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Eishockey

DEL: Nürnberg Ice Tigers – Schwenninger Wild Wings 3:4 n.P.

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Zwei Punkte in den letzten drei regulären Spielminuten verloren . . .

Das war bitter – doppelt bitter, weil die Nürnberg Ice Tigers erneut ohne Sieg blieben: Nach dem unglücklichen 2:4 (1:1, 1:1, 0:2) bei den Adlern des Mannheimer ERC, wo die zwischenzeitliche 2:1-Führung durch Tore von Marcel Kurth (Spielzeit 17:20 nach Vorarbeit von Patrick Reimer + Brett Pollock zum 1:1) sowie Pollock per “Bauerntrick” (21:33 nach Vorlage von Tyson McLellan) fast 15 effektive Spielminuten hielt und das folgende 2:2 sogar noch deutlich länger, ehe die Gastgeber mit einem Doppelschlag innerhalb 80 Sekunden das Blatt wendeten, waren der erste Sieg in der Saison 2020/21 über die Wild Wings des Schwenninger ERC und drei Punkte greifbar nah, als es dann doch anders kam . . .

Schwenningens Trainer Niklas Sundblad.

So wie die Mannschaft von Frank Fischöder und Manuel Kofler ihre Sache am Wochenbeginn über weite Strecken beim klaren Tabellenführer der Süd-Gruppe der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in der Quadrate-Stadt machte, um am Ende dann doch wieder leer auszugehen, so stark fing sie auch nur zwei Tage später gegen die südbadischen Landsleute der Nordbadener an. Der Traumstart mit ebenso traumhaft herausgespielten “MK&MK”-Treffern innerhalb 23 (!) gespielter Sekunden in der 4. Minute durch Max Kislinger (3:34) und Marcel Kurth (3:56) schien Schwenningen erst mal zu schocken.

Das Unheil, das noch über die Ice Tigers hereinbrechen sollte, deutete sich allerdings bereits gegen Ende des ersten Drittels an, als Tylor R. Spink (schon beim 2:1-Sieg der Wild Wings nach Verlängerung Ende Dezember 2020 Schütze des ersten Gäste-Treffers) die dritte Nürnberger Zwei-Minuten-Strafe im Powerplay zum 2:1-Anschlußtreffer (19:37) nutzte. Davor hatte Nürnberg (26 Sekunden lang) ebenso eine doppelte Unterzahl (= “3 gegen 5” Feldspieler) überstanden wie kurz danach umgekehrt Schwenningen (sogar 1:23 Minuten) – dazwischen war 40 Sekunden lang bei “4 gegen 4” viel Platz auf dem Eis.

Nürnbergs 31-Niklas Treutle (links) kann diesen Schuss von Schwenningens 4-Colby Robak (rechts) entschärfen.

Dramatik zum Schluß, Verlängerung + Penalty-Schießen

Nach der ersten Pause entwickelten die Gäste mehr Druck und hatten nach 28 Minuten die doppelte Chance zum Ausgleich. Andreas Thuresson scheiterte nach Zuspiel von Jamison MacQueen beim Break zwar an NIT-Keeper Treutle, wegen Stockschlags von Arturs Kulda gab’s jedoch einen Penalty. Den wiederum parierte Niklas Treutle ebenso glänzend wie später im entscheidenden Penalty-Schießen um Sieg und zweiten Punkt für die Tabelle fünf weitere Schwenninger Anläufe.

Mit dem 3:1 (34.) und der Wiederherstellung des Zwei-Tore-Vorsprungs durch Daniel Schmölz nach Vorlage von Eric Cornel und Roman Kechter schien die Partie dann aus NIT-Sicht jedoch wieder in die richtige Bahn gebracht. Daran änderte sich im weiteren Verlauf des zweiten Durchgangs ebenso wenig wie zu Beginn des Schlußdrittels, in dem es anfangs bisweilen recht wild hin und her ging – wiewohl beiderseits weiterhin stets mit großem Einsatz und hohem Tempo.

Schwennignens 71-Travis Turnbull (2.v.li.) scheitert an 31-Niklas Treutle (N, re.).

