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Fußball

PSD-fanpark am Airport Nürnberg: Der Titelverteidiger ist gescheitert.

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Es hätte so ein schöner Mittwochnachmittag werden können für Deutschlands Fußballfans und für die über 10.000 Fans die auch an diesem Wochentag zum Flughafen gepilgert sind.

Aufstiegstrainer Michael Köllner und Flo Kerschner von N1

Egal ob sie mit dem Auto, der U-Bahn, dem motorisierten Zweirad, dem Fahrrad, oder per Fuß gekommen sind, alle waren Fans der deutschen Nationalmannschaft und unter „allen“ waren unübersehbar auch Mitbürger die keine deutsche Geburtsurkunde hatten. Sie alle fieberten mit unserer Nationalmannschaft in einem schwarz-rot-goldenem Farbenmeer mit und alle waren nach dem Abpfiff enttäuscht.

Enttäuscht waren auch Club-Aufstiegstrainer Michael Köllner, der auch ein paar Mal auf die Torwand schoss und zur Halbzeit glaubte, dass „wir“ 2:1 gewinnen und Christopher Dietz von werk:b-events, dem Organisator dieses Toporganisiertem PSD-Fanpark, es hätten ruhig noch ein paar Spiele mit der DFB-Elf sein dürfen. Aber es geht weiter auf dem Gelände am Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg. Am kommenden Samstag steigt das HIPP-HOPP-Festival und am 14. Juli die bereits ausverkaufte „Super-Sommer-Sause“.

Wer es gerne sportlicher hat, der geht zum Beach-Volleyball-Turnier auf dem Nürnberger Hauptmarkt vom 29.05.-2.06.2018.

Aufstiegstrainer Michael Köllner versuchte sich am Torwandschiessen und nicht nur Flo Kerschner von N1 war aufmerksamer Beobachter

Wir sehen uns, denn wir sind auch dabei!

Kommentar:

Auch bei der WM 2018 in Russland scheitert der Titelverteidiger nach den Gruppenspielen . . .

(Ex-)Weltmeister DFB darf/muss sich Vorbilder für modernen Fußball nun anderswo suchen . . .

Die Gruppenspiele bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland (48 an der Zahl) sind vorüber (damit drei Viertel des gesamten Turniers) – und der Titelverteidiger ist bereits vor den K.o.-Spielen ausgeschieden, die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist ausgeschieden und es wird nichts aus der angestrebten Titelverteidigung!

So ganz neu ist es indes keineswegs, dass der (noch) aktuelle Weltmeister schon so früh scheitert: Es blieben schon Brasilien, Spanien und Italien in der Gruppenhase auf der Strecke und absolvierten (wie jetzt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft) lediglich drei Begegnungen . . .

Nur trifft’s halt im Zweifelsfalle die direkt Betroffenen immer härter als „Zaungäste“ wie Sympathisanten oder gar Gegner/Kontrahenten/Neider . . . (hämische Kommentare etwa aus Italien oder den Niederlanden, die es erst gar nicht nach Russland geschafft hatten inklusive …).

Was es für den DFB indes keineswegs leichter macht: Es ist sogar ein absolutes Novum schlechthin, nach der Gruppenphase „good bye“ sagen zu müssen – das gab es nämlich bislang noch nie! Weder als (zuvor dreimaliger) Titelverteidiger noch als ganz normaler Teilnehmer . . . – historisch demzufolge.

Aufstiegstrainer Michael Köllner stand gerne für Fanfotos zur Verfügung – wie hier mit dem 10-jährigen Julian

Kritik(er) wohltuend sachlich!

Umso wohltuender die Sachlichkeit nahezu aller Kommentatoren und Kritiker (soweit ich das mitbekommen hab‘), zumindest in den allerersten Reaktionen am Abend des Ausscheidens mit dem 0:2 in den Schlussminuten gegen Südkorea (gegen das angesichts des zeitgleichen 3:0-Sieges der Schweden über Mexico ironischerweise ein 1:0-Sieg gereicht hätte …).

Das mit der Sachlichkeit in den Reaktionen kann sich jedoch durchaus noch ändern – insbesondere, falls Sprachlosigkeit der Grund für ausgebliebene Häme oder Verurteilungen gewesen sein sollte!?!

Klasse: Kramer + Stanislawski!

