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Fußball

Fürth vor “Corona”-Neustart gegen Aufstiegs-Aspirant HSV

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“Virtuelle” Pressekonferenz mit SpVgg-Trainer Stefan Leitl

Die Vorbereitungen auf den “Re-Start” des Profi-Fußballs nach fast zehnwöchiger Unterbrechung befinden sich in der Endphase: Am kommenden Samstag, den 16. Mai 2020, hat die Anfang März verfügte “Corona”-Unterbrechung ein Ende!

Den Anfang macht die 2. Bundesliga ab 13 Uhr mit vier Begegnungen, um 15:30 Uhr folgt Liga 1 mit fünf Partien plus einer weiteren um 18:30 Uhr. Tags darauf geht’s weiter mit fünf Zweitliga-Spielen ab 13:30 Uhr (darunter dem Gastspiel des Hamburger SV in Franken, bei der SpVgg Greuther Fürth) sowie zwei Bundesliga-Auseinandersetzungen (15:30 + 18:30 Uhr), ehe den gemeinsamen 26. Spieltag der Saison 2019/20 die Elite-Liga des deutschen Fußballs am Montag-Abend (20:30 Uhr) beschließt.

ACHTUNG: An den ersten beiden Spieltagen der Fußball-Bundesligen nach der “Corona”-Pause bietet Sky Sport News HD übrigens die “Original Sky Konferenz” am Bundesliga-Samstag sowie die Konferenz der 2. Bundesliga am Sonntag (also mit SpVgg Greuther Fürth vs. HSV + FC St. Pauli vs. 1. FC Nürnberg) im Free-TV und Livestream auf skysport.de – frei empfangbar für alle, auch ohne Sky-Abo.

Die Termine für die frei empfangbaren Konferenzen auf Sky Sport News HD:

Bundesliga: 16. + 23. Mai (Samstag, 15:30 Uhr)
2. Bundesliga: 17. + 24. Mai (Sonntag, 13:30 Uhr)

Immanuel Kästlen

Spitzentreffen als “Geisterspiel” im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer

Während also zeitgleich der 1. FC Nürnberg vor leeren Rängen am Hamburger Millerntor beim FC St. Pauli seine Visitenkarte abgibt, kommt es bei der SpVgg Greuther Fürth zum Gast- und “Geisterspiel” von dessen Lokalrivalen HSV, der Nummer 1 der Hansestadt. Will der Tabellendritte aus dem Norden (nach 25 Runden mit einem Punkt Rückstand auf den Zweiten VfB Stuttgart + deren sechs auf Spitzenreiter DSC Arminia Bielefeld) im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer seine Aufstiegs-Ambitionen wahren, darf er vermutlich kaum leer ausgehen. Denn mit dem 1. FC Heidenheim (41 Zähler) sowie den Fürther Kleeblättern und dem SV Darmstadt 1898 (jeweils 36 Punkte) sitzt die Konkurrenz dem einstigen Bundesliga-Gründungsmitglied, das als Letzter aus Liga 1 absteigen musste, im Nacken.

So erwarten die Hamburger im anstehenden Verfolgerduell ein Spitzenspiel, auf das Fürths Chef-Coach Stefan Leitl und sein Trainer-Team ihre Mannschaft entsprechend vorbereitet. Wobei die besonderen “Corona”-Bedingungen den Rahmen vorgaben. “Es sind klare Regeln, die wir zu beachten haben, dass wir alle wieder kicken dürfen”, weiß David Raum. Und Fürths Nummer 11, der überwiegend im linken Mittelfeld zwischen Abwehr und Angriff für Betrieb sorgt, versichert beim Interview auf der Website des Vereins: “Die hält man natürlich gerne ein, wenn man dann wieder auf den Platz darf!”