Völlig überraschende dramatische Züge nahm das Geschehen dann in der Schlußphase an: Erst vereitelte SERC-Torwart Joacim Eriksson eine weitere Großchance von Roman Kechter bravourös (57.), dann nutzte Thuresson einen kapitalen Fehler von Thomas Gilbert zum 3:2-Anschluß (57:07) und zu seinem ersten Treffer, bevor der 33-jährige Schwede (wie Tylor R. Spink schon Torschütze beim 2:1-Sieg nach Verlängerung im ersten Aufeinandertreffen) bei 6:4-Überzahl innerhalb 120 Sekunden nachlegte zum 3:3-Ausgleich. In den verbleibenden 54 Sekunden der regulären Spielzeit ging es dann beiderseits nochmal rund, ehe es zur Verlängerung kam!

Roman Kechter: 17, erster Assist und bester Ice Tiger

In der Zusatzschicht ging’s dann weiter rund, inklusive einer Zeitstrafe für die Wild Wings und folgender (ungenutzter) Überzahl der Ice Tigers. Im Penalty-Schießen traf mit Tyler R. Spinks schließlich der sechste Schwenninger und insgesamt elfte Schütze als erster und einziger zum neuerlichen Erfolg der Baden-Württemberger in Franken.

Nürnbergs 25-Daniel Schmölz (li.) scheitert an 60-Joacim Eriksson (re.).

Trotz zweier gescheiterter Penalty-Versuche gegen Niklas Treutle war Wild Wing Thuresson dank seiner beiden Treffer innerhalb 120 Sekunden in den letzten drei Spielminuten der Matchwinner vom Mittwochabend. Kein Wunder also, dass er als bester Schwenninger Spieler ausgezeichnet wurde.

Schwenningens 52-Johannes Huß (vorne) und Nürnbergs 9-Tyson McLellan (hinten).

Diese Ehre fiel auf Nürnberger Seite Roman Kechter zu. Erst kürzlich 17 Jahre jung geworden, lieferte das anstelle des in Mannheim am Oberkörper verletzten Christopher Brown nominierte Nachwuchs-Talent der Ice Tigers in der Tat eine ambitionierte Leistung ab. Gekrönt vom allerersten Assist im 11. DEL-Einsatz vor dem 3:1 und mit vielen weiteren gelungenen Aktionen, denen lediglich der krönende Torabschluß fehlte, weil entweder der überragende Joacim Eriksson im SERC-Tor (9., 57.) oder der Pfosten (30.) seinem ersten DEL-Treffer im Weg standen.

Schwenningens 36-Andreas Thuresson (links) scheiterte mit dem Penalty an 31-Niklas Treutle (rechts)

Und so geht’s weiter für die Ice Tigers:

5. MÄRZ 2021 (FREITAG, 18:30 UHR): EHC Red Bull München – Nürnberg Ice Tigers (Vorsaison 4:1, n.V. 3:4, 5:1, 1:2 – Saison 2020/21 6:0 in München sowie 4:3 + 4:2 in Nürnberg)
9. MÄRZ 2021 (DIENSTAG, 20:30 UHR): Nürnberg Ice Tigers – Augsburger EV Panther . . . in der “ARENA NÜRNBERGer Versicherung” (Vorsaison 1:5, n.P. 5:4, 3:6, 5:5 – Saison 2020/21 1:4 + 3:4 in Augsburg sowie 6:5 n.V. in Nürnberg)

Schwenningens 90-Tylor Spink (links) traf gegen Nürnbergs 31-Niklas Treutle den entscheidenden Penalty zum 3-4 Sieg.

