Fußball

2. Liga: SpVgg. Greuther Fürth – SG Dynamo Dresden 0:0

Torlos im Nachholspiel aus Runde 25 und einen Rang hoch geklettert!

0:0 zwischen Fürth und Dresden, also keine Einschläge in Gegners Tor – ist das gleich bedeutend mit einem langweiligen Fußballspiel?

Das muss keineswegs eine zwangsläufige Folge sein!

33-Paul Seguin (FÜ) gegen Torwart 1-Markus Schubert
10-Daniel Keita-Ruel (FÜ)

Zugegeben, beim zwei-ten Anlauf der Zweitliga-Begegnung der Fürther gegen Dresden, die beim ersten Versuch am Sonn-tag, den 10. März 2019, den damaligen Unwet-ter-Warnungen zum Opfer fiel und kurzfristig abgesagt wurde, spielte sich viel zwischen den beiden Strafräumen ab. Und es klappte beileibe nicht alles, was die Akteure auf dem Rasen so alles versuchten, um den Gegner entscheidend auszuspielen. Wer die Partie aber als schlecht empfand, sollte sich (hinter)fragen, ob er nicht vielleicht das Bemühen beider Mannschaften einerseits und die entsprechende engagierte, oftmals auch kluge Reaktion der Gegenseite verkennt.

Ganz abgesehen davon, dass es immer wieder mit viel Tempo häufig hin und her ging.Teils individuellen Fehlern geschuldet, teils aber auch Ballverlusten, die der Gegner erzwang.

Dass dabei ein Chancenplus bei den Gastgebern lag, lässt die Punkteteilung für die Gäste aus Dresden vielleicht etwas glücklich erscheinen – die Bezeichnung völlig unverdient indes wäre dann doch zu hart.

Trainer Cristian Fiel (DD)
Trainer Stefan Leitl (FÜ)

Wiewohl sich Dynamo-Trainer Fiel bei der Pressekonferenz etwas kritischer mit seiner Mannschaft auseinander-setzte (“Zu oft der falsche Pass, die falsche Entscheidung …”) als Stefan Leitl mit seinen Schützlingen, denen er “losgelöst vom Ergebnis eine sehr gute Leistung” bescheinigte – auch wenn er am Ende zwei Punkte zu wenig auf der Habenseite sah . . .

Was den Fürther Coach nicht davon ab-hielt, öffentlich seiner Freude darüber Ausdruck zu verleihen, dass Cristian Ra-mon Fiel Casanova (so der volle Name des in Esslingen am Neckar geborenen, 38jährigen Deutsch-Spaniers) inzwisch-en vom Spieler- zum Kollegen auch außerhalb des Spielfeldes und noch dazu auf selber Ebene geworden ist. “Dir, Cristian, alles Gute – ich freu’ mich sehr, dass Du Trainer geworden bist!”, verabschiedete sich der nur gut zweieinhalb Jahre ältere Fürther Fußball-Lehrer außergewöhnlich herzlich von seinem Dresdner Pendant Fiel (er war nahezu zeitgleich wie Leitl in Fürth im Februar 2019 zum allerdings bereits zweiten Mal in der laufen-den Spielzeit bei Dynamo Cheftrainer geworden, Ende August 2018 als Nachfolger von Uwe Neuhaus und nun von Maik Walpurgis, der seinem späteren Nachfolger Fiel als Interimstrainer im Sommer gefolgt war …).

Noch mehr gefreut hätte sich Buric-Nachfolger Leitl indes vermutlich darüber, wenn wenigstens eine der beiden größten eigenen Tormöglichkeiten zum Erfolg geführt hätte. Als da waren der Kopfball von Daniel Keita-Ruel (26. Spielminute) nach Links-Flanke vom linken Flügel von David Raum, der den verletzten Maxi-milian Wittek keineswegs nur in dieser Situation außergewöhnlich gut ersetzte, und der Pfostenschuss von Kapitän Marco Caligiuri (61.) – der Innenverteidiger hatte den Konter über Keita-Ruel und Julian Green, die beide nach ihren Abspielen “abgeräumt” wurden, aus 15 Metern Entfernung an den linken Pfosten gesetzt, nachdem der Schuss von Sebastian Ernst geblockt worden war.

10-Daniel Keita-Ruel (FÜ) und 4-Jannis Nikolaou
37-Julian Green (FÜ) gegen 2-Linus Wahlqvist

Dem stand als beste Dresdner Chance jene Aktion gegenüber, die ebenfalls am Pfosten endete (79.): Dabei ver-passte der eingewech-selte Erich Berko aller-dings mit seinem Schuss aus 16 Metern nicht nur selbst das Fürther Tor, sondern verhinderte mit der Annahme des Pass-es, der auch einen Mitspieler erreicht hätte, der dann alleine vor SpVgg-Tor-hüter Burchert aufgetaucht wäre, womöglich ein Dynamo-Tor und damit noch mehr als den einen Punkt, den die Gäste wie ihre Gastgeber schließ-lich verbuchen durften . . . – im Kampf um den Klassenerhalt indes half die Punkteteilung beiden Klubs.

