgeschichte zum Besten geben. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, der Text wird mundgerecht mittels Beamer in das Bühnenhaus hineinserviert. „So ein Chorkonzert des Publikums mit bis zu 5 000 Stimmen hat es in der Historie dieses Festivals noch nie gegeben“, erläutert der künstlerische Leiter Rainer Pirzkall, „aber das Bardentreffen wäre nicht das Bardentreffen, wenn es derartige Experimente nicht wagen würde“. Alle sind zum Mitsingen eingeladen, egal ob mit oder ohne Singerfahrung.

Von links informieren Rainer Pirzkall (Festivalleiter), Andreas Radlmaier (Leiter des Projektbüros im Geschäftsbereich Kultur), Kulturbürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner, Stefan Schindler (Vorstandsvorsitzender Sparda-Bank Nürnberg), Sebastian Wild (MUZ) und Dr. Ursula Adamski-Störmer (BR) über das kommende 45. Bardentreffen

Wem das Mitwirken am singenden Stimmband noch nicht reicht, kann an zwei Abenden die Tanzbeine im Heilig-Geist-Saal schwingen. In Kooperation mit dem Amt für Internationale Beziehungen findet am Festivalsamstag der beliebte schottische Ceilidh statt (mit der Caulbums Ceilidh Band aus Nürnbergs Partnerstadt Glasgow), tags darauf übernehmen die Profis des Tanzhauses Erlangen die Tanzanleitung für französische Paar- und Gesellschaftstänze. Die Livemusik dazu wird präsentiert von der Gruppe BalAffaire.

Der restaurierte Kapitelsaal des Sebalder Pfarrhofs dient als idealer Ort für Künstlergespräche. In 30-minütigen Interviews erzählen Künstlerinnen und Künstler von ihrem Musikalltag, was sie motiviert, sie bewegt. Talkgäste sind Ton Steine Scherben, Dreiviertelblut, Ami Warning und die Henry Girls aus Irland. Fragen des Publikums sind ausdrücklich erwünscht.

Der Bayerische Rundfunk, Medienpartner des Bardentreffens, berichtet im Hörfunk und überträgt gemeinsam mit Arte Concerts ausgewählte Konzerte im Video-Live-Stream und On Demand. Die Sendungen „radioMitschnitt“ aus Franken sind zu hören am Samstag, 30. Juli, mit Live-Schalten zum Hauptmarkt und zur Katharinenruine sowie an den Samstagen 6., 13. und 20. August jeweils von 22.05 bis 23.00 Uhr auf Bayern 2.

Danken möchten die Veranstalter den Förderern des Bardentreffens, die gerade in Zeiten dramatisch gestiegener Infrastrukturkosten in 2022 ihre Unterstützung bekräftigt haben. Insbesondere der Sparda-Bank Nürnberg gilt mit ihrem treuen Engagement als langjährige Ermöglicherin besonderer Dank. Stefan Schindler, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Nürnberg eG, zeigt sich angesichts des bevorstehenden Kultur-Highlights in Nürnberg erfreut: „Die außergewöhnliche Stimmung des Bardentreffens inmitten der sehenswerten Nürnberger Altstadt ist die ideale Kulisse, um die Kultur und das Miteinander wieder gebührend zu feiern. In diesem Jahr wird das ohnehin einmalige Event sicher noch emotionaler, noch schöner.“ Ebenso seien die wbg Nürnberg GmbH Immobilienunternehmen erwähnt, die das Familienprogramm mit Kinderkonzerten unterstützt, sowie der Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg, das Holiday Inn und die Gema.

Das Publikum kann ebenfalls helfen, dass das Festival auch künftig bei freiem Eintritt zu erleben ist: durch den Erwerb des 132 Seiten umfassenden Programmhefts mit vielen Hintergrundinformationen und Sonderbeiträgen zum Festival oder durch eine Pin-Spende ab 5 Euro. Dafür erhält man den Festival-Pin, in diesem Jahr in Form eines silberfarbenen Schlagzeugs.

Von links: Andreas Radlmaier (Leiter des Projektbüros im Geschäftsbereich Kultur), Kulturbürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner, Stefan Schindler (Vorstandsvorsitzender Sparda-Bank Nürnberg) und Rainer Pirzkall (Festivalleiter) vor dem Pfarrhaus St. Sebald

Schwerpunkt „Starke Stimmen“

Vocal Sampling (CUB) / Yael Deckelbaum (ISR) / Mal Élevé (GER) / Wallis Bird (IRL) / The Razzzones (GER) / Sopa de Pedra (POR) / Nomfusi (ZAF) / Huun-Huur-Tu (RUS/Tuwa) / L’Alba (ITA) / Alogte Oho & His Sounds Of Joy (GHA) / Flor de Toloache (MEX, PRI) / Djazia Satour (ALG/FRA) / The Henry Girls (IRL) / Okra Playground (FIN) / Luca Bassanese & La Piccola Orchestra Popolare (ITA) / Johnny & The Yooahoos (GER) / Suonno D’Ajere (ITA) / Maija Kauhanen (FIN) / Kid Be Kid (GER) / Johannes Reichert & Holger Stamm (GER) / Gretchens Antwort (GER) / Crowd-Singing feat Sing dela Sing

Global Pop außerhalb des Schwerpunkts

Paulo Flores (ANG/POR) / Kalàscima (ITA) / Lucas Santtana (BRA) / Nina Ogot Band (KEN/FRA) / Zagala (ESP) / Son del Nene (CUB) / Loxandra Ensemble (GRE) / Ticket To Happiness (GER) / Botticelli Baby (GER) / Slatec (GER) / Csókolom (NLD) / Lilo Kraus Trio (GER) / Black Patti (GER) Songwriting aus Deutschland

Erdmöbel (GER) / Dreiviertelblut (GER) / Ton Steine Scherben & Gymmick (GER) / Fortuna Ehrenfeld (GER) / Phil Siemers (GER) / Ami Warning (GER) / Juli Gilde (GER) / Tworna (GER) / Dis M (GER) / Paul Bartsch Trio (GER)

Familienprogramm

Gorilla Club (GER) / Razzzelbande (GER) / Pauken und Planeten (GER) / Boxgalopp (GER)

Regionale Bands auf der Bühne der Musikzentrale

Hanna Sikasa / Rooms in Brucklyn / Figure Beach / Ki’Luanda / Nun flog Dr. Bert Rabe / Apanorama / The Air We Breathe / Like Lovers / Skull Sized Kingdom / Leak / Raphael Kestler / Muddy What? / Bambägga / Lilla Blue / Elena Steri / A Tale Of Golden Keys

Informationen unter: www.bardentreffen.de

Text/Titelfoto: Stadt Nürnberg
Fotos/Video: ISPFD
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