Fußball

SV Wacker 1919 ließ es krachen und leuchten zum 100jährigen Bestehen!

Vereins-Jubiläum in Nürnberg

Der Grund zum Feiern lag auf der Hand und wurde genutzt . . .

Bereits tagsüber war das aufgestellte Festzelt gut besucht.

Was beim sonntäglichen Umzug zur Eibacher Kirchweih am 23. Juni bereits unübersehbar war, setzten die Engagierten unter den Mitgliedern des Sport-Vereins (SV) Wacker Nürn-berg 1919 in der Woche der Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen vom 8. bis 14. Juli 2019 erwartungsgemäß fort – mit zwei absoluten Höhepunkten: zum einen dem Fest-abend am Freitag und zum anderen einem picke-packe-vollen Samstag inklusive dem Haupt-Turnier der 1. Fußball-Mannschaft (das diese auch noch gleich beeindruckend selbst gewann …) als sportlichem Höhepunkt sowie dem Auftritt der gefeierten Rock-Band “Dog Stone Tired” im vollen Festzelt als musikalischem Highlight!

Und wer im Nürnberger Stadtteil Röthenbach(-Ost) sowie im direkt angrenzenden Eibach bis dahin noch nicht mitbekommen haben sollte, dass in direkter Nachbarschaft der ortsansässige Fußball-Verein etwas zu feiern hatte, dem dürfte das spätestens am Samstag-Abend kurz nach 22 Uhr deutlich geworden sein. Da ließen es die “Feuerwerker” des SV Wacker 1919 krachen und leuchten . . .

Finalteilnehmer: ESV Flügelrad (gelb/schwarz) und SV Wacker

Zuvor hatten bereits die Spieler der 1. Mannschaft ein Feuerwerk abgebrannt, indem sie ihr eigenes Fußball-Turnier überzeugend gewannen. Zwar gestaltete sich die Abwicklung desselben nach den Absagen von SpVgg Nürnberg (immerhin knapp zwei Wochen vor dem ersten Anpfiff) und TSV Katzwang (erst tags zuvor …) anders als geplant (statt in zwei Gruppen und mit Finalspielen schließlich im sportlich betrachtet sogar gerechteren Spielsystem “jeder gegen jeden”), aber schließlich ging    alles geregelt über die Bühne.

Unbelohnt blieb dabei die einzige 2. Mannschaft des Teilnehmerfeldes, die für die SpVgg Nürnberg einge-sprungen war – die SportGemeinschaft Viktoria (SGV) Nürnberg-Fürth 1883 II, erst kürzlich nach dubiosem Abstieg im Vorjahr über die Relegation aufgestiegen und damit zurückgekehrt in die Kreisklasse, blieb trotz dreimaliger Führung in vier Begegnungen ohne Sieg, holte lediglich in der Abschluss-Partie einen Punkt. Beim 1:1 im quasi “kleinen Endspiel um Platz 4” gegen den TSV Azzurri Südwest Nürnberg gelang dem Gegner eben-so in der Schlussminute der Ausgleich wie es zuvor gegen den SV Wacker 1919 und ESV Flügelrad (jeweils 1:2) nach vorherigem Vorsprung in der Schluss-Sequenz der 25minuten Spiele Niederlagen setzte wie beim (einzig ernüchternden) 0:3 gegen die DJK Eibach.

Ehrung der erfolgreichen Jugendmannschaften der Vorsaison durch Herbert Lange

Zu erklären waren die innerhalb der kurzen Spielzeit schwankenden Leistungen der SGV-“Zweiten” (von be-eindruckend bis unerklärlich bei individuellen Fehlern) indes durch den Vorbereitungsstand: Wegen der Relega-tion begann die Truppe von Aufstiegs-Coach Mario Fisciano mit dem Training erst zwei Tage zuvor und das nicht mal mit allen eingesetzten Akteuren. Von denen konnten zudem lediglich elf vor Ort sein, weil die 1. Mannschaft zeitgleich in Cadolzburg beim “Tucher-Cup” am Start war.

Ihren besseren Vorbereitungsstand demonstrierten außer dem TSV Azzurri Südwest (der war ja wie die SGV 1883 II in der allerdings gescheiterten Relegation zur Kreisklasse unterwegs) dafür neben den Gastgebern vom Jubiläums-Klubs SV Wacker 1919 der ESV Flügelrad und die DJK Eibach, die sich in ihrem Auftaktspiel torlos getrennt hatten.

