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Fußball

Liga 1: SpVgg. Greuther Fürth – RB Leipzig 1:6

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Ernüchterung folgt Aufbau durch „Kleeblatt“-Fans

So wie der nicht enden wollende Krieg in der Ukraine unter Fried-liebenden Menschen für immer neues Entsetzen sorgt, machte sich bei der SpVgg Greuther Fürth nahezu im selben Zeitraum Ernüchterung breit: Dem 1:1 gegen den 1. FC Köln (damit sechs Heimspiele in Folge ohne Niederlage, mit je drei Siegen und Unentschieden = zwölf von möglichen 18 Punkten) folgte eine 1:2 (0:1)-Niederlage beim vorjährigen Mit-Aufsteiger VfL Bochum1848, der neben seinen beiden Treffern (35. + 71. Spielminute) per Eigentor auch den zwischenzeitlichen Fürther Ausgleich (64.) übernahm – und gegen effektive wie spielstarke Leipziger von RasenBallsport nach der frühen Führung durch Jamie Leweling (4.) eine 1:6 (1:4)-Niederlage, die bereits zur Pause kaum mehr abzuwenden war.

40-Jamie Leweling (FÜ) nach seinem Tor 1:0-Führung

Zu deutlich waren die Unterschiede auf individueller wie mannschaftlicher Ebene zwischen dem Vorjahres-Vizemeister und dem Tabellenletzten, für den die vage Hoffnung auf den nach mißlungenem Saisonstart lange Zeit ohnehin völlig fernen Klassenerhalt wieder zunehmend schrumpft. Was sich übrigens bereits vor der Begegnung darin ausdrückte, dass neben dem zuletzt ganz fehlenden, nun aber wieder auf die Bank der potenziellen Einwechselspieler zurückgekehrten früheren Stamm-Torhüter und Vize-Kapitän Sascha Burchert gerade mal noch fünf Feldspieler Platz nahmen – die dann auch alle zum Einsatz kamen (kommen mussten).

Wenn die Niederlage, die ihren Grund kaum alleine im Fehlen der zuletzt starken Sebastian Griesbeck (gesperrt nach seiner 5. Gelben Karte von Bochum) und Jeremy Dudziak (verletzt) haben konnte, dennoch schmerzt, steht dies auf einem anderen Blatt. „Ich bin sehr enttäuscht, dass unsere Heimserie so zu Ende gegangen ist“, machte der nach wie vor (und völlig zurecht) außerhalb jeder Kritik stehende Chef-Trainer Stefan Leitl aus seinem Herzen keine Mördergrube, sondern haderte insbesondere angesichts des guten Starts in die Partie in Form des frühen 1:0 ganz offen mit mangelnder Gegenwehr seiner Schützlinge in der Folge: „Wenn man danach so tief steht wie wir, dann muss man in der eigenen Hälfte in die Zweikämpfe kommen, sonst hast du keine Chance gegen solche Mannschaften wie Leipzig.“

10-Emil Forsberg schickt den Ball zur 2:1-Führung für RBL auf den Weg

„Anheizer“ Heißmann + beeindruckende Leipziger Qualität

Wie die Sachsen nach dem „Anheizen“ vor Spielbeginn durch den fränkischen Entertainer Volker Heißmann, der mittlerweile Vize-Präsident der Spielvereinigung ist und diesmal als Vertreter für den wegen „Corona“-Quarantäne ausgefallenen etatmäßigen Stadionsprecher Julian Pecher einsprang, sowie ebenfalls durchaus gutem Beginn trotz des Rückstands im gegenseitigen Kräfte-Verhältnis ihre Qualitäten aufs Spielfeld brachten, war dann doch einigermaßen beeindruckend. Mag das 1:6 auch dem Spielverlauf (Ballbesitz 47:53 Prozent aus Fürther Sicht) nicht ganz und dem Torschuss-Verhältnis (7:12 = jeder zweite RB-Abschluß landete im „Kleeblatt“-Kasten) noch weniger entsprochen haben, die Effizienz lag eindeutig auf Seite der Gäste. „Man kann definitiv gegen Leipzig verlieren“, räumte Fürths Chef-Coach auch ein, „aber nicht 1:6 zu Hause. Wir müssen in den nächsten Wochen wieder mit anderer Energie auf den Platz kommen und uns mit unseren Mitteln besser wehren!“.