Dies bedeutet(e) unter anderem auch, im Teamhotel ein Einzelzimmer zu beziehen (quasi in Quarantäne bereits seit Montag der Woche); und für den 2006 von Tuspo Nürnberg über die Stadtgrenze gewechselten 1,80 Meter langen, wendigen 75-Kilo-Schlaks, auf die Gesellschaft seines sonstigen Zimmerkollegen Sascha Burchert zu verzichten. Den vor gut drei Wochen gerade mal 22 Jahre jung gewordenen Linksfuß begeistert diese Maßnahme zwar weniger, David Raum räumt im Interview auf der Vereins-Website aber ein: “Weil man einfach will, dass die Zukunft besser aussieht als die Gegenwart.”

Über die Vorfreude der Spieler (Raum: “Wir sind heiß, dass wir wieder zusammen auf dem Platz stehen dürfen und freuen uns riesig auf das Spiel am Sonntag!”) hinsichtlich des HSV-Gastspiels berichtete auch Stefan Leitl bei der virtuellen Pressekonferenz. In seiner Funktion als “Leiter Medien & Kommunikation” der SpVgg Greuther Fürth gab da Immanuel Kästlen die vorher schriftlich übermittelten Fragen der (Sport)Journalisten zur Beantwortung an Fürths Trainer weiter.

Trainer Stefan Leitl

Leitl zum Neustart: ” Sorgfältig mit Verantwortung umgehen!”

Ziemlich entspannt konnte sich der SpVgg-Trainer dabei in Sachen personelle Situation geben. Vor dem “Re-Start” der 2. Bundesliga haben die Greuther Fußball-Profis keine größeren personellen Sorgen. Abgesehen davon, dass das komplette Aufgebot trainieren kann, sei lediglich im Fall von Mergim Mavraj etwas Vorsicht geboten. Der 33jährige Innenverteidiger steigert nach seiner bereits vor der “Corona”-Unterbrechung erlittenen Adduktorenverletzung derzeit sukzessive die Belastungen und ist auf bestem Weg zu alter Form.

“Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Mannschaft auf den Platz bringen werden”, gab sich Stefan Leitl bei der virtuellen Pressekonferenz absolut zuversichtlich und betonte mehrmals die Bedeutung von “Spaß und Freude” am Wiederbeginn. Und das legen seine Schützlinge auf dem Trainingsplatz offensichtlich “mit hoher Konzentration” an den Tag.

Den Aspekt des Themas “Geisterspiel”, also die erste von mehreren Partien ohne Zuschauer, erwartet Fürths Chef-Coach mit Spannung vor allem hinsichtlich der psychologischen Perspektive: “Es ist eine mentale Geschichte: Wer kommt besser mit der Situation zurecht?”

Die Fürther Protagonisten, ob auf oder neben dem Rasen, erwarten den Neubeginn mittlerweile fast ungeduldig. “Wir freuen uns, dass wir wieder unserem Beruf nachgehen können”, meint Stefan Leitl und versichert: “Uns ist aber auch bewusst, welche Verantwortung wir tragen. Wir werden auch sorgfältig mit dieser Verantwortung umgehen.”

Vom ersten Gegner nach der fast zehnwöchigen “Corona”-Zwangspause hat Fürths Chef-Trainer eine hohe Meinung und attestiert dem Hamburger SV “eine Mannschaft mit sehr sehr hoher Qualität”. Da seine eigene Truppe aber über ein “gutes Klima” verfüge und im Training “keine Hemmungen, keine Scheu” zu verspüren gewesen seien, sei er zuversichtlich.

Kaum auszudenken, was im Fürther Stadtteil Ronhof und dem gleichnamigen Stadion, vor allem aber an den heimischen Fernseh-Geräten los wäre, gelänge ein Erfolg gegen den HSV – denn dann würde der Vorsprung des Klubs aus Norddeutschland in der Tabelle auf fünf Punkte schrumpfen und zumindest die Aufstiegs-Relegation für die Truppe von Stefan Leitl nochmal in greifbare Nähe rücken.

Marco Caligiuri

Abschied von Kapitän Caligiuri oder ein Job im Klub-Umfeld?

