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Handball: HC Erlangen – TuS N-Lübbecke 29:22

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Wichtiger Heimsieg für baldigen Klassenerhalt

Mit der Heim-Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt (26:30) und dem anschließenden, noch deutlicheren 24:34 (7:19) beim THW Kiel hat die Bundesliga-Mannschaft des HC Erlangen die „Nord-Schwergewichte“ des deutschen Handballs hinter sich. Bevor Mitte/Ende April beim „Final Four“ des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in Hamburg mit dem aktuellen Liga-Spitzenreiter SC Magdeburg das nächste große Kaliber auf die Mittelfranken wartet, ging es im „schnöden Liga-Alltag“ erst mal um Punkte für den möglichst frühzeitigen sicheren Klassenerhalt. Und dafür waren deren zwei gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke, den stark vom neuerlichen Abstieg bedrohten Erstliga-Aufsteiger und -Rückkehrer, mehr oder weniger Voraussetzung – immerhin erledigte die Mannschaft von Raúl Alonso, dem nun in Personal-Union auch als Cheftrainer tätigen Sportdirektor, diese Pflicht-Aufgabe mit dem 29:22 (15:11)-Sieg insgesamt recht ordentlich.

5-Lutz Heiny gegen 42-Simon Jeppsson (ER)

Lediglich in der Anfangsphase der Begegnung, die nach dem Anpfiff zunächst sofort wieder unterbrochen wurde, um eine Gedenkminute für die Opfer des Krieges in der Ukraine einzulegen (wobei es erfreulich deutliche Worte der Verurteilung und der Forderung nach Frieden gab), konnten die zuletzt personell heftig gebeutelten Gäste aus dem Nordwesten der Republik Paroli bieten. Nach Erlanger Anwurf in Halbzeit 1 und 2:0-Führung (durch Christopher Bissel, der auch das 3:2 und insgesamt 7 Tore erzielte) schafften die Ostwestfalen nur zum 2:2 und dann nochmal zum 3:3 den Ausgleich, danach bauten die Gastgeber ihre neuerliche Führung sukzessive aus, gerieten allenfalls beim Stand von 7:6 und 8:7 nochmals in Bedrängnis und kamen nach 15:11 zur Pause (vor allem dank Hampus Wanne, dem allein sieben seiner insgesamt neun Treffer vor dem Seitenwechsel gelangen) in der Folge zu einem letztendlich ungefährdeten 29:22-Erfolg sowie zwei wichtigen Punkten

Für die zweifellos hoch engagierten Schützlinge des 41-jährigen TuS-Aufstiegscoaches Emir Kurtagic (1980 geboren in Sarajevo, in der damals noch zu Jugoslawien gehörenden heutigen Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, wo Mitte der 1990er Jahre ebenfalls Krieg herrschte) gab es also letztlich wenig zu holen in Nürnberg. Der Deutsch-Bosnier – mit 14 Jahren im Westen der Republik gelandet und zunächst ausgebildet in der Jugend von TuS Derschlag sowie später für den VfL Gummersbach und TV Jahn Köln-Wahn aktiv, bevor er seine aktive Karriere wegen einer Verletzung früh beendete und als Trainer ins Bergische Land zum Traditionsklub VfL Gummersbach (2011–17) zurückkehrte – räumte ein, schon „etwas mehr erhofft“ zu haben. Der Nachfolger von HCE-Ex-Coach Aðalsteinn Eyjólfsson (2017-2020 in Erlangen) beim damaligen Bundesliga-Aufsteiger TV 05/07 Hüttenberg (bis 2019) zeigte sich deshalb schon etwas enttäuscht, erkannte aber den „verdienten Sieg“ der Mittelfranken an.

Torjubel von 21-Christopher Bissel (ER)

Ólafur Stefánsson ergänzt das Trainer-Team des HCE

„Ein großes Kompliment“ machte dann Raúl Alonso seiner Mannschaft nach dem „Mörder-Programm“ gegen die Top-Teams aus Flensburg und Kiel fürs Lösen der jüngsten Aufgabe: „Ich habe von Beginn an eine klare Entschlossenheit bei meinen Spielern gesehen. Wir standen in der Deckung sehr gut und hatten mit Martin Ziemer einen sicheren Rückhalt im Tor. Dadurch sind wir gut in unser Tempospiel gekommen und haben am Ende auch verdient gewonnen.“

