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Eishockey

Nürnberg Ice Tigers stellten mit NCP den neuen Hauptsponsor vor

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NIT mit NCP vorerst in die nächsten drei Jahre

Wolfgang Gastner (Geschäftsführer NIT) und Peter Söll (NCP Geschäftsführer)

Es ist erneut ein Unternehmen aus der fränkischen Region, das die Nürnberg Ice Tigers ab sofort als Hauptgeldgeber unterstützt: Dem Laufer Schmuckhersteller Thomas Sabo, der Aktiven wie Anhängern 2009 DEL-Eishockey in der Noris gerettet und in elf Jahren seines Engagements als Haupt- und Namenssponsor sowie zusätzlich als persönlicher Mitgesellschafter bewahrt hatte, folgt mit der “NCP Engineering GmbH”, die ihren Hauptsitz im Nürnberger Südwesten hat (direkt an der Endhaltestelle der U2 in Röthenbach bei Schweinau), nun allerdings ein Unterstützer ohne Ambitionen bezüglich einer Beteiligung am operativen Geschäft.

Peter Söll – NCP Geschäftsführer

Das sei bei der aktuellen NIT-Geschäftsführung gut aufgehoben, meinte NCP-Firmengründer Peter Söll bei der Pressekonferenz, in der den Medien die künftige Zusammenarbeit bekannt gegeben wurde. Wolfgang Gastner wiederum machte deutlich, dass die Tür für den neuen Hauptsponsor auch in dieser Hinsicht jederzeit offen stehe. Ansonsten soll der angesichts der “Corona-Krise” für die Ice Tigers besonders erfreuliche, vorerst bis 2023 abgeschlossene Vertrag mit Einnahmen im jährlich siebenstelligen Euro-Bereich (genauere Zahlen wollen weder der Verein noch der Sponsor bekannt geben) keine grundsätzliche Veränderung der bisherigen Marschroute bewirken.

Das bedeutet: Die Finanzierung des Unternehmens Deutsche Eishockey-Liga (DEL) erfolgt aus Nürnberger Sicht auch weiterhin unter der Maßgabe der Verteilung auf möglichst viele Schultern (zumindest mehr als zuvor …). Ice-Tigers-Geschäftsführer Wolfgang Gastner versprach weitere Bemühungen: “Da werden wir die Füße keineswegs still halten!” Und schätzte sich glücklich, dass der neue Hauptsponsor die Möglichkeiten, “DEL-Spitzenklubs zu ärgern”, wesentlich verbessere.

“Wir werden alles tun, um oben mitzumischen”, versicherte auch Peter Söll. Seine Firma NCP bezeichnete er im Übrigen auf Grund des Geschäftsfeldes als “Profiteur der Corona-Krise” – was vielleicht auch erklärt, dass es in diesen besonderen Zeiten überhaupt zu diesem “Deal” kommen konnte. Wiewohl der NCP-Gründer, selbst noch immer sehr sportlich, schon immer auch ein Herz hatte für den Sport.

Wolfgang Gastner (Geschäftsführer NIT) und Peter Söll (NCP Geschäftsführer) mit dem “Corona-Handschlag”

NCP-Engagement in Nürnberg: Vom Tennis nun zum Eishockey

Die Frage, ob NPC auch dann beim Eishockey eingestiegen wäre, wenn dessen vorheriges Tennis-Engagement beim Nürnberger WTA-Turnier (das die Nürnberg nach der letzten Austragung 2019 mangels Finanzierung verlor) weiter bestanden hätte, wollte Peter Söll keineswegs ausschließen. Der 71jährige Vorsitzende der NCP-Geschäftsführung, der die Verantwortung längst an seine Geschäftsführer*in Patrick Oliver Graf und Beate Dietrich übergeben hat, betonte im Übrigen seine schon immer vorhandene Begeisterung zum Eishockey. So erzählte er, als Teenager selbst auf dem Eis des Dutzendteichs aktiv gewesen zu sein: “Vor 55 Jahren gab’s Mützen als Tore und Jungs, die dem Puck hinterherjagten!”

