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Fußball

Der neue FCN-Sportvorstand Dieter Hecking muss zuallererst einen Trainer suchen + finden!

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Medialer Hype um Installierung des Palikuća-Nachfolgers . . .

Nun ist es (endlich) offiziell: Dieter Hecking kehrt zurück zum 1. FC Nürnberg – der frühere Chef-Trainer des damaligen Bundesligisten (Ende Dezember 2009 bis Ende Dezember 2012 – ehe er eine Ausstiegsklausel nutzte, um zum Erstliga-Konkurrenten VfL Wolfsburg zu wechseln) wird Nachfolger von Sport-Vorstand Robert Palikuća, der gemäß einvernehmlicher Vereinbarung bekanntlich zum 31. Juli 2020 vorzeitig ausscheidet.

Die Verpflichtung des 55jährigen Ex-Coaches als künftiger sportlicher Hauptverantwortlicher vermeldete der Verein am Montag, den 27. Juli 2020, im Laufe des Tages und kündigte für 16 Uhr eine virtuelle Pressekonferenz an. Bereits (teils Tage) zuvor hatten verschiedene Medien, ínsbesondere über ihre Online-Kanäle, vermeintlichen Vollzug dieser Personalie gemeldet – zuvorderst die Tageszeitung „BILD“, erst am Freitag und dann erneut am Sonntag; wenig später auch die Sportzeitschrift „kicker“.

Was der Vorsitzende des FCN-Aufsichtsrats allerdings dementierte, insbesondere auf Nachfrage des Kollegen Stefan Jablonka, der für die „Nürnberger Zeitung“ nachhakte. Am Samstag-Früh wurde Dr. Thomas Grethlein auf „nordbayern.de“, dem Online-Kanal der Nürnberger Tagespresse, wie folgt zitiert: „Ich kann das nicht bestätigen. Es ist nichts unterschrieben!“

Drei-Jahres-Vertrag für den neuen Sport-Vorstand

Dies wiederum muss keineswegs zwangsläufig bedeuten (respektive bedeutet haben), dass sich der 1. FC Nürnberg und Dieter Hecking nach dessen Vorstellung seines Konzeptes (auf der Rückreise vom Kurzurlaub am Gardasee) zu diesem Zeitpunkt nicht doch schon einig waren – und sei es zumindest grundsätzlich. Dass der Aufsichtsrats-Vorsitzende des gerade erst dem Abstieg aus der 2. Bundesliga und damit dem Absturz in die 3. Liga entronnenen einstigen Deutschen Rekordmeisters, der gut ein Jahr zuvor noch Erstligist war, keine Wasserstands-Meldungen zu den Verhandlungen kommentieren wollte, war und ist indes ebenso nachvollziehbar.

Zumal die mediale Begleitung insbesondere in den sogenannten „sozialen“ Netzwerken (die oft genug eher unsoziale Kommentare verbreiten) ohnehin kaum mehr zu bremsen war . . .
Die Fakten der künftigen Zusammenarbeit aber liegen nun auf dem Tisch: Wie der 1. FCN über seine Website (siehe auch weiter unten) und auf der virtuellen Medien/Presse-Konferenz am Montag-Nachmittag, an der neben dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden Dr. Grethlein und dem neuen Sport-Vorstand noch Christian Bönig als “ Leiter Sportkommunikation & Pressesprecher“ teilnahm, bekannt gab, wird Dieter Hecking mit einem Drei-Jahres-Vertrag (Laufzeit also bis 2023) ausgestattet und übernimmt die Geschäfte ab sofort.

Dr. Thomas Grethlein (Vorsitzender des FCN-Aufsichtsrats), Dieter Hecking und Nils Rossow (kaufmännischer FCN-Vorstand)

Hecking-Konkurrent Schmedes sagte von sich aus ab

Dabei ist klar: Erste und Hauptaufgabe von Dieter Hecking muss sein die zeitnahe Verpflichtung eines Chef-Trainers. Zeit zum Einarbeiten bleibt der neuen Nummer 1 des 1. FCN im sportlichen Verantwortungsbereich insofern so gut wie keine.

Von den zuletzt kursierenden Namen ist indes einer bereits zu streichen. Sebastian Hoeneß, der Sohn des einstigen FCB-Torjägers Dieter und Neffe des erst jüngst ausgeschiedenen Bayern-Bosses Uli Hoeneß, wird seine Zelte (zumindest vorerst) keinesfalls am Valznerweiher aufschlagen. Der gerade mal 38 Jahre junge Meister-Coach der 2. Mannschaft des FC Bayern München in der 3. Liga wird Chef-Trainer beim Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim, der mit der Qualifikation für die Europa League neben der besseren Liga-Zugehörigkeit ein weiteres treffliches (Zusatz-)Argument für eine Zusage zu bieten hatte.