Das Sonderlob für Torhüter Ziemer, der vor wie nach der Pause je einen Siebenmeter vom deutschen TuS-Spezialisten Tom Luick Skroblien parierte, macht nochmal deutlich, was die Erlanger haben an ihrem bald 39-jährigen „Oldie“, den es (wir berichteten bereits) im Sommer zum Schweizer Erstliga-Spitzenreiter und voraussichtlichen Meister Kadetten Schaffhausen zieht. „Wir hätten Martin gerne neben Ferlin und Obling bei uns behalten, doch können wir auch verstehen, dass er eine neue Herausforderung sucht“, reagierte René Selke auf die Entscheidung des beim Publikum beliebten Keepers, dem er „für die Zukunft nur das Beste“ wünscht. Verbunden mit der (aktuell bestätigten) Überzeugung, dass Ziemer „bis zum Saisonende alles für den HC Erlangen geben wird“, will der HCE-Geschäftsführer „nun sehen, wer sich unserem Torwart-Team noch anschließen wird. Denn wir sehen gerade in diesen Tagen, wie wichtig es ist, drei Top-Torhüter zu haben!“.

20-Tin Kontrec gegen Torwart 1-Martin Ziemer (ER)

Bereits dem HC Erlangen angeschlossen hat sich mit Ólafur Stefánsson, Islands Ex-Nationalspieler (330 Einsätze) und viermaligem Champions-League-Sieger, ein weiterer Trainer. Einst aktiv für die damaligen Weltklasse-Teams Ciudad Real, AG København, SC Magdeburg und Rhein-Neckar Löwen, war der 48-Jährige zuletzt in seiner Heimat tätig und soll – auch dank seiner perfekten Deutsch-Kenntnisse – seine große Erfahrung insbesondere in die individuelle Entwicklung der HCE-Akteure einbringen.

Neben 21-Christopher Bissel (ER) kommt 20-Tin Kontrec zum Torwurf – den Torwart 1-Martin Ziemer (ER ) abwehrt

Hankel bleibt, von Gruchalla geht + Zechel zum Nationalteam!

Chef-Coach Raúl Alonso kann bei der täglichen Trainingsarbeit auch weiter bauen auf Thomas „Tom“ Hankel, dessen Tätigkeits-Spektrum erweitert wurde um die Leitung des NachwuchsLeistungsZentrums der Erlanger. Dort soll der demnächst 48-jährige Hankel HCE-Urgestein Tobias Wannenmacher (43) begleiten, dem als Jugend-Koordinator und Trainer der erfolgreichen Drittliga-Mannschaft mehr Freiräume zugedacht sind. Verlassen wird den Nachwuchsbereich des HC Erlangen hingegen Florian von Gruchalla, der erst kürzlich nochmals bei den Bundesliga-Profis aushalf – der 32-Jährige kehrt in seine westdeutsche Heimat zurück.

Trainer Raul Alonso (ER) instruiert seine Spieler

Nach der deutlichen Niederlage beim THW, wo Co-Kapitän Johannes Sellin (der diesmal anfangs viel „coachte“ von der Bank aus, bevor er selbst eingriff und zweimal einnetzte) krankheitsbedingt ganz fehlte und Nationalspieler wie Top-Torjäger Christoph Steinert nach seinem einzigen erfolgreichen Abschluß (per Siebenmeter) noch vor der Pause mit einem Außenbandriß im Knie vorzeitig ausschied und folglich auch gegen Nettelstedt-Lübbecke fehlte, gab’s dann noch eine erfreuliche Nachricht für den HCE: Kiels Ex-Coach Alfred Gislason berief in seiner aktuellen Funktion als Männer-Bundestrainer mit Kreisläufer Tim Zechel einen weiteren Erlanger ins Aufgebot der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) für den Lehrgang mit zwei Test-Länderspielen gegen Ungarn (19.3. in Gummersbach + 20.3.2022 in Kassel), der die im Umbruch befindliche deutsche Handball-Nationalmannschaft auf die WM-Qualifikation gegen die Färöer-Inseln („PlayOff“-Heimspiel am 13.4.2022/18:15 Uhr in Kiel) bestmöglich vorbereiten soll.

