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WTA – NÜRNBERGER CUP: Yulia Putintseva gewinnt Einzelfinale!

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Peter Söll, der Gründer von Mit-Sponsor NCP, lag gar nicht mal so arg weit weg vom Turnierausgang mit seinem “Geheim-Tipp”: Anna-Lena Friedsam.

Peter Söll (NCP und Josef Müller (rechts – Vizepräsident Lotto-Bayern) mit den Gewinnerinnen des Doppelfinales Yifan Xu/CHN und Gabriela Dabrowski/CAN

Peter Söll (NCP) mit der Siegerin des Einzelfinales Yulia Putintseva/KAZ

Sie hatte nach fast zwei-jähriger Verletzungspau-se eine Wild Card be-kommen für das dies-jährige WTA-Turnier in der Noris und hatte bei der Vor-Konferenz für die Medien in den Räu-men seiner Firma in Nürnberg-Röthenbach Werbung gemacht fürs anstehende Ereignis, überzeugte absolut auf der (trotz Regengebeu-telten) wie im Vorjahr erneut nahezu tadellosen Tennis-Anlage des 1. FC Nürnberg und scheiterte nur an der späteren Turnier-Siegerin Yulia Putint-seva – und dies erst in drei Sätzen mit 38 Spielen und zweimal Tie-Break nach einem Marathon-Match von 3 Stunden und 21 Minuten!

Tamara Zidansek (SLO) im Einzelfinale des WTA-NürnbergerCups

Yulia Putintseva (KAZ)

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Statistik weist die Auseinandersetzung der aus Kasachstan stammenden Putintseva und der Deutschen Friedsam (eines der spektakulärsten Matches, die jemals beim NÜRNBERGER VersicherungsCup gespielt wur-den!) gleich mit zwei Superlativen aus: Das 5:7, 7:6 (7:5), 6:7 (2:7) der 25-Jährigen aus Rheinland-Pfalz (geboren in Neuwied, wohnhaft in Oberdürenbach) gegen die nur etwas mehr als elf Monate und eine Woche jüngere Kasachin war sowohl die längste Auseinandersetzung der siebenjährigen Geschichte des Nürnberger Turniers wie das längste WTA-Match des laufenden Jahres.

Das Viertelfinal-Aus-scheiden als letzte Deutsche (für Mona Barthel, ebenfalls gegen Putintseva, und Andrea Petkovic, eben gegen Friedsam, war bereits im Achtelfinale Endstation – für Wild-Card-Starterin Sabine Lisicki und die immerhin in der Qualifi-kation zweimal erfolgreiche Jule Niemeier bereits in Runde 1 …) sollte einen Meilenstein bedeuten für Anna-Lena Friedsam auf dem Weg zurück auf die Tennis-Weltbühne. Dem 4:6, 6:3, 6:3-Dreisatz-Sieg gegen die Rumänin Irina-Camelia Begu (vor Nürnberg WTA-82. + danach 38.!?!) in Runde 1 folgte eine eindrucksvolle Vorstellung gegen Andrea Petkovic im Achtelfinale; das innerdeutsche Duell gegen die nach einigen Absagen am Valznerweiher von Nummer 12 auf 8 in der Setzliste vorgerückte Darmstädterin, die zuvor in Runde 1 die Türkin Cagla Buyukakcay mit 6:3, 6:2 sicher in Schach gehalten hatte, ging mit 6:3, 6:1 deutlich an die Rhein-land-Pfälzerin, die ihre beiden Schulteroperationen und die damit verbundene 18-monatige Zwangspause vollkommen überwunden zu haben scheint (wiewohl sie bei der Pressekonferenz nach dem Erreichen des Viertelfinales gestand: “Extra-Pflege braucht die Schulter schon noch!”).

Tamara Zidansek (SLO) im Einzelfinale des WTA-NürnbergerCups

Yulia Putintseva (KAZ) in dem Moment als sie im Einzelfinale des WTA-NürnbergerCups gegen Tamara Zidansek (SLO) gewinnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der bisweilen exzentrischen, wenngleich mental wie spieltechnisch starken Yulia Putintseva, die sich auf Grund mancher “Mätzchen” den Unmut von Schiedsrichtern und noch mehr des (eher noch zurückhaltenden) Publikums zuzog, lieferte Friedsam jedenfalls einen beherzten Fight und war mit dem zweifellos besten Auf-tritt seit ihrem Comeback auf dem besten Wege zurück ins Profi-Tennis, das zwischendurch in weiter Ferne lag. Der Lohn sollte eine deutliche Verbesserung von WTA-Ranglisten-Nummer 518 vor Nürnberg um mög-licherweise eine dreistellige Zahl von Plätzen sein (das wird sich in den nächsten Tagen zeigen). “Das war ein Mega-Match, enorm intensiv auf hohem Niveau”, befand Anna-Lena völlig treffend und reagierte zunächst untröstlich auf das Verpassen des Halbfinals, dessen Erreichen ihr womöglich noch weitere Siege beschert hätte: “Es ist einfach nur schade, dass es nicht gereicht hat!”

