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Fußball

1. FCN präsentierte neuen Sport-Vorstand

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Die Überraschung war dem Aufsichtsrat des 1. FC Nürnberg gelungen.

Nürnbergs neuer Sportvorstand Robert Palikuča

Das Kontroll-Gremium des einstigen Rekordmeisters hatte den damaligen Sport-Vorstand Bornemann im Februar 2019 entlassen, weil dieser zu Michael Köllner stand und den Chef-Trainer nicht (wie verlangt) seines Postens entheben wollte – nun, rund zwei Monate später, präsentierte Auf-sichtsrats-Vorsitzender Grethlein im Medien/Presse-Konfe-renzraum des „Max-Morlock-Stadion“ den Nachfolger: So viele Namen zwischenzeitlich auch kursierten, der des ehemaligen, in Deutschland (= Bückeburg/Niedersaschen) geborenen, kroatisch-stämmigen Fußball-Profis (bis Februar 2010), der bei Fortuna Düsseldorf zuletzt als “ Manager Lizenzmannschaft“ in der Abteilung “ Scouting & Kader-planung“ des Nürnberger Mitaufsteigers vom Vorjahr 2018 tätig war, kam überraschend.

Allerdings scheint es, als mache diese Personalie angesichts gewisser Parallelen zwischen dem Klub vom Rhein und dem Aushängeschild Frankens durchaus Sinn. Beide Vereine gehören seit Jahren (respektive Jahrzehnten …) zu jenen Aspiranten, die zwischen erster und zweiter Liga pendeln und ihrem Weg suchen mussten im deutschen Profi-Fußball.

In Erinnerung an zwar ruhmreichere, aber eben (zum Teil längst) vergangene Zeiten und vor allem ohne das große Geld, das viele Konkurrenten in der Zwischenzeit aus welchen Quellen auch immer (Erfolge, Sponsoren) beziehen konnten, mussten und müssen sie Alternativen entwickeln, wie das manch anderem Newcomer unterschiedlichster Ausgangsvoraussetzungen (wie FC Augsburg, TSG 1899 Hoffenheim oder RasenBallsport Leipzig) gelang.

Düsseldorf fand seinen eigenen Weg; etwa mit erfahrenen Trainern wie Friedhelm Funkel oder Wolf Werner, die (vor allem Letzterer) auch noch Qualitäten neben dem rein Sportlichen (= der Trainingsarbeit) besitzen. Es würde kaum überraschen, wenn Friedhelm Funkel irgendwann in ähnlicher Funktion wie der Ende Juni 2018 (nach der Rückkehr seiner Fortuna in die Bundesliga) verstorbene Wolf Werner (von 2007 bis 2014 Manager) womöglich ebenfalls in irgendeiner Funktion oder im Vorstand von Fortuna 1895 auftauchen würde. Und weil die Verantwortlichen am Rhein offensichtlich erkannten, dass viel Kleinarbeit nötig ist, um den Weg zurück ins Fußball-Oberhaus zu schaffen, suchten sie nach Mosaik-Steinchen, die dabei helfen – einer davon war wohl Robert Palikuča, den sich nun der 1. FC Nürnberg schnappte, indem er ihm einen höherwertigen Posten als in Düsseldorf anbot.

Denn, und das machte der gerade mal 40 Jahre junge, neue Sport-Vorstand trotz aller Bescheidenheit und Zurückhaltung bei seiner Vorstellung deutlich: Mit einer Personalie ist es kaum getan, weitere Verstärkungen im administrativen Bereiche müssen und werden folgen – bei den Stichworten „Chefscout“ und „Kaderplaner“ kam die Antwort auf die entsprechende Journalisten-Frage schnell, dass es keineswegs „entweder oder“ heißen soll, sondern „und“ heißen muss.

Ansonsten wählte der künftige Sport-Verantwortliche seine Worte mit Bedacht. Wie überhaupt sein Auftraten leger war und Bodenständigkeit signalisierte. Der dreifache Familienvater, dessen erster Arbeitstag bereits früh um 6 Uhr beim gemeinsamen Frühstück mit einem Video-Analysten des 1. FCN in Düsseldorf begonnen hatte, ehe die Fahrt nach Nürnberg folgte, hat sich seiner neuen Aufgabe offensichtlich voll und ganz ver-schrieben –nach entsprechender Zustimmung seiner Frau, die mit den Kindern solange pendeln soll (und wohl auch will), bis die Schulsituation der Kinder einen Umzug ermöglicht.

