Connect with us

Eishockey

DEL: Nürnberg Ice Tigers – Düsseldorfer EG 6:5 n.P.

Published

on

Fünfter Sieg im sechsten Heimspiel gegen einen Nord-Klub!

Erneut ein verrücktes Spiel und die Fortsetzung der Serie von Punktgewinnen: Seit der 1:3-Niederlage am 29. März 2021 gegen die Eisbären Berlin gelang den Nürnberg Ice Tigers in jeder der sechs folgenden Begegnungen (innerhalb nur etwas mehr als elf Tagen!) mindestens ein Punkt, dreimal standen am Ende sogar Siege in der regulären Spielzeit auf der Anzeigetafel – und das Gastspiel der Düsseldorfer EG in der „ARENA NÜRNBERGer Versicherung“ setzte der Ausbeute von nunmehr 13 (aus möglichen 18) Punkten beim 6:5 (0:1, 4:3, 1:1 / 0:0) nach Verlängerung und Penalty-Schießen mit einem außergewöhnlichen Spielverlauf die Krone auf!

Nürnbergs 22-Oliver Mebus (li.) und Düsseldorfs 20-Tobias Eder (re.).

Mit dem Erfolg im abschließenden Penalty-Schießen, bei dem NIT-Toptorjäger Daniel Schmölz als einziger von acht Schützen den jeweils gegnerischen Torhüter überwinden konnte, verhinderten die Noris-Puckjäger außerdem eine Fortsetzung der Negativ-Serie, wonach in der „Corona“-Saison 2020/21 der PENNY DEL Eishockey-Bundesliga bis dahin keine Partie nach den regulären 60 Spielminuten gewonnen werden konnte. Sechs Mal unterlagen die Schützlinge von Frank Fischöder und Manuel Kofler innerhalb der fünf Minuten Zusatzschicht (im Dezember 2020 gegen Schwenningen, 2021 im Januar und im März gegen Augsburg – jeweils zuhause, dazu im selben Monat in Straubing plus im April in Wolfsburg und Iserlohn) und verloren den Zusatzpunkt außerdem im bislang einzigen Penalty-Schießen vom März gegen die Wild Wings.

Der achte Versuch, den „Sonderpunkt“ zu ergattern (wie es der gelöst wirkende Chef-Trainer Fischöder in der Medien/Presse-Konferenz nach dem 6:5-Erfolg gegen die DEG bezeichnete), gelang dem Schützen Daniel Schmölz. Nachdem Brett Pollock wie Adam Luke den erneut glänzend reagierenden Mirko Pantkowski nicht überwinden konnten und Kapitän Patrick Reimer am Gestänge des Gäste-Gehäuses gescheitert war sowie mit Maximilian Kammerer, dem Ex-Nürnberger Daniel Fischbuch und Jerome Flaake drei vorherige DEG-Torschützen ebenso erfolglos geblieben waren wie Düsseldorfs Kapitän Alexander Barta, schlug die Sekunde des Triumpfes für Daniel Schmölz – der 29-Jährige schraubte seine Treffer-Quote mit dem elften Tor im elften Spiel gegen einen DEL-Nord-Klub nach zuvor sechs Einschlägen in der Doppelrunde mit 24 Partien gegen die Süd-Konkurrenz der höchsten deutschen Eishockey-Liga auf beachtliche 17; wobei der Puck seinen Weg ins Netz dabei durch die Schoner des unglücklichen DEG-Keepers (siehe Foto) fand.

Nürnbergs 25-Daniel Schmölz (re.) umkurvt Düsseldorfs Torwart 30-Mirko Pantkowski (li.) zum 3-1.

In der Noris war zuletzt wenig zu holen für Düsseldorf

Im 106. DEL-Aufeinandertreffen der Ice Tigers mit der DEG (46:58-Siege, 2 Remis + 284:328 Tore) fand die zuletzt dürftige Beute der NRW-Landeshauptstädter an der Pegnitz ihre Fortsetzung: Auf nunmehr acht Niederlagen in neun Begegnungen summiert sich die Bilanz und den Gästen blieb wie in der Vorsaison auch diesmal lediglich ein Punkt. Damals, Anfang März 2020 und noch als „Thomas Sabo“ Ice Tigers, siegten die Nürnberger 3:2 in der Verlängerung und absolvierten (was zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt war) an diesem letzten Spieltag der Doppelrunde aller 14 DEL-Klubs (= 52. Runde der Spielzeit 2019/20) auch ihre letzte Partie der Saison, weil die „Corona“-Pandemie dem für die PlayOffs qualifizierten Tabellen-Fünften vom Rhein ebenso wie dem Achten NIT die Möglichkeit nahm, die „Pre-PlayOffs“ (= DEL Viertelfinal-Qualifikation) gegen die Grizzlys Wolfsburg zu bestreiten.

