Fußball

1. Liga: 1. FC Nürnberg – FC Bayern München 1:1

Dramatik pur in der Derby-Schlussphase!

Der Club hatte die Bayern vor einer Niederlage.

Trainer Niko Kovac (M)

Nach zuvor fünf Punkten ohne Niederlage aus drei Begegnungen und dem 0:2 (0:0) bei Bayer 04 Leverkusen lieferten die nach wie vor vom Abstieg bedrohten Profi-Fußballer des 1. FC Nürnberg am 31. Spieltag der Bundes-liga im “fränkisch-bayerischen Derby” gegen Tabellenführer und Titelver-teidiger FC Bayern München mit einem weiteren 1:1-Remis (wie schon gegen den VfB Stuttgart und Schalke 04) eine Überraschung, die nur ganz knapp an der Sensation vorbeischrammte.

Als Schiedsrichter Stieler in der 89. Spielminute nach unkorrektem Ell-bogeneinsatz des eingewechselten 18jährigen Münchners Alphonso Davies auf Elfmeter für den 1. FCN entschied, war diese Sensation greifbar nah – doch wie in dieser Saison zuvor bereits ein Mal der Schwede Mikael Ishak und gar zweimal Kapitän Behrens brachte auch Tim Leibold den Ball nicht im gegnerischen Gehäuse unter . . .

Wiewohl dieser jüngste Fehlschuss aus elf Metern noch weit unglücklicher war als die seiner Vorgänger. Vom (aus der Sicht des Schützen rechten) Innenpfosten sprang der mit dem linken Fuß getretene Ball nämlich nahezu parallel zur Torlinie ins Feld zu-rück, im schmalen Korridor zwischen FCB-Kasten und dem Körper des sich auf die richtige Seite werfenden Bayern-Keepers Sven Ulreich, der den Ball jedoch nicht erwischte und danach Glück hatte, dass ihm die Kugel nicht etwa an den Rücken prallte, was leicht zu einem (wenn auch dann unglücklichen) Eigentor hätte führen können und zu einer dann drohenden Niederlage der Münchner.

27-M. Costa Pereira (FCN) vor 27-David Alaba

Denn ob die Mannschaft von Niko Kovac nach einem 1:2-Rückstand trotz (durchaus berechtigter) fünfminütiger Nachspielzeit nochmal zurück gefunden hätte ins Gesche-hen und zum Ausgleich gekommen wäre, steht in den Sternen. Schließlich aber drohte sogar noch dem Club eine (unverdiente) Niederlage, weil Kingsley Coman nach einer Nürnberger Ecke aus der eigenen Spielhälfte heraus ur-plötzlich völlig alleine mit dem Ball aufs FCN-Gehäuse zulief. Nürnbergs Torhüter Christian Mathenia aber machte auch diese hochkarätige Gelegenheit der Gäste in der fünften und letzten Minute der Nachspielzeit zunichte und bewahrte seine Mannschaft (wie bereits einige Male zuvor) vor einem weiteren Gegentreffer und damit vor dem Verlust wenigstens eines Punktes.

Derby Nummer 78 oder 191?

Nürnbergs neuer Sportvorstand Robert Palikuca erstmals auf der Mannschaftsbank bei einem Heimspiel

Im diesmal nicht nur ausverkauften “Max-Morlock-Stadion”, das im Gegensatz zum Duell mit dem FC Schalke 04 diesmal auch wirklich den Eindruck machte, voll besetzt gewesen zu sein, vermeldete der Stadionsprecher des 1. FC Nürnberg das Gastspiel des FC Bayern als 191. Derby zwischen beiden Klubs – was auch bei “WIKIPEDIA” so dokumentiert ist, “fuss-balldaten,de” allerdings führt lediglich 78 Aufeinandertref-fen auf (siehe weiter unten).

Die Erklärung für diese Abweichung: Während “WIKIPEDIA” (wie die beteiligten Vereine) offensichtlich alle Begegnungen einbeziehen (egal ob Freundschafts- oder Pflicht-Partie), beschränkt “fussballdaten.de” die Auflistung auf offizielle Pflicht-Spiele (eine entsprechende Anfrage ist gestellt – sobald die Antwort vorliegt, werden wir die entsprechende aufklärende Information an unsere Leserinnen und Leser weitergeben)!

Als “Fränkisch-Bayerisches Derby” werden laut “WIKIPEDIA” im Übrigen Fußballspiele zwischen den beiden erfolgreichsten Vereinen im Freistaat Bayern, dem 1. FC Nürnberg (FCN) und dem FC Bayern München (FCB), bezeichnet. Das “Fränkisch-Bayerische Derby” (auch “Bayernderby” bzw. “Südderby” genannt) ist demnach mit bislang 191 Begegnungen seit 1901 nach dem ??? Mal ausgetragenen “Frankenderby”, also 1. FCN gegen SpVgg. (Greuther) Fürth, und dem ?? Mal gespielten Münchner Derby (FCB gegen TSV 1860) das am dritt-häufigsten ausgetragene Deutschlands (öfter als etwa BV 09 Borussia Dortmund gegen FC Schalke 04, das ?? Mal stattfand).