Fuerths Torwart 26-Andreas Linde muss dem von 18-Christopher Nkunku geschossenen Ball zur 6:1-Führung für RBL hinterhersehen

Domenico Tedesco („Unser Spielbeginn war aus meiner Sicht gar nicht so schlecht – wir haben zügig verlagert, hatten ein gutes Tempo.“) freute sich, dass nach dem Rückstand „und dem einen oder anderen Konter der Fürther“ eine „Nachjustierung in der Restverteidigung“ fruchtete und es zudem gelang, „relativ früh das 1:1 zu machen“ und damit die Wende einzuläuten. Wobei das schnelle Zurückkommen auf die Ergebnis-Anzeige weniger Glück entsprach als dem Können der „RasenBallsportler“, die sich dann im weiteren Verlauf immer deutlicher durchsetzten.

18-Marco Meyerhöfer (FÜ) gegen 33-Andre Valente da Silva

Fürths Kapitän Branimir Hrgota empfand die Niederlage nach gutem Start ebenfalls als „sehr bitter“, fügte seiner Aussage („Das tut sehr weh.“) dennoch einen kämpferischen Ausblick hinzu: „Wir müssen das Spiel jetzt abhaken, uns bei den Fans auch bedanken, dass sie uns nach so einem schweren Spiel trotzdem unterstützen.“ Was die „Kleeblatt“-Anhänger insbesondere in der Nord-Kurve in der Tat nach einem kurzen Schock-Moment taten und ihre Aufstiegs-Helden mit anhaltendem Applaus schnell wieder aufzumuntern versuchten.

2-Mohamed Simakan schickt den Ball per Kopf zur 5:1-Führung für RBL auf den Weg

Dank von Hrgota + Leweling an die eigenen Anhänger

Das empfand auch Torschütze Leweling als aufbauend: „Es tut auf jeden Fall gut, dass die Fans auch nach so einer harten Niederlage hinter uns stehen.“ Der seit knapp einem Monat 21-jährige Stürmer versprach nach dieser wohltuenden Aufmunterung: „Wir wollen jetzt die letzten Spiele noch so gut wie möglich bestreiten. Wir sind eine gute Truppe, verstehen uns alle gut und am Samstag gegen Freiburg werden wir es wieder besser machen.“

18-Christopher Nkunku gegen 4-Maximilian Bauer (FÜ)

Wer dann in der Start-Elf stehen wird, dürfte interessant zu beobachten sein. Denn die jüngste Kritik der SpVgg-Offiziellen – von Trainer Leitl wie auch Sportdirektor Rachid Azzouzi, der in „Blickpunkt Sport“, der Sonntagabend-Sendung des Bayerischen Fernsehens, dem fränkischen Moderator Markus Othmer zeitnah nach dem Abpfiff Rede und Antwort stand – zielte weniger bis gar nicht ab auf die Aufstiegs-Helden ihres Kaders als vielmehr in Richtung von Neuzugängen, die sich nur in wenigen Fällen als echte Verstärkungen erwiesen haben. Mit dem diesmal Gelb-gesperrten Defensiv-Akteur Griesbeck sollte einer der in dieser Saison Neuen auf jeden Fall gleich wieder zurückkehren und Offensiv-Mann Jeremy Dudziak dürfte, so denn dessen Achillessehnen-Probleme bis zum nahtlos folgenden neuerlichen Heimspiel gegen den SC Freiburg behoben sind, ebenfalls eine Alternative und voraussichtliche Verstärkung sein.