19-Yannick Dräger gegen Torwart 1-Martin Ziemer (ER). Am Boden 20-Nico Büdel (ER)

Viel Jubel brach in der „ARENA NÜRNBERGer Versicherung“ übrigens noch gegen Ende des TuS-Gastspiels in Nürnberg aus, als Stephan Seitz (mit der Trikotnummer 4, die zuletzt Florian von Gruchalle nach seiner kurzzeitigen Not-Reaktivierung trug) und kurz danach Tarek Marschall zum Einsatz kamen. Die beiden Akteure aus dem Erlanger Bundesliga-Anschlußkader (die 2. Mannschaft steht im Übrigen vor dem Gewinn der Meisterschaft, kann Regel-bedingt allerdings nicht ins Bundesliga-Unterhaus aufsteigen) dürfen wohl als ein Beleg für die gute Ausbildung und Auslese des HCE gelten.

15-Marvin Mundus kommt gegen 21-Christopher Bissel (ER) zum Torwurf gegen Torwart 1-Martin Ziemer (ER)

Nächstes Heimspiel für den HC Erlangen:

24. MÄRZ 2022 (DONNERSTAG, 19:05 UHR): HC ERLANGEN – FrischAuf! Göppingen in der „ARENA NÜRNBERGer Versicherung“ zu Nürnberg (Vorsaison 31:28 + 27:27 sowie in der Hinrunde der aktuellen Runde 2020/21 am 5.12.2021 in Göppingen 25:34 = für FAG sowie am 21.1.2022 ein Testspiel ohne EM-Teilnehmer in Göppingen 31:30 = für den HCE)

4-Stephan Seitz (ER)

Statistik der HCE-Begegnung des 23. Spieltages in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga der Saison 2021/22

HC Erlangen – TuS Nettelstedt-Lübbecke 29:22 (15:11)