Die „Glubb“-Anhänger warten nun gespannt darauf, wen der neue Sport-Vorstand Dieter Hecking, dessen Konkurrent Benjamin Schmedes vom VfL Osnabrück zuvor erklärt hatte, dass er „unter den aktuellen Umständen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zur Verfügung stehe“, als künftigen Chef-Trainer präsentieren wird!

Markus Weinzierl weiter erster Kandidat als Chef-Trainer?

Zunächst bleibt der bereits seit einiger Zeit auf der Kandidaten-Liste geführte Markus Weinzierl wohl erster Anwärter. Der 1974 in Straubing geborene Niederbayer, der in der Gäuboden-Metropole beim TSV 1861 erste Schritte als Fußballer unternahm und mit 15 Lenzen zum 1. FC Passau wechselte, wo er auch den Übergang von der Jugend in den Herrenbereich vollzog, hat nach den weiteren Spieler-Stationen SV Lohhof, FC Bayern München (Amateure + Profi-Kader, dort allerdings ohne Einsatz), Stuttgarter Kickers, SpVgg Unterhaching und SSV Jahn Regensburg (bis 2005) dort auch im Trainerbereich (ab April 2006) erste Erfahrungen gesammelt.

Nach dem Abstieg aus der Regionalliga Süd folgten zwei erfolgreiche Jahre als „Co“ von Günter Güttler (der Erlanger kickte 1984–87 für den 1. FCN) mit Bayernliga-Meisterschaft und sofortigem Wiederaufstieg sowie Klassenerhalt plus Qualifikation für die neugeschaffene 3. Liga. Über den Umweg 4. Liga führte der Weg von Markus Weinzierl beim fußballerischen Aushängeschild der Oberpfalz schließlich immer weiter nach oben. Im November 2008 übertrugen die Jahn-Verantwortlichem dem damals noch und erst 33jährigen Fußball-Lehrer als Nachfolger des entlassenen Thomas Kristl (1988–90 + 1993/94 sogar zweimal in Club-Diensten) die Hauptverantwortung für den Drittligisten, der 2012 nach knapp vier Jahren unter Weinzierls Führung dank der Auswärtstore-Regelung über die Relegation (1:1 zuhause + 2:2 beim Karlsruher SC) sogar in die 2. Bundesliga aufstieg.

Da hatte sich jedoch bereits Bundesligist FC Augsburg die künftigen Dienste des Erfolgstrainers gesichert, der nach Anlaufschwierigkeiten (nur 9 Punkte in der Hinrunde seiner ersten Erstliga-Saison) in der Fuggerstadt weitere vier ausnehmend erfolgreiche Jahre ablieferte. 2014 führte Weinzierl die bayerischen Schwaben, die ganz auf Kampf um den Klassenerhalt ausgerichtet waren, auf Rang 8 (= die bis dahin erfolgreichste FCA-Saison aller Zeiten) und der damals 39-Jährige wurde zum besten Bundesliga-Trainer gewählt, noch vor FCB-Meistercoach Pep Guardiola und dem Vizemeister-Verantwortlichen Jürgen Klopp. Und 2015 führte er seine Mannschaft als Tabellen-Fünfter gar in die Europa League!

Alternative Grammozis oder gar Tobias Schweinsteiger?

Weniger glücklich wurde Markus Weinzierl bei seinen folgenden Stationen: Der FC Schalke 04 (2016/17) trennte sich trotz gültigen Vertrages nach nur einem Jahr wegen des aus Sicht der „Knappen“ enttäuschenden Saisonplatzes 10 – und auch beim VfB Stuttgart (Oktober 2018 bis April 2019) lief es unbefriedigend, es folgte die Beurlaubung.

Ob für den Alt-Bayern (= Bewohner von Oberbayern, Niederbayern und der Oberpfalz sowie einiger kleinerer angrenzender Regionen) nun eine Fortsetzung seiner Trainer-Karriere beim 1. FC Nürnberg folgt? Oder kommt einer der weiteren Kandidaten wie Dimitrios Grammozis (der 42jährige gebürtige Wuppertaler war zuletzt sehr erfolgreich unterwegs beim Zweitliga-Konkurrenten SV Darmstadt 98) zum Zuge? Das liegt in der Entscheidungsgewalt von Dieter Hecking. Doch wer weiß schon, wen der vorherige Chef-Trainer des Hamburger SV noch auf der Trainerkandidaten-Liste als Sport-Vorstand des FCN hat?

Zuletzt fiel auch der Name Tobias Schweinsteiger, Heckings einstiger Assistent beim Hamburger SV. Der in Rosenheim geborene ältere Bruder (38) von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger (bald 36) dürfte allerdings wohl auch beim Club eher (zumindest noch) als Co-Coach in Frage kommt. Wobei er im Duo mit Markus Weinzierl dann allerdings durchaus eine interessante bayerische Komponente darstellen würde . . .

Text: Klaus Meßenzehl
Fotos: wegen Corona vom 1. FCN

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