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TÜV Rheinland entlarvt Oldtimer-Betrüger

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Magnetooptisches Resonanzverfahren . Foto: TÜV Rheinland

Hochwertige klassische Automobile entwickeln sich bei steigenden Oldtimerpreisen immer mehr zu Anlageobjekten. Das ruft verstärkt Betrüger auf den Plan. Nach Einschätzungen der Experten von TÜV Rheinland/FSP steigt die Zahl raffinierter Fälschungen in jüngster Zeit. Auf der diesjährigen Techno Classica in Essen stellen die Fachleute eine neue Methode vor, um solche Fälschungen besser entlarven zu können: „Manipulationen an Fahrgestellnummern können wir jetzt mit Hilfe des so genannten magnetoptischen Resonanzverfahrens schnell entlarven und gerichtsbelastbar dokumentieren“, erklärt Sebastian Hoffmann, Oldtimer-Experte bei der Fahrzeug Sicherheitsprüfung (FSP), einer Tochter von TÜV Rheinland. Der Klassiker-Fachmann und sein Team wenden das Verfahren als erste im Bereich Oldtimer an. Ursprünglich stammt das Verfahren aus der Kriminaltechnik.

„Kriminelle Profis ,zaubern‘ in Hightech-Werkstätten beispielsweise aus einem 1973er normalen Porsche-F-Modell – Typ T, E oder S – leicht einen der begehrten, seltenen Carrera 2,7 RS, dessen Wert bis zu einer Million Euro betragen kann“, sagt Norbert Schroeder, Leiter Competence Center Classic Cars bei TÜV Rheinland, und ergänzt: „Obwohl äußerlich identisch, sind die Fahrzeuge von ihrer Wertigkeit völlig
unterschiedlich, denn nur einer von beiden ist eben ein echter RS mit der Identität des Originals.“

Check stammt aus der Kriminaltechnik

Magnetooptisches Resonanzverfahren. Foto: TÜV Rheinland

Wie funktioniert das neue Verfahren? An der zu prüfenden Stelle erzeugen die Oldtimer-Spezialisten ein starkes Magnetfeld, das tief in das Material eindringt. Ein Filmstreifen macht über ein Lesegerät das Magnetfeld sichtbar. „Unregelmäßigkeiten im Materialgefüge, die auf Fälschungen hindeuten, aber auch Veränderungen von eingeschlagenen Ziffern und Buchstaben im Metall erkennen wir mit dieser Methode – zum Beispiel, wenn sich hinter der Ziffer 5 die ursprüngliche 4 verbirgt. Zudem analysieren wir Schriftbilder und beurteilen Typologien von Buchstaben-Zahlenkombinationen auf Typenschildern“, betont Hoffmann.

Die komplette Technik inklusive Laptop steckt in einem kompakten Köfferchen und ermöglicht so schnelle, mobile, zerstörungsfreie Checks. Das magnetoptische Resonanzverfahren kommt ursprünglich aus der Kriminaltechnik. Forensiker erkennen damit herausgeschliffene Seriennummern bei Waffen.

Röntgenuntersuchung und Spektralanalyse

Darüber hinaus nutzen die Klassiker-Fachleute unter anderem auch Röntgenuntersuchungen, um Betrügern auf die Spur zu kommen. Die Durchstrahlung des Blechs macht großflächig Veränderungen oder Schweißarbeiten transparent. „Die Spektralanalyse lässt ferner Rückschlüsse auf das Alter des verwendeten Materials zu. Neu aufgebaute oder veränderte Fahrzeuge können wir so zweifelsfrei identifizieren“, unterstreicht FSP-Oldtimer-Spezialist Sebastian Hoffmann.

Text/Fotos: TÜV Rheinland

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