Sonstiges

Nürnberg: Neubau von neuer Feuerwache 1 jetzt voll im Soll!

Bürgerinnen + Bürger der Stadt dürfen sich freuen

Bald noch besser gewappnet für Notfälle . . .

Im Innenhof der neuen Feuerwache 1 liegt Material für die Installation bereit
Die Installatiionsarbeiten sind wie hier in einer der Fahrzeughallen im vollen Gange

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Stolz war den Verantwortlichen in die Gesichter geschrieben: Bei der Besichtigung der Baustelle des Neu-baus der Feuerwache 1 in Nürnberg gab es fast ausschließlich strahlende Mienen – auch wenn Kosten und zwischendurch auch der Zeitplan alles andere als exakt in dem Rahmen blieben, der anfänglich vorgesehen war.

Die veranschlagten Gesamtkosten des Objekts, die am 23. Juni 2015 vom Bau- und Vergabeausschuss der Stadt Nürnberg ursprünglich mit 24 Millionen Euro beschlossen worden waren, betragen nach einer nötigen Aufstockung rund 50,2 Millionen Euro; wovon immerhin zirka 5,8 Millionen Euro aus Fördermitteln fließen. Die bei Neubau-Planungen in solchen Größenordnungen beinahe schon üblichen Steigerungen sind zwar eine alles andere als schmackhafte Pille, und doch fällt der Vergleich zu anderen modernen Feuerwachen eher moderat aus – so jedenfalls sah es Felix Schanzmann, neben Bastian Richter einer der beiden Bauingenieure und Projektleiter des Objekts, die ihre Besucher der Medien vor einem Jahr wegen Wassereinbruchs zum Teil über Holzplanken herumführen mussten.

Nürnbergs Baureferent Daniel F. Ulrich (links) erklärt und beantwortet Fragen der Medien in einer der Fahrzeughallen
Die Wände und Brüstungen werden verklinkert

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Rundgang 2019 über die Baustelle auf dem Areal an der Ecke Maximilian-/Reutersbrunnenstraße (westlich vom Gefängnis), die seit über zwei Jahren in Betrieb ist, zeigen die Verantwortlichen ihre Freude gegenüber den Medien-Vertreter ebenso wie die Erleichterung, dass es vorangeht. Weil viele Hürden zu überwinden waren, schwingt durchaus auch etwas Stolz mit. Nachdem der Baubeginn für die neue Feuer-wache 1 (in verkehrsgünstiger Lage am Nürnberger Westring in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Pegnitz-Auen) mit 2017 zwar eingehalten werden konnte, dann aber unerwartete Probleme auftraten und die pünkt-liche Inbetriebnahme den Planungen entsprechend zwangsläufig nach hinten zu rutschen drohte (zwischen-durch war von Frühjahr 2020 die Rede), soll der Einzug jetzt doch noch 2019 erfolgen.

Auch Bürgermeister Christian Vogel freut sich über die Fertigstellung des Rohbaus und die Gestaltung der Fassade. Der Innenausbau mit modernster Technik kann nun mit vollem Tempo in Angriff genommen werden. Elektro-, Sanitär-, Klima-, Heizungs- und Lüftungsanlagen warten auf ihre Installation.

Der Innenhof der neuen Feuerwache 1
Blick auf die Kreuzung Reutersbrunnenstraße / Westring

 

 

 

 

 

 

 

 

Die neue “Feuerwache 1” wird den gestiegenen Anforderungen gerecht

Notwendig geworden waren die Neubau-Überlegungen, weil die Gebäude des Areals der bisherigen Feuerwache 1 (bekannt auch als “Feuerwache West”) in der Reutersbrunnenstraße 24 (= ein unter Denk-malschutz stehendes Gebäude im Nürnberger Stadtteil Kleinweidenmühle, das – wie in “WIKIPEDIA” nach-zulesen ist – seit der Inbetriebnahme 1902 bis heute durchgängig als Feuerwehrhaus genutzt wird) den heutigen Anforderungen an eine Feuerwache der Berufsfeuerwehr sowohl in baulicher wie auch technischer Hinsicht nicht mehr entsprechen.

