Basket-& Handball

Basketball: BBL-Schiedsgericht verweigert NBC Lizenz für die Basketball-Bundesliga!

Dem Triumpf folgt(e) die Ernüchterung . . .

Das auf und ab ist beendet und hinterlässt große Fragezeichen

Großer Jubel herrschte nach dem sportlichen Aufstieg auch bei Trikotsponsor Bernd Keller (mitte) von planen und bauen, aber wie geht es in der neuen Saison weiter?

Was war das für (berechtigte) Freude über die Erfolge in Hauptrunde wie Play-Offs der ProA (2. Liga), die dem Nürn-berger Basketball-Club (NBC) Falcons am Ende die sport-liche Berechtigung zum Aufstieg in die Basketball-Bundes-liga bescherten – allerdings ist der Nachweis der Leistungs-fähigkeit auf dem Parkett der eine (erste) Schritt, keines-wegs jedoch der alleinige, um ins deutsche Basketball-Oberhaus aufsteigen zu dürfen. Der zweite (und mindes-tens ebenso wichtige Step für die Zulassung zur easyCredit-BBL benannten besten (ersten und höchsten) Liga ist der Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Und da hakte es bei den Nürnbergern offensichtlich vor allem wegen eines in der Stadt seit vielen Jahren bekannten Mankos: des Fehlens einer Sport- (möglichst Multifunktions-) Halle mit einem Fassungsvermögen von bis zu 4000 Besuchern.

Die ARENA NÜRNBERG neben dem Max-Morlock-Stadion (für Fußballer und Leichtathleten) erfüllt dieses Kriterium zwar (sogar mehr als gefordert, denn beim Basketball würden vermutlich um die 8000 Besucher Platz finden), scheidet aus mehreren Gründen aber aus als Alternative. Da spielt die aktuelle Auslastung (die vorzüglich ist und wenig Spielraum lässt für weitere Nutzer, die regelmäßige Termine benötigen) ebenso eine Rolle wie die Kosten.

Die BBL als durchführende Organisation des deutschen Basketball-Spitzensports führt die Bedingung eines Mindest-Fassungsvermögens als eine von mehreren Voraussetzungen und eine ganz wesentliche für die Erteilung einer Lizenz fürs Basketball-Oberhaus in ihrem Kriterien-Katalog auf, also geht daran kein Weg vorbei. Und weil sich diesbezüglich im vergangenen Jahrzehnt nichts getan hat in der größten Stadt der Metropolregion, berieten die NBC-Verantwortlichen analog den Handballern des HC Erlangen vor deren Aufstieg in die Elite-Liga ihrer Sportart über ein (zumindest vorübergehendes) Ausweichen in eine andere Stadt als Lösung. Mit dem Vorschlag Bamberg fanden die Falcons jedoch kein Gehör beim Verband, weil die Alternative Zusatzkosten aufwirft, deren in Aussicht gestellte Übernahme durch die Stadt Nürnberg an-scheinend keine Akzeptanz fand bei den BBL-Entscheidern.

Was dann allerdings schon verwundert: Dass der Vergleichs-Vorschlag des Schiedsgerichts von den Verbands-Gewaltigen so einfach abgelehnt (vom Tisch gewischt?) werden kann.

Letztendlich jedenfalls ist es nun Fakt: Das BBL-Schiedsgericht hat den Einspruch der Nürnberg Falcons end-gültig abgelehnt und die Falcons erhalten damit keine Lizenz für die easyCredit BBL – in der Konsequenz be-deutet dies, dass der NBC trotz sportlicher Qualifikation für Liga 1 in der zweitklassigen ProA verbleibt (respek-tive verbleiben muss …).

Dazu hat der Verein folgende Presse-Mitteilung abgegeben:
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Trainer/Gf. Ralph Junge (N)

Schiedsgericht sagt Nein! Nürnberg Falcons bleiben in der ProA
Nürnberg/Köln – Gewissheit für die Nürnberg Falcons und ihre Fans. Wie der Vorsitzende des BBL-Schiedsgerichts den Verantwortlichen der Falcons am Samstagmorgen mitteilte, erhält der sportliche Aufsteiger und ProA-Vizemeister der vergangenen Saison keine Lizenz für die easyCreditBBL.
Bis zuletzt hatte Falcons-Geschäftsführer Ralph Junge für eine Teilnahme-berechtigung gekämpft und auf einen positiven Ausgang des Berufungs-verfahrens gehofft – vergeblich. Nachdem die BBL gestern den Vorschlag des Schiedsgerichts ablehnte, den Falcons die Lizenz unter Bedingungen zu erteilen, berieten die Richter erneut und schicken Nürnberg nun zurück in die ProA.
„Die Enttäuschung ist riesengroß. Wir müssen die Entscheidung des Schie-dsgerichts akzeptieren, können sie aber weder nachvollziehen noch für gut heißen. Gerne hätten wir den Verein, die Spieler, Fans und Stadt für diese grandiose Aufstiegs-Saison belohnt gesehen. In Köln hat man aber offen-sichtlich andere Pläne“, so Junge. Im ganzen Verlauf der Lizenzierung seien schriftliche Zusagen und Beschlüsse der Stadt Nürnberg von Seiten der BBL angezweifelt oder als nicht belastbar genug deklariert worden.