Hochinteressant fand ich in dem Zusammenhang die Stellungnahmen von Ex-Nationalspieler Christoph Kramer als ZDFExperte – und keineswegs erst nach dem Ausscheiden, auch vorher schon (zudem fachlich-sachlich höchst professionell – da reift womöglich ein künftiger Kommentator oder Trainer heran …). Der Fußball-Profi von Borussia Mönchengladbach und Weltmeister von 2014 (wer erinnert sich nicht an seine überraschende Nominierung fürs Endspiel gegen Argentinien und dessen frühes Ausscheiden nach heftiger Kopfverletzung) besaß zudem die Größe und den Mut, klar Stellung zu beziehen und eigene Überzeugungen zu vertreten auch gegen den Mainstream, ohne in billige Kritik oder Verurteilung zu verfallen.

Ein voller PSD-fanpark

Gleiches gilt für den einstigen Kult-Spieler und -Trainer des FC St. Pauli Hamburg: Holger Stanislawski übte seine Funktion als Taktik-Erklärer fachlich-sachlich professionell wie allgemein verständlich aus. Und er griff eine Bemerkung aus dem Kreisen der DFB-Elf auf, um sie gleich im Vorfeld zu entkräften und trotzdem sachliche Kritik zu üben: „Da ist keinerlei Freude oder gar Häme über das Ausscheiden – aber: ohne Selbstbewusstsein, ohne Mumm, ohne Mut kannst Du so ein Ding nicht nach Hause fahren!“

Dazu passt dann eine Aussage von Bundestrainer Löw im ersten Schock-Interview nach dem Gruppen-K.o. mit Kathrin Müller-Hohenstein vom ZDF, die da lautete: „Der Mannschaft hat irgendwie die Leichtigkeit gefehlt.“

Ich meine, es war neben mangelndem Tempo vor allem Leidenschaft, die gefehlt hat!

Und dann seh‘ ich da noch einen weiteren Aspekt, den ZDF-Experte Frank Gollenbeck in der Vormittags-Sendung „Volle Kanne“ äußerte: „Die Mannschaft hat Joachim Löw im Stich gelassen!“

Da wehte die Fahne noch hoffnungsvoll

Alles geht weiter, auch im Fußball!

Nun denn, sei es wie es sei oder ist: Das Leben geht weiter – im Fußball wie sonst auch überall! Im Falle des DFB mit einer notwendigen schonungslosen, wengleich dabei hoffentlich durchaus fairen Aufarbeitung dessen, was vor und bei der Fußball-WM 2018 in Russland ab- und gegebenenfalls schief lief, um die notwendigen Lehren daraus zu ziehen (ziehen zu können).

Im Interesse des deutschen Fußballs, seiner Aktiven wie seiner Anhänger – die das Geschehene nahezu ausnahmslos ebenfalls mit Fassung trugen!

Wobei es spannend sein dürfte zu verfolgen, welche Konsequenzen (personell bzw. für sich selbst) der Bundestrainer zieht, dessen Vertrag erst kurz vor Beginn der WM in Russland bis 2022 verlängert worden war in der Überzeugung der DFBVerantwortlichen, dass Joachim Löw der beste Mann/Trainer dafür sei, die bereits begonnene Umstrukturierung der Mannschaft unabhängig von deren Abschneiden in Russland fortzuführen.

Enttäuschte Gesichter – nicht nur bei den Deutschstämmigen Fans

Ob das nach dem Ausscheiden und dessen Aufarbeitung auch alle Befürworter dieses Weges noch so sehen, dürfte ebenso interessant werden wie die Frage, ob Joachim Löw erneut Energie und Willen dazu aufbringt und seinen Vertrag erfüllt oder ob es ihm zu viel wird!?!

Im Übrigen: Es gibt Heftigeres . . .

Gemessen an dem, was sich weltweit auf diesem, unserem Planeten abspielt, auf Meeren wie zu Lande, wo Menschen um ihr Leben und ihre Zukunft kämpfen, viele alles hinter sich lassen, um in der Fremde zu überleben und/oder ihr Glück zu suchen, dürfte das, was „Weltmeistern“ (diesmal aus Deutschland) widerfuhr, ein Schciksalsschlag sein, der zu verwinden sein sollte!

Autor: K l a u s M e ß e n z e h l
Fotos: ISPFD

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