Derweil hat(te) Rachid Azzouzi ähnlich viel zu tun wie Chef-Coach Leitl und sein Trainer-Team. Denn nachdem die Politik grünes Licht gegeben hatte für die neun verbleibenden Geisterspiele der Saison 2019/20, standen für den Manager erste Personalentscheidungen an.

Am spektakulärsten dabei wohl die, die den Spielführer der Profis betraf: Der Vertrag von Marco Caligiuri wurde nicht erneut verlängert, sodass sich die Wege der Spielvereinigung und des verdienten 36jährigen Innenverteidigers am Saisonende trennen – es sei denn, es findet sich eine anderweitige Beschäftigung im Verein; was Manager Azzouzi so kommentierte: “Wir müssen nur schauen, in welcher Form!”

Die Bereitschaft respektive das Interesse, Marco Caligiuri im Umfeld der Mannschaft(en) des Vereins zu beschäftigen und damit sein Können und Wissen weiter zu nutzen, besteht offensichtlich. Allerdings hatte der wie sein vier Jahre jüngerer Bruder Daniel (bei Bundesligist FC Schalke 04 ebenfalls kurz vor dem Vertragsende) im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen geborene Deutsch-Italiener eigentlich vor, seine Karriere zu verlängern und die Fußballstiefel über diese Spielzeit hinaus zu schnüren, also noch keineswegs an den berühmten Nagel zu hängen . . .

Folglich wird die Entscheidung darüber, ob Marco Caligiuri (bereits von 2007 bis 2010 + seit Ende August 2014 bei der SpVgg unter Vertrag) seine Zelte in Fürth tatsächlich abbricht, in erster Linie bei ihm selbst liegen (müssen). Vielleicht aber findet sich ja ein Kompromiss in der Form, dass der 36-Jährige im Umfeld von Profis und/oder Regionalliga-U23 des Vereins eingearbeitet wird in neuer Funktion, nebenbei aber weiter aktiv bleibt als Leitfigur für den Greuther Nachwuchs sowie als “Stand-by-Profi” für Notfälle!?!

Übertriebene Sorge oder berechtigter Warn-Hinweis: Ansteckungsgefahr?

Allenthalben (Vor)Freude also bezüglich des Neustarts in den beiden Profi-Ligen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) respektive der Deutschen Fußball-Liga (DFL), kritische Stimmen sind eher unerwünscht. Doch solche gibt es durchaus, siehe etwa Thomas Frölich, Mannschaftsarzt des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Der 61jährige Mediziner machte im kürzlichen Interview des geschätzten Kollegen Frank Hellmann für die Süddeutsche Zeitung kein Hehl aus seinen Bedenken.

Frölich läßt bei seinen Äußerungen keinen Zweifel daran, dass der Fußball in “Corona”-Zeiten seiner Ansicht nach mehr Regel-Änderungen bräuchte und erklärt auch die Gründe dafür. Und auch warum es besser wäre, wenn die Spieler, die er verantwortungsvoller erlebt als frühere Generationen, doch besser Masken tragen würden.

Bundesliga und Corona: “Ansteckungsgefahr besteht da ja schon” lautet die Quintessenz der Äußerungen des Hoffenheimer Teamarztes. 1,5 Meter Abstand in einer Freistoßmauer sind zugegebenermaßen schlechterdings unmöglich . . .

Dass das Fußball-Regelwerk nicht an Corona angepasst wurde, sieht Thomas Frölich kritisch und schlägt Änderungen vor – insbesondere fordert er, die Spieler mehr einzubeziehen. Kritische Anmerkungen diesbezüglich gab es ja durchaus auch schon von hauptsächlich Betroffenen; etwa vom früheren Dortmunder Neven Subotic, der jetzt beim durchaus gut platzierten Bundesliga-Aufsteiger FC Union Berlin unter Vertrag steht.

Ob das medizinische Konzept der Fußball-Bundesligen funktioniert, kann nur die Zukunft zeigen – es bleibt zu hoffen, im Interesse aller Beteiligten.

Text: Klaus Meßenzehl
Fotos: ISPFD
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