Wegen des Verzichts auf die PlayOffs der Saison 2019/20, der 26. Spielzeit der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), gab es auch keinen offiziellen Titelträger – wiewohl der „wahre Deutsche Meister“ für viele Anhänger „der schnellsten Sportart der Welt“ ja ohnehin der Sieger der doppelten Hin- und Rückrunde war und ist 2020 demnach, „Saison-Meister“ EHC Red Bull München. Dies völlig unabhängig von den zugegebenermaßen hochattraktiven „PlayOffs“. Die es heuer ebenso wieder geben soll wie einen offiziellen Deutschen Meister.

Düsseldorfs 40-Ken Andre Olimb (li.) vor Nürnbergs 22-Oliver Mebus (hinten) und 31-Niklas Treutle (re.).

Im Gegensatz zur DEL2 (kürzlicher Abbruch der Punkterunde, Erstellung der Tabelle und Qualifikation für die PlayOffs per Quotienten-Regelung), wo zuletzt ebenso wie derzeit im deutschen Profi-Fußball immer mehr positive „COVID-19“-Fälle mit dem „SARS-CoV-2“-Erreger (oder anderen?) auftraten, scheint die PENNY DEL als höchste Liga im deutschen Eishockey auf einem guten Weg, die Saison 2020/21 mit 38 statt (wie in den Vorjahren) 52 Punktspielen, dafür diesmal plus PlayOffs über die Bühne zu bringen. Ab dem 20. April spielen die vier Ersten jeder Gruppe im Modus „best of 3“ den neuen Deutschen Meister aus, wobei das Viertelfinale noch Gruppen-intern ausgetragen und ab dem Halbfinale über Kreuz mit der anderen Staffel gespielt wird – allerdings (was längst feststeht) ohne die Ice Tigers.

Beide Torhüter stark + Arturs Kulda mit 1. Tor in der DEL

Nürnbergs Puck-Jäger nämlich gehören zu den jeweils drei am schlechtesten (zwischen Rang 5 und 7 platzierten) Klubs der beiden Gruppen der „Corona“-Saison 2020/21. Ein besseres Ergebnis haben die Kufen-Cracks aus der Noris trotz vieler engagierter, zuletzt teils sogar begeisternder Auftritte bereits zu Beginn der Saison insbesondere gegen die Süd-Konkurrenz verspielt. Denn die jüngste Bilanz mit 19 (von 33 möglichen) Punkten aus den bislang elf (von insgesamt 14) Begegnungen mit den Nord-Klubs der DEL liest sich so, dass womöglich schon der eine oder andere Punkt mehr aus den sieben verlorenen Zusatz-Schichten mit Verlängerung und (respektive zuvor ein Mal) Penalty-Schießen Rang 4 der Süd-Gruppe der PENNY DEL-Saison 2020/21 in erreichbare Nähe gerückt hätte.

Düsseldorfs 39-Victor Svennson (mitte) trifft gegen Nürnbergs 31-Niklas Treutle (re.) zum 2-4 aus Düsseldorfer Sicht.

So aber bleibt im Moment grade mal das Erfolgs-Erlebnis der Nürnberger Puck-Jäger in deren Begegnung 35 des 39. Spieltags, wo mit dem 6:5 gegen die Düsseldorfer EG im achten Anlauf endlich der erste Sieg nach Verlängerung bzw. Penalty-Schießen gelang und damit eine unendlich scheinende Negativ-Serie gestoppt werden konnte. Darüber hinaus indes weckt die Mannschaft damit die Hoffnung, dass es – auch dank „Corona“-bedingt ausgesetztem Abstieg + bei Schaffung der wirtschaftlichen Voraussetzungen, wonach es aussieht – in der folgenden 28. DEL-Saison nicht nur weiter Erstliga-Eishockey gibt in Nürnberg, sondern auch angeknüpft werden kann an vorherige erfolgreiche(re) Zeiten mit Qualifikation für die PlayOffs.

