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Fußball / 2. Liga: SpVgg. Greuther Fürth – Hamburger SV 0:0

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Dem durchaus eindrucksvollen 4:1-Heimsieg im Verfolgerduell gegen Holstein Kiel und der zumindest
vorübergehenden Übernahme der Tabellenführung folgte ein eher enttäuschendes 0:2 beim 1. FC Heidenheim.

20-David Atanga (FÜ) gegen 6-Justino D. Do Santos (HH)

In der Donnerstag-Begegnung der “englischen Woche” im nächsten Verfolgerduell gegen den Hamburger SV ein torlo-ses 0:0 – nach dem weder die Spieler der SpVgg Greuther Fürth noch die des vom vorhergegangenen Heim-0:5 gegen den SSV Jahn Regensburg gebeutelten Ex-Tabellenführers aus der Hanse-Stadt so recht zu wissen schienen, was es denn wert sei. Um sich dann zu trösten mit Tabellenplatz 3 (HSV) und 4 (Greuther Fürth)!

Zu Beginn der Donnerstagabend-Partie im ” Sportpark Ronhof Thomas Sommer” jedenfalls waren die Hanseaten heftigst bemüht, Ruhe ins eigene Spiel zu bringen und keinen (noch dazu frühen) Gegentreffer zuzulassen. Das gelang in der Anfangsphase ebenso wie dazu noch über die Restspielzeit, weil die Mannschaft von Christian Titz sich auch in weiteren Phasen der 90 Spielminuten immer wieder betont auf Sicherheit (= Ballgeschiebe hintenrum, überwiegend in der eigenen Spielhälfte) konzentrierte.

29-Tobias Mohr (FÜ) und 14-Aaron Hunt (HH)

Allerdings quittierten die naturgemäß in der Überzahl ver-tretenen Hardcore-Anhänger der Gastgeber das langatmige, mutlose und umständliche Aufbau-Ballgeschiebe der Gäste nach knapp 20 Spielminuten mit “St. Pauli, St. Pauli”-Rufen – was die Kolonie der HSV-Fans im Gäste-Stehblock nach kurzer Verzögerung beantwortete mit “FCN, FCN”-Sprechchören . . .

Umgekehrt ging in Punkto Spielaufbau auch Fürth kein Risiko, schon gar kein unkalkulierbares und baute seine Angriffe nach Maximilian Witteks Lattenknaller (2.) per Freistoß von links, der ins Feld zurücksprang, vorsichtig auf. Ein frühes Tor hätte dem im Folgenden doch sehr von der Taktik geprägten Geschehen mit zugegebener-maßen vielen guten Defensiv-Aktionen der Protagonisten sicher einiges mehr an Pep geben können. Ebenso, wenn der HSV-Treffer kurz nach Seitenwechsel (56.) Anerkennung gefunden hätte, als der Ball nach Vasilije Janjicic’s Freistoß (wie bei Wittek’s Lattenschuss von links, also aus nahezu gleich Position) im Fürther Netz landete – doch Schiedsrichter Sascha Stegemann erkannte auf Stürmerfoul (HSVInnenverteidiger David Robert Bates an Greuther-Schlussmann und Kapitän Sascha Burchert). Dies zum großen Ärger von Lewis Holtby, der kurz danach in Folge von Aaron Hunt’s Auswechslung (62.) sogar zum Spielführer seiner Kameraden avan-cierte.

Wegen Torwartbehinderung durch 5-David Robert Bates (HH) gegen 30-Sascha Burchert (FÜ) gab Schiedsrichter Sascha Stegemann das folgende Tor nicht für Hamburg

Immerhin, der neue Kapitän gab dem Unparteiischen nach Studium der TV-Bilder recht und korrigierte seine Kritik: “Ja, okay – das war ein klares Foul” und nahm’s schließlich sogar mit Humor: “Aus meiner Perspektive hatte ich es falsch ge-sehen und auch die HSV-Brille auf. Das war ein eindeutiges Foul.” Ehrliche Worte des 28-Jährigen, der damit auch deut-lich vorführte, wie unterschiedlich die Sichtweise je nach Blickwinkel selbst auf dem Spielfeld sein kann (ganz zu schweigen von besserem, weil gegebenenfalls erhöhtem Beobachterplatz auf den Tribünen …) – und wenn der Schiedsrichter dann auch noch richtig liegt, gebührt ihm Respekt (so oder so = egals ob’s für oder gegen die “eigene” Mannschaft entschieden wurde)!

Die Fassung fand der Deutsch-Engländer in HSV-Diensten übrigens auch hinsichtlich Ergebnis und eigener Leistung. “Nach den ersten zehn Minuten, in denen wir uns sehr schwer getan haben, machten wir meines Erachtens ein sehr gutes Auswärtsspiel”. Dass in der Anfangs-phase, in der “Fürth ganz schön Druck gemacht hat” kein Rückstand zu verkraften war, half den Hamburgern nach der 0:5-Pleite gegen Regensburg wohl ebenso in die Spur –wie der Umstand, dass die Gastgeber dann doch auch eine Portion Respekt vor den Möglichkeiten der Gäste zu eigener Vorsicht veranlasste. In der Schlussphase wollte die Titz-Truppe den Siegtreffer, sah sich dafür aber dann immer wieder Kontern der Fürther ausgesetzt, die diese allerdings zu wenig zielstrebig ausspielten.