Ehrung für (von links) Andrea Steger (frühere Fußballerin, ausgezeichet für 10 Jahre Mitgliedschaft) durch Herbert Lange (1. Vorstand des SVW 1919, der bereits 50 Jahre Wacker-Mitglied ist), sowie für Horst Frenzel (Ehrenamts-Beauftragter des SV Wacker und kürzlich ebenso geehrt wurde für sogar schon 60 Jahre Mitgliedschaft) und Angelika Bierstädt (2. Vorstand des SV Wacker 1919, ausgezeichnet für 10 Jahre Mitgliedschaft).
Anni Kilar, Dario Zovko (Jugend-Trainer), der wie Ingrid Günther (früheres Mitglied
der Jugend-Leitung) und Petra Kraußer (inzwischen 3. Vorstand, früher Jugend-Leiterin) die Ehrung des BFV mit Nadel durch Herbert Lange erhielt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem den Eibachern gegen die “Azzurris” immerhin ein Tor gelang, was indes auch nur zu einem Punkt (1:1) reichte, und die SGV 1883 II im bis dahin wie bis zum Schluss- und Höhepunkt des Turniers deutlichsten Sieg (3:0) be-zwungen war, fiel im direkten Nachbarduell gegen Wacker erneut kein Tor und das neuerliche 0:0 bedeutete das DJK-Aus im Kampf um den Turniersieg.

Den machten am Ende im allerletzten Spiel der Runde “jeder gegen jeden” die Gastgeber und der ESV Flügel-rad (ebenfalls Relegations-Teilnehmer und gescheitert am Aufstieg in die Kreisliga, was nach dem Abstieg des SVW 1919 aus derselben wieder heiße Kreisklassen-Derbys verheißt …) unter sich aus. Und dabei schoß die Mannschaft des Jubilars den Vogel ab, traf sage und schreibe sechs Mal und durfte den Erfolg beim eigenen Turnier im Grunde bereits nach weniger als neun Spielminuten feiern, als es bereits 4:0 stand. Der Rest war Schaulaufen und das 6:0 machte Rechenschiebereien hinfällig – angesichts zuvor beiderseits sieben Punkten sowie mit 4:1 exakt gleicher Tordifferenz UND gleichem Torverhältnis hätte im Falle eines Unentschiedens nämlich ein Elfmeterschießen (oder das Los) entscheiden müssen …

50 Jahre Schiedsrichter:

Ehrung für Hermann Hempel

Ehrung für Hermann Hempel (mitte) von links mit Landesliga-SR Kenny Abieba (KSD Hajduk Nürnberg) und Kreisliga-SR Maximilian Kroepfl (ASV Fürth), Deniz Aytekin und Sven Bode.

Durch die glückliche Fügung der Ergebnisse und des (zwi-schenzeitlich verschwundenen …) umgestellten Turnier-plans kam Final-Schiedsrichter Hempel (er pfeift schon immer und seit Anbeginn seiner diesbezüglichen Karriere nur für den TSV Johannis Nürnberg 1883) nach 50 Jahren als Spielleiter auch noch zu einem ganz besonderen Höhe-punkt. Der Anfang Juli 65 Jahre alt gewordene und kurz vor dem beruflichen Ruhestand stehende Sport-Redakteur der “Nürnberger Zeitung” (NZ), der sein allererstes Fußballspiel als Schiedsrichter des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) am 23.6.1969 bei einem Schüler-Turnier des TSV 1846 Nürnberg (1:1 gegen die DJK Sparta Noris Nürnberg) mit damals noch nicht mal 15 Jahren pfiff, erfuhr besondere Ehrung: Kreis-SR-Obmann Sven Bode (DJK Eibach) über-brachte Glückwünsche und Geschenkkorb von den Schieds-richter-Kollegen, Überraschungsgast Deniz Aytekin ein Trikot – den inzwischen 40jährigen, international be-kannten und erfolgreichen Unparteiischen, der heute für den TSV Altenberg (zuvor DJK Oberasbach) in der Bundesliga wie weltweit bei Champions League und Länderspielen im Einsatz ist, hatte Hermann Hempel in seiner 50jährigen Laufbahn als damals blutjungen “Linienrichter” (heute: SR-Assistenten) als “Chef” an der Seitenlinie!

