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Museum Industriekultur stellt die besten bayerischen Pressefotos 2018 aus

Wanderausstellung "Pressefoto Bayern 2018" in Nürnberg!

Alle Jahre wieder – diesmal seit 9. Mai und noch bis zum 16. Juni 2019 – bietet das Nürnberger “Museum Industriekultur” in der Äußeren Sulzbacher Straße 60–62 interessierten Bürgerinnen und Bürgern wie auch Besuchern der Stadt die Wanderausstellung “Pressefoto Bayern 2018”.

Vom 9. Mai bis 16. Juni 2019 ist im Nürnberger Museum Industriekultur die Wanderausstellung “Pressefoto Bayern 2018” zu sehen.

Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) zeichnet mit diesem Wettbewerb seit der Jahrtausend-Wende (also be-reits seit 19 Jahren) die Arbeiten professioneller Pressefoto-grafen aus.

Zur diesjährigen Eröffnung im Technik-, Kultur- und sozial-geschichtlichen “Museum Industriekultur” in Nürnbergs Osten (gleich neben der Tafelhalle, die dank einer Straßen-bahnhaltestelle quasi direkt vor dem Eingang vor allem mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestens erreichbar ist, aber auch einige Parkplätze vorhält) erschien mit Matthias Endriß auch ein Preisträger. Der Fotograf aus Gerolzhofen gewann in der Kategorie “Kultur” den Sonderpreis “DJV-Bildportal” der bundesdeutschen BJV-Dachorganisation Deutscher Journalisten-Verband (DJV) mit (s)einem “Licht-Labyrinth” betitelten Bild, das bei der Stadt-Aktion “Kronach leuchtet” entstand.

Erstmals fand diese (Wander)Ausstellung, die – worauf Museums-Leiterin Monika Dreykorn durchaus mit ein wenig Stolz (vollauf berechtigtem, wie der Verfasser dieser Zeilen meint) aufmerksam machte – nun im-merhin schon seit mehr als zehn Jahren von der Stadt Nürnberg angeboten wird, im Wechselausstellungraum des Hauses statt. Was insbesondere von den BJV-Abgesandten mit großer Freude und Zustimmung aufgenom-men wurde. Maria Goblirsch, BJV-Pressereferentin sowie Organisatorin von Wettbewerb und Ausstellungstour “Pressefoto Bayern”, ebenso wie Thomas Geiger, Vorsitzender sowohl der BJV-Fachgruppe Bildjournalisten wie des gleichnamigen DJV-Fachausschusses, äußerten sich höchst angetan über die räumliche Veränderung.

Monika Dreykorn (Leiterin Museum Industriekultiur) eröffnete die Wanderausstellung zusammen mit Thomas Geiger (Vors. Fachausschuss Bildjournalisten im BJV) der in seiner Eröffnungsrede auch die Probleme der hauptberuflichen Pressefotografen ausdrücklich ansprach und darauf aufmerksam machte, dass die Arbeit seiner Kollegen immer geringwertiger von den Verlagen und Redaktionsleitern beachtet wird.

In der Tat macht diese Ausstellung, in der auch die Ergeb-nisse der Bilderjagd von Fotografen aus Nürnberg und dem Umland zu bewundern sind, einiges her. Sie gibt einen Aus-schnitt preis der breiten Palette dessen, was Bildjournalis-ten in Bayern übers Jahr so vor die Linsen ihrer Fotoappa-rate bekommen. Wobei sich der Bayerische Journalisten-Verband da sehr offen präsentiert – teilnahmeberechtigt an diesem Wettbewerb sind nämlich keineswegs ausschließlich Mitglieder, sondern alle (hauptberuflichen = professionel-len) Fotografen, und das keineswegs nur des Freistaates.

Medien: Bild-Journalismus – wieviel ist ein Foto wert?

Die Frage der Hauptberuflichkeit indes beinhaltet eine Problematik, die den Berufsstand der Foto-Journalisten letztlich sogar in seinem Bestand bedroht. Dank der tech-nischen Entwicklung in diesem Bereich nimmt die Konkur-renz für professionelle Fotografen immer mehr zu und die (unselige) Einsparungspolitik vieler Verlage tut ihr Übriges:

Manche/r (freiberufliche) Bildberichterstatter/in kann von den (über die Jahre sogar gesunkenen) Honoraren seiner-ihrer Auftraggeber schon länger nicht mehr leben (muss also sein/ihr Betätigungsfeld verlagern auf an-dere, mehr Geldbringende Gebiete …) – und selbst (festangestellte) Bild-Redakteure/innen werden oft nicht mehr so eingesetzt wie früher, sondern verrichten häufig nur noch Innendienste ohne eigene Außen-Recher-che.