Dank an Fans, Partner, Sponsoren und Nachbarstädte

„Wir danken den Städten Bamberg, Bayreuth und Regensburg sehr herzlich für die nachbarschaftliche Unter-stützung und dafür, uns Hallenzeiten in ihren Arenen angeboten zu haben. Auch den Verantwortlichen der ARENA NÜRNBERGER Versicherung und der Frankenhalle gilt Dank, die uns trotz des engen Kalenders Ter-mine zur Verfügung gestellt hätten. Viel Kraft und Support kam die ganze Zeit natürlich auch von unseren Fans, Partnern und Sponsoren. Wir sind noch enger zusammengerückt“, erklärt der Falcons-Chef.
Basketball-Euphorie mit in die neue Saison nehmen
Mit der Entscheidung aus Köln werden die Nürnberg Falcons nun in ihre vierte Spielzeit in der BARMER Basket-ball Bundesliga gehen. Trotz einiger Abgänge wird man den eingeschlagenen Weg weitergehen und um den Kern der Mannschaft ein schlagkräftiges, hungriges Team formen.
„Die Zeit ist hier der kritische Faktor, auch was Gespräche mit neuen Partnern anbelangt. Viele Unternehmen haben uns zugesagt, uns ligaunabhängig unterstützen zu wollen. Das zeigt, was hier in den letzten Jahren erreicht wurde. Es muss uns nun gelingen, die Basketball-Euphorie in der Stadt mit in die neue Saison zu nehmen“, so Junge.
Mit der Perspektive einer neuen Halle und der starken letzten Spielzeit mit tollen Spielen im Eventpalast, will man nun erneut eine außergewöhnliche Saison spielen und Nürnberg weiter zu einer Basketball-Stadt machen.
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Soweit die Presse-Erklärung der Nürnberg Falcons, an deren Ende der Hinweis auf eine neue Halle steht.

Auf diesem Sportplatz am Tilly-Park soll bis September 2020 die neue Sporthalle entstehen in der dann auch der NBC seine Basketballheimspiele austragen soll.
Auf diesem Sportplatz am Tilly-Park soll bis September 2020 die neue Sporthalle entstehen in der dann auch der NBC seine Basketballheimspiele austragen soll

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Multifunktions-/Sport-Halle bis 2020 am Tilly-Park?

Die Planungen dazu laufen bei der Stadt Nürnberg. Und es sieht danach aus, als ob die als Multifunktions-/Sport-Halle mit einem Fassungsvermögen von bis zu 4000 Besuchern geplante Spielmöglichkeit für Basketball und andere Sport-arten wie Handball, Hockey, Ringen, Volleyball oder Taek-wondo (vor allem Letzteres auch mit internationalen Meis-terschaften) im Westen der Stadt entstehen soll.
In einer Vorlage der Verwaltung für den Stadtrat, der da-rüber bereits beriet und wohlwollend entschied, sind auch Konzerte und Tagungen als Nutzungsmöglichkeit aufge-führt. Laut Sport-Bürgermeister Klemens Gsell (CSU) haben private Investoren bereits Interesse signalisiert.

Mit der Sport-Gemeinschaft Viktoria (SGV) Nürnberg-Fürth 1883, die das fragliche Gelände am Tilly-Park seit Jahren nutzt und noch für geraume Zeit gepachtet hat, laufen Gespräche über eine Vertragsauflösung.
Spätestens ab September 2020 soll die bis dahin zu erstellende Halle “in Stahl- oder Holzskelett-Bauweise” der neue Spielort der NBC Falcons werden.

Für die Sport-Gemeinschaft Viktoria (SGV) Nürnberg-Fürth 1883 muss eine alternative gefunden werden, wenn auf diesem Sportplatz am Tilly-Park bis September 2020 die neue Sporthalle entstehen soll in der dann auch der NBC seine Basketballheimspiele austragen soll.

Womöglich dann gerade noch rechtzeitig nach hoffentlich erfolgreichem neuerlichem Anlauf der Nürnberger Basketballer in die Bundesliga . . .

Ziel: Dauerhafte Lösung für die Nürnberger Sportvereine!

Was zwischenzeitlich für Verwunderung bis Verärgerung bei Nürnberg‘s durchaus wohlwollenden Bürger-Vertretern sorgte: In der Vorlage für die Stadtrats-Sitzung waren die Kosten für die neue Halle nur sehr vage angegeben. “Es wird von einem unteren zweistelligen Millionenbetrag aus-gegangen”, heißt es da – womit wohl rund zwölf Millionen Euro gemeint sind. Exakte Kosten wird es laut Aussage von Kämmerer Harald Riedel (SPD) in der Sitzung des Stadtrats erst nach einer Ausschreibung des Projekts geben.

Das Ziel der aktuellen Entwicklung: Ganz im Gegensatz zum zwischenzeitlich diskutierten Hallen-Provisorium neben dem “Max-Morlock-Stadion” soll mit dem Hallen-Neubau an der Tillystraße im Westen Nürnbergs zum Wohle der gesamten Sportlandschaft in der Noris eine dauerhafte Lösung entstehen!

Also geht’s weiter für die Falcons in der ProA . . .
. . . allerdings erst nach der SOMMERPAUSE ! ! !

Autor: Klaus Meßenzehl
Fotos: Werner F. Schönberger / ISPFD
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