Keinesfalls unterschlagen werden darf, dass trotz der insgesamt hohen Trefferzahl von zehn in den regulären 60 Spielminuten beide Torhüter glänzende Leistungen vollbrachten. Ob Mirko Pantkowski im Gäste-Gehäuse oder Niklas Treutle im NIT-Kasten – beide machten den gegnerischen Angreifern das Leben schwer und verhinderten zahlreiche weitere mögliche Treffer. Wobei die Tor-Premiere von NIT-Verteidiger Arturs Kulda allerdings kaum zu verhindern war – der in Leipzig geborene Lette traf erstmals in der DEL und ebnete mit seinem 5:5 den Weg zur Verlängerung wie damit schließlich zu 6:5-Sieg und „Sonderpunkt“!

Nürnbergs 6-Julius Karrer (li.) blockt diesen Schuss von Düsseldorfs 9-Maxi Kammerer (re.). Hinten Nürnbergs 31-Niklas Treutle.

„Shoutout“ für NIT-Goalie Ilya Sharipov in Krefeld!

Vorausgegangen war dem vorletzten Heimspiel der Ice Tigers in der zu Ende gehenden, nicht mal halbjährlichen, aber durch den engen Spielplan umso Kräfteraubenderen aktuellen Spielzeit eine Reise in die Richtung, aus der Düsseldorf kam. Zunächst bei den Roosters des Iserlohner EC mißlang mit dem 2:3 (2:1, 0:0, 0:1 / 0:1) nach Verlängerung das Unternehmen, den Sieg vom Hinspiel (7:3) zu wiederholen – trotz erneuter Blitz-Führung nach 50 (!) Sekunden (!) durch Eric Cornel und dem einem noch schnelleren Ausgleich (Spielzeit 1:15 Minuten) folgenden 1:2 durch Daniel Schmölz (9. – Assistenten Brett Pollock + Arturs Kulda bei 4:3-Überzahl); nach torlosem zweiten 20 Minuten kosteten der Ausgleich (42.) und der „sudden death“ (= plötzlicher Tod) in der Verlängerung nach 3:13 Zusatzminuten bei 3:4-Unterzahl zwei mögliche weitere Zähler.

Düsseldorfs 90-Jerome Flaake (re.) trifft zur 4-5 Führung. Nürnbergs 31-Niklas Treutle (li.) kann nicht mehr eingreifen.

Dafür hielten sich die Mannen der Trainer Fischöder und Kofler tags darauf bei den Pinguinen des Krefelder EV schadlos und bereiteten ihrem Torhüter darüber hinaus ein besonderes Doppel-Erlebnis: Treutle-Vertreter Ilya Sharipov gelang beim 3:0 (3:0,:0:0, 0:0) trotz zweimaliger doppelter Unterzahl sein erster DEL-Sieg plus erstem „shout-out“ in Deutschlands höchster Eishockey-Liga – wofür ein erneuter Blitz-Start die Grundlage schuf. Weitere drei Punkte nach dem 5:3 im Hinspiel sicherten Brett Pollock per Abstauber nach Schuß von Timo Walther (1:06!), Christopher Brown nach Pass von Daniel Schmölz (3:39) und Patrick Reimer (4:28 – Vorlagen von Arturs Kulda + Brett Pollock).

Nürnbergs 25-Daniel Schmölz (re.) setzt sich gegen Düsseldorfs 67-Bernhard Ebner (li.) durch.

Während sich mit Oliver Mebus und Markus Weber in Nürnberg zwei laut Trainer Fischöder „abgeschossene“ Akteure vom Eis schleppten, die die Ice Tigers für die Reise nach Berlin zu den Eisbären (Hinspiel 1:3) wieder fit zu bekommen hoffen, erwischte es einen der beiden Hauptschiedsrichter heftiger: Marc Iwert brach nach einem Zusammenstoß zusammen und prallte mit dem Kopf aufs Eis. Wegen Schwierigkeiten mit den Augen beendete der 34jährige Unparteiische seine Tätigkeit beim Stand von 4:2, wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert und seine drei Kollegen leiteten die insgesamt faire Begegnung dezimiert (= zu dritt) zu Ende.

Nürnbergs 25-Daniel Schmölz (li.) trift beim Penaltyschiessen zum 6-5 Sieg gegen Düsseldorfs 30-Mirko Pantkowski.

Und so geht’s weiter für die Ice Tigers . . .