HCE: 1 Ziemer (53:06 Spielminuten), 16 Sonne-Hansen (3:15) – 4 Seitz, 5 Sellin (2 Tore, beim 4. Siebenmeter für den HCE scheiterte er beim Stand von 24:17), 9 Øverby, 11 Marschall, 18 Firnhaber (2), 20 Büdel (1 Tor), 21 Bissel (7), 27 Metzner (2), 33 Link (C), 42 Jeppsson (4, scheiterte beim 1. Erlanger Siebenmeter für seine Mannschaft an 16 Aljosa Rezar), 57 Leban (1), 67 Olsson (9, davon 8 in Halbzeit 1 mit einem Siebenmeter darunter; sein 2. Versuch beim Stand von 13:8 landete am Innenpfosten und sprang aus dem TuS-Gehäuse), 96 Zechel (1) / Offizieller A: Thomas „Tom“ Hankel (= Co-/Torwart-Trainer) – OB: Raúl Alonso (= Chef-Trainer) – OC: Ulrike Rienecker (= Physiotherapeutin) – OD: Ólafur Indriði Stefánsson (= neuer, weiterer Assistent im Trainerstab).
TuS N-L: 1 Åsheim (56:34), 16 Rezar (0:39) – 3 Tokuda (1 Tor), 5 Heiny (2 Treffer), 11 Petreikis (2), 14 Strosack (2, davon 1 Siebenmeter bei 1 Versuch), 15 Mundus (4), 19 Dräger (1), 20 Kontrec (1), 22 Mrakovčić (2), 28 Nissen (2), 48 Petrovsky, 52 Luick Skroblien (5, davon 1 Siebenmeter bei 3 Versuchen) / Offizieller A: Nikola Blažičko (= Co- und Torwart-Trainer) – OB: Emit Kurtagic (= Chef-Trainer) – OC: Rolf Herrmann (Sportlicher Leiter) – OD: Dennis Finke (Physiotherapeut).
Schiedsrichter: Hanspeter Brodbeck + Simon Reich (die Vereins-Zugehörigkeit des Gespanns ist unbekannt / Wohnorte sind laut DHB-Angaben Metzingen + Reutlingen, was auf Baden-Württemberg bzw. Württemberg als zuständigen Landesverband hindeutet).
Torfolge: nach Anwurf HCE und beiderseitigen Ballverlusten machte Erlangens 21 Bissel seinen ersten Fehlwurf mit zwei Treffern in Folge zum 2:0 schnell wett und setzte nach dem 2:2 mit seinem 3:2 den dritten von vier Toren in der ersten und insgesamt sieben erfolgreichen Abschlüssen drauf, 3:3, 4:0-Lauf der Gastgeber zum 7:3, 3:0-Lauf der Gäste zum 7:6, 8:6, 8:7, zwei Erlanger Treffer hintereinander zum 10:7, 10:8, 3:0-Lauf des HCE zum 13:8, 13:9, 14:9, 14:10, 15:10, 15:11 – trotz Anwurf TuS Nettelstedt-Lübbecke gelang der Mannschaft von Raúl Alonso das 16:11, 16:12, Erlanger 3:0-Lauf zum 19:12, 19:13, 20:13, zwei TuS-Tore zum 20:15, 3:0-Lauf des HCE zum 23:15, zwei Treffer der Gäste nacheinander zum 23:17, und noch ein 3:0-Lauf der Gastgeber zum 26:17, nochmal zwei Treffer der Ostwestfalen zum 26:19, 27:19, 27:20, 28:20, noch ein letztes Mal zwei Tore in Folge für TuS zum 28:22 und schließlich der letzte Treffer der Partie zum Endstand von 29:22 für den HCE.
Siebenmeter: HCE 4, 3 vor + 1 nach der Pause / nur 1 Tor vor Seitenwechsel zum 11:8 . . . = den verletzten Erlanger 7m-Spezialisten + DHB-Nationalspieler mit der Nummer 44, Christoph Steinert, vertraten nacheinander 42 Jeppsson, 67 Olsson (der wenigstens beim ersten seiner beiden Versuche erfolgreich war) in Halbzeit 1 sowie 5 Sellin in Spielabschnitt 2 und verzeichneten allesamt je einen Fehlwurf – TuS N-L 4 / 2 Tore = je zwei vor und nach der Pause; 52 Tom Luick Skroblien verwandelte zum 3:3, scheiterte jedoch beim Stand von 11:8 + 15:11 jeweils am überragenden HCE-Keeper Martin Ziemer, während 14 Peter Strosack beim Stand von 19:12 immerhin auf 19:13 verkürzen konnte.
Gelbe Karten/Verwarnungen: HCE 2 = 42 Jeppsson (2:22) + 1 Ziemer (11:56) – TuS N-L 2 = 15 Mundus (18:18), 20 Kontrec (19:17).
Zeitstrafen: HCE 5 x 2 Minuten = 96 Zechel (8:51), 9 Øverby (33:46 + 38:26), 57 Leban (50:49), 21 Bissel (56:15) – TuS N-L 3 x 2 Minuten = 20 Kontrec (19:35), Petrovský (20:58 + 28:53).
Disqualifikation/Rote Karte: keine.
Zeitnehmer: Michael Michael Pernet (TSV Roßtal) – Sekretär: Matthias Pernet (TV Altdorf) – Technischer Delegierter: Holger Fleisch (Nellingen auf den Fildern).
Auszeiten: HCE 2 = Spielzeit 28:37 (nach dem Anschluß-Treffer der Gäste zum späteren Pausenstand von 15:11) + 52:47 (beim Spielstand von 26:18, dem ein weiteres TuS-Tor zum 26:19 folgte) – TuS N-L 3 = 8:29 (nach einem Erlanger 3:0-Lauf zum Spielstand von 6:3, den die Gastgeber mit dem 7:3 sogar noch auf vier Tore in Folge ausbauten) + 21:47 (beim Spielstand von 12:8 = nach zwei HCE-Toren hintereinander + vor dem ersten 3:0-Lauf der Erlanger, die zuvor sogar vier Treffer in Folge geschafft hatten) + 38:01 (nach einem neuerlichen 3:0-Lauf des HCE zum 19:12, den die Gäste immerhin mit dem 19:13 stoppen konnten).
Zuschauer: 3065 (zahlende) in der „ARENA NÜRNBERGer Versicherung“ – laut offiziellem Spielberichtsbogen der „LIQUI MOLY HBL“; gemäß den aktuellen „Corona“-Lockerungen des Landes Bayern mit einer Erhöhung der möglichen Auslastung bei Sportveranstaltungen (im Freien wie in Hallen) von 50 auf 75 Prozent unter der Voraussetzung, dass weiter FFP2-Masken getragen werden (müssen). Die Maximal-Grenze von 25 000 Zuschauern spielt beim Eishockey und Handball für die hiesigen Klubs im Gegensatz zum Fußball keine Rolle.

Text: Klaus Meßenzehl / „Pressedienst Nürnberg“ (PDN)
Titelfoto: Vor seinem Torwart 16-Kim Sonne-Hansen (ER) versucht 9-Petter Overby (ER) 20-Tin Kontrec am Torwurf zu hindern
Fotos: WFS / ISPFD
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