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Wahre Helden auf vier Beinen: Auch Rettungshunde benötigen Training!

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Respekt vor den Leistungen der Rettungshunde-Staffeln!

Die WBG stellte jüngst dem BRK ein Abbruch-Gelände zur Verfügung

Es ist heiß, deutlich über 30 Grad und damit sogar wärmer als in Beirut, wo die Rettungshunde des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) derzeit ebenfalls gut gebraucht werden könnten nach der verheerenden Explosion im Hafen der Hauptstadt des Libanon. In Nürnberg, auf dem Abbruchgelände an der Äußeren Sulzbacher Straße, aber geht es nahezu zeitgleich (noch) nicht um die Rettung von Menschen aus eingestürzten Gebäuden – Ziel des Trainings ist die Vorbereitung von Mensch und Tier auf die “Trümmersuche”, den echten Einsatz!

Und da können selbst hohe Temperaturen die zehn Zweier-Teams der Rettungshundestaffel des BRK Oberfranken und Mittelfranken (acht Frauen, zwei Männer mit ihren Vierbeinern) keineswegs ausbremsen. In den Pausen allerdings ist Schatten gefragt, für die Hunde ebenso wie für ihre Bezugspersonen; die sich dann auch schon mal wenigstens der festen langärmligen Jacke entledigen – auf einem der kurzärmligen Oberteile kommt da zum Vorschein der Aufdruck “Iran 2018”.

“Flächensuche” und “Mantrailing” als Alternativen der Suche.

Rückblende: Im August und November vor zwei Jahren erschütterten in einem der Erdbeben-gefährdetsten Länder unseres Planeten Erdstöße den Boden und Hilfe war gefragt, um verschüttete Menschen zu finden (und bergen zu können). Das ist die Hauptaufgabe von Rettungshunde-Führer*in und Vierbeiner, die dazu allerdings ausgebildet werden müssen. Das geschieht, abgesehen von derartigen Hilfeeinsätzen im Ausland, hierzulande auch in Form der Rettung von Menschen durch sogenanntes “Mantrailing”.

Der “Maintrailer” orientiert sich dabei ausschließlich an den Geruchs-Merkmalen der vermissten Person (= dem individual Geruch) und kann bei der suche verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden. Die so ausgebildeten Vierbeiner können sich trotz vieler Verleitungen ausschließlich an den Geruchsmerkmalen der gesuchten Person orientieren – etwa dann, wenn sich jemand (meist Ältere) verirrt/verlaufen hat und nicht mehr zurück nach Hause findet.

Bei der “Flächensuche” arbeitet ein Hund frei, ohne Leine und stöbert in einem vorgegebenen Gebiet nach menschlicher Witterung. Hat der Hund diese Witterung aufgenommen, arbeitet er sie aus, bis er die “erwitterte” Person gefunden hat, zeigt sie seinem Hundeführer durch eine antrainierte Verweisart an und führt ihn so zu der hilfsbedürftigen Person.

Rettungshundestaffel des BRK Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken

Kooperation zwischen BRK/DRK und Iranischem Halbmond

Zwischen dem Iranischen Roten Halbmond (IRH) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) gibt es bereits seit 2003 eine Zusammenarbeit, die damals mit gerade mal drei Hunde-Teams des IRH begann. Inzwischen sind es dank eines Projektes zum schnellen Aufbau eigener Rettungshunde-Staffeln des IRH deutlich über 70 einheimische Gespanne beim BRK/DRK-Partner am Persischen Golf. Dabei half (und hilft) die deutsche, insbesondere bayerische Ausbildungs-Unterstützung (unter anderem in einem IRH-Trainingszentrum in Isfahan) ganz wesentlich, um mittlerweile das gesamte Gebiet des Iran abzudecken.

Ohne Trainingsmöglichkeiten für Rettungshunde und ihre Führer*innen wie etwa auf dem Abbrucharbeiten-Areal der ehemaligen “Bundesmonopolverwaltung für Branntwein” an der Äußeren Sulzbacher Straße in Nürnberg wäre indes Hilfe in anderen Ländern der Erde ebenso wenig möglich wie die Aus- und Weiterbildung ausländischer wie eigener Teams. Insofern ist die Unterstützung der ” WBG Urbanes Wohnen St. Jobst GmbH”, eines Tochterunternehmens der “wbg Nürnberg”, von unschätzbarem Wert!

Das Gelände an der Bahnstrecke nach Lauf im Nürnberger Osten diente vor dem Abbruch der meisten nun in Schutt und Asche gelegten Gebäude bereits Spezialeinheiten des Polizeipräsidiums Mittelfranken, der Berufsfeuerwehr Nürnberg und Freiwilligen Feuerwehren der Franken-Metropole sowie dem Technischen Hilfswerk als Übungsgelände. Die trainieren in der Regel ebenso unter Ausschluß der Öffentlichkeit wie ansonsten die BRK/DRK-Rettungshundestaffeln – die Fortführung der Tradition, dass die WBG geeignete Gelände Rettungsorganisationen für Trainingszwecke zur Verfügung stellt, durften beim jüngsten Treffen der Rettungshundestaffeln des BRK-Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken nun Fotografen wie schreibende/sprechende Journalisten von Presse, Funk und Fernsehen begleiten.

