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Fremde Schätze: Nürnberg im Jahr 800

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Vom 21. April bis 14. Oktober 2018 zeigt das Stadtmuseum im Fembo-Haus in der Reihe ,,Fremde Schätze“ die Sonderpräsentation ,,Nürnberg im Jahr 800. Die Ursprungslandschaft unserer Stadt“.

Im Modell des Landschaftshistorikers Herbert Stahl ist oben der Burgberg und links die damalige Rosenau zu sehen.

Sie rückt das Modell des Landschaftshistorikers Herbert Stahl in den Mittelpunkt, das die unberührte Landschaft Nürnbergs um 800 vorstellbar macht.

Nürnberg ist mit seinen über 500.000 Einwohnern heute eine Großstadt.

Doch am Anfang sah alles ganz anders aus. Der Anfang, das ist wohl die Zeit um 800, eine Epoche, die von der Regentschaft Kaiser Karls des Großen geprägt war und in der – nach heutigem Kenntnisstand – im Nürnberger Raum die erste Besiedlung entstand. Wiederentstand muss man sagen, denn davor war die Gegend seit der Jungsteinzeit ab etwa 3800 v. Chr. fast durchgehend besiedelt, bis um 60 v. Chr. die hier lebenden Kelten Süddeutschland verließen, um vor den von Norden vordringenden Germanen nach Gallien auszuweichen. Da weder Germanen noch Römer lnteresse an den sandigen Böden hatten, blieb die Region um Nürnberg nun bis zum Eintreffen frühmittelalterlicher Siedler im 9. Jahrhundert sich selbst überlassen – und entwickelte sich von einer Kulturlandschaft wieder zu einer Ursprungslandschaft.

Dr. Thomas Schauerle (Leiter des Stadtmuseums im Fembo-Haus) erklärt neben dem Modell die Ausstellung

Das im Modell dargestellte Areal zeigt im Westen die Rosenau, damals ein Sumpf- und Teichgelände; im Osten die Wöhrder Wiese, ein feuchtes Wiesengelände mit vielen schilfbestandenen lnseln; im Norden den mit Felstürmen stark zerklüfteten Burgberg und im Süden die karge Dünenlandschaft um die spätere Lorenzkirche.

Eine natürliche Flusslandschaft

Die Pegnitz – ein Fluss, der die Stadt zu allen Zeiten prägte. Um diesen Flusslauf und seine Besonderheiten zu verstehen, muss man die Elemente betrachten, die bei allen langsam fließenden Gewässern auf sandigem Gelände vorkommen:

John Zeitler M.A. erklärt als Stadtarchaeologe das Modell.

Die Strömung schafft sich einen steilen ,,Prallhang“ und einen sanften ,,Gleithang“. Unregelmäßigkeiten im Gelände bestimmen den Verlauf der Flussschleifen, die der Fluss bei Hochwässern verändert und abschneidet, sodass einige zu Altwässern werden oder neue gebildet werden. Dabei lagern sich Sand und Faulschlamm ab. Vor engen Stellen, wie in der Nürnberger Altstadt, fächert sich der Fluss in weiten Sandflächen auf, erhöht sein Niveau, wird langsamer und sucht sich schließlich ein neues Bett – vorausgesetzt der Mensch hindert ihn nicht daran.

Die Prallhänge der Pegnitz sind das Lorenzer Ufer und der Flussbogen in Johannis. Gleithänge befinden sich am Hauptmarkt sowie bei Gostenhof und Kleinweidenmühle.

Landschaftshistoriker Herbert Stahl erklärt sein Modell

Von den zahlreichen Flussinseln sind heute nur noch der Trödelmarkt und die Insel Schütt übrig. Die Umgebung des Gewässers dominierte einst Hangmischwald aus Eichen, Erlen und Weiden.

Die Sonderpräsentation ist Dienstag bis Freitag von 10-17 Uhr, sowie Samstag und Sonntag von 10-18 Uhr geöffnet und wird von öffentlichen Führungen und Vorträgen begleitet. Informationen dazu sind im Stadtmuseum im Fembo-Haus, Burgstraße 15 in Nürnberg zu bekommen.

Text: Stadt Nürnberg / ISPFD
Fotos: ISPFD

Im Modell des Landschaftshistorikers Herbert Stahl ist links oben der Burgberg und im Vordergrund die damalige Rosenau zu sehen.

weitere Fotos in unserer Bilddatenbank

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