14. APRIL 2021 (MITTWOCH, 18:30 UHR): Eisbären Berlin – NÜRNBERG ICE TIGERS (Hinspiel in Nürnberg 3:1)
16. APRIL 2021 (FREITAG, 19:30 UHR): NÜRNBERG ICE TIGERS – Kölner EC Haie (Hinspiel 3:6) in der „ARENA NÜRNBERGer Versicherung“
18. APRIL 2021 (SONNTAG, 14:30 UHR): Fischtown Pinguins Bremerhaven – NÜRNBERG ICE TIGERS (Hinspiel in Nürnberg 1:3)

Statistik zum 35. (= 18. Heim-)Spiel der Nürnberg Ice Tigers in der PENNY DEL-Saison 2020/21

Nürnberg Ice Tigers – Düsseldorfer EG nach Verlängerung + Penalty-Schießen 6:5 (0:1, 4:3, 1:1 / 0:0)

Ice Tigers: 31 Treutle 60(00: Spielminuten), 43 Sharipov (ohne Einsatz) – 5 Kulda, 6 Karrer, 9 M Lellan, 10 Kurth, 11 Brown, 14 Gilbert (A), 17 Reimer (C), 18 Walther, 21 Kislinger, 22 Mebus (A), 24 Weber, 25 Schmölz, 26 Lobach, 27 Trinkberger, 39 Pollock, 74 Fox, 81 Bires, 90 L. Adam / Mannschaftsleiter: Manuel Kofler – Chef-Trainer: Frank Fischöder – Co-Trainer: Manuel Kofler.
DEG: 30 Pantkowski (60:00), 32 Hanev (ohne Einsatz) – 4 Johannesen, 5 Geitner, 8 Nowak (A), 9 Kammerer, 16 Cumiskey, 19 Carey, 20 T. Eder, 21 Buzas, 24 Karachun, 28 Ehl, 29 Barta (C), 39 Svensson, 40 K..A. Olimb, 48 Jensen (A), 67 Ebner, 71 Fischbuch, 77 From, 90 Flaake, 91 Brejcak / Mannschaftsleiter: Niki Mondt – Chef-Trainer: Harold Kreis – Co-Trainer: Thomas Dolak.
Tore: 0:1 9 Kammerer – Assistenten 40 Olimb + 71 Fischbuch, der zunächst auf dem Spielberichtsbogen aufgeführt war, später aber wieder gestrichen wurde, obwohl er die Puck-Eroberung provozierte zum Scheibenbesitz von 9 Kammerer, der anschließend quasi im „Doppelpass“ mit 40 Olimb zur DEG-Führung traf (Spielzeit 16:51), 1:1 90 Adam – 25 Schmölz + 11 Brown (20:34), 2:1 74 Fox – 17 Reimer + 18 Walther (22:35 – bei 5:4-Überzahl Nürnberg), 3:1 25 Schmölz – 90 Adam + 11 Brown (23:38), 4:1 74 Fox – 21 Kislinger (24:45), 4:2 39 Svensson – ohne Assistenten (32:36), 4:3 28 Ehl – 91 Brejcak + 29 Barta (36:24), 4:4 71 Fischbuch – 9 Kammerer + 29 Barta (39:02), 4:5 90 Flaake – 77 From + 48 Jensen (42:24 – bei 5:4-Überzahl Düsseldorf), 5:5 5 Kulda – 9 McLellan (49:37), 6:5 25 Schmölz – siehe Penalty-Schießen!
Penalty-Schießen: 39 Pollock scheitert an 30 Pantkowski – 9 Kammerer vorbei, 90 Adam scheitert an 30 Pantkowski – 71 Fischbuch vorbei, 17 Reimer klirrend ans Gestänge – 90 Flaake vorbei + nach Wechsel der Reihenfolge nun beginnend mit Düsseldorfs 29 Barta, der an 31 Treutle scheitert – 25 Schmölz trifft durch die Schoner des unglücklichen DEG-Keepers 30 Pantkowski zum 6:5!
Schiedsrichter: Marc Iwert + Lukas Kohlmüller – Linienschiedsrichter: Joshua Römer + Marius Wölzmüller. Punktrichter: Michael Feldmann.
Strafen bzw. Strafzeiten: NIT 1 = 2 Minuten (1 x 2) – DEG 3 = 6 Minuten (3 x 2).
Zuschauer: KEINE (zumindest keine zahlenden) in der „ARENA NÜRNBERGer Versicherung“ – gemäß „Corona“-Richtlinien.

Text: Klaus Meßenzehl
Titelfoto: Düsseldorfs 9-Maxi Kammerer (li.) und 71-Daniel Fischbuch (rechts vorne) scheitern an Nürnbergs 6-Julius Karrer (2.v.li.) und 31-Niklas Treutle (hinten).
Fotos: Thorsten G. Schönberger/ISPFD
weitere Fotos in unserer Bilddatenbank

Advertisement
Advertisement

News

Interessante Beiträge