Christina Seidl schickt Amani auf die Suche

WBG + BRK gaben Einblick ins Training der Rettungshunde-Staffel

Der Medien-Termin, zu dem Dieter Barth, Leiter Unternehmenskommunikation und Pressesprecher der “wbg Nürnberg GmbH Immobilienunternehmen” in Langwasser, geladen hatte, war eine eindrucksvolle Vorstellung dessen, was Hundeführer*innen und ihre Rettungshunde bereits im Vorfeld leisten (müssen), um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können. Die Suche nach verschütteten Personen auf dem Abbruchgelände an der Äußeren Sulzbacher Straße vermittelte ein eindrucksvolles Bild von der Tätigkeit der Rettungshunde-Teams des BRK, deren Tätigkeit ehrenamtlich ist und insofern ganz besondere Anerkennung verdient.

Da verwundert es dann schon ein wenig, dass die Tiere lediglich bei Einsätzen versichert sind und im Falle einer Verletzung (oder gar des Todes, was nie völlig auszuschließen ist …) bei Übungen der/die jeweilige Hundebesitzer*in das Risiko trägt. Passiert also etwas beim Training – und das kann schnell geschehen (wie beim jüngsten Termin, der erfreulicherweise ohne Verletzungen ablief, durchaus zu erahnen war), haben die Hundebesitzer*innen die (neben empathischen auch finanziellen) Folgen selbst zu tragen . . .

Immerhin gibt es Gemeinden, die den Besitzern von Rettungshunden wenigstens die Hundesteuer erlassen. Wiewohl das laut Auskunft der Betroffenen keineswegs flächendeckend der Fall ist (Nachahmung also empfohlen!), immerhin aber zumindest in Teilen von Behörden zu wenigstens einer kleinen Form der Anerkennung führt im finanziellen Bereich, der die Ehrenamtlichen ohnehin ebenso fordert wie BRK/DRK, die bei der Erfüllung dieser Aufgaben dringend auf Spenden-Einnahmen angewiesen sind.

Durch andauerndes Verbellen zeigt Rettungshund Amber an, dass er eine “verschüttete Person” gefunden hat.

Neue Rettungshunde-Teams ebenso gesucht wie Spenden nötig

Ohne Spenden hakt es an der nötigen Ausstattung und ohne Ehrenamtliche sowie ihre Hunde an Rettungsstaffeln. Deshalb sind BRK und Dachverband DRK laufend interessiert an neuen Rettungshunde-Teams. Die Ausbildung umfasst dabei die Sparten Flächensuche, Mantrailing und Trümmersuche – wobei das Hauptaugenmerk in Bayern auf der Flächensuche liegt. Die Ausbildung der Mitglieder von Rettungshunde-Staffeln reicht laut Eigen-Auskunft von Sanitätsdiensthelfer*innen bis zu Ärzt*innen.

Trainiert wird wie bei Sportlern, in der Regel zweimal pro Woche. Dazu kommen dann Einsätze, Seminare und Fortbildungen. Wer regelmäßig zum Training kommt, wird nach zwei bis drei Jahren Ausbildung (s)einen Hund zur Prüfung vorstellen können. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen angehende Hundeführer*innen eine Ausbildung als Sanitätsdiensthelfer*innen durchlaufen und sich weiteres Fachwissen wie etwa “Kynologie” oder “Erste Hilfe Hund” aneignen – ein durchaus anspruchsvolles Programm also, das über Gassigehen dann doch weit hinaus reicht.

Die Rettungshundestaffel des Kreisverbandes Nürnberger Land etwa vermeldet im Internet zirka 50 Einsätze pro Jahr, die zu jeder Tages- und Nachtzeit notwendig werden können. Nach Abschluß der Grundausbildung sind alle Hundeführer*innen ab vollendetem 18. Lebensjahr berechtigt zum Einsatz, bei dem sie dann die geprüften Teams unterstützen, bis sie selbst die Einsatzreife mit ihrem Hund erlangen. Abgesehen davon sind auch Helfer*innen ohne Hund wichtig und wertvoll für die Staffel.

Rettungshunde-Staffeln des BRK/DRK in der Metropolregion

Kreisverband Erlangen-Höchstadt / Rettungshundestaffel Höchstadt, Henri-Dunant-Str.4, 91058 Erlangen.
Kreisverband Fürth / Fachdienst Rettungshundestaffel, Henri-Dunant-Str. 11, 90762 Fürth.
Kreisverband Nürnberger Land / BRK-Hundestaffel, Henry-Dunant-Str. 1, 91207 Lauf/Pegnitz (fachdienst-rettungshunde@brknl.de).

Was Besitzer*innen von Hunden bedenken sollten, wenn Interesse an einer Beteiligung bei einer Rettungshunde-Staffel besteht: Die Rettungshunde-Ausbildung ersetzt keine Hundeschule!

Text: Klaus Meßenzehl
Fotos: Werner F. Schönberger / ISPFD
weitere Fotos in unserer Bilddatenbank

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