10-Emil Forsberg gegen 18-Marco Meyerhöfer (FÜ)

Derweil machte mit Maximilian Bauer, der bereits 2014 als 14-Jähriger von der SpVgg Grün-Weiß Deggendorf in die Jugend der SpVgg Greuther Fürth wechselte, einer der zuletzt ausgebooteten Stammspieler der Aufstiegs-(Vor)Saison in der Schlußphase der 1:6-Pleite gegen Leipzig noch unliebsame Bekanntschaft mit der Robustheit seines eingewechselten Gegenspielers. Gerade mal drei Minuten, nachdem Yussuf Poulsen das Spielfeld betreten hatte, rumpelten der in Kopenhagen geborene Däne und der gebürtige Niederbayer aus Windorf respektive Vilshofen zusammen (73.). Beide mussten behandelt werden, während die Gastgeber Dickson Abiama und Tobias Raschl einwechselten – doch während Dänemarks Nationalspieler Poulsen zurückkehren konnte, musste der deutsche U21-Auswahlakteur Bauer, der Fürth nach Saisonende verlassen und beim FC Augsburg anheuern wird, mit einer offensichtlich doch schwerwiegenderen Gesichtsverletzung vom Platz geführt werden und schließlich ganz passen; was schließlich auch Simon Asta noch seinen Einsatz bescherte.

24-Nick Viergever (FÜ) vor 33-Andre Valente da Silva

Nächstes Heimspiel für die SpVgg Greuther Fürth:

27. SPIELTAG – 19. MÄRZ 2022 (SAMSTAG, 15:30 UHR): SpVgg GREUTHER FÜRTH – SC Freiburg im „Sportpark Ronhof | Thomas Sommer“ (Hinrunde der aktuellen Runde 2021/22 am 30.10.2021 in Freiburg 1:3 = für den SCF; kein Pflichtspiel in der Vorsaison – letzte Aufeinandertreffen davor in der Saison 2015/16 der 2. Fußball-Bundesliga 2:3 + 2:5 = jeweils für die Breisgauer)

Statistik zum Punktspiel der 26. Runde der Saison 2020/21 in der Fußball-Bundesliga

SpVgg Greuther Fürth – RasenBallsport Leipzig 1:6 (1:4)