Schiedsrichter Tobias Stieler fragt 29-Kingsley Coman ob es ein Eckball für München war, oder er zuletzt am Ball war? 18-Hanno Behrens (FCN) und 8-Robert Bauer (FCN) hören wie er zugibt, dass er zuletzt am Ball war.
Schiedsrichter Tobias Stieler bedankt sich bei 29-Kingsley Coman für seine Ehrlichkeit zuzugeben, dass es kein Eckball für München war, da er zuletzt am Ball war.

Manchmal werden auch Partien zwischen anderen (alt)-bayerischen und fränkischen Mannschaften, wie zum Beispiel zwischen der SpVgg Fürth und dem TSV München 1860, als Fränkisch-Bayerisches Derby bezeichnet.

Auch Leibold mit Elfmeter-“Fahrkarte” . . .

Doch zurück zum jüngsten “fränkisch-bayrischen Derby” und den Problemen des 1. FC Nürnberg bei Elfmetern:

Die Strafstoß-Bilanz des FCN nimmt sich bescheiden aus, nur zwei von sechs Strafstößen der Bundesliga-Saison 2018/19 fanden den Weg ins gegnerische Netz. Nach Mikael Ishak (ein Fehl-Versuch) und Hanno Beh-rens (zwei Tore, zwei misslungene Ausführungen) erwischte es gegen den FC Bayern nun auch Tim Leibold mit einer “Fahrkarte” . . .

Der von 23-Tim Leibold (FCN) geschossene Elfmeter geht an den Pfosten und danach fliegt der Ball im Rücken von Torwart 26-Sven Ulreich vor der Torlinie nach rechts

Spekulationen, der 25jährige Außenverteidiger habe den Elfmeter absichtlich verschossen, um dem VfB Stuttgart zu helfen, dürfen gewiss ins Reich der Fabel verwiesen (oder als böse Unterstellung bezeichnet) werden – auch wenn der gebürtige Böblinger nach vier Jahren beim 1. FCN vor einer Rückkehr steht zu seinem Ursprungsverein, bei dem er bereits bis zur B-Jugend kickte und später für die 2. Mann-schaft (Profi-Debüt am 20. Juli 2013 = 1. Spieltag der 3. Liga in der Saison 2013/14 gegen Borussia Dortmund II).

Einen Strafstoß jedoch dermaßen zielgenau in den Sand zu setzen wie im aktuellen Fall geschehen, erscheint absolut unmöglich. Und ganz abgesehen von seiner enttäuschten Reaktion, die derlei böse Vermutungen als absurd erschei-nen lässt, hätte Tim Leibold die Verantwortung wohl eher einem anderen Spieler überlassen und wäre wohl erst gar nicht angetreten zum Strafstoß als diesen (noch dazu absichtlich) zu vergeben . . .

Der Unterschied zwischen “CLUB” und FC Bayern

8-Robert Bauer (FCN) blockt die Flanke von 29-Kingsley Coman ab

Im Gegensatz zum Niveau, das kürzlich “Schalke und der FCN” an gleicher Stätte boten (mit Bundesliga-Ansprüchen hatte das eher weniger zu tun …), schwang sich der “CLUB” gegen den Konkurrenten aus dem Süden Bayerns, der die Franken mittlerweile als Rekord-Meister und -Pokalsieger abgelöst hat, zu einer respektablen Leistung auf und bril-lierte phasenweise sogar mit gelungenen Ballpassagen. Und als gleich nach Wiederbeginn sogar die Führung gelang, war die Mehrzahl der Besucher im “Max-Morlock-Stadion” aus dem Häuschen!

Die Münchner Bayern und ihr Trainer Niko Kovac bewiesen indes auch in dieser Derby-Ausnahmesituation ihre Quali-täten (im Gegensatz zu Titel-Konkurrent Dortmund, der Schalke tags zuvor 2:4 unterlegen war …), eroberte mehr und mehr die Deutung über das Spielgeschehen und kam dank dem eingewechselten Serge Gnabry auch ergebnismäßig zurück. Was danach passierte, macht Fußball aus – mit einem möglichen Ausschlag in beide Richtungen . . .

Ein zufrieden unglücklich fragender Hanno Behrens (FCN) nach dem Schlusspfiff

Angesichts des 1:0-Sieges des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach und der 2:4-Niederlage von Borussia Dortmund im West-Derby gegen den FC Schalke 04 am selben Spieltag und Wochenende verschlechterte das Remis von Nürnberg die Situation für den 1. FCN (bei nun sogar fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsrang), während der FC Bayern seine Tabellenführung gegenüber dem BVB immerhin um einen weiteren Punkt auf zwei ausbauen konnte (dass es bei einem Sieg gar deren vier Zähler Ab-stand hätten sein können, steht auf einem anderen Blatt …)!