Das Doppelfinale gewannen (rechts) Yifan Xu/CHN und Gabriela Dabrowski/CAN gegen Sharon Fichmann/CAN und Nicole Melichar/USA

Knappes Barthel/Friedsam-Aus auch im Doppel-Viertelfinale . . .

So wenig fehlte zum Erreichen der Vorschlussrunde von Nürnberg im Einzel, so knapp scheiterte Friedsam mit deutscher Partnerin Mona Barthel gleichermaßen im anschließenden Doppel als Duplizität der Ereignisse ebenfalls im Viertelfinale: Beim 6:1, 2:6, 8:10 nach zwei normalen und einem Kurzsatz im “Super-Tiebreak” gegen das Nord-/Süd-amerikanische Duo Alexa Guarachi (Chile) und Sabrina Santamaria (USA) spielte wohl auch Anna-Lena Friedsams Kräfteverschleiß durch das Einzel kurz zuvor am selben Tag eine Rolle. Die Viertelfinal-Gegnerinnen hatten in Runde 1 übrigens die in diesem Wettbewerb an Nummer 4 gesetzten Vorjahres-Finalistinnen Kirsten Flipkens (Belgien) und Johanna Larsson (Schweden) 6:3, 7:5 ausge-schaltet – wobei es da Parallelen zu 2018 gab insofern, als das Doppel-Finale des Vorjahres (ebenfalls wegen Spielausfällen auf Grund starken Regens) sogar erst nach Lars-sons Einzel-Finalsieg stattfinden konnte, was die Schwedin auf Grund der Doppelbelastung innerhalb kürzes-ter Zeit ähnlich wie nun heuer Anna-Lena Friedsam womöglich den doppelten (Doppel-)Erfolg kostete!?!

Yulia Putintseva (KAZ) in dem Moment als sie im Einzelfinale des WTA-NürnbergerCups gegen Tamara Zidansek (SLO) gewinnt.

Wie dem auch sei, die Rheinland-Pfälzerin Friedsam darf als erfolgreichste deutsche Tennisspielerin beim Turnier in Nürnberg, wo sie vor drei Jahren das letzte Mal in einem WTA-Viertelfinale stand (und damals gegen ihre Landsfrau Annika Beck ausschied) auf ein erfolgreiches Comeback nach Verletzungspause zurückblicken. Für die übrigen deutschen Spielerinnen blieb nach der verletzungsbedingten Absage der an Nummer 1 gesetzten Julia Görges allenfalls bedingte Zufriedenheit als Fazit.

Die (noch) 28jährige Mona Barthel scheiterte (wie ihre Doppel-Partnerin Friedsam) nach ihrem letztendlich sogar deutlichen Dreisatz-Sieg (6:3, 3:6, 6:2) in Runde 1 gegen die 26jährige Argentinierin Paula Ormaechea aus Sunchales in der Provinz Santa Fe immerhin ebenso nur an der nach der Görges-Absage an Nummer 1 gesetzten späteren Turniersiegerin Putint-seva. Und da war die Schleswig-Holsteinerin sogar drauf und dran, den nach schnellem 0:3-Rückstand beinahe bereits verloren scheinenden, dank 3:3-Ausgleich dann aber doch knappen und spannendem ersten Satz zu gewinnen; schließlich unterlag die in Bad Segeberg beheimatete Deutsche jedoch im Tie-Break denkbar knapp mit 6:7 (8:10); danach war die Luft raus und sie verlor gegen ihre Kontrahentin aus Kasachstan Satz 2 dann doch auch deutlich mit 1:6.

Yulia Putintseva (KAZ) gewinnt erstmals ein Turnier der WTA

Durchaus zufrieden sein durfte auch Jule Niemeier: Das 19 Jahre junge Nachwuchs-Talent aus Dortmund unterlag bei der WTA-Hauptrunden-Premiere der weitaus erfahreneren 27jährigen Tschechin Kristýna Plíšková aus Louny (deren Schwester Karolina als Weltranglisten-Zweite 70 Plätze besser platziert ist als ihr Zwilling) zwar mit 1:6 und 3:6, verbuchte jedoch in der Qualifikation zwei, sogar relativ deutliche Erfolge; zunächst gegen die im kalifornischen Newport Beach in den USA lebende, 20jährige Linkshän-derin Ashley Kratzer (6:1, 6:4) und dann gegen die in Melbourne/Victoria geborene, erst Anfang Mai 19 Jahre gewordene Australierin Destanee Aiava (6:2, 7:5).