Die berechtigte Frage, ob unabhängiger Journalismus so funktionieren kann, warf auch der BJV-Fachgrup-pen-Vorsitzende bei seiner Begrüßung auf. Thomas Geiger, früher selbst festangestellter Bild-Redakteur bei den Nürnberger Nachrichten, und mittlerweile schon seit rund 30 Jahren freischaffend tätig, beklagte (im Übrigen völlig zu recht, wie der Verfasser dieser Zeilen als schreibender Kollege leider ebenfalls bestätigen muss …) die Honorar-Entwicklung der Betroffenen, die mit Dumping noch freundlich umschrieben ist.

Im Nürnberger Museum Industriekultur ist die Wanderausstellung “Pressefoto Bayern 2018” zu sehen.

Cent-Beträge für ein Foto, das im Zweifelsfall ohnehin nur über eine Bild-Agentur zu verkaufen ist (die natürlich mit-kassiert – soll ja auch jeder für seine Arbeit/Leistung ent-lohnt werden …), sorgen für ein Aussterben hauptberuflich-professioneller Bild-Journalisten/innen, die für ihre Arbeit-Leistung im Zweifelsfall gerade mal mit einem Drittel des-sen, was die vermittelnde Agentur abgreift, ungerecht schlecht bezahlt werden. Und davon auf Dauer nicht leben können (es sei denn ein “Sponsor”, gegebenenfalls der gut verdienende Lebenspartner, hält den Rücken frei und sorgt für den Lebensunterhalt …).

Der Raum Nürnberg bietet zum Thema Hobby- statt (Haupt-)Berufs-Fotografen dann noch einen, offensichtlich bundesweit einzigartigen Sonderfall, in dem (allem Anschein nach ausschließlich Hobby?-)Fotografen neben ihrem angestammten Beruf über eine (mit Pauschal-Vertrag “versorgte”?) Bild-Agentur die Ergebnisse ihrer Arbeit (zu Dumping-Preisen?) sogar an ein großes Verlagshaus verkaufen (um nicht zu sagen respektive schreiben: verhökern …), während hauptberuf-lich Freischaffende keine Abnahme von Bildern mehr registrieren (geschweige denn Aufträge erhalten …) und die dort angestellten Bild-Redakteure nicht mehr oder nur noch höchst selten zu Veranstaltungen oder gar Recherchen außer Haus geschickt werden. Die Verantwortlichen in solchen Redaktionen (Verlagen) sollten sich hinterfragen, ob das vereinbar ist mit fairem und/oder unabhängigem Journalismus!

All das tut der Qualität der Wanderausstellung, für die Interessierten beim Besuch übrigens keine zusätzli-chen Kosten entstehen (im Museums-Eintritt ist dieses Zusatz-Angebot enthalten), keinen Abbruch. Mit an-deren Worten: es lohnt sich – zumal der BJV einen Katalog anbietet zu seinem Wettbewerb “Pressefoto Bayern 2018”.

Günter Distler (letztjähriger Preisträger), Monika Dreykorn (Leiterin Museum Industriekultur), Regine Franzke (Kuratorin Museum Industriekultur), Thomas Geiger (Vors. Fachausschuss Bildjournalisten BJV) und Matthias Endriß (rechts) mit seinem Bild für das er mit dem Sonderpreis 2018 ausgezeichnet wurde.

Die Kategorien, in denen Sieger ermittelt wurden

Der Bayerische Journalisten-Verband e.V. (BJV) will mit dem seit 19 Jahren bestehenden Wettbewerb “Pressefoto Bay-ern” und der folgenden (Wander-)Ausstellung der ausge-zeichneten und eingereichten Bilder entsprechende Auf-merksamkeit auf die hervorragende Arbeit professioneller Bild-Journalisten lenken, die nicht nur von der Vielfalt der Ereignisse eines Jahres Zeugnis ablegen, sondern auch von der Qualität der Arbeiten, die oft von den Fotografen selbst initiiert wurden.

Gesamtsieger des Jahres 2018: Andreas Gebert, Mün-chen

Sieger Kategorie Bayern – Land & Leute: Christina Czybik, Hamburg
Sieger Kategorie Kultur: Matthias Endriß, Gerolzhofen
Sieger Kategorie Serie: Stefan Gregor, Großostheim
Sieger Kategorie Sport: Peter Schatz, Marktoberdorf
Sieger Kategorie Tagesaktualität: Lino Mirgeler, Garching bei München
Sieger Kategorie Umwelt & Energie: Andreas Gebert, München
Sieger Nachwuchspreis: Paul Dittmann, Würzburg

Die Stationen der Wanderausstellung “Pressefoto Bayern 2018”

9.5. bis 16.6.2019 im “Museum Industriekultur” in Nürnberg
16.5. bis 30.06.2019 am Flughafen München
25.6. bis 26.7.2019 bei der “Bayernwerk AG” in Regensburg
8.7. bis 30.9.2019 in der Galerie der “BayernLB” in München

Autor: Klaus Meßenzehl
Fotos: ISPFD
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