Seine „ganze Energie in die Arbeit legen“ will Robert Palikuča, der sich über viele Gespräche ein Bild machen und Vertrauen sammeln will, ehe es dann „möglicherweise auch zu Veränderungen kommen“ kann. „Ich bin ein Teamplayer.

Ich werde versuchen, ein Team aufzustellen, das die Ziele erreicht, die wir uns setzen“, beschrieb sich der neue Mann selbst und outete sich als „großer Fan einer breiten Aufstellung mit guten Leuten, die sich mit der Aufgabe identifizieren, die im Team arbeiten können, die meinungsstark sind, die Workaholics sind, die Erfolg haben wollen!“

Erster offizieller Auftritt im Max-Morlock-Stadion – Nürnbergs neuer Sportvorstand Robert Palikuča

Diese Aussagen lassen den Schluss zu, dass Robert Palikuća eine (von vielen für erforderlich gehaltene) Strukturreform in der sportlichen Leitung des 1. FC Nürnberg für unbedingt nötig hält. Das wiederum zeigt Parallelen auf zur Situation von Fortuna Düsseldorf vor neun Jahren, als der Klub ge-rade mal 15, 16 Mitarbeiter hatte und entsprechende Ver-änderungen zum Erfahrungsschatz des neuen Nürnberger Sport-Vorstandes hinsichtlich einer breiteren Aufstellung eines Vereins gehören.

Spielersuche in der Slowakei und Tschechien

Durchaus konkreter wurde Palikuća bezüglich der Kader-planung. „Man muss schnell sein, wenn man nicht die nötigen Mittel hat“, erklärte der neue Sport-Vorstand. Potentielle Neuzugänge sind demnach „Spieler, die sowohl das Zeug haben sofort wieder aufzusteigen als auch Spieler, die die Klasse halten. Spieler, die zu diesem Verein passen, die zu dieser Stadt passen.“ Am Beispiel Düsseldorfs, das etwa in Nachbarländern wie etwa Belgien verstärkt auf Spielersuche ging, kommen laut Robert Palikuća für den 1. FCN über das direkte Umland hinaus Märkte wie die Slowakei und Tschechien besonders in Frage.

Ob der aktuelle Interims-Trainer Boris Schommers eine Zukunft hat beim „Club“, blieb offen. In der jetzigen Saisonphase sei es ungünstig, solche Diskussionen zu führen: „Man darf da die Konzentration nicht stören. Es wäre fahrlässig, da jetzt einzugreifen.“ Und gerne würde sich Palikuća da noch länger Zeit lassen (müssen) – etwa auf Grund einer Verlängerung der Rest-Saison auf sieben Begegnungen (über die restlichen fünf Bundesliga-Partien hinaus also inklusive zweier Relegationsspiele …)!

Diese Hoffnung sieht der neue Sport-Vorstand untermauert durch die Art und Weise, wie sich Spieler jüngst öffentlich darstellten: „Es gibt da eine sehr positive Entwicklung. Man sieht das auch an der Körpersprache, an den Interviews, die die Jungs in letzter Zeit gegeben haben. An der Art und Weise, wie sie die Spiele angehen.“
Als Ziel sieht Palikuća: „die Erwartungshaltung, dass sich der Verein mittelfristig in der Bundesliga etablieren kann.“ So hatte sich übrigens auch Marketing-Vorstand Niels Rossow im Januar geäußert, als er gewählt wurde. Der neue Sport-Vorstand indes erweitert diese Philosophie noch: „Es geht darum, eigene Nachwuchs-spieler heranzuführen und zu Profis auszubilden, aber auch die, die es nicht schaffen, zu guten Menschen heranzuziehen und der sozialen Verantwortung gerecht zu werden, die ein Verein hat.“

Mit seinem Auftreten hinterließ Robert Palikuča keineswegs nur bei den offiziellen FCN-Medien einen positiven Eindruck.

Ein etwaiges Nachtreten irgendwelcher Art gegen Vorgänger blieb völlig aus, verweigerte dies in einem Punkt sogar ausdrücklich. Messen lassen wird sich der 4o-Jährige indes, das weiß er selbst wohl wie jeder andere (wenn nicht gar noch besser …) kaum an Worten, sondern an Taten (und Erfolgen …)!

Autor: Klaus Meßenzehl
Fotos: ISPFD
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