Sabine Lisicki indes hatte sich gewiss (ebenso wie die deutschen Besucher) mehr erhofft von ihrem Auftritt. Wie Jule Niemeier war die Berlinerin von der Unterbrechung ihrer Erstrunden-Begegnung betroffen und das zu ei-nem für sie denkbar ungünstigen Zeitpunkt:

Dem Verlust des ersten Satzes mit 2:6 gegen Ajla Tomljanović (26 Jahre jung) ließ die 29jährige Deutsche ein Break folgen und führte 2:1, als der große Regen kam . . . – und am Folgetag nicht wieder zurückfand in die Erfolgsspur. Die in Zagreb geborene Kroatin, die seit Januar 2018 auch die australische Staatsbürgerschaft besitzt, entschied Satz 2 mit 7:5 für sich und unterlag im Viertelfinale der späteren Endspiel-Teilnehmerin Tamara Zidanšek aus dem slowenischen Postojna mit 3:6, 4:6.

Die 21 Jahre junge Slowenin beeindruckte dann auch im Halbfinale gegen die Russin Weronika Kudermetova (22) aus Kasan und rang ihre ein Jahr ältere Gegnerin in drei Sätzen mit 6:4, 2:6, 6:3 nieder und zog ins End-spiel ein. Auch dort beeindruckte Tamara Zidanšek im Rechtshänderinnen-Duell gegen mit ihrer beidhändigen Rückhand und gab sich Yulia Putintseva erst nach zwei Stunden und 17 Minuten in drei Sätzen mit 6:4, 4:6, 2:6 geschlagen.

Yulia Putintseva (KAZ) gewinnt erstmals ein Turnier der WTA

Der Doppel-Titel ging ebenfalls an das an Nummer 1 gesetztes Paar!

So wie Yulia Putintseva ihre nach der Absage von Julia Görges zugesproche-ne Favoritenstellung im Einzel bestätigte, so hatte sich bereits davor auch im Doppel das an Nummer 1 gesetzte Paar als Sieger in die Annalen einge-tragen: Gabriela Dabrowski (Canada) und Yifan Xu (China) drehten den Spieß nach Verlust der ersten Satzes (4:6) gegen Sharon Fichman (Canada) und Nicole Melichar (USA) noch um, gewannen Satz 2 mit 7:6 im Tie-Break (7:5) und den als “Super-Tiebreak” ausgespielten dritten Satz mit 10:5.

Wie und vor allem ob es weitergeht mit WTA-Tennis in Nürnberg nach dem Ausstieg der NÜRNBEGER Versicherung, die sieben Jahre lang als Haupt-sponsor dabei war und das Unternehmen-Frauen-Tennis mit Weltklasse auf der Anlage des 1. FC Nürnberg zu befördern, bleibt vorerst offen. Tur-nierdirektorin Sandra Reichel versprach auf der Pressekonferenz des Finaltags zwar, alles dafür zu tun, dass der WTA-Standort Nürnberg er-halten bleibt und Dr. Armin Zitzmann bedauerte als Tennis-Freund den Ausstieg seines Unternehmens als Hauptsponsor, doch sieht er nun andere Sponsoren am Zuge.

Am Beispiel vieler Aktiven, ob nun Vorjahres-Siegerin Johanna Larsson aus Schweden oder vieler deutscher Teilnehmerinnen wie Sabine LIsicki, die sich beim Publikum für dessen Unterstützung bedankte (“Die Fans haben mir jedenfalls sehr viel Kraft gegeben!”) – für die Tennis-Anhänger der Region bleibt zu hoffen, dass es Sandra Reichel gelingt, die nötige Sponsoren-Unterstützung auch für 2020 und eine achte Austragung des seit 2013 in Nürnberg beheimateten WTA-Turniers zu gewinnen.

Und vielleicht kann NCP-Gründer Peter Söll, eine Tennis-Freund wie Dr. Zitzmann, der mit seinem “Geheim-Tipp Anna-Lena Friedsam” Fachkenntnis bewies, seinen Teil dazu beitragen, dass es auch im kommenden Jahr ein Tennisturnier der Frauen mit Weltklasse in der Noris gibt . . .

Das faire Publikum jedenfalls hätte es verdient!

Autor: Klaus Meßenzehl
Fotos: Thorsten + Werner F. Schönberger / ISPFD
weitere Fotos in unserer Bilddatenbank

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