SpVgg: 26 Linde – 4 Bauer (75. 2 Asta), 10 Hrgota (C = Kapitän/Spielführer), 13 Christiansen, 15 Willems (46. 27 Itter), 16 Nielsen (74. 11 Abiama), 18 Meyerhöfer, 24 Viergever, 33 Seguin (74. 20 Raschl), 37 Green (46. 21 Tillman) 40 Leweling / ohne Einsatz auf der Bank: 30 Burchert – kein weiterer Feldspieler auf der Bank (und damit in der Hinterhand), da die Liste der Einwechsel-/Ersatzspieler mit lediglich fünf Akteuren am Ende vollkommen erschöpft war / Chef-Trainer: Stefan Leitl.
RBL: 1 Gulacsi – 2 Simakan, 3 Angeliño (70. 38 Novoa Ramos), 4 Orbán, 8 Haidara (60. 17 Szoboszlai), 10 Forsberg, 18 Nkunku (70. 9 Poulsen), 27 Laimer (78. 14 Adams), 32 Gvardoil (60. 23 Halstenberg), 33 Valente da Silva, 39 Henrichs / ohne Einsatz auf der Bank: 13 Tschauner, 31 Martínez Riera (= ungewöhnlicherweise gleich zwei Ersatz-Torhüter) – 16 Klostermann (er stand auf dem offiziellen Spielberichtsbogen noch in der „ersten Elf“, verletzte sich jedoch beim Aufwärmen + wurde kurzfristig durch 32 Gvardoil ersetzt), 22 Mukiele / Trainer: Domenico Tedesco.
Tore: 1:0 40 Leweling (4. Spielminute = Schuß mit dem linken Fuß aus rund sieben Metern Entfernung knapp außerhalb der 5m-Raum-Kante an den Innenpfosten des kurzen Ecks, nachdem sein Querpaß auf 16 Nielsen zunächst geblockt worden war von Leipzigs 4 Orbán, der den Ball anschließend durch die Beine bekam – eingeleitet hatte den Angriff über die rechte Seite SpVgg-Verteidiger 18 Meyerhöfer nach Balleroberung mit seinem Steilpaß entlang der rechten Seitenlinie, wo sich der Torschütze der seine Tor-Ausbeute in der laufenden Saison auf 5 erhöhte, im Laufduell mit 8 Haidara durchsetzte), 1:1 33 Valente da Silva (17. = ebenso platzierter wie scharfer Kopfball des Portugiesen zu dessen 10. Saisontor aus sechs Metern Torentfernung nach paßgenauer Flanke von 3 Angeliño von der linken RB-Angriffsseite), 1:2 10 Forsberg (32. = platzierter Schuß aus knapp 25 Metern in Höhe des aus Schützensicht linken Pfostens des Fürther Gehäuses aufs rechte Ecke, wobei sein Mitspieler 33 Valente da Silva SpVgg-Keeper 26 Linde die Sicht nahm – vorausgegangen war ein kurz gespielter Eckball von 3 Angelino auf 18 Nkunku, der den Torschützen bediente), 1:3 27 Laimer (34. = Lupfer mit dem rechten Fuß aus rund sieben Metern vom Eck des 5m-Raums über den entgegenstürzenden Fürther Torhüter 26 Linde, nachdem 18 Nkunku einen Freistoß des Fürthers 37 Green am eigenen Strafraum mit dem Kopf abgewehrt und damit Mitspieler 33 Valente da Silva erreicht hatte, der nach Doppelpass mit 3 Angeliño nahezu exakt vom äußersten rechten Punkt der Mittellinie auf den durchgestarteten 18 Nkunku passte, dessen Vorlage per Kopf aus 27 Metern Torentfernung der rechts mitgelaufene = hinterlaufende Torschütze am Strafraum perfekt an- und mitnahm sowie clever und gekonnt verwandelte), 1:4 39 Henrichs (45. = Dropkick mit der Innenseite des rechten Fußes inklusive Rutscheinlage aus ebenfalls rund sieben Metern und nahezu gleicher Position wie zuvor 27 Laimer beim 1:3 – der Vorlage per Flanke von 3 Angeliño mit dem linken Fuß vom linken Strafraumeck ging ein eindrucksvoller „Tanz“ des Franzosen 18 Nkunku voraus, der von keinem seiner in dieser Aktion vier Fürther Gegenspieler vom Ball getrennt werden konnte), 1:5 2 Simakan (58. = unhaltbarer Kopfball des Franzosen guineischer Abstammung aus sechs Metern fast in Höhe des langen Pfosten aufs kurze Eck – nach Freistoß von 10 Forsberg von der Mitte der rechten Leipziger Angriffshälfte), 1:6 18 Nkunku (69. = Schuss mit dem rechten Fuß aus rund acht Metern Torentfgernung von links kommend unhaltbar ins lange Eck – die paßgenaue Vorlage lieferte 10 Forsberg, der von der linken Seitenlinie kommend plötzlich Tempo aufnahm und ein Solo startete sowie aus 27 Metern den in den Strafraum startenden Torschützen bediente).
Ecken: Fürth 0 – Leipzig 2 (je 1 vor + nach Seitenwechsel).
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Blumenthaler SV / DFB-Landesverband Bremen) – Assistenten: Norbert Grudzinski (TSV Wandsetal / DFB-LV Hamburg) + Sascha Thielert (TSV Buchholz 08 / DFB-LV Hamburg) – 4. Offizieller: Nicolas Winter (SV 1920 Hagenbach / DFB-LV Südwest) – Video-Assistent: Markus Schmidt (SV Sillenbuch = DFB-LV Württemberg).
Gelbe Karten: Fürth 2 = 14 Willems (23., wegen Foulspiels), 11 Abiama (87., wegen Foulspiels) – Leipzig 0.
Gelb-Rote Karte: keine.
Rote Karte: keine.
Zuschauer: 9418 (zahlende) im „Sportpark Ronhof | Thomas Sommer“ – gemäß aktueller “Corona”-Maßgaben der Politik nach der aktualisierten 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung = Zutritt ausschließlich mit gültigem Identifikations- sowie 2G-Nachweis (geimpft oder genesen) + FFP2-Maskenpflicht auch auf dem Sitz- oder Stehplatz.

Text: Klaus Meßenzehl / „Pressedienst Nürnberg“ (PDN)
Titelfoto: Kopfballduell zwischen 23-Marcel Halstenberg, 40-Jamie Leweling (FÜ) und 24-Nick Viergever (FÜ)
Fotos: WFS / ISPFD
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