Auch der SV Wacker 1919 dankte dem Unparteiischen am Samstag-Abend nach dem Turnier: 1. Vorstand Herbert Lange – als Mitarbeiter der Technik der “Nürnberger Nachrichten” (NN) quasi “Kollege” des Redak-teurs der “NZ”-Konkurrenz (ein früherer Betriebsrats-Vorsitzender meinte dazu mal spaßig: “Der kleine schwarze Bruder der großen roten Schwester!”) – überreichte einen schwarz-weißen Wacker-Schal mit der Aufschrift “Auf geht’s Wacker – auf geht’s!”.

Dr. Klemens Gsell (Nürnbergs 3. = Sport-Bürgermeister) sticht mit Unterstützung von Stefan Popp (Brauerei Kulmbacher) mit einem Schlag das Bierfass an.

Diesen hatten als Ehrenbezeugung tags zuvor auch andere Gäste des SV Wacker 1919 bekommen – wie etwa Nürn-bergs 3. und Sport-Bürgermeister Dr. Klemens Gsell (in Vertretung für den verhinderten OB Dr. Maly), der über den eigenen Nachwuchs sehr persönliche (und freundliche) Worte über den Jubilar zum Festabend beitragen konnte. Im Gegensatz zu anderen Ehrengästen vermochte der Ver-treter der Stadt indes nicht mit Bargeld zu glänzen, was Clemens Gsell unter dem Gelächter der Besucher mit launigen Worten garnierte: “Politikern vertraut man kein Bargeld mehr an …”!

Die Glückwünsche des Bayerischen Landessport-Verbandes (BLSV) überbrachte mit Jörg Ammon (seit 2008 ehrenamt-licher Bezirksvorsitzender des BLSV, Mitglied des BLSV-Präsidiums und seit 2013 Stellvertreter des Präsidenten sowie seit 2015 Mitglied der Finanzkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes/DOSB) der Vorsitz-ende des ATV 1873 Süd Nürnberg, also eines der Nachbar-Vereine. Die noch direkteren Derby-Klubs DJK Eibach und TSV Südwest Nürnberg waren natürlich ebenso vertreten wie zahlreiche weitere Nürnberger Vereine.

Neben den unzähligen sportlichen Jugend-Vergleichen gab’s am Samstagabend ab 19 Uhr bei freiem Eintritt einen außergewöhnlichen Auftritt: Bei “Rock im Zelt” sorgte die einheimische Band “Dog Stone Tired” (mit Thorsten Pfänder agierte ein früherer Torhüter der DJK Eibach und des SV Wacker 1919 an der Gitarre …) für Riesenstimmung. Und das nach 22 Uhr folgende Feuerwerk tat ein Übriges!

Rockband “Dog Stone Tired”

Dagegen klang das Jubiläum mit dem “Familien-Nachmit-tag” am Sonntag in Form eines bunten Unterhaltungs-Programms (unter anderem mit “Bubble Ball” und “Kinder-Parcours”) nach phasenweisen Regengüssen unter der Woche bei herrlichem Sommerwetter etwas ruhiger aus. Dazwischen allerdings sorgten Wackers früheres Frauen-Team (gegen den ASV Weinzierlein-Wintersdorf beim 1:3 immerhin mit einem eigenen Treffer) und die “Alten Herren” (der SC 04 Schwabach entführte beim 2:3 den Sieg) für abschließende fußballerische Unterhaltung.

Für die Aktivsten unter den aktiven Helfern des SV Wacker (allen voran 2. Vorstand Angelika “Angie” Bierstädt oder Alfred “Fred” Spath”) war’s dann bei aller Begeister-ung für den eigenen Klub aber auch genug . . . – auf dass nach den Feierlichkeiten zum 100sten nach einer gewissen Erholungsphase das Engagement eines großen Teils der rund 430 Mitglieder, die ihre Eigenständig-keit als Klein-Verein bewahrt haben und weiter bewahren wollen, wieder angepackt werden kann für eine weiterhin gute Zukunft des SV Wacker 1919, denn es soll ja weitergehen!
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Autor: Klaus Meßenzehl
Fotos: Thorsten G. Schönberger + kmz / ISPFD
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