Vor fünf Jahren orderte Söll dann für die “ARENA NÜRNBERGER Versicherung” DEL-Dauerkarten, die ihm “die Ice Tigers an Herz wachsen” ließen und offensichtlich ebenso gut ankamen im Unternehmen wie die Nachricht, dass NCP künftig auch als Hauptsponsor einsteigt. “Ich hab’s geheim gehalten und erst heute Früh eine Rundmail im Haus verschickt – die Reaktionen darauf in der Kürze der Zeit waren überwältigend”, berichtete Peter Söll im Medien-Raum der ARENA. Und er führte noch einen Grund an für das Interesse an einem Engagement im Eishockey: “Auf dem Eis geht’s zur Sache und die Zuschauer benehmen sich zivilisiert!”

Seriösität gehört ja wohl auch zur Grundlage des Geschäfts von NCP.

Das weltweit operierende Unternehmen, das – als Start-up gegründet und zum Spezialisten für Remote Access VPN Software ausgebaut – rund um den Globus zu den Technologie-Führern bei Lösungen für den sicheren Datenaustausch zählt, wirbt unter anderem mit “VPN-Lösungen vom technologischen Weltmarktführer”. Sein Gründungsjahr 1986 liegt übrigens nur zwei Jahre nach dem der “Thomas Sabo GmbH & Co. KG”, dem Vorgänger als Hauptsponsor der Nürnberg Ice Tigers, die nach 14 Jahren erstmals wieder auf einen Namenszusatz verzichten.

Nürnbergs Trainer Kurt Kleinendorst.

NIT-Trainer Kleinendorst bat noch um Bedenkzeit …

Nachdem nun ein neuer Hauptsponsor gefunden ist, rückt die übrige Zukunftsplanung wieder verstärkt in den Mittelpunkt. Dass die NIT-Verantwortlichen auch diesbezüglich fleißig waren, bewies Geschäftsführer Gastner zum Ende der jüngsten Pressekonferenz zum Thema Sponsor und berichtete auch über den Stand der Dinge in Sachen Trainer.

Manuel Kofler

Der Vertrag mit Co-Coach Manuel Kofler wurde bekanntlich bereits verlängert, der 40jährige Oberbayer aus Kolbermoor bleibt eine zweite Saison beim Nürnberger DEL-Klub. Ob sein bisheriger Chef, den er schon einige Male als hauptverantwortlicher Trainer vertrat, in der nach jetzigem Stand am 18. September beginnenden DEL-Saison seinen Vertrag ebenfalls verlängert und weiter hinter der Nürnberger Bande stehen wird, ist noch offen. Kurt Kleinendorst (seit April 2019 in Nürnberg) bat um Bedenkzeit, die ihm die Verantwortlichen der Ice Tigers gewähren.

Wolfgang Gastner – NIT Geschäftsführer

Wobei laut NIT-Geschäftsführer Gastner, der mit dem 59jährigen, in Grand Rapids im Bundesstaat Minnesota geborenen US-Amerikaner telefonisch im Kontakt über den großen Teich steht, kein anderer Klub die Alternative ist. Demnach geht es ausschließlich um die Frage “Noch ein Jahr Nürnberg Ice Tigers oder vorgezogene Rente”. Insofern scheint auch bereits jetzt festzustehen, dass Kurt Kleinendorst selbst bei einer Rückkehr in die Noris für maximal eine weitere Saison zur Verfügung steht – danach will er anscheinend spätestens 2021 auf jeden Fall in Rente gehen.

Nach der jüngsten positiven Entwicklung mit Tabellenplatz 8 zum Abschluß der DEL-Hauptrunde 2019/20 mit dem Prädikat “formstärkstes Team der letzten 15 Spiele” (was für die dann abgesagten “Play-offs” einige, leider unerfüllbare Hoffnungen bei Fans wie Offiziellen der Ice Tigers weckte …) wünschen sich die Entscheidungsträger um Wolfgang Gastner offensichtlich nichts mehr als eine Fortsetzung der Arbeit des bisherigen “K&K”-Trainer-Duos Kleinendorst/Kofler.

Für den (unerwünschten) Fall, dass es aus den USA eine Absage gibt und Kurt Kleinendorst doch nicht nochmal nach Nürnberg zurückkehrt, scheinen die Ice Tigers gewappnet zu sein. Laut NIT-Geschäftsführer steht die Alternative Gewehr bei Fuß und bringt auch die nötige Geduld auf, die Entscheidung des bisherigen Chef-Trainers abzuwarten. Ist es am Ende der jetzige “Co”?