Der Eingang in die Feuerwache 1 mit Wachzentrale erfolgt von der Reutersbrunnenstraße

Dafür geriet bereits 2007 das (nur geringfügig mehr als einen Kilometer weiter nordwestlich gelegene) Grundstück in der Reutersbrunnenstraße 63 in den Fokus und eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben, die unter anderem auch das auf diesem Grundstück vorhandene Regenrückhaltebecken der Stadtentwässerung und Um-weltanalytik Nürnberg (SUN) berücksichtigte. Den 2009 durchgeführten Realisierungswettbewerb gewann das Architekturbüro Bär, Stadelmann, Stöcker aus Nürnberg.

Die Projektbeschreibung gab bereits einen Eindruck von dem, was die Besichtigung mit Medien den Besuchern vermittelte: Das dreistöckige Haupt-Gebäude besteht aus dem Untergeschoss mit Technik, Lager und Tiefgarage, dem Erdgeschoss mit den Fahrzeughallen und Werk-stätten sowie einem Obergeschoss mit Büro-/Seminar-/Sanitär- und Ruheräumen für die Wachmannschaften und deren Dienstsport. Die ringförmige Anordnung ermöglicht der Feuerwehr maximale Nutz- und Übungs-flächen im gemeinsamen Innenhof. Zwei weitere Geschosse bietet der Turm, der – ebenso wie ein Teil der Dachfläche und des Innenhofs – Übungszwecken dienen soll.

Ganz wesentlich für die Berufsfeuerwehr in Nürnberg, die im neuen Gebäude auch die Freiwilligen Feuer-wehren der Stadt mitbetreuen wird, sind die erforderlichen Technikräume. Um diese effektiv unterzubringen, wurden um die Treppenhäuser Zwischengeschosse eingezogen und vier weitere große Technikzentralen auf dem Dach angeordnet. Für Freunde von Klinkerfassaden, wie sie vor allem auch in Norddeutschland häufig zu sehen sind, gibt es zudem Annehmlichkeiten für Auge – aus Sicht der dafür zuständigen Planer vermittelt diese Optik der Einrichtung eine für die Funktion selbstverständliche Materialität und es soll zudem dazu beitragen, die Feuerwache als wichtigen Baustein und als Merkzeichen in den Stadtteil einzubetten.

Die Einfahrt in die Feuerwache 1 erfolgt von der Reutersbrunnenstraße – rechts ist die Kreuzung zum Westring

Die Zukunft der alten “Feuerwache West” bleibt vorerst noch unklar . . .

Wenn die Zielsetzung funktioniert wie vorgesehen und die “neue Feuerwache 1” im März 2020 endgültig den gesamten Betrieb übernimmt – die nötige Übergangszeit wird den Ge-gebenheiten angepasst werden (müssen), kommen Material (Fahrzeuge und alle Gerätschaften) wie Mensch vom an den Westring angrenzenden Eckgrundstück Maximilian-/Reu-tersbrunnenstraße ins Einsatzgebiet. Das betrifft dann die näher gelegene Altstadt und das Gebiet bis nach Schweinau ebenso wie das etwas weiter entfernte im Knoblauchsland und am Flughafen.

Abgesichert im Falle von Bränden oder anderen Notfällen wird damit ein Gebiet, in dem rund 30 Prozent der Nürnberger Einwohner leben. Da eine Sanierung der alten Feuerwache 1 von vorneherein keine Alternative war, sind alle Beteiligten mit der nun ihrer Vollendung entgegengehenden Lösung glücklich und zufrieden.

Unklar indes bleibt vorerst, was langfristig aus dem denkmalgeschützten Gebäude der alten “Feuerwache West” wird . . .

Autor: Klaus Meßenzehl
Fotos: Werner F. Schönberger / ISPFD
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