Statistik zum 20. (= 10. Heim-)Spiel der Nürnberg Ice Tigers

Nürnberg Ice Tigers – Schwenninger ERC Wild Wings nach Verlängerung + Penalty-Schießen 3:4 (2:1, 1:0, 0:2 / 0:1)

Ice Tigers: 31 Treutle (65:00 Spielminuten), 43 Sharipov (ohne Einsatz) – 5 Kulda, 6 Karrer, 9 McLellan, 10 Kurth, 14 Gilbert (A), 17 Reimer (C), 18 Walther, 20 Cornel, 21 Kislinger, 22 Mebus (A), 24 M. Weber, 25 Schmölz, 26 Lobach, 39 Pollock, 71 Bodnarchuk, 73 Kechter, 74 Fox, 77 Bender, 81 Bireš / Mannschaftsleiter: Manuel Kofler – Chef-Trainer: Frank Fischöder – Co-Trainer: Manuel Kofler.
Wild Wings: 60 Eriksson (64:24), 44 Cerveny (ohne Einsatz) – 4 Robak (A), 5 Yeo, 6 Brückner, 16 Hadraschek, 26 Cerny, 36 Thuresson, 43 Weiß (A), 48 Schiemenz, 52 Huß, 57 Weiß, 58, Fischer, 64 Bassen, 71 Turnbull (C), 78 W. Weber, 90 Tylor R. Spink, 91 Möchel, 95 MacQuen, 96 Tyson A. Spink / Mannschaftsleiter: Christof Kreutzer – Chef-Trainer: Niklas Sundblad – Co-Trainer: Niklas Sundblad.
Tore: 1:0 21 Kislinger – Assistenten 6 Karrer + 5 Kulda (Spielzeit 3:34 Minuten), 2:0 10 Kurth – 39 Pollock + 17 Reimer (3:56), 2:1 90 Tylor R. Spink – 4 Robak + 36 Thuresson (19:37 – bei 5:4-Überzahl), 3:1 25 Schmölz – 20 Cornel + 73 Kechter (33:34), 3:2 36 Thuresson – ohne offiziellen Assistenten, wobei 90 Tylor R. Spink durchaus (s)einen Anteil daran hatte (57:07), 3:3 36 Thuresson – 95 McQueen + 71 Turnbull (59:06 – bei 6:4-Überzahl = Strafzeit für Nürnbergs 71 Bodnarchuk sowie “empty goal”, also ohne eigenen Torhüter …); 3:4 siehe weiter unten = Penalty-Schießen.
Penalty: Schwenningens 36 Thuresson scheitert beim Stand von 2:1 für die Ice Tigers an 31 Treutle im NIT-Gehäuse (28:02).
Penalty-Schießen: Nürnbergs 39 Pollock, 25 Schmölz + 9 McLellan scheiterten im ersten Durchlauf wechselweise ebenso an SERC-Keeper 60 Eriksson wie für Schwenningen 95 MacQueen, 71 Turnbull + 36 Thuresson die Scheibe nicht an NIT-Torhüter 31 Treutle vorbei ins Netz brachten – in umgedrehter Reihenfolge blieben dann 96 Tyson A. Spinks + 95 McQueen für die Gäste sowie 17 Reimer + 20 Cornel für die Gastgeber erfolglos, ehe 90 Tyler R. Spinks als erster von bis dahin elf Schützen zum 3:4 für die Wild Wings traf + anschließend Ice Tiger 74 Fox der Puck über den Schläger rutschte, bevor er abschließen konnte . . .
Schiedsrichter: Lukas Kohlmüller + Marian Rohatsch – Linienschiedsrichter: Andreas Hofer + Gabriel Gaube. Punktrichter: Michael Feldmann.
Strafen bzw. Strafzeiten: NIT 7 = 12 Minuten (6 x 2, davon die Hälfte im 1. Drittel; der Stockschlag von 5 Kulda gegen 36 Thuresson blieb auf Grund des Penalty’s ohne zeitliche Folgen) – Schwenningen 5 = 10 Minuten (5 x 2, davon 2 in Drittel 1 sowie je 1 in den Spielabschnitten 2 + 3 + Verlängerung).
Zuschauer: KEINE (zahlenden) in der “ARENA NÜRNBERGer Versicherung” – gemäß “Corona”-Richtlinien.

Jubeltraube um Schwenningens Torwart 60-Joacim Eriksson (mitte) nach dem 3-4 Sieg nach Penaltyschießen in Nürnberg.

Text: Klaus Meßenzehl
Titelfoto: Nürnbergs 31-Niklas Treutle (links) klärt gegen Schwenningens 36-Andreas Thuresson
Fotos: Thorsten G. Schönberger/ISPFD
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