Basket-& Handball
Handball: HC Erlangen – MT Melsungen 33:32
Wahnsinn in letzter Sekunde! HC Erlangen ringt Melsungen nieder
Was für ein Handballkrimi! Der HC Erlangen trotzt dem Spitzenteam MT Melsungen, kämpft bis zur letzten Sekunde und belohnt sich mit einem dramatischen 33:32-Heimsieg. Vor 4.673 begeisterten Zuschauern wird Marek Nissen zum umjubelten Matchwinner. Damit bleibt Erlangen in eigener Halle weiter ungeschlagen.

8-Sander Andreassen Øverjordet (ER) gegen 4-Nikolaj Enderleit und 25-Olle Forsell Schefvert
Es war eines dieser Spiele, bei denen man erst mit der Schlusssirene wieder richtig durchatmen kann. Der HC Erlangen empfing mit der MT Melsungen einen weiteren hochkarätigen Gegner. Personell musste der HCE erneut auf Torhüter Rubens Pierre und Florian Scheerer verzichten. Was folgte, war ein intensiver Schlagabtausch mit zahlreichen Wendungen, leidenschaftlichem Kampf und einem Finale, das an Dramatik kaum zu überbieten war.
Von Beginn an begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen, ehe Melsungen nach rund 15 Minuten erstmals etwas davonzog und auf 11:8 stellte. Doch der HCE ließ sich davon nicht beeindrucken. Frieder Bandlow hatte zuvor bereits zum 7:7 ausgeglichen, anschließend verkürzte Eloy Morante Maldonado auf 9:11.

39-Tobias Buck (ER) gegen 16-Nebojsa Simic
Die Erlanger fanden immer besser ins Spiel – und die Zuschauer spürten, dass hier noch einiges möglich war. In einer entscheidenden Phase setzte Tin Herceg mit einer starken Parade ein Ausrufezeichen. Kurz darauf warf sich Christoph Steinert mit vollem Einsatz nach dem Ball und erzwang den nächsten Ballgewinn. Christopher Bissel nutzte den anschließenden Tempogegenstoß eiskalt zum 13:13. Die ARENA stand Kopf!
Doch damit nicht genug: Schlussmann Tin Herceg traf aus der eigenen Hälfte ins verwaiste Melsunger Tor und brachte Erlangen mit 14:13 erstmals in Führung. Der HCE hatte die Partie gedreht. Mit einer verdienten 18:16-Führung ging es in die Kabinen.

6-Marek Nissen (ER) gegen 8-Adrian Sipos und 25-Olle Forsell Schefvert
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung ein echter Kraftakt. Melsungen arbeitete sich heran, doch Erlangen hielt dagegen und setzte sich zwischenzeitlich auf 24:20 ab. Immer wieder fanden die Gäste Antworten, immer wieder stemmten sich die Gastgeber dagegen. Die Mannschaft von Trainer Johannes Sellin verteidigte ihren Vorsprung mit unbändigem Willen und viel Leidenschaft – genau jene Eigenschaften, die der Coach später auf der Pressekonferenz mit hörbar beanspruchter Stimme hervorhob.

39-Tobias Buck (ER) gegen 19-Reynir Thor Stefánsson und 25-Olle Forsell Schefvert
Je näher die Schlussphase rückte, desto intensiver wurde das Duell. Der European-League-Sieger ging schließlich mit 27:26 in Führung und ließ Erinnerungen an den dramatischen Handballkrimi der vergangenen Saison aufkommen. Doch Erlangen dachte gar nicht daran, sich geschlagen zu geben.

7-David Mandic gegen Torwart 99-Tin Herceg (ER)
Als Marek Nissen zum 28:28 ausglich, hielt es die 4.673 Zuschauer kaum noch auf ihren Sitzen. Youngster Maxsim Lochman, der erst kürzlich seinen Vertrag verlängert hatte, bewies im Tempogegenstoß starke Nerven und traf zum 31:31. In der Defensive war es erneut Tin Herceg, der mit einer wichtigen Aktion das Unentschieden festhielt und die Stimmung in der ARENA weiter anheizte.

19-Reynir Thor Stefánsson gegen 39-Tobias Buck (ER) und 44-Christoph Steinert (ER)
Die letzten Minuten wurden von Standing Ovations begleitet. Kurz vor dem Ende bot sich Erlangen per Siebenmeter die Chance, in Führung zu gehen – doch der Melsunger Schlussmann parierte. Beim Stand von 32:32 und noch 20 Sekunden auf der Uhr schien plötzlich sogar ein Auswärtssieg der Gäste möglich.

7-David Mandic gegen Torwart 99-Tin Herceg (ER)
Doch die Erlanger hatten andere Pläne. Marek Nissen lässt die ARENA explodieren In der entscheidenden Szene bewies der HCE noch einmal seine ganze Entschlossenheit. Marek Nissen eroberte den Ball zurück, setzte zum letzten Angriff an und brachte ihn mit der Schlusssirene im Melsunger Tor unter. 33:32!

6-Erik Balenciaga scheitert an 99-Tin Herceg (ER)
Was danach folgte, war pure Emotion: Jubelschreie, ausgelassene Fans und eine Spielertraube, unter der der Siegtorschütze beinahe verschwand. Mit sechs Treffern war Nissen zugleich bester Torschütze der Erlanger. Dieser Sieg war mehr als nur ein weiterer Erfolg. Er war das Ergebnis von Kampfgeist, Zusammenhalt und dem unbedingten Glauben daran, auch in den schwierigsten Momenten bestehen zu können. Der HC Erlangen hat gezeigt, dass er sich selbst gegen ein Spitzenteam bis zur letzten Sekunde behaupten kann.
Text: nürnberg life + ISPFD
Titelfoto: 8-Sander Andreassen Øverjordet (ER) gegen 8-Adrian Sipos und 19-Reynir Thor Stefánsson
Fotos: ISPFD
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