Heftiger Umbau des Kaders: Bender/Mebus/Skille bleiben

Dass die Nürnberg Ice Tigers ihren Kader für die Saison 2020/21 stark verändern wollen, hatte der Verein mitgeteilt – demnach scheiden mindestens zehn Spieler aus, bei sechs Akteuren war/ist (wie beim Chef-Trainer) noch alles offen.

Klar sind nun immerhin drei Vertragsverlängerungen bis 2022:

Tim Bender

Tim Bender (25 Jahre), der 2018 von den Schwenninger Wild Wings in die Noris wechselte, unterschrieb bereits im März einen neuen Kontrakt bis 2022. Der gebürtige Mannheimer mit der NIT-Nummer 77 kam in der Saison 2019/20 mit fünf Toren plus 18 Vorlagen (= 23 Scorer-Punkte) als punktbester Nürnberger Verteidiger auf einen neuen persönlichen Bestwert und verzeichnet in bislang 293 DEL-Spielen 17 Tore und 73 Assists.

Oliver Mebus

Oliver Mebus (27 Jahre), 2016 von den Krefeld Pinguinen nach Franken gekommen, folgte im April und verlängerte ebenfalls um zwei Jahre bis 2022. Der National-Verteidiger (WM-Teilnahme 2018) bewährte sich bei den Ice Tigers, stieg in der abgelaufenen Spielzeit sogar zum Assistenz-Kapitän auf. In bislang insgesamt 341 DEL-Spielen verzeichnete der in Dormagen geborene “lange Lulatsch” (2,06 m bei 109 kg) mit der NIT-Nummer 22 eine Bilanz von zwölf Toren und 55 Assists (= 67 Scorer-Punkte).

Jack Skille

Jack Skille (33 Jahre), erst im Januar dieses Jahres auf Vermittlung von Chef-Coach Kleinendorst angeheuert (vorheriger Verein HC Servette Genf), verpflichtete sich im Mai ebenfalls für weitere zwei Jahre bis 2022. Der US-Amerikaner (Geburtsort: Madison, Wisconsin) hatte als auch defensiv besonders starker Stürmer wesentlich beigetragen zur Stabilisierung der Mannschaft. Der Leistungsträger mit der NIT-Nummer 29 kam in 16 Partien für die Ice Tigers auf zehn Scorer-Punkte (7 Tore, drei Assists) und ließ dabei seine ganze Erfahrung aus Genf/Schweiz, Minsk/Weißrussland (= KHL) und 374 NHL-Spielen ( Vancouver/Canada sowie unter anderem Chicago Blackhawks/USA) erkennen.

Weitere Neuzugänge sicher: Andrej Bireš + Julius Karrer

Bereits Ende April konnten die Nürnberg Ice Tigers einen Neuzugang aus der DEL2 für die DEL-Saison 2020/21 vermelden: Der Deutsch-Slowake Andrej Bireš kommt vom EC Bad Nauheim in die Noris. Der 26jährige Neffe des früheren Nürnberger Spielers und Managers Otto Sykora erhält einen Ein-Jahres-Vertrag mit einer Option für eine weitere Saison. Der Rechtsschützen-Stürmer fiel in der vergangenen Saison als Top-Scorer seiner Mannschaft auf, verzeichnete in 53 Begegnungen 29 Treffer und 18 Assists (= 47 Scorer-Punkte).

Mitte Mai wurde schließlich Julius Karrer an die Ice Tigers gebunden. Der 19jährige gebürtige Berliner kam in seiner DEL2-Premieren-Spielzeit für die Lausitzer Füchse in 41 Begegnungen auf vier Vorlagen und darüber hinaus zu acht Oberliga-Einsätzen für die Crocodiles Hamburg. Dem 1,92 Meter großen Linksschützen und früheren Nachwuchs-Akteur der Eisbären Berlin trauen die NIT-Verantwortlichen, allen voran Sportdirektor André Dietzsch (“Julius hat bei seiner Teilnahme an unserem Trainingslager 2019 in Füssen schon einen sehr guten Eindruck hinterlassen.”), einiges zu und geben dem Verteidiger aus Weißwasser, der sich für Nürnberg entschied, Zeit zur Entwicklung = einen Drei-Jahres-Vertrag bis 2023.

Text: Klaus Meßenzehl
Fotos: Werner F. Schönberger / ISPFD
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