11-David Raum (FÜ) gegen 9-Lucas Roeser

Und die zahlreichen Fans der Sachsen, die die Besucherzahl im “Ronhof” erheblich aufstockten (= mit 12 560 fünfstellig – und das an einem Wochentag), jubelten ihren Helden, die sie vor Spielbeginn und über die gesamte Spielzeit lautstark unterstützt hatten, glücklich und zufrieden zu. Dass sie sich bei der Verlesung der Fürther Aufstellung mit beleidigenden Namensbezeichnungen der gegnerischen Spieler daneben benahmen, steht indes im krassen Gegensatz dazu, wie sich (zumindest ein Teil dieser Anhänger) im März nach der Spielabsage verhalten hatten: Damals waren Dynamo-Schlachtenbummler nicht auf kürzestem Weg zurück nach Dresden gefahren, sondern hatten erst ein Amateurspiel in Vach besucht und den ASV angefeuert sowie auf dem weiteren Weg nach Hause gen Norden später noch einen Stopp gemacht in Bayreuth, wo sie die heimische SpVgg (sinnigerweise in den gleichen Vereinsfarben gelb und schwarz …) unterstützten; in beiden Fällen mit keinerlei negativen Begleiterscheinungen!

Ruhig blieb es auch nach dem 0:0 in Fürth. So wie das immer sein soll(te) . . .

17-Fabian Reese (FÜ) gegen 28-Baris Atik und 10-Aias Aosman

Und so geht’s weiter:

Das 3. Heimspiel in Folge innerhalb von acht Tagen bescher-te der SpVgg. Greuther Fürth nach dem Nachholspiel aus Runde 25 gegen Dynamo Dresden am 7. April 2019 in Run-de 28 laut regulärem Spielplan den SV Darmstadt 98 als Gegner.

Danach geht die Reise am 14. April 2019 (Sonntag, 13:30 Uhr) zum VfL Bochum 1848, gefolgt von der Heim-Begeg-nung am 20. April 2019 (Oster-Samstag, 13 Uhr) gegen den 1. FC Union Berlin und dem Gastspiel am 27. April 2019 (Samstag, 13 Uhr) beim 1. FC Magdeburg.

Am 6. Mai 2019 (Montag, 20:30 Uhr), dem 32. und drittletzten Spieltag der Saison 2018/10 der 2. Fußball-Bundesliga, gibt dann der derzeitige Spitzenreiter 1. FC Köln seine Visitenkarte ab im Sportpark Ronhof – Thomas Sommer, ehe die beiden letzten Runden jeweils zeitgleich für alle Mannschaften ausgetragen werden – für Fürth mit einer Auswärts-Begegnung am 12. Mai 2019 (Sonntag, 15:30 Uhr) beim FC Erzgebirge Aue und der abschließenden Heim-Partie am 19. Mai 2019 (Sonntag, 15:30 Uhr) gegen den FC St. Pauli aus der Hanse-stadt Hamburg.

10-Daniel Keita-Ruel (FÜ) und 3-Dario Dumic

Das Nachholspiel des 25. Spieltags der 2. Bundesliga in der Statistik:

SpVgg Greuther Fürth – SG Dynamo Dresden 0:0

Fürth: 30 Burchert – 5 Magyar, 10 Keita-Ruel, 11 Raum, 13 Caligiuri, 15 Ernst, 20 Atanga, 24 Sauer, 27 Redondo (65. 17 Reese), 33 Seguin, 37 Green (76. 23 Jaeckel) / ohne Einsatz auf der Bank: 1 Funk – 21 Omladic, 22 Maloca, 31 Steininger, 38 Bauer / Trainer: Stefan Leitl.
Dresden: 1 Schubert – 2 Wahlqvist, 3 Dumic, 4 Nikolaou, 5 Burnic, 9 Röser (67. 14 Koné), 10 Aosman, 11 Duljevic (67. 40 Berko), 22 Möschl, 23 Ballas, 34 Löwe (51. 28 Atik) / ohne Einsatz auf der Bank: 24 Wiegers – 7 Kreuzer, 18 Müller, 26 Gonther / Trainer: Cristian Fiel.
Tore: keins/keine . . .
Schiedsrichter: Arne Aarnink – Assistenten: Eric Müller + Andreas Steffens / 4. Offizieller: Marcel Schütz.
Gelbe Karten: Fürth 1 = 23 Jaeckel (86., wegen Foulspiels) – Dresden 1 = 34 Löwe (46. wegen Foulspiels).
Gelb-Rote Karten: keine.
Rote Karten: keine.
Zuschauer: 12 590 (zahlende im Sportpark Ronhof Thomas Sommer).

28-Baris Atik vor 15-Sebastian Ernst (FÜ)

Die Bilanz der Spielvereinigung (SpVgg) Greuther Fürth gegen die Sportgemeinschaft (SG) Dynamo Dresden:
(siehe auch “www.fussballdaten.de”)

Gesamt-Bilanz aus Sicht der SpVgg (Greuther) Fürth:

14 Spiele / 7 Siege, 4 Unentschieden, 3 Niederlagen / 19:12 Tore (zuhause: 7 Sp., 5 S, 1 U, 1 N / 10:2:T – auswärts: 7 Sp. / 2 S, 3 U, 2 N / 9:10 T). Ausnahms-los fanden alle Begegnungen in der 2. Bundesliga statt!

Autor: Klaus Meßenzehl
Fotos: ISPFD
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