Das haette das Tor für Hamburg sein können, aber 10-P. Lasogga (HH) trifft den Ball nicht

Beim HSV gilt nun die volle Konzentration dem ersten Ham-burger Derby der 2. Bundesliga gegen den FC St. Pauli. Das erste Bundesliga-Derby verlor die Nummer 1 der Hanse-stadt übrigens am 3. 9.1977, ebenfalls zuhause wie nun am Sonntag und vor 48 000 Zuschauern sowie unter der Leitung des damaligen Kult-Schiedsrichters Walter Eschweiler, mit 0:2 … – der Schreiber dieser Zeilen war als Berichterstatter für die norddeutsche Sportzeitschrift Sport-MEGAPHON, die in Lübeck ihren Sitz hatte, erstaunter Augenzeuge dieser Sensation ebenso wie des Rückrunden-Sieges des HSV mit 3:2 am Millerntor!

Fürths Trainer Buric sortiert derweil vor dem folgenden Auswärtsspiel in Dresden seine Schäfchen. In der Freitags-Pressekonferenz verwies Damir Buric auf ange-schlagene Spieler und die nötige Regeneration aller Akteure vor der Partie zum Ende der “englischen Woche” bei Dynamo (Sonntag, 30.9.18, 13:30 Uhr), der vor der nächsten Länderspielpause dann ja nur noch das Heim-spiel gegen den HSV-Bezwinger SSV Jahn Regensburg (Samstag, 6.10.18, 13 Uhr) folgt, bevor Rekonvaleszenten wie etwa auch Nik Omladic wieder endgültig als Alternativen zur Verfügung stehen sollten.

Fürths Bilanz mit dem Hamburger SV):

Gesamt-Bilanz aus Sicht der SpVgg (Greuther) Fürth:

8 Spiele / 1 Sieg, 5 Unentschieden, 2 Niederlagen / 5:6 Tore (zuhause: 4 Sp., 1 S, 2 U, 1 N / 3:3 T – auswärts: 4 Sp. / 0 S, 3 U, 1 N / 2:3 T).

Vor der torlosen Premiere in der 2. Bundesliga trafen beide Klubs zuletzt in der Bundesliga-Relegation 2014
aufeinander, wo der HSV nach dem 0:0 von Hamburg (15.5.) durch ein 1:1 in Fürth (18.5.) die Liga hielt.

In der einzigen Fürther Bundesliga-Saison 2012/13 unterlag die SpVgg Greuther in der Hinrunde zuhause 0:1 (6.10.12) und holte in der Rückrunde in Hamburg mit dem 1:1 (2.3.13) einen Punkt.

Im DFB-Pokal gab’s drei Begegnungen: Am 24.9.13 in der 2. Runde, als Fürth 0:1 unterlag, sowie 1964 in
Runde 1 das allererste Aufeinandertreffen überhaupt mit einem 1:1 in Hamburg (7.4.) und einem Fürther 2:1-Heimsieg (15.4.)

Das aktuelle Spiel in der Statistik:

SpVgg Greuther Fürth – Hamburger SV 0:0

Fürth: 30 Burchert – 3 Wittek, 4 Gugganig, 5 Magyar, 10 Keita-Ruel, 15 Ernst, 20 Atanga (79. 17 Reese), 22 Maloca, 24 Sauer (58. 13 Caligiuri), 29 Mohr, 37 Green (90. 6 Ideguchi) / ohne Einsatz auf der Bank: 1 Funk – 11 Raum, 31 Steininger, 38 Bauer / Trainer: Damir Buric.

HSV: 1 Pollersbeck – 4 van Drongelen, 5 Bates, 6 Dos Santos (46. 11 Ito), 7 Narey, 8 Holtby, 10 Lasogga (78. 15 Arp), 14 Hunt (62. 20 Hwang), 16 Janjicic, 24 Sakai, 25 Mangala / ohne Einsatz auf der Bank: 12 Mickel – 2 Lacroix, 13 Moritz, 27 Vagnoman / Trainer: Christian Titz.

Tore: Fehlanzeige . . . (abgesehen vom wegen Torwart-Behinderung aberkannten Treffer des Hamburgers 16 Janjicic in der 56. Spielminute …).

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (1. FC Niederkassel / Nordrhein-Westfalen) – Assistenten: Robert Wessel (SV Stern Britz / Berlin) + Daniel Riehl (TuS Schwachhausen / Bremen) / 4. Offizieller: Tobias Fritsch (1. FC Bruchsal / Baden-Württemberg).

Gelbe Karten: 29 Mohr (23. Foul), 24 Sauer (39. Foul) – 6 Dos Santos (27. Foul).

Gelb-Rote Karten: keine.

Rote Karten: keine.

Zuschauer: 14 965 (nicht ganz ausverkauft).

Autor: Klaus Meßenzehl

Fotos: ISPFD

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