Und so geht’s weiter für den 1. FCN:

Am 4. Mai 2019 (Samstag, 15:30 Uhr) muss “DER CLUB” zum VfL Wolfsburg, empfängt am 11. Mai 2019 (Samstag, 15:30 Uhr), dem vorletzten Spieltag, Borussia Mönchen-gladbach und beschließt die Saison 2018/19 am 18. Mai 2019 (Samstag, 15:30 Uhr) im südbadischen Teil von Baden-Württemberg beim SC Freiburg nahe der Schweizer Grenze.

Trainer Boris Schommers (FCN) tröstet nach dem Spiel 23-Tim Leibold (FCN) – nach dessem verschossenem Elfmeter

Das aktuelle Spiel in der Statistik:

1. FC Nürnberg – FC Bayern München 1:1 (0:0)

1. FCN: 26 Mathenia – 4 Ewerton, 8 Bauer (88. 16 Ilicevic), 9 Ishak (72. 37 Tillman), 10 Kerk, 17 Löwen (82. 33 Margreitter), 18 Behrens, 23 Leibold, 27 Costa Pereira, 28 Mühl, 29 Erras / ohne Einsatz auf der Bank: 1 Bredlow – 14 Kubo, 31 Petrák, 38 Rhein / Trainer: Boris Schommers.
FC Bayern: 26 Ulreich – 4 Süle, 5 Hummels, 6 Thiago, 8 Martinez (57. 11 Rodriguez Rubio / 72. 19 Davies), 9 Lewandowski, 18 Goretzka, 25 Müller (46. 22 Gnabry), 27 Alaba, 29 Coman, 32 Kimmich / ohne Einsatz auf der Bank: 1 Hoffmann – 10 Robben, 13 Rafinha, 35 Júnior Luz Sanches / Trainer: Niko Kovac.
Tore: 1:0 27 Costa Pereira (48. – Schuss von halbrechts flach ins linke Eck nach starkem FCN-Angriff über links von 23 Leibold und 10 Kerk, den 17 Löwen mit einem Schuss abschloss, den FCB-Torhüter 26 Ulreich noch parieren konnte), 1:1 22 Gnabry (75., Heber nach Flanke von 29 Coman über den machtlosen FCN-Schlussmann 26 Mathenia).
Besonderes Vorkommnis: 23 Leibold scheitert mit Foulelfmeter am Innenpfosten des FCB-Tores (90.+1.)
Schiedsrichter: Tobias Stieler – SR-Assistenten: Matthias Jöllenbeck + Christian Gittelmann / 4. Offizieller: Dominik Schaal / Video-Assistent: Harm Osmers.
Gelbe Karten: FCN 1 = 4 Ewerton (68. – wegen Foulspiels) – FCB 2 = 19 Davies (90. – wegen Foulspiels), 4 Süle (90+5. – Grund nicht erkenn- und recherchierbar).
Gelb-Rote Karten: keine.
Rote Karten: keine.
Zuschauer: 50 000 (zahlende im ausverkauften und diesmal in der Tat vollbesetzten “Max-Morlock-Stadion”).

Nach dem verschossenen Elfmeter hat 23-Tim Leibold (FCN) nach dem Spiel vor den Clubfans noch damit zu kämpfen

Die Bilanz des 1. Fußball-Club (FC) Nürnberg gegen den Fußball-Club (FC) Bayern München
(laut “www.fusballdaten.de”)

Gesamt-Bilanz aus Sicht des 1. FCN:

78 Spiele / 16 Siege, 14 Unentschieden, 48 Niederlagen / 88:140 Tore (zuhause: 38 Sp. / 12 S, 9 U, 17 N / 60:54 T – auswärts: 40 Sp. / 4 S, 5 U, 31 N / 28:86 T).

Bundesliga-Bilanz aus Sicht des 1. FCN:

62 Spiele / 11 S, 13 U, 38 N / 63:113 T (zuhause: 31 Sp. / 8 S, 9 U, 14 N / 44:44 T – auswärts: 31 Sp. / 3 S, 4 U, 24 N / 19:69 T).

Bilanz im DFB-Pokal (1935, 2011 + 2016) aus Sicht des 1. FCN:

8 Spiele / 1 S, 0 U, 7 N / 8:17 T (zuhause: 5 Sp. / 3 S, 0 U, 2 N / 13:7 T – auswärts: 6 Sp. / 0 S, 0 U, 6 N / 5:14 T).

Bilanz in der Oberliga Süd (1960 bis 1963) aus Sicht des 1. FCN:

8 Spiele / 4 S, 1 U, 3 N / 17:10 T (zuhause: 2 Sp. / 2 S, 0 U, 0 N / 7:3 T – auswärts: 3 Sp. / 1 S, 1 U, 1 N / 4:3 T).
(laut “WIKIPEDIA”)

Gesamt-Bilanz aus Sicht des 1. FCN:

191 Spiele / 64 Siege, 37 Unentschieden, 90 Niederlagen (Stand: 28. April 2019 – jedoch oftmals erfasst ohne Quellen zum Ergebnis, sondern nur zum Gewinner bzw. Verlierer).

Autor: Klaus Meßenzehl
Fotos: ISPFD
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